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Buchholz bringt Bundesbeteiligung an Brunsbütteler LNG-Konsortium ins Gespräch

Durch den Konflikt mit Russland geraten Pläne für den Bau eines Flüssiggas-Terminals in Brunsbüttel in den Fokus. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Buchholz bringt eine Staatsbeteiligung am Betreiber-Konsortium ins Gespräch. Und er schlägt noch mehr vor.

LNG-Terminal in Rotterdam

Schleswig-Holstein setzt auf einen zügigen Bau des Terminals für Flüssigerdgas (LNG) in Brunsbüttel. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) brachte heute eine Staatsbeteiligung am Betreiberkonsortium ins Gespräch. «Auch wenn ich sonst angesichts vieler rentabler LNG-Terminals weltweit nicht viel von staatlichem Unternehmertum halte, scheint es mir in der jetzigen Ausnahmesituation ebenso geboten wie eine forcierte Beschleunigung sämtlicher Genehmigungsverfahren», sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur. Der Bund müsse die sonst oft jahrelangen Genehmigungsverfahren drastisch abkürzen. «Hier geht es um pure Versorgungssicherheit», unterstrich Buchholz.

Skizze des geplanten LNG-Terminals Brunsbüttel

Er schlug vor, per Gesetzesänderung für eine sofortige Vollziehbarkeit des Baurechts zu sorgen. Das Planfeststellungsverfahren könne auf eine Klageinstanz reduziert werden. Mit Bundesbürgschaften allein, wie sie CDU-Landtagsfraktionschef Tobias Koch ins Spiel gebracht hat, sei es nicht getan. Die Unternehmen bräuchten eine dauerhafte wirtschaftliche Perspektive für die Nutzung von Flüssiggas in Deutschland.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und die Abhängigkeit von russischem Erdgas den schnellen Bau von zwei LNG-Terminals in Deutschland angekündigt. Er nannte am Sonntag im Bundestag als Standorte Brunsbüttel und Wilhelmshaven. Nach früheren Angaben des Projektträgers German LNG Terminal GmbH soll das Terminal in Brunsbüttel eine Kapazität von rund acht Milliarden Kubikmeter Erdgas haben und mit rund 450 Millionen Euro eine der bedeutendsten Industrieansiedlungen im Norden sein.

CDU-Fraktionschef Koch betonte, unter realistischen Annahmen sei erst in vier bis fünf Jahren mit der Fertigstellung zu rechnen. «Es braucht ein Beschleunigungsgesetz des Bundes, mit dem die weiteren Planungs-, Genehmigungs- und Vergabeverfahren radikal verkürzt werden», sagte Koch der dpa. «Das finanzielle Risiko des Investoren-Konsortiums sollte durch Bürgschaften des Bundes weitgehend reduziert werden, damit weitere Bauverzögerungen aus betriebswirtschaftlichen Gründen ebenfalls ausgeschlossen sind.»

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will das Projekt zügig vorantreiben. «LNG ist eine kurzfristige Alternative zu russischem Erdgas», sagte er dem Sender NDR Info. Flüssiggas-Terminals seien gut geeignet, einen möglichen Ausfall von Erdgaslieferungen aus Russland kurzfristig zu kompensieren. «Und wenn der Bau beschleunigt wird, und wenn alles rund um die Infrastruktur geklärt ist, dann ist das in der Tat etwas, was uns sehr, sehr schnell helfen kann.»

Auch der FDP-Energiepolitiker Oliver Kumbartzky sprach sich dafür aus, das Planfeststellungsverfahren auf eine Klageinstanz zu reduzieren, «damit der Bau des LNG-Terminals nicht über viele Jahre verzögert wird».

Nach Ansicht der Energie-Experin Ingrid Nestle der Grünen-Bundestagsfraktion wird in einem Gesamtpaket Energiesicherheit vermutlich auch Flüssiggas eine Rolle spielen. «Allerdings bleibt mit LNG nicht nur die Abhängigkeit von dann anderen Ländern bestehen. Es handelt sich hier auch um teure Energie.» Flüssiggas sei kein Mittel gegen hohe Energiepreise.

Eine Sprecherin der German LNG Terminal GmbH sagte, das Unternehmen habe die erneute Bekräftigung des Interesses der Bundesregierung an einer LNG-Terminalinfrastruktur in Brunsbüttel wahrgenommen. «Insgesamt liefen und laufen daher Gespräche auf verschiedensten politischen Ebenen.»

Dagegen bekräftigte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ihre Bedenken. «Es gibt noch viele offene Fragen», sagte DUH-Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner der dpa. Bis dato habe es in Deutschland eine sehr gut ausgebaute Energieinfrastruktur gegeben – mit großen Überkapazitäten im Bereich Gas.

Tourismus: Trotz gemischter Bilanz 2021 ist für Bunge und Buchholz der Aufschwung in Sicht

TA.SH-Geschäftsführerin Bettina Bunge präsentiert die Jahresbilanz – Tourismusminister Buchholz war zugeschaltet

Auch wenn der SH-Tourismus dank früher Corona- Modellprojekte immer noch über dem Bundesdurchschnitt liegt – es blieb 2021 eine Menge Luft nach oben. Das ist das Fazit der heutigen Jahresbilanz, die die Chefin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Bettina Bunge, in Kiel vorstellte.

Wegen der Pandemie startete das Geschäft erwartungsgemäß verzögert, nämlich erst am 17. Mai 2021 nach viereinhalb Monaten Lockdown. Dennoch wurden im echten Norden 32,38 Millionen Übernachtungen generiert. „Und damit ist das Jahresergebnis deutlich besser als in 2020. Aber um an das Vor-Corona-Jahr 2019 anzuschließen, fehlen noch knapp 3,6 Millionen Übernachtungen“, sagte Bunge.

Tourismusminister Bernd Buchholz zeigte sich unterdessen mit Blick auf die kommende Saison trotz aller Unwägbarkeiten zuversichtlich: Weiter sagte Buchholz – Audio starten, Pfeil klicken…

Buchholz erinnerte weiter daran, dass die Bilanz in vielen Betrieben gemischt ausfällt. So gebe es die, die durch die Premiumlage am Strand ein Spitzenergebnis erzielten, aber eben auch viele Betriebe aus Tourismus-, Freizeit- und insbesondere Veranstaltungswirtschaft, die erheblich gelitten haben und noch lange nicht über den Berg sind.

Hier die Pressekonferenz im Livestream-Mitschnitt:

Im Vergleich mit den anderen Bundesländern stehe Schleswig-Holstein sehr gut da, aber auch da werde der Wettbewerb in Kürze wieder deutlich anziehen, wenn 2022 die europäischen Ziele und 2023 die Fernziele wieder mehr in den Fokus der Reisenden rückten, so Buchholz.

Nach den Worten von TA.SH-Chefin Bunge sei das Jahr 2021 sehr differenziert zu betrachten. „Das Incoming-Geschäft aus unseren wichtigsten ausländischen Quellmärkten Dänemark, Österreich und Schweiz ist nach wie vor verschwindend gering. Es ist noch nicht einmal die Hälfte des Niveaus von 2019 erreicht. Das Tagungs- und Veranstaltungsgeschäft ist noch immer in schwierigem Fahrwasser“, so die Geschäftsführerin.

Sie führte weiter aus: „Wie bereits in den Vorjahren sind die Menschen auch 2021 vorwiegend an die Küsten von Nord- und Ostsee gereist. Die größten Volumenbringer waren die Kreise Nordfriesland (mit 8,8 Mio. Übernachtungen), Ostholstein (7,9 Mio. Übernachtungen) und die kreisfreie Stadt Lübeck (1,76 Mio. Übernachtungen). Dabei ist durchaus eine Konzentration auf die Sommermonate zu verzeichnen. Die hohen Gästezahlen im Sommer bedeuten auch einen Stresstest für Einwohnerinnen und Einwohner. Die Besucherakzeptanz wird eines der wichtigen Aufgabenfelder für die nähere und weitere Zukunft im Tourismus werden“, ist sich Bunge sicher.

Die Hauptaufgabe der TA.SH bleibt es laut Bunge weiterhin, die Nebensaison und die Region zwischen den Küsten zu bewerben und so zur saisonalen und geografischen Verteilung der Gästegruppen beizutragen. „echt nordiSH“ lautet der Claim der aktuellen Kampagne der TA.SH. Diese Hauptkampagne startete im Herbst/Winter 2020/21 und wird jetzt um die Themenlinien „Das Mehr zwischen den Küsten“, „Fahrradland Schleswig-Holstein“, „Küstenweisheiten“ sowie „Kulinarik“ (dies exklusiv für den dänischen Markt) ausgedehnt. Die Ausspielung der Themenlinien ist im Frühjahr sowie in der Herbst-/Wintersaison 2022 geplant.

Nun will auch Kanzler Scholz ein LNG-Terminal in Brunsbüttel – und ein zweites in Wilhelmshaven

Nach Bundesminister Habeck (Grüne) rennt nun auch Bundeskanzler Scholz (SPD) bei Wirtschaftsminister Buchholz (FDP) und der Wirtschaft offene Türen in Richtung eines Brunsbütteler LNG-Terminals ein: In seiner Regierungserklärung zum Ukraine-Krieg kündigte der Kanzler heute sogar gleich den Bau von zwei Import-Terminals für verflüssigtes Erdgas, kurz LNG, in Deutschland an.

Heute in den Lübecker Nachrichten…

«Wir haben die Entscheidung getroffen, LNG-Terminals in Brunsbüttel und Wilhelmshaven schnell zu bauen“, sagte Scholz im Bundestag mit Blick auf das Ziel, Deutschland künftig weniger stark als bisher vom russischen Erdgas abhängig zu machen. «Wir werden umsteuern, um unsere Importabhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu überwinden», sagte Scholz. Zudem seien die LNG-Terminals für die Energiewende sinnvoll, weil sie in Zukunft auch grünen, also mit Ökostrom erzeugten Wasserstoff aufnehmen können.

Buchholz – der zuletzt im Interview mit den „Lübecker Nachrichtigen“ (heutige Sonntagausgabe) immer wieder Druck für ein Terminal gemacht hatte, zeigte sich zufrieden mit der Ansage des Bundeskanzlers. «Wenn nun niemand mehr auf der Bremse steht und keiner klagt, könnte das Terminal in fünf Jahren in Brunsbüttel stehen», so der Nord-Liberale.

Buchholz sagte weiter – Audio starten, Pfeil klicken

Und im LN-Interview am letzten Donnerstag sagte Buchholz im Gespräch mit LN-Korrespondent Wolfram Hammer (Video starten)

Der Minister erinnerte weiter daran, dass durch einem Ausfall von russischem Gas nicht nur Deutschland, sondern im Westen auch Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien oder die Schweiz betroffen seien. «Hier müssen überall Ausfälle kompensiert werden. Damit wird es eng, bei den europäischen LNG Importkapazitäten», so Buchholz. Die deutschen Terminal könnten in etwa 15 Jahren auf den Import von erneuerbarem Ammoniak umgerüstet werden. Ammoniak könne zurückverwandelt werden in erneuerbaren  Wasserstoff.

In Brunsbüttel wurde bereits LNG direkt vom Schiff auf LkW verladen

Buchholz: «Mit anderen Worten: Die Nachnutzung für den Import von erneuerbaren Gasen ist möglich und sinnvoll.» Zudem benötige man Gaskraftwerke für ein Backup für die Energiewende mit Strom auf Wind und Solar, um Schwankungen auszugleichen. Diese müssen in den nächsten Jahren auch mit Gas beliefert werden, andernfalls drohten echte Engpässe. Weiter erinnerte Buchholz daran, dass in Schleswig-Holstein von den Genehmigungsbehörden bereits seit Jahren auch sicherheitsrelevante Fragen beurteilt werden. «Nach derzeitigem Stand ist der Bau samt Genehmigungen in etwa fünf Jahren möglich», so der Minister.

Auch Niedersachsen will nun alles daran setzen, die Planungen für das Terminal in Wilhelmshaven voranzutreiben, erklärte Energieminister Olaf Lies. Nach seiner Einschätzung könne dort bereits 2024 mit der Anlandung von Flüssiggas begonnen werden. Unterdessen gibt es weder in Brunsbüttel noch in Wilhelmshaven endgültige Entscheidungen der Investoren für den Bau von Terminals. In Brunsbüttel hat das Investoren-Konsortium „German LNG Terminal“ zwar schon Pläne vorgelegt, aber zögert mit einem Beschluss, weil es noch prüft, ob das Projekt wirtschaftlich ist. Nach der Ankündigung von Scholz wird das nun allerdings wahrscheinlicher, weil die Investoren offenbar auf Hilfe vom Staat hoffen können.

Und hier ein Auszug aus der Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz zum Thema Energiesicherheit und LNG

Tourismusminister Buchholz in „Meerzeit“-Mission an der Westküste

„Meerzeit“-Gastgeberin Nadine Herrmann mit Buchholz im frisch renovierten Bad

Sonniger Westküstentag für Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz: Zusammen mit „Hausherrin“ Nadine Herrmann und Büsums Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje eröffnete Buchholz heute nach mehr als zwei Jahren Sanierung das frisch renovierte Wellenbad „Meerzeit Büsum“ samt Spa-Bereich. An den 22 Millionen Euro zur Umgestaltung der „Meerzeit“ beteiligt sich das Land mit einer Förderung von 13,5 Millionen Euro.

Geld, das Buchholz gut investiert sieht: „Mit dieser Rekordinvestition wird das Nordseeheilbad als touristische Destination deutlich aufgewertet. Zugleich steigert es die Lebensqualität in ganz Dithmarschen.“

Im Gespräch mit dem NDR sagte der Minister weiter – Audio starten, Pfeil klicken

„Für die Meerzeit lohnt es, sich viel Zeit zu nehmen“, warb Nadine Herrmann vor rund 100 geladenen Gästen. Die Leiterin des Bads will weiterhin Familien und Paare ansprechen. Das Publikum soll aber vielfältiger werden: „Wir bieten jetzt Wellen, Wellness und Weite. Mit unserem neuen Spa wird Büsum zum Beispiel auch für einen Kurzurlaub im Winter ein perfektes Ziel.“

Buchholz beim Anflug auf den Flugplatz Wyk auf Föhr

Zweiter Anlaufpunkt an diesem Tag war die Insel Föhr – hier traf Buchholz sich mit mehreren Entscheidungsträgern, um über die Ausrichtung der Verkehrspolitik auf der Insel in den kommenden Jahren zu beraten. Hintergrund sind unter anderem künftige EU-Vorgaben für Emissionen im Schiffsverkehr sowie andere Umweltvorgaben.

Buchholz zu Russland-Sanktionen: Wir müssen bereit sein, den Preis mitzuzahlen

Auch zwei Tage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine ist die Fassungs- und Hilflosigkeit in der gesamten westlichen Welt spürbar. Die demokratischen Staaten setzen auf eine einzige Waffe, auch, wenn sich Rußlands Präsident Putin davon bislang wenig beeindruckt zeigt: auf Sanktionen. Und für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz ist klar: schon aus humanitären Gründen werden wir alle bereit sein müssen, finanzielle Opfer zu bringen. Video starten.

Land investiert dieses Jahr 57 Millionen Euro in kommunale Straßen und Radwege

Auch in diesem Jahr investiert das Land kräftig in die Straßen im echten Norden. Neben rund 90 Millionen Euro für die Sanierung der Landesstraßen, stehen auch 57 Millionen Euro Fördermittel für die kommunalen Straßen zur Verfügung. Das sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden die kommenden Monate bei der Straßensanierung Tempo machen. Denn jeder investierte Euro senkt die Unfallgefahr und macht unser Straßennetz sicherer», so der Minister. Neben knapp 3.700 Kilometer Landesstraßen verfügt Schleswig-Holstein allein über 4.125 Kilometer Kreisstraßen.

Buchholz beim Besuch einer Baustelle

«Kaputte Straßen und Radwege sind nicht nur gefährlich, sondern sorgen für Unmut bei Unternehmen, Touristen und Einheimischen», betonte Buchholz. «Deswegen helfen wir den Kommunen, ihre Kreis- und Gemeindestraßen wieder auf Vordermann zu bringen.» Seit Anfang 2020 stelle das Land den Kreisen, Städten und Gemeinden jährlich Mittel zur Verbesserung ihrer Verkehrssituation zur Verfügung. Bis 2035 sind dies 500 Millionen Euro für die Erneuerung der kommunalen Straßen.

Die Mittel stammen vom Land und teilweise auch vom Bund. Rund die Hälfte der für dieses Jahr zur Verfügung stehenden 57 Millionen Euro sind Rücklagen, die in den letzten Jahren nicht verausgabt werden konnten. Bisher haben die Kommunen einen Bedarf von insgesamt 50 Millionen Euro angemeldet.

«Wir können aktuell alle förderfähigen Vorhaben auch tatsächlich fördern. Die Mittel dafür haben wir», freute sich Buchholz. Aktuell befinden sich 247 Baumaßnahmen im Förderprogramm für den kommunalen Straßenbau. Das könne sich allerdings im Jahresverlauf noch ändern, da beispielsweise Probleme bei der Bauvorbereitung oder Kapazitätsengpässe bei den Baufirmen für Verzögerungen sorgen können oder neue Straßensanierungen dazukommen.

Minister-Besuch beim neuen „Kapitän“ auf der Kommandobrücke von German Naval Yards

Werftchef Brugge (rechts) mit Wirtschaftsminister Buchholz auf dem Kieler Portalkran

Stipvisite auf der Kommandobrücke von «German Naval Yards Kiel» (GNYK): Wirtschaftsminister Bernd Buchholz traf sich heute erstmals mit Werftchef Rino Brugge. Zusammen mit dem neuen Maritimen Koordinator der Landesregierung, Andreas Burmester, tauschten sich beide über die Lage der Werft sowie strategische Optionen für den Schiffbau-Standort Schleswig-Holstein aus. Der aus einer niederländischen Schiffbaufamilie stammende Brugge war zuvor unter anderem in Asien und im Nahen Osten in leitenden Positionen der internationalen Werftindustrie tätig. So war der 47 Jahre alte Maschinenbau-Ingenieur unter anderem CEO der Staatswerft in Katar und der DAMEN Shipyards in Rumänien – der größten Werft innerhalb der niederländischen DAMEN-Gruppe.

Brugge zeigte sich im Gespräch mit Journalisten zuversichtlich, die Werft – unter anderem mit umweltfreundlichen Technologien –  in die Erfolgsspur zu bringen – Audio starten.

Die wirtschaftliche Situation von German Naval Yards war in der Vergangenheit immer wieder angespannt – dennoch kam der französche Eigner stets seinen Zusagen nach und sicherte ausreichend Liquidität. Vor genau einem Jahr hatte die Werft-Geschäftsleitung mit der IG-Metall schließlich ein Einvernehmen über eine Restrukturierung des Unternehmens erzielt. Von den rund 500 Mitarbeitern wechselten 134 Beschäftigte in eine Transfergesellschaft. Derzeit verfügt German Naval Yards nach Angaben von Brugge über eine zufriedenstellende Auslastung – unter anderem durch Restarbeiten an israelischen Korvetten sowie weitere Marine-Aufträge, teils in Kooperation mit der Bremer Lürssen-Werft-

Thema bei dem heutigen Treffen war auch die Diskussion über einen möglichen Verkauf der auf demselben Werftgelände liegenden Werft TKMS. Wirtschaftsminister Buchholz hatte mehrfach deutlich gemacht, dass er sich einen Zusammenschluss der heutigen Marine-Sparte von Thyssen-Krupp mit Lürssen und German Naval Yards vorstellen könne, um einen Verkauf an Staatswerften in Italien oder Frankreich zu verhindern.

Buchholz mit Brugge und dem Maritimen Koordinator des Landes, Andreas Burmester (Mitte)

Dabei käme der Politik die wichtige Rolle eines Moderators zu, sagte Buchholz im Gespräch mit dem NDR Schleswig-Holstein (Audio starten)

Zuletzt hatte GNY im September mit dem Zuschlag des französischen Schifffahrtsunternehmens Les Abeilles International Schlagzeilen gemacht. Die Kieler sollen zwei so genannte Anchor-Handling-Tug-Supply (AHTS)-Schiffe für Frankreichs Marine umbauen. Die Schiffe gehören zu den leistungsfähigsten der Welt, sind allerdings schon zehn Jahre alt und wurden bisher zur Unterstützung von Offshore-Plattformen eingesetzt. Nun soll GNYK diese Schiffe so umbauen, dass sie von der französischen Marine multifunktional als Notschlepper und Feuerschiffe sowie als maritime Krankenstation eingesetzt werden können   

Land hilft Kommunen erneut mit bis zu 2,5 Millionen Euro bei Sturmschäden

Die Landesregierung wird nach den jüngsten Sturm- und Orkantiefs an Nord- und Ostsee insgesamt bis zu 2,5 Millionen Euro für die Beseitigung von dadurch entstandenen Schäden zur Verfügung stellen. Dies teilte Ministerpräsident Daniel Günther heute nach Beratungen des Kabinetts mit.

Daniel Günther

„Wir werden die Kommunen bei der Beseitigung der Sturmschäden nicht im Stich lassen und hierfür bis zu zwei Millionen Euro bereitstellen. Weitere bis zu 500.000 Euro können für Küstenschutzmaßnahmen eingesetzt werden“, sagte Günther mit dem Blick auf die kommende Tourismussaison.

Tourismusminister Bernd Buchholz sagte dazu im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur – Video starten

Ministerpräsident Günther informiert sich unterdessen zur Stunde an der Westküste über die Schäden nach den Stürmen vom vergangenen Wochenende. Er wird dabei unter anderem begleitet von Vertreterinnen und Vertretern des Umwelt- und des Innenministeriums, der Kommunalpolitik, des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz sowie der Hilfsorganisatoren wie den Feuerwehren. Zuvor lässt sich der Regierungschef in Hollingstedt (Kreis Schleswig-Flensburg) an der Treene über die Hochwasserlage im Binnenland unterrichten.

Netz-Ost wird umweltfreundlicher: Buchholz besiegelt Vertrag für Akkuzüge

Buchholz und Kasch bei der Unterschrift im Lübecker Hauptbahnhof

Großer Schub für die Elektrifizierung des Schienenverkehrs in Schleswig-Holstein: Auf dem Lübecker Hauptbahnhof wurde heute der Verkehrsvertrag zwischen dem Land und der neu gegründeten «erixx Holstein GmbH» unterzeichnet. Die übernimmt zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember im Auftrag der landeseigenen NAH.SH den Betrieb der Strecken RE83/RB84 zwischen Lüneburg, Lübeck und Kiel sowie der RB76 von Kiel zunächst bis Kiel-Oppendorf. Unterzeichnet wurde der über 13 Jahre laufende Vertrag von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und den beiden Geschäftsführern der erixx Holstein GmbH, Dr. Lorenz Kasch und Frank Silzer.

Was Buchholz besonders freut: Mit dem neuen Betreiber kommt auch eine neue Fahrzeugflotte. Ab Mai 2023 sollen die aktuell auf den nur teilweise elektrifizierten Strecken fahrenden Dieselloks nach und nach durch moderne Akkuzüge ersetzt werden. „Die batteriebetriebenen Triebwagen sind im Vergleich deutlich umweltschonender und emissionsärmer. Wir kommen damit unserem Ziel, bis 2030 den Schienenpersonennahverkehr in Schleswig-Holstein klimaneutral aufzustellen, einen ganzen Schritt näher“, so Buchholz. Für die Elektrifizierung bedeute dies einen Sprung von knapp 30 auf über 70 Prozent. Fahrgäste und Eisenbahnfans erkennen die neuen Akkuzüge künftig  am blau-türkisen erixx Holstein-Design.

Hier ein paar Zahlen, Daten und Fakten zum neuen Anbieter:

„Mit erixx Holstein haben wir uns für einen Anbieter entschieden, der frischen Wind in den echten Norden bringt. Wir haben viel vor auf der Schiene und erwarten einen verlässlichen Partner, der einen modernen, kundenfreundlichen und zuverlässigen Betrieb sicherstellt“, sagte Dr. Arne Beck, Geschäftsführer der NAH.SH. Zu den Plänen des Landes gehört auch, die Linie RB76 in den kommenden Jahren bis zum Schönberger Strand zu reaktivieren.

erixx Holstein ist ein Tochterunternehmen der Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE), eines der größten privaten Eisenbahnunternehmen Deutschlands. Zurzeit arbeitet erixx Holstein noch vom niedersächsischen Uelzen aus, wird aber demnächst in Lübeck Quartier beziehen. „Wir freuen uns riesig auf Schleswig-Holstein! Menschen und Orte in einer der schönsten Regionen im Norden zu verbinden, ist eine großartige Aufgabe“, so Kasch, kaufmännischer Geschäftsführer von erixx Holstein. Bis zum Start im Dezember will das Unternehmen in Schleswig-Holstein rund 80 neue Mitarbeiter einstellen, vor allem Fahrgastbetreuer und Lokführer werden gesucht. Mit Plakaten, Flyern und einer Recruiting-Website macht das Unternehmen aktuell auf sich aufmerksam. „Wer gern mit Menschen arbeitet, einen abwechslungsreichen, sinnvollen Job sucht, Verantwortung übernehmen will und – für eine Bewerbung als Lokführer – eine technische Ausbildung mitbringt, ist bei uns richtig!“, verspricht Silzer, technischer Geschäftsführer von erixx Holstein.

Interessenten finden alle Infos auf www.erixx.sh

Buchholz mahnt beim Bahn-Vorstand bessere Vorbereitung und schnellere Fahrgastinfo an

Oberleitungsschäden durch umfallende Bäume – eine der Haupt-Ursachen der Zugausfälle seit Freitag im gesamten Bundesgebiet

Mit Blick auf die anhaltend massiven Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs infolge von Sturm und Dauerregen  mahnt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) ein besseres Krisenmanagement bei der Deutschen Bahn AG an. «Es kann nicht sein, dass die DB beispielsweise die Einstellung ihres Verkehrs für 19 Uhr ankündigt, die Züge dann aber bereits vier bis fünf Stunden früher nicht mehr rollen», sagte Buchholz am Sonntag in Kiel. Zudem sei er sicher, dass bei einem gründlicheren und früheren Grünschnitt entlang der elektrifizierten Strecken viele Baumstürze auf Oberleitungen hätten verhindert werden können. Er werde dies noch einmal an DB-Vorstand Ronald Pofalla adressieren.

Minister Buchholz und DB-Vorstand Pofalla

Buchholz sagte am Abend im Gespräch mit Journalisten weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Schleswig-Holstein hatte bereits vor knapp zwei Jahren über die Verkehrsministerkonferenz eine effektivere Vorbeugung vor Sturmschäden seitens Bund und Bahn Auf den Weg gebracht. Der Bundestag hatte daraufhin im April letzten Jahres einer Gesetzesänderung zugestimmt, die zumindest die Kontrolle der Vegetation an Bahnstrecken erleichtern soll. Dabei geht es in erster Linie um Betretungsrechte für Bahn-Personal, falls private Grundstücksbesitzer ihrer so genannten Verkehrssicherungspflicht an den Gleisen nicht nachkommen.

Aus Sicht von Verkehrsminister Buchholz sei «zweifellos nachvollziehbar, dass die DB den Verkehr auf manchen Strecken einstellt». Klar sei für ihn aber auch, dass die Bahn schon weit im Vorfeld eine Menge mehr tun könne als bisher, um schwere Schäden und damit massive Ausfälle abzuwenden. «Und die Fahrgastinformation bleibt ebenfalls ein Dauerthema, bei dem der Konzern noch eine Menge Luft nach oben hat“, so der Ressortchef.

Unterdessen kündigte die DB an, dass sich Bahnreisende auch zum Wochenstart auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen müssen. Insbesondere auch mit Blick auf das neue Sturmtief «Antonia».  Fahrgäste werden gebeten, sich zu informieren, ob die geplante Fahrt möglich sei. Dies gelte insbesondere für Pendler im Berufsverkehr. Wer könne, solle die Reise verschieben. Die Prognose bleibe schwierig. Man versuche, sich so gut es gehe auf den nächsten Sturm vorzubereiten, sagte Bahnsprecher Achim Stauß heute in Berlin.