Land fördert Echtzeit-Infos in Autokraft-Bussen mit 2,5 Millionen Euro

AutokraftQualitäts-Schub für den ÖPNV in SH: Land fördert Echtzeit-Infos in Autokraft-Bussen mit 2,5 Mio Euro

Anlässlich der 70-Jahr-Feier der „Autokraft GmbH“ – Schleswig-Holsteins größtem Busunternehmen – hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer der DB-Tochter heute (13. September) einen Förderbescheid über 2,5 Millionen Euro überreicht. Diesen Landeszuschuss verwendet das knapp 750 Mitarbeiter starke Unternehmen für die Investition in 750 Bordcomputer, die die Autokraft-Fahrgäste mit Echtzeit-Informationen über Fahrplanänderungen, Verspätungen oder Störungen versorgen.

„Das Smartphone nimmt in der beruflichen und privaten Kommunikation einen immer höheren Stellenwert ein. Daher sollten auch die für die Mobilität mit Bus und Bahn notwendigen Informationen schnell und zuverlässig an den Fahrgast gebracht werden“, sagte Meyer bei der Übergabe des Förderbescheids an Autokraft-Geschäftsführer Andree Bach. Auch DB-Vorstand Dr. Rüdiger Grube war bei der 70-Jahr-Feier in Kiel anwesend.

Wie Meyer weiter sagte, sei mit der landesweiten Fahrplanauskunft, die im Internet unter www.nah.sh alle Fahrpläne in Schleswig-Holstein bereit hält, in der Vergangenheit bereits ein wichtiger Schritt realisiert worden. „Doch der Kunde möchte auch über Aktuelles informiert werden. Die werde deshalb künftig entsprechende Informationen auch an kleinen Haltepunkten zur Verfügung stellen – ob nun mit Echtzeitangabe oder in Form einer Lautsprecherdurchsage“, sagte Meyer.

Das Vorhaben sei eng mit der Weiterentwicklung des SH-Tarifs verbunden. Hierfür werden zusätzliche Speicherkapazitäten auf den Vertriebsgeräten der Verkehrsunternehmen benötigt. Um die Anforderungen für beide Vorhaben erfüllen zu können, beschafft die Mehrheit der Busunternehmen in Schleswig-Holstein zurzeit neue Bordrechner. Das Land Schleswig-Holstein fördert beide Vorhaben mit insgesamt zehn Millionen Euro.

Norddeutsche „Hafen-Minister“ treffen sich morgen an der Elbe in Lauenburg

Norddeutsche „Hafenminister“ treffen sich Montag zum
4. Hafenentwicklungsdialog. Ein Thema: Elbvertiefung

Die Entscheidung über die geplante Elbvertiefung wird sich nochmals deutlich verzögern. Grund hierfür sind umfangreiche Zusatzarbeiten zum Planfeststellungsbeschluss, die ein erneutes Beteiligungsverfahren der Gegner des Projekts notwendig machen. Mit diesem und anderen Themen werden sich  am morgigen Montag die für Häfen zuständigen Minister und Senatoren aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen beschäftigen. Die Politiker treffen sich mit Vertretern von Hafenverbänden und dem Parlamentarischen Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, zum 4. Hafenentwicklungsdialog in Lauenburg an der Elbe.

Weitere Themen der Tagesordnung:

  • Hinterlandanbindungen und seewärtige Zufahrten im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans
  • Finanzierung von Offshorehäfen und Fortschreibung des Nationalen Hafenkonzepts
  • Erwartungen an die 9. Nationale Maritime Konferenz in Bremerhaven
  • Hafenkooperationen und das Bund-Länder-Verhältnis in der Hafenpolitik

Für Diskussionsstoff dürfte darüber hinaus die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sorgen.

Hinweis für Journalisten: Das Treffen beginnt um 10 Uhr (Auftriebsbilder ab 9.45 Uhr möglich). Zu einem abschließenden Pressegespräch am

Montag, 14. September, 13 Uhr
in der Lauenburger „Zündholzfabrik“
Raum Hamburg
Elbstraße 2
21481 Lauenburg

sind Sie herzlich eingeladen.

Meyer auf der NordBau: Wir brauchen eine neue Projektkultur

Meyer: Wir brauchen eine neue Kultur bei der Planung
und dem Bau von Großprojekten in Deutschland

Meyer (rechts) im Gespräch mit AIK-Geschäftsfüherin Simone Schmid, Wolfgerd Jansch (2.v.l. )NordBau und Georg Schareck, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes SH
Kostenexplosionen, Verzögerungen, Pleiten, Pfusch und Pannen: Die deutsche Baubranche leidet spätestens seit der öffentlichen Debatte um Großprojekte wie dem Berliner Flughafen, der Hamburger Elbphilharmonie oder dem Stuttgarter Hauptbahnhof unter einem massiven Imageproblem. Auch in Schleswig-Holstein gab und gibt es trotz erheblicher technischer Fortschritte beim Bau und der Planung von öffentlichen Großvorhaben immer wieder Rückschläge. So sorgten Asphaltblasen auf der A 20 im Lübecker Raum monatelang ebenso für Schlagzeilen wie der „Brösel-Beton“ auf der A 1 oder spektakuläre Pleiten von Straßenbaufirmen mit massiven Folgen für den Straßenverkehr im Land.

„Wenn wir das Vertrauen in die sprichwörtliche deutsche Gründlichkeit und Pünktlichkeit nicht weiter aufs Spiel setzen wollen, dann müssen wir dieser Entwicklung dringend etwas entgegensetzen“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer heute (11. September) vor rund 200 Fachleuten auf der Messe NordBau in Neumünster. Aus diesem Grund habe er die Fachveranstaltung in Neumünster ins Leben gerufen – gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein (AIK SH), dem Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein e.V. und der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH).

Im Gespräch mit Christian Nagel (NDR 1 Welle Nord) sagte Meyer:


Mit Blick auf zahlreiche Pannen bei öffentlichen Bauvorhaben erinnerte Meyer an eine aktuelle Studie der „Hertie School of Governance“, wonach für 170 ausgewählte Großprojekte in Deutschland eine durchschnittliche Kostensteigerung von 73 Prozent errechnet wurde. „Wenn wir zu Termintreue, Qualität und Kostenstabilität zurückkehren wollen, dann brauchen wir eine neue Projektkultur in Deutschland mit mehr Mut zur Verantwortung“, sagte er. Das bedeute in erster Linie neben einem verbesserten Risikomanagement eine verstärkte und vor allem verbindlich definierte Kooperation aller Projektbeteiligten sowie eine Anpassung des Vergabe- und des Vertragsrechts oder die Einführung von Prämiensystemen für Vorschläge zu Verfahrens- und Kostenoptimierungen.

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Meyer am Stand der Quickborner Firma Oppermann & Fuß
„Auf diese Weise können vielleicht die typischen Domino-Effekte verhindert werden, die entstehen, wenn bereits in einer frühen Bauphase Fehler passieren, die sich dann von Bau-Los zu Bau-Los fortsetzen und aufschaukeln und am Schluss nur noch äußerst kostspielig oder gar nicht mehr repariert werden können.“

Harald-Peter Hartmann, Vizepräsident der Architekten-und Ingenieurkammer, betonte in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass Auftraggeber und -nehmer nur erfolgreich sein können, wenn sie partnerschaftlich zusammenarbeiten: „Diese Partnerschaft ist ein wesentlicher Teil unserer Baukultur“, sagte Hartmann. Und mehr denn je gelte der alte Spruch: „Planung ist das halbe Leben; aber durch mangelhafte Planungen werden die Grundlagen für nicht korrigierbare Fehler in der Bauphase gelegt.“

Die vom Bundesverkehrsministerium vor knapp zwei Jahren eingesetzte Reformkommission „Bau von Großprojekten“ hat nach den Worten von Meyer und Hartmann bereits erste gute Vorschläge erarbeitet. Demnach könnten böse Überraschungen unter anderem dadurch minimiert werden, dass qualitativen Wertungskriterien in Zukunft mehr Gewicht beigemessen werde. „Entscheidend dürfte vor allem auch ein verbessertes kooperatives Planen sowie eine Verpflichtung zu partnerschaftlicher Projektzusammenarbeit sein – auch durch die Nutzung von Zielpreissystemen“, sagte Meyer.
Nach den Worten von Hartmann sollten in die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen auch konventionelle Beschaffungsmodelle einbezogen und für ÖPP-Modelle zwingend ein Qualitätsniveau festgelegt werden.

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Mit Messechef Iwersen (mitte) am Stand des Neumünsterander Gastronomie-Unternehmers Thomas Hildebrandt
Am Beispiel des geplanten Neubaus der Rader Hochbrücke bei Rendsburg plädierte der Minister für weitere Anstrengungen des Bundes, durch Pilot-Projekte Erfahrungen zu sammeln. So soll an dem geplanten Brücken-Neubau durch die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) im Rahmen eines Pilotprojekts eine weitaus intensivere Risiko- und Kostenkontrolle vorgenommen werden als bei bisherigen Neubauvorhaben. „Das ist wichtig, um den Zeitplan bis zur Fertigstellung im Jahr 2026 einzuhalten“, so Meyer. Darüber hinaus stehe die Rader Brücke – ebenso wie die A 20 – auf einer Liste von Verkehrsprojekten, bei denen der Klageweg durch den Wegfall einer Instanz verkürzt werde. Klagen gegen diese Bauprojekte werden damit gleich direkt vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt. Meyer: „Das kann bei Streitigkeiten immerhin schon einen Zeitgewinn von bis zu einem Jahr bedeuten.“
Wie der Minister abschließend sagte, sollten Planungs- und Baubranche und öffentliche Verwaltung künftig auch einen stärkeren Gedankenaustausch mit Fachleuten aus den Nachbarländern pflegen: „Denn ich bin fest überzeugt, dass wir uns beispielsweise von unseren dänischen Nachbarn beim Brückenbau oder von unseren holländischen Nachbarn beim Bau von Wasserstraßen noch eine Menge abgucken können.“

Heute Diskussion auf NordBau über neue Wege bei öffentlicher Auftragsvergabe 

Heute 9.45 NordBau: Pressegespräch und Diskussion über neue Wege bei öffentlicher Auftragsvergabe

Baustelle Deutschland: Wie können Großprojekte künftig besser geplant werden?

Elbphilharmonie, Berliner Flughafen, Stuttgarter Bahnhof – aber auch: Blasen auf der A 20 oder Brösel-Beton auf der A 1 bei Lübeck. Kein Zweifel: Die deutsche Planungs- und Baubranche hat ein Imageproblem, Kostenexplosionen, Pleiten, Pfusch und Pannen kommen die Steuerzahler teuer zu stehen. Über Möglichkeiten zu Terminetreue und Kostenstabilität und damit zur sprichwörtlichen deutschen Gründlichkeit zurückzukehren diskutieren heute Vormittag auf der NordBau fast 200 Fachleute auf Einladung von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Vorher – um 9.45 Uhr – gibt es ein Pressegespäch. Raum F 2 in den Holstenhallen hinter dem Stand des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH)

Ein Tag rund um Handwerk und Mittelstand: Meyer auf Besuchs-Tour quer durchs Land

Wirtschaftsminister Meyer tauchte heuten einen Tag lang ins schleswig-holsteinische Handwerk ein: Betriebsbesuche bei Leistungsträgern der SH-Wirtschaft

Das Handwerk mit seinen 31.426 Betrieben, rund 159.000 Mitarbeitern und 16.234 Lehrlingen ist in Schleswig-Holstein die tragenhde Säule des Mittelstands. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer besuchte heute fünf  Handwerksbetriebe der unterschiedlichsten Gewerke in Begleitung des Präsidenten der Handwerkskammer Lübeck, Günther Stapelfeldt: „Wir freuen uns sehr über diese gemeinsame Tour. Der direkte Kontakt und Austausch mit den Betrieben ist wichtig – für beide Seiten! Die ausgewählten Betriebe haben heute wiedermal die Vielfalt und die Leistungsfähigkeit des Handwerks aufgezeigt und uns einen Blick hinter ihre Kulissen gewährt“, sagte Stapelfeld.

Los ging die Entdeckungstour in Bargteheide bei der Dohmen & Ardelt Tischlerei GmbH & Co.KG. Seit zehn Jahren setzt die selbstbenannte „Tischlerei für Anspruchsvolle“ außergewöhnliche Innenausbauprojekte in die Tat um und fertigt Möbel nach Wunsch an. Die beiden Geschäftsführer führten Meyer und Stapelfeldt durch ihren Betrieb und ließen sie die aktuellen Arbeiten begutachten.

Anschließend hielt Meyer in Schwarzenbek bei der Firma Fette, einem weltweit führenden Hersteller von Arzneimittel-Produktionsanlagen, ein Grußwort anlässlich einer Neubau-Einweihung.

Meyer sagte nach dem Besuch:


Die Tour führte heute auch in außergewöhnliche Gewerke. So ist beispielsweise Gerhard Lutz mit seiner Firma GL Spezialverglasung GmbH Marktführer in der Verglasung von Schienenfahrzeugen in Deutschland und ganz Europa. Aber auch das Thema Yachtverglasung gehört zu dem Tätigkeitsschwerpunkt des Betriebs, von dem sich Meyer heute ein eigenes Bild machen konnte. Das Unternehmen ist unter anderem am Bau von Megayachten beteiligt.

Der letzte Besuch fand soeben in Pinneberg bei Torsten Köhler statt. In seinem kleinen Studio bietet der Holzblasinstrumentenbauer alles von Kleinreparaturen oder Generalüberholungen an Instrumenten, bis hin zu Umbauten und dem direkten Instrumentenverkauf an.

Meyer äußerte sich am Ende des Tages begeistert: „Die Einblicke in die Betriebe hat mir einmal mehr die Stärke unserer Handwerksbetriebe vor Augen geführt. Sie alle übernehmen erfolgreich unternehmerische Verantwortung und zeigen großes Engagement bei der Ausbildung junger Menschen und bei der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind außerdem offen, traditionelle Verfahren mit kreativen Ideen und innovativen Lösungen zu verbinden, um so neue Wege zu beschreiten. Das Handwerk ist damit ein zentraler Bestandteil unserer schleswig-holsteinischen Wirtschaft.“

Weiter sagte er:

Institute sehen deutsche Wirtschaft stabil auf Wachstumskurs

Seltene Einigkeit: Gleich drei Institute sehen deutsche Wirtschaft stabil auf Wachstumskurs. 
Doch für die Zeit danach gehen die Vorhersagen auseinander

Die deutsche Wirtschaft wird ihren Aufschwung im kommenden Jahr fortsetzen. Die Wirtschaftsforscher sind sich allerdings nicht darüber einig, ob das Wachstum stärker wird, gleichbleibt oder sich sogar abschwächt. Das ist das Ergebnis der Konjunkturprognosen dreier führender Wirtschaftsforschungsinstitute, die heute in Kiel, Halle und Essen vorgelegt wurden.

Sowohl das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) als auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen und das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle erwarten für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent in Deutschland. Die größte Zuversicht für das kommende Jahr hegt das Kieler IfW, das mit 2,1 Prozent Wachstum rechnet. Das RWI senkte hingegen seine Prognose für 2016 um einen Zehntelpunkt auf 1,8 Prozent. Noch skeptischer ist das IWH, das nur 1,7 Prozent Wachstum erwartet.

Entsprechend unterschiedlich sind die Einschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Experten. «Deutschland befindet sich auf dem Weg zur Hochkonjunktur», heißt es beim IfW, das als einziges Institut bereits eine Vorhersage für 2017 wagte. Danach würde die deutsche Wirtschaft nochmals kräftiger um 2,3 Prozent wachsen. Die Kieler Forscher sehen sowohl den Export wie den privaten Konsum auf Expansionskurs, erwarten neue Tiefstände bei der Arbeitslosigkeit und verweisen auf den Kaufkraftgewinn durch niedrige Ölpreise.

Das IWH spricht dagegen von einem «verhaltenen Aufschwung» und erwartet, dass die Exporte an Schwung verlieren werden, auch wegen der Wachstumsschwäche in den Schwellenländern. Die Ökonomen aus Halle sehen den deutschen Arbeitsmarkt zunehmend von Migranten beeinflusst. Durch die hohe Zahl von Flüchtlingen könnten dem Arbeitsmarkt in diesem Jahr rund 128 000 zusätzliche Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Alle drei Institute rechnen mit weiter fallender Arbeitslosigkeit und erwarten 2,7 bis 2,8 Millionen Erwerbslosen.

Risiken sehen die Wirtschaftsforscher vor allem durch die zunehmende Kraftlosigkeit der chinesischen Wirtschaft, wo das Risiko einer «harten Landung» gestiegen sei. «Erste Indikatoren für das dritte Quartal in China sprechen für einen erneuten Rückgang des Expansionstempos», heißt es beim RWI. Stärkere Impulse seien dagegen von den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu erwarten, namentlich von den USA.

Rader Brücke: Blitzer werden Montag scharf geschaltet

Auto- und Lkw-Fahrer aufgepasst: Ab 14.  September wird auf der Rader Brücke geblitzt.
Neue Statik-Überprüfung bis November

Ab kommendem Montag können Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Rader Hochbrücke für Lkw- und Autofahrer teuer werden. Wie Verkehrs­minis­ter Reinhard Meyer bei einem Ortstermin auf der Brücke sagte, werde die seit knapp zehn Tagen andauernde Testphase der insgesamt vier auf der Brücke installierten Blitzer-Säulen zum Wochenende beendet sein und am 14. September der Normalbetrieb aufgenommen.

Im Gespräch mit Mirja Fiedler vom NDR Schleswig-Holstein-Magazin (Sendung heute abend, 19.30 auf N 3) sagte Meyer soeben bei dem Ortstermin:

„Insbesondere bei den Lkw über 7,5 Tonnen ist die Einhaltung des geltenden Überholverbots und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h für den Erhalt der Brücke elementar“, sagte Meyer. Dadurch würden die Schwingungen verringert und die Fahrbahnplatte entlastet. Auch Pkw, für die bei normalen Windverhältnissen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h gilt, werden ab Montag kontrolliert.

Meyer: „Die installierten Geräte sind in der Lage, automatisch zwischen Lkw und Pkw zu unterscheiden – das ermöglicht eine umfassende Kontrolle.“ Die Auswertung der Bilder und die Ahndung der Verstöße werden von der Landespolizei übernommen. „Uns geht es in erster Linie um den Erhalt der Substanz der Rader Brücke für die kommenden elf Jahre, bis ein Ersatzbauwerk errichtet ist“, so Meyer. Deshalb werde auch ausdrücklich mit Hinweisschildern vor den Geschwindigkeitskontrollen gewarnt. Die Einnahmen aus den Bußgeldern und Ordnungswidrigkeiten gehen an den Kreis Rendsburg-Eckenförde (Bußgelder) und an das Land (Ordnungswidrigkeiten).

Die vier Blitzer-Säulen waren Ende August von der Spezialfirma JENOPTIK Robot GmbH aus Nordrhein-Westfalen aufgestellt worden. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 250.000 Euro.

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Ein Sprecher der Firma Jenoptik erläutert die Messverfahren für Pkw und Lkw

Meyer wies darauf hin, dass derzeit erneut eine gründliche Überprüfung des Zustands der Rader Brücke vorgenommen werde. Dazu wird ab dem 21. September für vier Tage unter anderem eine so genannte Unterflur-Besichtigungsbühne eingesetzt, so dass es in der Zeit zwischen 9 Uhr und 15 Uhr zu leichten Einschränkungen des Verkehrs kommen kann. Mit abschließenden Ergebnissen der Überprüfung ist voraussichtlich im November zu rechnen.

Landeskabinett berät heute über Verwendung der „Digitalen Dividende“

21,3 Millionen Euro für den Ausbau des Breitbandnetzes in SH – ein Thema der heutigen Kabinettssitzung

  Bei der heutigen auswärtigen Sitzung des Landeskabinetts in Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) geht es unter anderem um die Verwendung der 21,3 Millionen Euro aus der so genannten Digitalen Dividende II. Dabei handelt es sich um den Landesanteil Schleswig-Holsteins an den rund zwei Milliarden Euro aus der Versteigerung von Fernsefrequenzen vor wenigen Wochen.

Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bereits im Vorfeld der Kabinettssitzung sagte, sei das Ziel der Breitbandstrategie des Landes, Schleswig-Holstein bis 2030 flächendeckend mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Hier sei Schleswig-Holstein bereits heute mit einer Versorgungsquote von 23 Prozent führend.

Meyers Antrittsbesuch in der Biologischen Anstalt Helgoland

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Maarten Boersma erläutert Minister Meyer (l), wie Hummer sich beim Wachsen häuten

Meyer beim Alfred-Wegener-Institut: Hier werden
Wirtschaft und Wissenschaft ideal ergänzt

Antrittsbesuch von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bei der Biologischen Anstalt Helgoland des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Nachdem die Zuständigkeit für das Institut vor einigen Monaten vom Wissenschafts- auf das Wirtschaftsministerium übergegangen ist, traf Meyer heute (4. September) am Rande des Helgoländer Offshore-Wirtschaftsforums mit Vize-Direktorin Prof. Dr. Karen Wiltshire, Stationskoordinatorin Dr. Ingeborg Bussmann und dem Leiter der Sektion Ökologie von Schelfmeersystemen, Prof. Dr. Maarten Boersma zusammen.

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Minister Meyer im Ökolabor, gemeinsam mit Karen Wiltshire, Helgolands Bürgermeister Jörg Singer und Maarten Boersma. Foto: Alfred-Wegener-Institut / Uwe Nettelmann

Meyer machte deutlich, dass die Landesregierung das AWI ausdrücklich bei seinem erfolgreichen Kurs unterstütze, Meeresforschung und Wirtschaft durch die Entwicklung von Spitzentechnologien noch enger zu vernetzen. „Die Leistungsfähigkeit dieser Einrichtung wird uns unter anderem ständig bei Gesprächen in Brüssel attestiert“, so Meyer. Wie der Minister weiter sagte, biete Helgoland den 70 dort tätigen AWI-Mitarbeitern eine 35 Quadratkilometer große unterseeische Felslandschaft, die die reichste marine Tier- und Pflanzenwelt der deutschen Küste beherberge. „Dieser Lebensraum ist in der Nordsee einzigartig und für die Biologen des AWI ein Bilderbuch an Meeres- und Küstenforschung“, so Meyer.

Die Forschung vor Ort konzentriert sich auf ökologische Prozesse in der Nordsee durch eine Kombination von Langzeitaufnahmen, experimentellen Analysen und der Entwicklung von Modellen. Vor allem der Einfluss der globalen Wanderungsprozesse auf das Ökosystem Nordsee stehe dabei im Fokus.

Wie AWI-Vizechefin Wiltshire sagte; arbeiten die Forscher auch mit der Offshore-Windindustrie zusammen: So läuft derzeit eine Pilotstudie, in der Wissenschaftler überprüfen, ob sich im Labor gezüchtete Hummer in Windparks ansiedeln lassen. Denn die Population des Europäischen Hummers bei Helgoland stagniere seit Jahrzehnten auf sehr niedrigem Niveau. Der Hummer sei aber für einen gesunden marinen Lebensraum wichtig. Als oberster Regulator stabilisiere er die so genannten Hartboden-Lebensgemeinschaften und garantiere somit für eine hohe Artenvielfalt. „Ein Markierung-Wiederfang-Programm vor Helgoland hat gezeigt, dass ausgesetzte Hummer eine hohe Standorttreue zu ihrem Aussetzgebiet aufweisen. Im Pilotprojekt im Windpark Riffgat wird jetzt untersucht, ob Windkraftfundamente ein geeigneter Lebensraum für Hummer sind“, so Wiltshire.

Auch im Hinblick auf die Entwicklung des „Aquarium“-Konzeptes auf der Insel selbst ist Biologische Anstalt mit im Boot: Unter Federführung der Gemeinde Helgoland wird gemeinsam mit dem Institut weiter an einem Konzept für die künftige Nutzung des Aquariums gearbeitet. Meyer: „Das Land Schleswig-Holstein und das Bundesforschungsministerium begrüßen und unterstützen diesen Neubeginn außerordentlich.“

Netz-West: Zweiter Einspruch gegen Vergabe an DB zurückgezogen

Einsprüche zurückgezogen: DB Regio kann ab 2016 Strecke von Hamburg-Altona bis Westerland übernehmen.

Die bisherige Betreiberin, die Nord-Ostsee-Bahn, hat ihren Widerspruch vor der Vergabekammer des Landes für das sogenannte Bahnnetz-West zurückgezogen.  Zuvor war bereits ein Widerspruch des Konkurrenten Albellio gescheitert. Der Wirtschafts- und der Finanzausschuss des Landtags hatten bereits am 15. Juli grünes Licht gegeben für die Vergabeempfehlung des Verkehrsverbundes NAH.SH

Auf der Strecke pendeln Züge der Linien «RE 6 Westerland – Hamburg» und «RB 62 Heide – Itzehoe» und befördern täglich durchschnittlich 18 000 Fahrgäste. Mit Abellio, DB Regio und NOB hatten sich drei Konzerne an dem Vergabeverfahren beteiligt.

Mit der Neuvergabe kommt es zu mehreren Verbesserungen, wie Verkehrsminister Reinhard Meyer betonte. So gibt es dann «Sprinterzüge», die 20 Minuten schneller sind als bisher: Je zwei Züge fahren künftig am Samstag- und am Sonntagsmorgen von Hamburg nach Westerland und nachmittags wieder zurück. Die «Sprinter» fahren zwischen Oster- und Herbstferien. Außerdem soll es mehr Sitzplätze zu den besonders nachgefragten Fahrtzeiten geben. Und die Anschlüsse zur RB 62 Heide – Itzehoe sollen besser werden.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus