Archiv der Kategorie: Allgemein

SH-Häfen nach Corona-Sturmtief wieder auf Erfolgskurs – Chancen im Ostseeraum

Trotz Corona aus den Negativ-Schlagzeilen raus: Der Lübecker Hafen

Schleswig-Holsteins Häfen sind nach dem Corona-Tief des letzten Jahres wieder auf Kurs: Nach Millionendefiziten melden Kiel, Lübeck und Landeshäfen wie Büsum steigende Passagier- oder Frachtzahlen. Auch im kommenden Jahr wird es nach Einschätzung der Hafenchefs und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz aufwärts gehen. «Ich bin überaus zuversichtlich, dass das Geschäft in unseren Häfen wieder kräftig anziehen wird», sagte Buchholz den „Kieler Nachrichten“ (Montagausgabe). Schon in diesem Jahr sehe es angesichts der Nachhol-Bedarfe im Handel oder auch im Passagiergeschäft gut, wenn nicht sogar besser aus als vor Corona. «Auch in Kiel kehren die Passagiere, gerade bei Kreuzfahrten, in Scharen zurück.»

Buchholz mit der finnischen Botschafterin Anne Sipiläinen beim deutsch-finnischen Hafentag der IHK vor einer Woche in der Lübecker MuK

Nach den Worten von Buchholz birgt der gesamte Ostseeraum Chancen, die bisher ungenutzt sind. Dies seien wirtschaftliche als auch kulturelle Chancen. «Es werden schließlich nicht nur Güter und Passagiere befördert, sondern auch Verbindungen zwischen Wirtschaft und Menschen gestärkt», so der Nord-Liberale. Dies spiegele sich auch in der engen Zusammenarbeit zwischen den Häfen wieder. Gerade den Ostseehäfen sei es innerhalb der letzten anderthalb Jahre gut gelungen, die Pandemie-Folgen für den maritimen Handel wegzustecken.

Erst vor einer Woche hatte sich Buchholz beim Deutsch-Finnischen-Hafentag in Lübeck angesichts der Zahlen des Lübecker Hafens optimistisch gezeigt (Video starten)

Welche erheblichen Bremsspuren die Pandemie noch letztes Jahr ließ, zeigen die Zahlen des Kieler Hafens: Nach 174 Anläufen (2019) machten 2020 nur 29 Kreuzfahrer in der Hauptstadt fest. Im laufenden Jahr sind es bereits 132. Die Delle führte beim Seehafen zu einem hohen Defizit, weil ein mittelgroßer Kreuzfahrer rund 25.000 Euro Hafengeld einbringt und zudem die Norwegen-Fähren zeitweise pausierten. Der Umsatz des Seehafens sank laut „Kieler Nachrichten“ von 31,44 Millionen (2019) auf 21,45 Millionen Euro (2020). Folge: Aus dem Jahresüberschuss (1,45 Millionen in 2019) wurde ein hoher Fehlbetrag (5,32 Millionen in 2020).

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) rutschte 2020 ebenfalls in die roten Zahlen. Härter als der Rückgang bei Kreuzfahrern (zwei Luxusliner statt 15 im Jahr 2019), traf Deutschlands größten RoRo-Hafen an der Ostsee ein leichter Schwund des Frachtaufkommens. Insider gehen davon aus, dass die teils private LHG einen Millionenverlust verbuchen musste. Inzwischen hat die Hafengesellschaft die Kurve gekriegt. Im laufenden Jahr werden in Lübeck sogar schon wieder mehr Güter umgeschlagen als 2019. „Die LHG hat die Corona-Delle überwunden“, bilanziert Geschäftsführer Sebastian Jürgens.

An die Politik adressierte Jürgens beim deutsch-finnischen Hafentag vor knapp einer Woche klare Vorstellungen (Video starten)

Ein großes Zukunftsthema der Häfen sind die künftigen Antriebsarten der Schiffe, deren Versorgung mit Landstrom und das damit verbundene Dauerthema der Nachhaltigkeit.

Buchholz sagte dazu im Gespräch mit Journalisten am Rande des deutsch-finnischen Hafentags – Audio starten, Pfeil klicken

Gute Nachrichten gibt es auch aus den fünf Landeshäfen Husum, Friedrichstadt, Tönning, Büsum und Glückstadt: Wirtschaftsminister Buchholz erwartet, dass bald wieder so viele Passagiere wie vor Corona auf die Schiffe zu den Inseln oder auf Bäder- und Ausflugsdampfer steigen. Hoffnung macht etwa die Entwicklung in Büsum, dessen Hafen mit dem Helgoland-Verkehr steht oder fällt. 2019 tourten 71.000 Passagiere auf die Hochseeinsel. 2020 waren es nur 33.000, wodurch die Hafenabgaben um 64.000 Euro sanken. Hier ist die Trendwende bereits geschafft. Im laufenden Jahr haben sich schon mehr als 50.000 Helgolandfahrer in Büsum ein- oder ausgeschifft.

Buchholz stolz: Gründerland SH im Vorwärtsgang – und es gibt weitere Förderungen

Ob beim StartUp-Monitor oder beim KfW-Gründungsmonitor: So ziemlich alle bundesweiten Indikatoren belegen derzeit recht eindrucksvoll, dass die schleswig-holsteinische Gründerszene aus einem Dornröschenschlaf erwacht ist. Jahrelang dümpelte der Norden auf den hintersten Rängen, nun sind wir hinsichtlich der Gründungsaktivitäten auf Augenhöhe mit Baden-Württemberg und Bayern.

Und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz lässt sich das auch was kosten – seine „Meldung der Woche“ (Video starten)

Buchholz vor Nord-Ministerkonferenz: Corona-Hilfen zum Jahreswechsel beenden

Treffen sich heute in Bremen (v.r.): Gastgeberin Kristina Vogt, Michael Westhagemann, Buchholz und Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) fordert ein Auslaufen der Corona-Überbrückungshilfen zum Jahresende. «Wir müssen aus ordnungspolitischen Gründen darauf achten, dass dies keine Dauerförderung wird», sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der heute in Bremen stattfindenden Herbstkonferenz der norddeutschen Wirtschaftsminister. Zwar sei die Lage für Veranstalter durch den möglichen Ausfall von Veranstaltungen wieder schwieriger. «Aber insgesamt müssen wir die Überbrückungshilfen zeitlich begrenzen, wenn wir Wettbewerbsverzerrungen vermeiden wollen.»

Sollten die Überbrückungshilfen weiter laufen oder neu aufgelegt werden, sprach sich Buchholz angesichts der mittlerweile kaum überschaubaren Vielzahl der Programme für eine Neuorganisation aus. Allein in Schleswig-Holstein wurden seit Ausbruch der Pandemie über 1,7 Milliarden Euro an Hilfen ausgezahlt.

Nach den Worten von Buchholz, der bei der Ministerkonferenz heute einen entsprechenden Antrag einbringen wird, habe sich die bisherige Abwicklung der Hilfen über die Wirtschaftsministerien der Länder beziehungsweise die Bewilligungsstellen als viel zu langwierig und ressourcenintensiv und somit als ineffizient erwiesen. Der wesentliche Teil der Antragsprüfung liege in der Prüfung der Identität, der Bankverbindung, sonstiger Stammdaten und steuerlich relevanter Merkmale des Antragstellers. «Daten, die in der Regel nicht vorliegen und aufwendig recherchiert werden müssen.»

Buchholz sagte weiter – Audio starten, Pfeil klicken

Zudem erschwerten komplizierte und sich ständig ändernde Richtlinien der Corona-Programme sowie starke Unterschiede zwischen den einzelnen Programmen mit sich teilweise überschneidenden Zeiträumen die Antragstellung unnötig, sagte Buchholz. «Darum sollte der Bund, spätestens die nächste Bundesregierung dafür sorgen, dass zukünftige Hilfsprogramme für Selbstständige und Unternehmen in wirtschaftlichen Notlagen einheitlich über die Finanzverwaltung und Finanzämter der Länder auf Basis eines einfachen Antrags abgewickelt werden», sagt Buchholz.

Studentinnen und Studenten aufgepasst: Land legt für Gründer noch eine Schippe drauf

Die beiden Ex-Gründungsstipendiaten Carl-Felix Lentz (links) und Johann Olsen zogen heute mit Annelie Tallig von der WT.SH (links) sowie Anke Rasmus (CAU) und Wirtschaftsminister Buchholz Bilanz des 2016 aufgelegten Gründungsstipendiums

Frischer Rückenwind für ideenreiche und geschäftstüchtige Hochschul-Absolventen im echten Norden: Nachdem sich Schleswig-Holstein im bundesweiten Gründungsmonitor der KfW-Bankengruppe seit 2017 bereits von Rang 10 auf Platz 3 hochgearbeitet hat, legt Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz nun noch einmal nach. Das 2016 vom Land eingeführte Gründungsstipendium geht bis 2027 in die Verlängerung. Damit können junge Akademikerinnen und Akademikern in der Phase der Gründung eines Unternehmens weiterhin einen Zuschuss von monatlich bis zu 1.750 Euro für maximal ein Jahr erhalten. „Die bisherigen Zahlen und Erfolge, immerhin 39 Gründungen mit über 100 neuen Arbeitsplätzen belegen eindrucksvoll, dass dieses Geld sehr gut angelegt ist“, sagte Buchholz heute in Kiel. Besonders erfreulich sei, dass der Frauenanteil unter den Stipendiaten mit 21,1 Prozent klar über dem Bundesdurchschnitt liege.

Wie der Minister weiter sagte, habe sich die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Verwaltung in den letzten Jahren deutlich verbessert: „Dank unserer Wirtschaftsförderer von der WT.SH, aber auch durch Einrichtungen wie dem Zentrum für Entrepreneurship an der Uni Kiel oder dem Lübecker Start-up-Beschleuniger „Gateway 49“ sind wir inzwischen zum gründungsaktivsten Flächenland Deutschlands aufgestiegen – dieses Niveau wollen und werden wir halten“, versprach Buchholz. Für die Neuauflage des Stipendiums setze sein Haus 2,7 Millionen Euro ein.

Hier ein Livestream des heutigen Pressegesprächs:

Als besonders gründungsfreudig haben sich in den letzten Jahren die Absolventinnen und Absolventen der Universitäten Kiel und Flensburg gezeigt. Zu ihnen gehört der Flensburger Johann Olsen mit seinem Start-up „IO-Dynamics“. „Schon in meiner Zeit als Elektrotechnik-Student an der Kieler Uni hatte ich mit Kommilitonen aus dem Bereich Informatik die Idee, einen kleinen Fiat zum E-Auto umzubauen. Immerhin hatte einer meiner späteren Mitgründer schon mal eine Playstation erfolgreich in seinen alten Mercedes eingebaut“, erinnert sich Olsen. Als die studentische Bastelei später in die konkrete Gründungsphase überging, sei das Gründungsstipendium seine erste Wahl gewesen: „Ohne dieses Geld und die damit verbundene Gewissheit, zumindest immer was im Kühlschrank zu haben, hätten wir uns sicher nicht mit dem nötigen Nachdruck um die Gründung kümmern können“, sagt der 31-Jährige. Heute beschäftigt Olsen in seiner Firma zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die erfolgreich Software für Ladevorgänge von Elektroautos entwickeln und vertreiben.

Ähnlich erging es Carl-Felix Lentz aus Steinberg (Kreis Schleswig-Flensburg) mit seinem Tiny-House-Unternehmen „noordsk.studio“. In seinem Betrieb geht es naturverbunden zu. Der gelernte Tischler und ehemalige Skandinavistk-Student wusste nach einer Auslands-Zeit in Norwegen vor allem eines: „Ich wollte nicht immer nur für andere arbeiten“, so der 34-Jährige. Der Wunsch einer befreundeten Designerin nach einer Unterkunft im Grünen gab den Anstoß, Gesundheit und Ökologie mit Design zu verbinden und Rückzugsorte in der Natur zu schaffen. Das Ergebnis: edle kleine Holzhäuser als neues Angebot für den Individualtourismus. „Die finanziellen Mittel aus dem Gründungsstipendium war dabei neben dem Seed- und Startup-Netzwerk tragender Faktor, das erste Modell marktfähig zu machen“, sagt Lentz. Auch er beschäftigt heute zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Nach Angaben von Start-up-Teamleiterin Dr. Annelie Tallig von der WT.SH wurden seit 2016 in Schleswig-Holstein insgesamt 39 Gründungsteams mit 95 Stipendiatinnen und Stipendiaten gefördert. Durch die Vorhaben wurden insgesamt 127 Arbeitsplätze geschaffen. Zwei Drittel der Gründungsvorhaben hatten ihren Fokus dabei auf Digitalisierung, knapp ein Drittel auf dem Thema Nachhaltigkeit. Hauptbranchen seien Software-Anwendungen (54 %), Handel & Dienstleistungen (36 %) sowie Energie und Umwelt. „Viele Ideen sind bis zur Marktreife auf den Weg gebracht, viele Start-ups gegründet worden. Die Fortsetzung des Förderprogramms ist also ein gutes Aufbruch-Signal für die Gründerinnen und Gründer im Land“, sagt Tallig.

Hintergrundinformation:

Das Gründungsstipendium ist eine Förderung des Landes Schleswig-Holstein für Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, deren letzter Hochschulabschluss (mindestens Bachelor) maximal zehn Jahre zurückliegt. Studierende sowie Einzelpersonen mit abgeschlossener Ausbildung können als Teil eines Gründungsteams gefördert werden. Das Gründungsstipendium fördert Einzelpersonen und Teams mit bis zu drei geförderten Personen.

Gefördert werden innovative, vorzugsweise technologieorientierte, wissensintensive oder nachhaltige Geschäftsideen, die während eines Studiums, einer Forschungsarbeit oder in anderen Umgebungen von Gründungsinteressierten entwickelt wurden.

Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten über acht bis zwölf Monate einen monatlich nicht-rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 1.750 Euro, Studierende monatlich 800 Euro. Weiterhin kann ein Zuschuss von bis zu 200 Euro pro Team für die im Rahmen der Unternehmensgründung anfallenden Rechtsanwalts-, Notar- oder Gerichtskosten gewährt werden sowie 200 Euro pro Person für eine individuelle steuerliche Beratung. Bei einem besonderen zusätzlichen Finanzierungsbedarf können Sachkosten oder Investitionsmittel mit bis zu 5.000 Euro pro Team bezuschusst werden (u.a. Prototypenentwicklung und Markenaufbau).  Alle weiteren Details hier

SH-Jobticket startet trotz Krise durch: Rohlfs und Beck rechnen mit 10.000 Abos

Hochzufrieden mit dem Start des Jobtickets: Rohlfs und Beck

Rund ein halbes Jahr nach dem Start haben knapp 3000 Beschäftigte das Jobticket des Nahverkehrsverbundes Schleswig-Holstein (NAH.SH) gebucht. Davon hätten 60 Prozent den öffentlichen Nahverkehr zuvor nicht genutzt, sagte Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs heute in Kiel. Die übrigen Nutzer fuhren bereits vorher mit Bus oder Bahn zur Arbeit oder taten dies zumindest gelegentlich. Etwa 15 Prozent hatten vorher Firmenabos. NAH.SH-Geschäftsführer Arne Beck sprach von einer Erfolgsstory. «Man kann davon ausgehen, im nächsten Jahr die 10.000er Marke zu knacken.» Prognosen seien aber schwierig.

Bereits mehr als 70 Unternehmen haben einen Rahmenvertrag geschlossen. 80 Prozent von ihnen kommen aus der Privatwirtschaft. Mit mehr als 150 weiteren Firmen laufen Gespräche. Rohlfs kündigte an, ab Dezember unterstütze die Stadt Kiel das Jobticket, im Januar folge das Uniklinikum Schleswig-Holstein mit seinen Standorten Kiel und Lübeck.

Rohlfs und Beck sagten zu der Zwischenbilanz weiter – Video starten

Das Jobticket gibt es in zwei Rabattstufen. Bei einem Arbeitgeberzuschuss von 15 Euro wird ein zusätzlicher Rabatt von 10 Euro gewährt, wodurch der Arbeitnehmer im Monat 25 Euro spart. Bei einem Zuschuss von 30 Euro beträgt der Rabatt 20 Euro und die Ersparnis somit 50 Euro. Damit fahren Berufspendler innerhalb Kiels für 2,50 Euro im Monat Bus. In Neumünster und kleineren Städten zahlen sie selbst gar nichts. Wer in Eckernförde wohnt und in Kiel arbeitet, zahlt für die Monatskarte nur 100 statt bislang 150 Euro.

Das Land hat als Anschubfinanzierung zwei Millionen Euro bereitgestellt. Eine Fortsetzung sei möglich, sagte Rohlfs. Die bisherige Entwicklung habe die Erwartung von 1000 Neukunden für Busse und Bahnen übertroffen.

Rohlfs nach rundem Tisch zu Caterpillar: „Konzern und Arbeitnehmer rücken zusammen“

OB Kämpfer und Staatssekretär Rohlfs

Nach der Ankündigung des US-Konzerns Caterpillar, die Produktion von Schiffsmotoren in Kiel einzustellen und das Geschäft ausschließlich auf so genannte Aftermarket-Dienstleistungen zu fokussieren, hat die Landesregierung die Beteiligten heute an einen Tisch geholt. „Uns geht es darum, möglichst viele hochwertige Industrie-Arbeitsplätze im Land zu erhalten“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs nach dem anderthalbstündigen Treffen. Neben Vertretern der deutschen Caterpillar-Geschäftsleitung nahmen Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, die IG-Metall-Generalbevollmächtigte Stephanie Schmoliner sowie die Betriebsräte der jeweiligen Standorte an dem Gespräch teil.

Rohlfs machte deutlich, dass alle Beteiligten im Kern die gleiche Zielsetzung verfolgen: „Nämlich möglichst viele Aufgaben und damit Arbeitsplätze in der Gießerei und dem Motorenbau in Kiel sowie im Bereich der Logistik in Henstedt-Ulzburg zu erhalten.“ Vor diesem Hintergrund sei es hilfreich, dass sich alle an einen Tisch gesetzt und sich gemeinsam auf den Weg gemacht hätten.

Weiter sagte Rohlfs – Audio starten, Pfeil klicken…

Rohlfs erinnerte daran, dass Betriebsleitung und Arbeitnehmervertreter bisher noch nicht ins Gespräch gekommen seien. Nachdem es aber von beiden Seiten zuletzt positive Signale gegeben habe, sei die Zeit für ein erstes Gespräch reif gewesen. „Nun geht es darum, die gemeinsamen Ziele umzusetzen und dafür Lösungen zu entwickeln. Betriebsleitung und Arbeitnehmervertreter werden sich hierzu auch direkt miteinander austauschen“, so Rohlfs. Das Land sowie Oberbürgerbürgermeister Kämpfer sagten den Akteuren hierfür jede mögliche Unterstützung zu.                

Rohlfs eröffnet Fahrrad-Fachtagung: «Wir legen uns nicht nur für mehr Sicherheit ins Zeug»

Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs

In Flensburg und dem Kreis Steinburg hatten die Bürgermeisterin und der Landrat heute früh bereits angenehme Post: Während sich die Steinburger über knapp 100.000 Euro für 350 Fahrradständer und 23 Servicestationen in 31 Kommunen freuen können, reicht es in Flensburg immerhin für zwei Fahrrad-Servicestationen am ZOB und am Twedter Plack. Und das ist landesweit erst der Anfang.

Wie Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs heute zur Eröffnung einer Fahrrad-Fachtagung seines Hauses sagte, seien bereits 40 von 80 beantragten ähnlichen Förderprojekten von Bund und Land bewilligt. «Wir haben mit weit über 5000 Kilometern Strecke bundesweit das größte Radwegenetz – doch nun schicken wir uns mit Hilfe des Bundes an, es auch qualitativ unter die Top-3 bundesweit zu bringen», so Rohlfs vor rund 100 Fahrrad-Experten und Kommunalvertretern.

Zuvor hatte sich auch Verkehrsminister Bernd Buchholz im Gespräch mit den «Kieler Nachrichten» (Montagausgabe) zufrieden mit dem Ausbau der Radwege in Schleswig-Holstein gezeigt und ein großes Förderprogramm angekündigt. Demnach stellt der Bund in den nächsten zwei Jahren mehr als 40 Millionen Euro für einen attraktiven Radverkehr im Norden zur Verfügung. Antragsberechtigt sind Land, Kreise, Städte und Gemeinden.

Das Fachtagungs-Publikum in der Wunderino-Arena

«Wir wollen und werden mehr Menschen aufs Fahrrad bringen», sagte Buchholz. Dazu stecke das Land mehrere Millionen Euro in die Sanierung von Radwegen. Aktuell wurden im Herbst gerade Lücken von insgesamt knapp neun Kilometern Radwegen an Landesstraßen in der Lübecker Bucht geschlossen. Insgesamt seien in diesem Jahr an größeren Straßen 93 Kilometer Radweg erneuert worden, 18 Kilometer an Bundesstraßen und 75 Kilometer an Landesstraßen. «Und wir fördern laufend auch Radwegsausbauten an kommunalen Straßen», so der Minister.

Hier die gesamte Rede von Rohlfs zur Eröffnung der Tagung in der Kieler Wunderino-Arena – Video starten

Förderfähig sind laut Basisprogramm, das bis Ende 2023 andauert, etwa der Neu-, Um- und Ausbau von Radwegen, Fahrradzonen, Radwegebrücken sowie Abstell-Anlagen vom Fahrradbügel bis zum Drahtesel-Parkhaus. Die Förderquote beträgt bei Bügeln und Stationen bis zu 100 Prozent, bei allen anderen Projekten bis zu 80 beziehungsweise bei armen Gemeinden bis zu 90 Prozent.

Andreas Scheuer

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte zu den ersten in Schleswig-Holstein ausgehändigten Förderbescheiden: «Ich freue mich, dass unsere Rekordmittel vor Ort eingesetzt werden und damit direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Für sie heißt es dann nur noch: Aufsteigen und Losfahren. Damit kommen wir meinem Ziel wieder ein Stück näher: Deutschland wird Fahrradland! Das Geld dafür ist da: Bis 2023 stellen wir die Rekordsumme von 1,46 Milliarden Euro bereit. Mit unserem Finanzhilfe-Sonderprogramm Stadt und Land verbessern wir die Bedingungen für Radfahrende in der Stadt und auf dem Land deutlich. Wir unterstützen die Länder und Kommunen z.B. beim Bau von Radwegen, Radwegebrücken, Fahrradparkplätzen und fahrradfreundlichen Kreuzungen. Denn eines ist klar: Je besser und sicherer die Radwege, umso größer die Lust, auf das Fahrrad zu steigen.»

Mit einem Nachschlag-Programm in Höhe von 12 Millionen Euro bis Ende kommenden Jahres soll vor allem auch die Sicherheit für Radfahrer verbessert werden, etwa durch die Beseitigung von Unfallschwerpunkten. «Das passt zur unserer ,Vision zero’», sagt Buchholz mit Blick auf das Bemühen, die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern zu senken. Bisher war etwa jeder dritte von insgesamt fast 5.000 Verletzten im Straßenverkehr im vergangenen Jahr mit dem Rad unterwegs. Buchholz kündigte in diesem Zusammenhang weitere Präventionsmaßnahmen an, insbesondere für besonders gefährdete Jungen im Alter von zehn bis fünfzehn Jahre.

Im Rahmen seiner wöchentlichen Video-Botschaft sagte Buchholz weiter – Video starten.

Der Minister, der auch für den Tourismus zuständig ist, hofft, Schleswig-Holstein mit einem attraktiven Radwegenetz «unter die Top-Drei-Länder im Radurlaub» bringen zu können. «Das ist ambitioniert, aber machbar», sagte der den «Kieler Nachrichten».

Auf dem Weg dahin müssen Buchholz und Rohlfs aber noch einigen Probleme lösen. Für Ende November ist in Neumünster eine Fachtagung geplant, um die „Wurzelaufbrüche bei Radwegen“ in den Griff zu bekommen und so immer neue Buckelpisten zu vermeiden. Im Gespräch ist das Verkehrsministerium dazu auch mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH). Die Winterdienst-Crews des LBV.SH sollen künftig auch Radwege vom Schnee räumen.

Mit 40-Millionen-Rückenwind des Bundes: So will SH sich zum Radland Nummer 1 mausern

Mit weit über 5.500 Kilometern Radwegen liegt Schleswig-Holstein seit Jahren im Bundesvergleich an der Spitze. Doch das Radwegenetz ist größtenteils in die Jahre gekommen. Zudem hat die Landesregierung sich mit ihrer Radstrategie hohe Ziele gesteckt. Nämlich mehr Menschen zum Umstieg vom Auto aufs Rad zu bewegen, die Unfall-Zahlen zu reduzieren und die Städte und Kommunen insgesamt fahrradfreundlicher zu machen.

Dazu gibt es nun kräftigen Rückenwind des Bundes. Für Verkehrsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten…

Mehr dazu auch hier:

https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/40-Millionen-Euro-fuer-Radwege-in-Schleswig-Holstein

Rohlfs appelliert an Schul-Absolventen: „Vielleicht ist ein Meister manchmal die bessere Wahl als der Master“

Margit Haupt-Koopmann mit Arbeits-Staatssekretär Thilo Rohlfs

Im Zuge der Corona-Pandemie wollen in Schleswig-Holstein offenbar zunehmend weniger junge Menschen eine Ausbildung machen. Die Zahl der Bewerber sank im Zeitraum zwischen Oktober 2020 und Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2.184 auf 14.782. Im Jahr 2018/19 – also vor der Pandemie – hatte es noch gut 18.000 Bewerber gegeben.

Schleswig-Holsteins Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs appellierte vor diesem Hintergrund heute an die jungen Menschen im Land: «Es wäre ein großer Fehler, seine Ausbildung und damit seine Zukunft wegen der Pandemie um ein Jahr zu verschieben.» Vor allem eine duale Ausbildung sei ein solides Fundament für einen guten Start in ein auskömmliches Berufsleben. «Und Manche oder Mancher sollte sich überlegen, ob ein Meister-Titel nicht die bessere Wahl sei als ein Master-Abschlus.»

Weiter sagte Rohlfs im Gespräch mit Journalisten – Audio starten, Pfeil klicken…

Auch die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann sieht in den Zahlen einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie: «Wir haben viele Jugendliche, die erst mal abwarten.» Einige von ihnen jobbten nach dem Schulabschluss erst einmal, andere warteten auf einen Studienplatz.

Rohlfs sagte weiter: «Die Corona-Pandemie hat es den Schülerinnen und Schülern im zweiten Jahr in Folge zweifellos nicht leicht gemacht.» Die Berufsorientierung sei weggefallen und auch Betriebspraktika hätten kaum stattgefunden. Die Zahl der Stellen sei im Norden im Vergleich zum Vorjahr mit 18.497 (minus 215) aber relativ stabil geblieben. Ende September suchten noch 1.834 junge Menschen einen Ausbildungsplatz, 136 weniger als im Vorjahreszeitraum. 2.310 Plätze sind noch unbesetzt, im Vorjahreszeitraum waren es 2001.. «Wir haben eigentlich querbeet noch offene Ausbildungsstellen», so Haupt-Koopmann. Gesucht würden beispielsweise auch Augenoptiker, IT-Kräfte sowie Zweirad-Mechaniker.

Die Beiträge von Haupt-Koopmann und Rohlfs im Pressegespräch gibt es hier:

Die meisten offenen Stellen gibt es für angehende Kaufleute im Einzelhandel (240), gefolgt von Verkäuferinnen und Verkäufern (135) sowie im Bereich Elektronik/Energie- und Gebäudetechnik (110). Gesucht werden auch Auszubildende im Bereich Anlagenmechanik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (96), im Handel (89), im Verkauf der Fleischereien (79) und Fleischer 68). Haupt-Koopmann sieht angesichts der hohen Zahl offener Stellen auch eine Chance für Hamburger Bewerber im Umland. In der Hansestadt kämen auf 1000 Bewerber aktuell nur noch 670 offene Stellen, sagte sie. Im angrenzenden Kreis Stormarn gebe es dagegen aktuell rechnerisch pro Bewerber noch vier offene Stellen, in Pinneberg seien es zwei. Landesweit kommen rechnerisch auf jeden Bewerber 1,3 offene Stellen.

Viele Betriebe suchten weiter Auszubildende, sagte Haupt-Koopmann. 1100 von ihnen hilft die Arbeitsagentur im Rahmen der sogenannten assistierten Ausbildung, Defizite auszugleichen. Diese Jugendlichen blieben den Unternehmen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung oftmals treu.

Rohlfs und RD-Chefin Haupt-Koopmann ziehen heute Bilanz des Ausbildungsjahres

Auch in diesem Jahr stand und steht der Ausbildungsstart für viele junge Menschen in Schleswig-Holstein im Schatten der Corona-Pandemie. Wie hat sich das Verhältnis zwischen offenen Ausbildungsstellen und versorgten Bewerberinnen und Bewerbern seit Oktober 2020 entwickelt? Wo klaffen besonders große Lücken – und welche Zeichen setzt die Landesregierung knapp ein Jahr nach Gründung des Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB)?

Diese Fragen beleuchten heute ab 10 Uhr in einem Pressegespräch die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, und Arbeitsstaatssekretär Thilo Rolfs. Mehr dazu später auch hier…