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Wissing nach Infotour: „Hier wird alles mit Tatkraft und großer Weitsicht angegangen“

Info-Tour bei eisigem Wind: GDWS-Präsident Witte erläutert Bundesminister Wissing die Ausbauschritte an der Oststrecke

Das Wetter bereitete dem Bundesminister zwar einen kühlen Empfang – zum Frieren blieb allerdings kaum Zeit: Bei einem fünfstündigen Besuch in Schleswig-Holstein überzeugte sich Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) vom Fortschritt wichtiger Großprojekte im Land: den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals, den Ersatz-Neubau für die Rader Hochbrücke und den Weichenstellungen für einen modernen Schienenverkehr und einen digital gesteuerten ÖPNV. Sogar für einen kleinen Abstecher zur neuen Rendsburger Schwebefähre und einer Durchfahrt durch den Rendsburger Kanaltunnel nahm sich der Minister zusammen mit seinem Amtskollegen Bernd Buchholz Zeit. Wissings wichtigstes Versprechen: Die Finanzierung notwendiger Vorhaben sei gesichert. Und in einem Punkt machte er Buchholz sogar Hoffnung.

Wissing betonte bei allen Stationen vor allem die wirtschaftliche Bedeutung der Verkehrsprojekte und zeigte sich besonders beeindruckt von der Vorreiter-Rolle, die das Land in den letzten Jahren eingenommen habe – etwa bei der Beschaffung von Akkuzügen oder der Vorfinanzierung von Schienen-Projekten wie dem Ausbau der Marschbahn. «Die Finanzierung der notwendigen Projekte ist seitens des Bundes gesichert», sagte er. Sanierungen und Infrastruktur-Projekte seien prioritäre Investitionen. «Die können auch im Krisenfall nicht zurückgestellt werden.» Ohne funktionierende Infrastruktur könne das Land wirtschaftlich nicht erfolgreich sein.

Buchholz hofft unterdessen auf weitere Bundeshilfe beim Ausbau der 173 Kilometer langen Bahnstrecke von Itzehoe nach Sylt (Marschbahn). Das Land werde dort in Vorleistung gehen, damit die Strecke rasch elektrifiziert wird. Wissing sagte dazu, «ich finde es gut, wenn ein Land ganz klar sagt: Wir wollen dieses Projekt haben, wir wollen dafür auch in die Vorleistung treten». Er werde das unterstützen. Der zweigleisige Ausbau der sogenannten Marschbahn soll samt Elektrifizierung rund 400 Millionen Euro kosten. 90 Prozent davon übernimmt der Bund, das Land 40 Millionen Euro.

Gestartet hatte das Minister-Duo seine Tour in Groß Königsförde mit einer Besichtigung der Arbeiten an der Oststrecke, einer bisherigen Engstelle des Nord-Ostsee-Kanals. Die rund 100 Kilometer lange Verbindung zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Dabei konnte sich Wissing überzeugen, dass auch die Vorbereitungen für einen Ersatz der Levensauer Hochbrücke nahe Kiel vorankommen.

Wissing und Buchholz bei der Durchfahrt durch den Rendsburger Kanaltunnel

Wissing und Buchholz sagten nach ihrem Besuch am Kanal in Groß-Königsförde – Audio starten, Pfeil klicken

Nach Angaben des Präsidenten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, sind insgesamt 2,5 Milliarden Euro für Sanierung und Ausbau des Kanals eingeplant. Komme noch eine Gesamtvertiefung hinzu, würden die Arbeiten bis «tief in die 2030er Jahre» dauern. «Priorität hat immer der Erhalt der bestehenden Bauwerke.» Wissing betonte mit Blick auf Verkehrsprojekte generell, «die Planungskosten steigen. Das heißt, wir planen, die nächsten Jahre noch mehr zu investieren».

Bernd Rothe (rechts) von der Planungsgesellschaft DEGES schilderte den Ministern den Stand der Vorbereitungen zum Neubau der Rader Brücke

Der Bundesminister informierte sich anschließend auch über Vorbereitungen für den Ersatzbau der Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn 7. Im Frühjahr 2023 soll der Bau der neuen, 1500 Meter langen Zwillingsbrücke mit sechs Fahrspuren starten. Der Zustand der alten Brücke gilt als so schlecht, dass sie nach derzeitigem Stand nur bis 2026 halten wird. Weil der Verkehr auf der Strecke Prognosen zufolge zunehmen wird, soll die A7 auch zwischen Rendsburg/Büdelsdorf und Schacht-Audorf auf 5,3 Kilometern auf sechs Spuren erweitert werden. Die Kosten betragen 380 Millionen Euro.

Zum Stand des Projekts in Rade und den künftigen Umgang mit ähnlichen Großprojekten sagte Wissing – Audio starten, Pfeil klicken…

Auch zwei bereits eingereichte Klagen gegen den Brücken-Neubau sprachen die Minister auf der Baustelle in Borgstedt bei Rendsburg mit dem zuständigen DEGES-Chefplaner Bernd Rothe. Buchholz machte dabei deutlich, dass er – abgesehen vom eingeplanten zeitlichen Risiko-Puffer nicht mit klagebedingten Verzögerungen rechnet. «Erstens haben wir sofortige Vollziehbarkeit des Planfeststellungsbeschlusses», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Zweitens sei mit den Anliegern ausführlich über den Lärmschutz des Ersatzbaus gesprochen worden. Auf der Brücke seien leiser Asphalt und Lärmschutzwände geplant. «Wir verbessern also gegenüber dem Status quo die Lärmschutz-Situation deutlich.» Klagen seien nicht zu verhindern. «Aber ich gebe dem keine große Aussicht auf Erfolg.»

Die letzte Station führte die Minister und zahlreiche Gäste aus der Nahverkehrsbranche an den Rendsburger Bahnhof, wo der Chef des Nahverkehrsverbundes NAH.SH, Arne Beck, dem Gast aus Berlin eine kleine Leistungsschau der laufenden ÖPNV-Projekte in Schleswig-Holstein präsentierte. Unter anderem einen Bus-Pendelverkehr „on demand“ in der Region Rendsburg. Ein Vorgeschmack auf die Energiewende im Schienennetz bekam der Minister anschließend bei einer Mitfahrt in einem „FLIRT“-Test-Zug der Firma Stadler. 55 dieser elektrisch getriebenen Wagen sollen ab Dezember auf zahlreichen Strecken im Land die herkömmlichen Dieselloks ablösen. Besonderer Höhepunkt und zugleich Herausforderung für Wissing: Für einen Teil der Testfahrt überließ der Zugführer seinem prominenten Gast die Schalthebel. «Ich komme wieder», versprach Wissing zum Abschied, «allerdings erst, wenn es mal wieder wärmer ist».

Wissing im Gespräch mit Rendsburgs Bürgermeisterin Janet Sönnichsen und NAH.SH-Chef Beck

Bundesminister Wissing besucht heute seine Großprojekte im echten Norden

Antrittsbesuch des Bundesverkehrsministers in Schleswig-Holstein: Ressortchef Wissing erkundigt sich heute über Verkehrsprojekte wie den Nord-Ostsee-Kanal oder die Rader Hochbrücke.

Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals, Neubau der Rader Hochbrücke, Modernisierung von Schienennetz und ÖPNV – das sind die Themen, die Wissing heute mit Landesverkehrsminister Bernd Buchholz bespricht

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) wird sich heute Vormittag über den Stand von Verkehrs-Großprojekten in Schleswig-Holstein informieren. Gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Ressortchef Bernd Buchholz (FDP) besucht er zunächst eine Baustelle am Nord-Ostsee-Kanal und danach die Vorbereitungen für den Ersatzbau der Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn 7.

Trotz einer Verständigung mit allen Anrainer-Gemeinden ist gegen die Neubau-Pläne vor wenigen Tagen von Privatleuten Klage eingereicht worden. Es geht vor allem um besseren Lärmschutz. Im Frühjahr 2023 sollen die Arbeiten für die neue Zwillingsbrücke mit sechs Fahrspuren starten. Die Kosten betragen 380 Millionen Euro. Der Zustand der alten Brücke gilt als so schlecht, dass sie nach derzeitigem Stand nur noch bis 2026 halten wird.

Anschließend steht ein Besuch des Rendsburger Bahnhofs mit einem Überblick über den Stand der Modernisierung des ÖPNV in Schleswig-Holstein auf dem Programm. Gemeinsam mit Buchholz startet Wissing von dort aus zu einer Testfahrt mit dem neuestn Akku-Triebzug der Firma Stadler nach Hamburg-Altona. Ab dem kommenden Winter-Fahrplan sollen 55 dieser Züge vom Typ «Akku-Flirt» in Schleswig-Holstein auf verschiedenen Strecken eingesetzt werden.

Der neue „Flirt“-Akkutriebwagen für das SH-Schienennetz

Buchholz sagte der Deutschen Presse-Agentur, er setze auf unvermindertes Tempo beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals. Zuletzt hatte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, in den «Kieler Nachrichten» gewarnt, für das kommende Jahr seien bislang 400 Millionen Euro weniger als notwendig im Haushalt eingeplant.

Die rund 100 Kilometer lange Verbindung zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Die großen Vorhaben wie der Bau einer fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel, der Ausbau der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel sowie die Vorbereitungen für einen Ersatz der Levensauer Hochbrücke nahe Kiel sind vorangekommen. 2021 wurden 250 Millionen Euro in Erhalt und Ausbau des Kanals investiert.

Buchholz hofft darüber hinaus auf weitere Bundeshilfe beim Ausbau der 173 Kilometer langen Bahnstrecke von Itzehoe nach Sylt. Das Land will dort in Vorleistung gehen, damit die Strecke rasch elektrifiziert wird. Der zweigleisige Ausbau der sogenannten Marschbahn soll samt Elektrifizierung rund 400 Millionen Euro kosten. 90 Prozent davon übernimmt der Bund, das Land 40 Millionen Euro.

Nach Bundes-Vorstoß: Buchholz und Tjarks wollen 9-Euro-Ticket gemeinsam einführen

90 Tage für monatlich 9 Euro Busse und Bahnen nutzen, also für insgesamt 27 Euro – der Vorstoß der Regierungskoalition soll nach dem Willen von Verkehrsminister Buchholz im Norden spätestes im Mai starten. Auch sein Hamburger Amts-Kollege Anjes Tjarks ist dabei.

Buchholz und sein Hamburger Amtskollege Tjarks

Der Sparfahrschein soll laut Buchholz den gesamten Bereich des SH-Tarifs (Schleswig-Holstein und Hamburg) abdecken und 90 Tage reguläre Monatskarten ersetzen. Damit geht der Norden möglicherweise einen eigenen Weg, nachdem in einer turbulenten Sonderkonferenz der Verkehrsminister von Bund und Ländern am Freitag kein einheitliches Vorgehen absehbar schien.

Im Anschluss an die mehrstündige Sitzung blieben zwar viele Fragen zur konkreten Umsetzung des Tickets offen. Doch grundlegend in Frage stellte die Idee laut der Vorsitzenden der Verkehrsministerkonferenz, Bremens Bürgermeisterin Maike Schaefer, niemand. Gleichwohl gab es auch massive Kritik an dem unkoordinierten Vorgehen.

Verkehrsminister Bernd Buchholz formulierte es nach der Sitzung so – Audio starten, Pfeil klicken…

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP), der kommenden Donnerstag auch erstmals Schleswig-Holstein besuchen wird, erläuterte unterdessen Details: Demnach sollten die günstigeren Tickets ausschließlich online verkauft werden, um den administrativen Aufwand so niedrig wie möglich zu halten. Auch Fahrgäste, die bereits ein Abo haben, sollen laut Wissing von der Vergünstigung profitieren. Die Kosten für Abos würden dann nicht abgebucht – oder erstattet. Die 9-Euro-Tickets gälten dann in den Verbundbereichen, in denen das sonst übliche Monatsticket auch gegolten hätte. Wissing sprach von Kosten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, die der Bund den Ländern erstatte. Wenn mehr Geld notwendig sei, werde sich der Bund nicht verweigern.

Nun sollen Bund und Länder so schnell wie möglich in einer Arbeitsgruppe die konkrete Umsetzung voranbringen. Die Länder hatten bei der Sitzung am Freitag vor allem Bedenken bezüglich des bürokratischen Aufwands angemeldet und als Reaktion auf den Vorschlag der Bundesregierung eine eigene Empfehlung abgegeben: Statt 9-Euro-Tickets solle stattdessen ein dreimonatiger Nulltarif eingeführt werden. Dagegen stemmten sich vor allem Bremen und Schleswig-Holstein: «Das würde neben unnötigen Mitnahme-Effekten vor allem zu Gedrängel führen, was wir in der derzeitigen Situation kaum gebrauchen können», so Buchholz.

Auch Bundesminister Wissing wies die Idee zurück. Mit einem 9-Euro-Ticket ließe sich die Nachfrage von Kundinnen und Kunden deutlich besser nachvollziehen als bei einem Nulltarif. «Bei dem 9-Euro-Ticket kennt man die Zahl der zusätzlichen Fahrgäste und kann entsprechend disponieren und vermeidet dadurch, dass es zu punktuellen Überlastungen kommt», sagte er.

Veronika Grimm

Rückenwind für den vielfach als «Schnellschuss» kritisierten Vorstoß des Bundes kam von der  «Wirtschaftsweisen» Veronika Grimm: «Es ist, glaube ich, richtig, Menschen mit niedrigen Einkommen, bedürftige Menschen auch zu entlasten. ÖPNV zu vergünstigen, das ist ebenfalls richtig», sagte sie im Deutschlandfunk.

Nach der Sitzung am Freitag «werden sich die Verkehrsunternehmen und Verbünde, koordiniert über den Branchenverband VDV und weitere Verkehrsverbände, jetzt unmittelbar an die Realisierung des Angebots begeben», teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit. «Dafür sind noch zahlreiche Details zu klären und branchenweit sowie mit der Politik abzustimmen.»

Für Fahrgäste und Abo-Inhaber heißt das zunächst: Weiter abwarten. Verkehrsunternehmen und Verbünde werden demnach alle Kundinnen und Kunden informieren, sobald die Rahmenbedingungen geklärt sind.

Buchholz über eine bewegende Woche für den Schienenverkehr im echten Norden

Moderne Züge zwischen Elmshorn und Hamburg, ein Schub für den Ausbau der Marschbahn-Strecke nach Sylt, eine Entlastung des Bahn-Knotenpunkts Elmshorn – obendrein dann auch noch gute Nachrichten für die geplante S 21 nach Kaltenkirchen. Und zu (aller-)guter Letzt dann auch noch ein Überaschungs-Energiespar-Angebot der Bundesregierung zur Nutzung des ÖPNV…

Man könnte fast sagen: Es war die Woche des Schienenverkehrs im Land. Für Verkehrsminister Bernd Buchholz ist es auf jeden Fall seine „Meldung der Woche“. Video starten…

NOK glänzt mit guten Zahlen: Wissing kommende Woche mit Buchholz vor Ort

Wenige Tage vor dem ersten Besuch von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) in Schleswig-Holstein glänzt der Nord-Ostsee-Kanal mit guten Zahlen. Zusammen mit Landesverkehrsminister Buchholz wird Wissing Donnerstag unter anderem die Ost-Ausbaustrecke besuchen.

Donnerstag auf SH-Tour: Verkehrsminister Buchholz und Wissing Foto: Jens Jeske

Der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist 2021 nach dem Einbruch im ersten Corona-Jahr wieder besser in Fahrt gekommen. Wie die Kanalverwaltung heute in Kiel mitteilte, wurden über den Wasserweg 85,2 Millionen Güter transportiert und damit 15,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt 27.293 Schiffe befuhren den Kanal. Das waren 8,1 Prozent mehr als 2020. Der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), Hans-Heinrich Witte, sprach von einem guten Jahr. Die Volkswirtschaften im nördlichen Europa hätten sich 2021 erholt.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sieht in den guten Zahlen «einmal mehr den Beleg dafür, dass der Bund bei seinen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Kanals keineswegs nachlassen» dürfe. Das gelte auch im Hinblick auf die geplanten gewaltigen Investitionen in der Schleusenstadt Brunsbüttel, wo in den kommenden Jahren unter anderem ein LNG-Terminal und ein Terminal für den Umschlag von Ammoniak entstehen sollen. Darum seien der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals und der übrigen Infrastruktur im Land – wie etwa der Autobahn A 20 – auch zwei zentrale Themen, die er am Donnerstag (31. März) beim ersten Besuch Wissings in Schleswig-Holstein thematisieren werde. Auch die marode Rader Hochbrücke bei Rendsburg – die bis 2027 durch einen Neubau ersetzt werden soll – werden die beiden Minister besuchen.

GDWS-Präsident Witte erinnerte heute daran, dass der Kanal aktuell besonders von den hohen Preisen für Schiffstreibstoff profitierte. Der Verzicht auf die Erhebung der Befahrensabgabe bis Jahresende – eine Konsequenz aus der Corona-Pandemie – machte den Kanal ebenfalls noch attraktiver.

Die rund 100 Kilometer lange Verbindung zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Im vorigen Jahr knüpften die Verkehrszahlen weitgehend an das Niveau der Vor-Corona-Jahre an, bei der Schiffszahl noch nicht ganz. Die transportierte Ladungsmenge hatte im Spitzenjahr 2008 aber mit 105 Millionen Tonnen auch schon deutlich höher gelegen. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres setzte sich der Aufwärtstrend beim Kanalverkehr mit zweistelligen Zuwachsraten fort.

Die großen Bauvorhaben wie der Bau einer fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel, der Ausbau der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel sowie die Vorbereitungen für einen Ersatz der Levensauer Hochbrücke nahe Kiel sind laut Witte sehr gut vorangekommen. 2921 seien 250 Millionen Euro in den Erhalt und Ausbau des Kanals geflossen.

Land schreibt maritimen Innovationspreis aus

Schleswig-Holstein wird einen Innovationspreis für die maritime Wirtschaft ausschreiben. Das kündigte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute im Landtag an. Unklar ist noch, wie der Preis dotiert ist oder wer in der Jury sitzt. Das Wirtschaftsministerium reagiert damit auf einen entsprechenden Antrag der Jamaika-Koalition, der gegen die Stimmen der SPD angenommen wurde. Die Sozialdemokraten hatten zusätzlich einen maritimen Gipfel gefordert.

Dazu sagte Buchholz im Landtag – Video starten…

So rollt die Sanierungswelle durch die Kreise Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg

LBV.SH-Chef Conradt, Minister Buchholz und LBV.SH-Ingenieur Köster

Weitere Runde bei der Sanierung von Straßen, Brücken und Radwegen im Südwesten des Landes: Wie Verkehrsminister Bernd Buchholz heute bei der Vorstellung des Bauprogramms für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen sagte, packe der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) allein in diesem Landesteil bis zum Herbst 14 Straßen und sieben Radwege an. „Wir investieren hier über 24 Millionen Euro in eine bessere und sichere Infrastruktur“, sagte Buchholz. Zusammen mit LBV.SH-Chef Torsten Conradt sowie dem leitenden LBV.SH-Ingenieur Christoph Köster stellte Buchholz die wichtigsten von 40 geplanten Einzelprojekten entlang der südlichen Westküste und der Elbe vor. Allein im südwestlichen Landesteil werden in diesem Jahr 43 Kilometer Straßen, knapp zwölf Kilometer Radwege und 24 Brücken instandgesetzt.

Buchholz erinnerte daran, dass das gesamte, knapp 3700 Kilometer umfassende Landesstraßennetz in Schleswig-Holstein über Jahrzehnte „kaputtgespart“ worden sei. Während in früheren Jahren teilweise weniger als 20 Millionen Euro pro Jahr in den Erhalt von Landesstraßen gesteckt wurden, liege die Investitionsquote im Durchschnitt der letzten vier Jahre bei jährlich knapp 95 Millionen Euro.

„Und selbst in 2021, dem zweiten Pandemie-Jahr in Folge, konnte der LBV.SH über 180 Millionen Euro in die Sanierung von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen stecken“, so Buchholz. Und das sei für Tausende von Berufspendlerinnen und -pendlern sowie die mittelständische Wirtschaft und den Tourismus im Land auch geradezu existenziell: „Versuchen Sie einmal, morgens von Büsum nach Heide oder nach Itzehoe zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen – ohne eine intakte Straße wird das nichts. Deswegen ist unser Sanierungsprogramm so wichtig.“ Das gelte umso mehr für Schulbusse, Krankenwagen oder die Feuerwehr.

Laut LBV.SH-Direktor Conradt sind in dem 24,2-Millionen-Euro-Paket für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen insgesamt 17 Landesstraßen-Projekte enthalten. Der Rest entfalle auf 17 Projekte beim Bund und sechs beim Kreis Dithmarschen. Zusammen mit Buchholz bat der LBV.SH-Chef alle Autofahrerinnen und Autofahrer für die kommenden Monate um Geduld und Fairplay: „Die Menschen auf unseren Baustellen arbeiten dort bei Wind und Wetter. Und dies ausdrücklich für uns alle: Damit wir demnächst wieder schneller und sicherer an unsere Ziele kommen. Bitte nehmen Sie also größte Rücksicht auf unsere mobilen Teams auf den Baustellen.“

Hier ein Mitschnitt des gesamten Pressegesprächs – Video starten

Alle Informationen und Steckbriefe zu den einzelnen Straßenbau-Projekten samt Übersichtskarte finden sich HIER

Viele Weichenstellungen: Buchholz will große Lösung für Bahnknoten Elmshorn

Buchholz vor der Bürger-Initiative in Tornesch

Wichtige Weichenstellungen im schleswig-holsteinischen Schienennetz: Nachdem das Land erst gestern angekündigt hatte, bei der Elektrifizierung und dem Ausbau der Marschbahn nach Sylt in Vorleistung zu gehen, sprangen heute weitere Signale auf grün: Auch für eine große Lösung am Bahnknoten Elmshorn will das Land laut Verkehrsminister Bernd Buchholz in Vorleistung gehen. Außerdem liegt seit heute die Baugenehmigung für den Ausbau der AKN-Linie S 21 zwischen Hamburg und Kaltenkirchen vor. Und auf der Bahnstrecke von Kiel nach Hamburg sollen ab 2027 Elektrozüge rollen. Schleswig-Holstein hat das Bahnnetz neu ausgeschrieben. Der künftige Anbieter soll voraussichtlich im Juli 2023 den Zuschlag erhalten, die Elektrozüge ab Dezember 2027 fahren.

Gisela Hüllmann (Mitte) mit ihrer Bürgerinitiative und Minister Buchholz

«Moderne Fahrzeuge und vor allem genug Kapazität für die Fahrgäste sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg unseres neuen Nahverkehrsplans und der Mobilitätswende», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Auch Wartung und Unterhaltung der neuen Züge seien ausgeschrieben. «Wir dürfen die Hersteller hier nicht aus der Verantwortung entlassen, denn natürlich müssen die Züge dann auch jeden Tag funktionieren.»

Ein weiteres Thema beschäftigte heute Abend die Bürger in Tornesch – der seit Jahren geplante Ausbau der so genannten S4-West zwischen Pinneberg und Elmshorn. Gegenüber der Bürgerinitiative kündigte Buchholz an, an einer großen Lösung mit vier Fernverkehrs-Gleisen für den Knotenpunkt Elmshorn festzuhalten: „Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie und um in diese Richtung auch rasch voranzukommen, sind wir bereit, als Land die Mehrkosten vorerst selbst zu schultern“, sagte er bei einer Info-Veranstaltung in der Klaus-Groth-Schule von Tornesch. „Denn mit einem nachhaltigen Umbau des Bahnhofs Elmshorn bleiben für die Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn weiterhin alle Ausbauvarianten im Spiel“, so Buchholz.

Weiter sagte der Minister am Rande der Bürgerveranstaltung – Audio starten, Pfeil klicken…

Der Minister erinnerte weiter daran, dass im Bundesverkehrswegeplan für den Großknoten Hamburg verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Kapazität und der Betriebsqualität vorgesehen seien – unter anderem auch ein drittes Bahnsteiggleis in Elmshorn. Dabei hätten am Ende noch zwei Varianten zur Auswahl gestanden. Die so genannte Variante „V5opt“, die einen zusätzlichen Außenbahnsteig westlich der Bestandsanlagen Elmshorn sowie eine Optimierung der Überholgleise für den Güterverkehr vorsieht. Und die Variante „V6“, eine grundlegende Neustrukturierung des Knotens Elmshorn mit zwei Mittelbahnsteigen. Das Bundesverkehrsministerium präferiert bisher die günstigere Variante V5opt. „Damit die Bahn aber die wesentlich bessere Variante V6 weiterplanen kann, werden wir die zusätzlichen Planungskosten von rund einer halben Million Euro komplett übernehmen“, kündigte Buchholz an.

Grund: Die Autoren der Machbarkeitsstudie hätten festgestellt, dass ein Ausbau der Bahnstrecke mit zwei zusätzlichen Fernbahngleisen wesentlich größere betriebliche Vorteile gegenüber der bisher favorisierten Variante mit ein bis zwei zusätzlichen S-Bahngleisen habe. Vor einer endgültigen Entscheidung, welche Ausbauvariante am Ende zum Zuge kommt, müsse in einem nächsten Schritt aber noch eine Gesamtabwägung der Infrastrukturvarianten durch den Nahverkehrsverbund NAH.SH erfolgen.

Hier ein Mitschnitt von Buchholz‘ Rede aus dem Streaming der Bürgerveranstaltung durch das „Quickborner Tageblatt“ des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) – Video starten…

Land gibt grünes Licht für den Ausbau der AKN-Linie S 21 bis Kaltenkirchen

APV-Chef Martin Hamm (links) übergibt in Anwesenheit von Verkehrsminister Bernd Buchholz an AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann den 384 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss für die S 21

Grünes Licht des Landes für den Ausbau der AKN-Bahnlinie zur S 21 bis nach Kaltenkirchen: Das Amt für Planfeststellung Verkehr Schleswig-Holstein (APV) hat heute den 384 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss an AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann übergeben. „Damit sind wir nach fünf Jahren Planung an diesem Verkehrs-Großprojekt, bei dem sich das APV unter anderem mit über 450 Einwendungen beschäftigen musste, einen riesigen Schritt weiter“, sagte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Übergabe der Unterlagen durch APV-Chef Martin Hamm. Der Beschluss samt aller Planunterlagen wird vom 7. bis zum 20. April öffentlich ausgelegt (siehe unten). Der Planfeststellungsbeschluss für den S-21-Abschnitt auf Hamburger Gebiet war bereits Ende 2018 erlassen worden.

Wie Buchholz erläuterte, sei mit der Baugenehmigung auch die so genannte „sofortige Vollziehbarkeit“ angeordnet worden. „Das heißt, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden könnte, sofern dagegen keine Rechtsmittel eingelegt werden.“

AKN-Geschäftsführer Ulrich Bergmann sagte dazu: „Es ist gut, dass der Beschluss da ist, denn damit haben wir als AKN jetzt Planungssicherheit.“ Die AKN wird entsprechend ihre bislang durchgeführten Bauplanungen intensivieren. Insgesamt sei eine Bauzeit von drei Jahren geplant.

Ziel des 120-Millionen-Euro-Projekts ist die durchgängige Schienen-Verbindung von Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) über Hamburg-Hauptbahnhof bis Aumühle (Herzogtum-Lauenburg). Dabei wäre ein Umsteigen in Eidelstedt künftig nicht mehr nötig. „Zudem erreichen wir eine deutlich höhere Betriebsstabilität und kürzere Fahrtzeiten durch die geplante Zweigleisigkeit zwischen Quickborn und Ellerau“, so Buchholz. Von den knapp 34 Kilometern Ausbaustrecke liegen elf Kilometer auf Hamburger Stadtgebiet und 23 Kilometer in Schleswig-Holstein. Die Elektrifizierung erfordert allein in Schleswig-Holstein die Errichtung von 734 Masten sowie einem Umrichterwerk in Kaltenkirchen.

Planerisch und baulich aufwändig ist das Vorhaben nach den Worten von Buchholz und APV-Chef Hamm vor allem wegen der nötigen Anpassung aller Bahnhöfe an der Strecke. So müssten teilweise Bahnsteige verlängert und in der Höhe angepasst werden. Zudem würden der Fußgängertunnel Ellerau und verschiedene Brücken erneuert oder angepasst. Entgegen anfänglicher Planungen bleibe die dicht bebaute Strecke zwischen Ellerau und Tanneneck eingleisig.

„Ich bin sicher, dass mit dem fertigen Planfeststellungsbeschluss die für die Menschen in der Region verträglichste Ausbauvariante gefunden wurde und wir durch das Projekt im Hamburger Randgebiet deutlich mehr Menschen in Richtung ÖPNV bewegen können“, sagte Buchholz. Das sei wichtig für das Erreichen der Klimaziele und entzerre zugleich die seit Jahren angespannte Verkehrssituation für Berufspendlerinnen und -pendler rund um Hamburg.

Hier sind die Planunterlagen vom 7. bis zum 20. April ausgelegt:

Analog: In den Ämtern Quickborn, Ellerau, Kaltenkirchen, Kisdorf, Henstedt-Ulzburg, Elmshorn und Leezen während der Geschäftszeiten.

Digital: www.planfeststellung.bob-sh.de unter: Schiene – AKN-Strecke A 1 – S 21 Eidelstedt-Kaltenkirchen, Elektrifizierung

Buchholz: Wir müssen Geflüchteten, die eine Arbeit aufnehmen wollen, etwas anbieten

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Wirtschaft in Schleswig-Holstein sind aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz vielfältig. Insgesamt seien die Konsequenzen aber noch nicht absehbar, sagte der FDP-Politiker heute im Landtag. Es fehlten zum Teil Zulieferprodukte. Rund 250 Unternehmen aus dem Norden haben Lieferbeziehungen zu Russland oder auch Produktionskapazitäten dort.

Hier die Landtagsrede von Buchholz in voller Länge

Im Ranking beim Handelsvolumen mit Schleswig-Holstein liegt Russland auf Platz 19 mit 647 Millionen Euro (2021). Das waren 1,3 Prozent des gesamten schleswig-holsteinischen Außenhandelsvolumens. Die Ukraine lag mit 106 Millionen Euro auf Platz 47 (0,2 Prozent). Einzelne Unternehmen könnten trotzdem stark vom Krieg betroffen sein, sagte Buchholz. Sie trügen trotzdem die Sanktionen gegen Russland mit. Erschreckend sei für ihn, dass Deutschland die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland mit Nordstream 2 bis kurz vor dem Krieg noch habe erhöhen wollen, sagte Buchholz.

Im Blick auf den hiesigen Arbeitsmarkt sagte er, für traumatisierte Flüchtlinge sei es möglicherweise nicht der erste Gedanke, jetzt gleich arbeiten zu müssen. „Aber denjenigen, die es wollen und wünschen, müssen wir ein Angebot machen“, so der Minister.

Vor diesem Hintergrund sei es nötig, die Arbeitserlaubnis von Anfang an auf drei Jahre festzulegen statt nur auf ein Jahr. Zudem dürften Wohnsitzauflagen einer Integration nicht im Wege stehen. «Es ist zu begrüßen, dass Geflüchtete aus der Ukraine kein Asylverfahren durchlaufen müssten und daher auch eine Arbeitsaufnahme zügig möglich ist. Anderseits gilt es, aus den Erfahrungen von 2015 zu lernen und weitere Hemmnisse für eine Arbeitsmarktintegration zu vermeiden», sagte Buchholz.