Heute in den Kieler Nachrichten: ein ausführliches Interview mit WT.SH-Chef Bösche
Der Name ist äußerst sperrig, die Organisation dafür aber umso wendiger, kompetenter und schlagkräftiger: Die „Wirtschaftsförderung und Technologiefransfer Schleswig Holstein GmbH“ – kurz WT.SH – feiert ihren 15. Geburtstag. Sie ist für das Land und die IHKen vor allem so etwas wie die Speerspitze der Wirtschaftsförderung im echten Norden. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und WT.SH-Aufsichtsratschef Thilo Rohlfs sagen: Happy Birthday!
Schleswig-Holstein zeigt ab heute für eine Woche Flagge im Land der aufgehenden Sonne: Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs wird in Tokio, Osaka und Kobe unter anderem für den Bau abgasarmer Lokomotiven durch Toshiba in Schleswig-Holstein werben. Am Dienstag trifft der FDP-Politiker in Tokio auf den für diesen Bereich zuständigen Vizepräsidenten der Bahn-Sparte des japanischen Konzerns. «Wir haben sehr gute Argumente für Kiel als Standort für eine weitere Lokfertigung», sagte Rohlfs der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der Reise. Das Besuchsprogramm von Rohlfs ist Bestandteil einer gemeinsamen Reise mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und einer Wirtschaftsdelegation.
Zu den Absichten und Zielen der Reise sagte Rohlfs heute in Hamburg vor dem Abflug (Audio starten – „im Browser anhören“)
Als Standort für den Bau der Hybrid-Loks bewirbt sich neben Kiel auch Rostock. Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern hat das Unternehmen bereits eine gewerbliche Förderung beantragt. Kiel ist ein traditionsreicher Lokbau-Standort. Toshiba hat an der Förde bereits den Prototypen der neuartigen Lok entwickelt und gebaut und ihn im Sommer auf der Logistik-Messe Innotrans vorgestellt. Die Zentrale für seine europaweiten Bahnaktivitäten hatte der Konzern bereits von Düsseldorf nach Kiel verlegt.
Ausschnitt aus den „Kieler Nachrichten“ über die Präsentation des Lok-Prototyps auf der Logistik-Messe Innotrans im Juni dieses Jahres
Neben einer bestehenden Produktionshalle bietet der Standort Kiel nach den Worten von Rohlfs Fachkräfte mit Eisenbahntechnik-Erfahrung: «Ich werde deutlich machen, welche Vorzüge Kiel als Standort für eine Lokfertigung hat.» Weitere Themen der Reise sind ein Besuch der Partnerregion Hyogo und eine integrierte Wasserstoffwirtschaft. «Die Japaner sind Pioniere im Bereich Wasserstoff.»
Besonders interessant sind laut Rohlfs die japanischen Ansätze für eine sektorübergreifende Wasserstoff-Strategie, denn dies könne die entscheidende Antwort auf die Energie- und Klimaprobleme sein, mit einer tiefgreifenden Dekarbonisierung von Verkehr, Energie, Industrie und Wohnen und gleichzeitiger Erhöhung der Energiesicherheit.
Die guten Beziehungen Schleswig-Holsteins zu Japan zeigen sich ebenfalls im Bereich der Life Sciences. Rohlfs: „Die Clustermanagement-Organisationen beider Regionen haben die Vertiefung der Aktivitäten zwischen Life Science Nord und dem Kobe Biomedical Innovation Cluster nicht nur vereinbart, sondern füllen sie auch mit Leben aus. Diese Zusammenarbeit ist gut und zukunftsträchtig.“
Von daher freue es ihn besonders, bei einem Treffen mit Generaldirektor Mizuguchi der Präfektur Hyogo, die Möglichkeiten einer Vertiefung der Zusammenarbeit auszuloten.
Am kommenden Sonnabend reist die Delegation zurück nach Deutschland.
Es war zwar nur ein kleines Jubiläum, aber eines mit norddeutscher Symbolkraft: Auf den Tag genau zehn Jahre war es am Mittwoch dieser Woche her, dass die Häfen Stade, Cuxhaven, Hamburg, Brunsbüttel und Glückstadt unter dem Dach „Elbe Seaports“ ihre Zusammenarbeit besiegelten. Schon damals untermauerte die Politik ihre Unterstützung mit der Anwesenheit der jeweiligen Wirtschaftsminister und -senatoren.
Diese Woche wiederholte sich das sichtbare Signal der Minister. Neben Bernd Buchholz (FDP) waren auch sein niedersächsischer Amtskolleg Bernd Althusmann (CDU) und der parteilose Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann nach Glückstadt gekommen – an den Ort, wo alles begann.
Für Minister Buchholz seine „Meldung der Woche“ (Video starten)
v.l.: Jens Meier (Hamburg Port Authority), Holger Banik (Niedersachsen Ports), Dr. Bernd Althusmann (Wirtschaftsminister Niedersachsen), Michael Westhagemann (Wirtschaftssenator Hamburg), Dr. Bernd Buchholz, Frank Schnabel (Brunsbüttel Ports / Glückstadt Port)
Erfolg für die Zusammenarbeit der Häfen entlang der gemeinsamen Hafen- und Wirtschaftsregion Unterelbe: Auf den Tag genau zehn Jahre nach der Gründung feierte die Hafenkooperation ElbeSeaports ihr Jubiläum im Glückstädter Rathaus. Im Beisein der Wirtschaftsminister und -senatoren der drei Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Michael Westhagemann, Dr. Bernd Buchholz und Dr. Bernd Althusmann sowie weiteren 100 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung blicken sie auf die erfolgreiche Kooperation der Seehäfen Cuxhaven, Brunsbüttel, Glückstadt, Stade und Hamburg.
Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH und Glückstadt Port GmbH & Co.KG freut sich über die Teilnahme der politischen Ehrengäste: „Unsere Zusammenarbeit entlang der Unterelbe ist deshalb so erfolgreich, weil alle Akteure einen echten Nutzen in der Kooperation sehen und sich gerne einbringen, um die Unterelberegion gemeinsam weiterzuentwickeln. Umso mehr freuen wir uns, dass die länderübergreifende Kooperation auch politisch mitgetragen wird. Dies unterstreicht die Teilnahme der drei Minister an unserem Jubiläum. Die Fahrrinnenanpassung der Unterelbe gehörte damals zu den ersten Beweggründen, über die Landesgrenzen hinweg zu kooperieren und ein gemeinsames Sprachrohr zu bilden. 10 Jahre später wurde nun mit dieser bedeutenden Baumaßnahme begonnen. “
Seit 2009 informieren und beraten sich die Hafeninfrastrukturgesellschaften Hamburg Port Authority, Brunsbüttel Ports GmbH, Glückstadt GmbH & Co.KG und Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG gemeinsam mit den Wirtschaftsfördereinrichtungen der Metropolregion Hamburg, der egeb Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel mbH im Norden und der überregional tätigen Süderelbe AG im Süden, regelmäßig zu hafenstrategischen Themen.
v.l.: Andreas Rieckhof, Stephan Krenz und Thilo Rohlfs bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Hamburg
Die neue Autobahn GmbH des Bundes wird die Planung und den Bau von Fernstraßenprojekten bereits vorzeitig zum 1 Januar 2020 im Norden übernehmen. In der Niederlassung Nord, die das Gebiet Hamburg, Schleswig-Holstein und das nördliche Niedersachsen umfasst, startet damit in der ersten Niederlassung in Deutschland ein Pilotbetrieb, bei dem die Autobahn GmbH bereits ab kommendem Jahr Aufgaben im Fernstraßensektor wahrnimmt.
Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, Staatsrat Andreas Rieckhof und Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der bundeseigenen Autobahngesellschaft, haben gestern Abend eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Wichtige laufende Großprojekte des aktuellen Bundesverkehrswegeplans, wie der Neubau der A 20 in Schleswig-Holstein und der A 26 in Hamburg sowie weitere Maßnahmen an Betriebsstrecken in den beiden Ländern sollen auf die neue Autobahn GmbH des Bundes übergehen. Maßnahmen in Niedersachsen werden verabredungsgemäß erst im Jahr 2021 übergehen.
Seit dem 1. Juli 2019 bereitet ein Aufbauteam der Niederlassung Nord in Hamburg unter Regie des Niederlassungsleiters, Klaus Franke, den Übergang in enger Abstimmung mit der Zentrale in Berlin, den drei Ländern und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vor. Parallel arbeitet das BMVI zurzeit an der Schaffung der weiteren organisatorischen und haushaltsmäßigen Voraussetzungen. Die Länder sorgen ihrerseits für einen reibungslosen Übergang von Personal, Sachmitteln und Verträgen.
Der Betrieb der Autobahnen geht planmäßig erst zum 1.1.2021 an die Autobahn GmbH über. Ca. zwei Jahre nach den Beschlüssen von Bundestag und Bundesrat zur Reform der Fernstraßenverwaltung wurden damit wichtige Weichen für ein Gelingen der Reform im Norden gestellt.
Zum 10. Mal trafen sich am Donnerstagabend in Kiel führende Köpfe der Maritimen Wirtschaft aus Schleswig-Holstein und Hamburg zum traditionellen „MAST“, dem Maritimen Sommertreff im Kieler Yachtclub. Ehrengast war – neben Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher – unter anderem Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Ein Thema seiner Rede , aber auch der zahlreichen Gespräche bei dem Branchentreff: die anstehende europaweite Ausschreibung von zwei Tankern der Bundesmarine. Für Buchholz seine „Meldung der Woche“ (Video starten)
Buchholz und Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher beim Maritimen Abend
Dazu der KN-Bericht (Montagausgabe)
Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) mit Stephan Fuesers, Studiendirektor der LBS vor einer Schulklasse des Campus Fotos: Olaf Malzahn
Ein Lübeck-Besuch, der den Minister buchstäblich aufhorchen ließ: Wirtschafts- und Technologieminister Bernd Buchholz überzeugte sich heute einmal persönlich und hautnah davon, welches Potenzial im echten Norden in der Branche der Hörakustik steckt. Zunächst war er Gast bei einem bundesweit einmaligen Leuchtturm der dualen Ausbildung – dem Campus Hörakustik im Lübecker Hochschul-Stadtteil – danach besuchte er die Lübecker Firma Auris Hörakustik als ein Musterbeispiel für eine gelungene Firmen-Nachfolge in dieser handwerklichen Spitzenbranche.
Der Campus Hörakustik, bestehend aus der Akademie für Hörakustik (afh) und der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen (LBS), ist die zentrale Aus- und Weiterbildungsstätte des deutschen Hörakustik-Handwerks. „Wir sind stolz auf dieses einzigartige und renommierte Kompetenzzentrum in Schleswig-Holstein. Der Campus Hörakustik ist ein internationales Vorzeigemodell, eine Art ,Cambridge des Nordens‘ für das Hörakustik-Handwerk“, schwärmte Buchholz bei seinem Rundgang mit Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) sowie biha-Vizepräsident Jürgen Matthies und Schulleiter Michael Blau. „Die Hörakustiker sind ebenso feste wie wichtige Akteure im deutschen Gesundheitswesen. Sie leisten eine sehr gute Versorgung und sichern mit dem Campus Hörakustik dafür bundesweit hochqualifizierten Fachkräftenachwuchs“, sagte er.
Wie die Fachleute Buchholz erläuterten, zeichnet sich die Hörakustik laut aktueller Umfrage des GKV Spitzenverbandes unter anderem durch höchste Kundenzufriedenheit bei der individuellen Versorgung von schwerhörigen Menschen aus. 90 Prozent der Versicherten geben an, „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation zu sein. „Diese sehr große Wertschätzung macht den Beruf des Hörakustikers für viele Absolventinnen und Absolventen zur regelrechten Berufung“, so Buchholz.
Davon konnte sich er sich bei seinem anschließenden Besuch bei zwei Absolventinnen der Akademie überzeugen, bei den beiden Auris-Geschäftsführerinnen Anja Fromm und Claudia Brömel. Beide Gründerinnen machten im Gespräch mit dem Minister deutlich, dass auch für Sie die enge Kundenbindung „das A und O“ des Geschäfts sei. Beide Frauen arbeiteten zunächst jahrelang als Angestellte bei Auris Hörakustik, ehe Sie vor drei Jahren das Geschäft mit dem großen weißen Ohr in der Ratzeburger Allee übernahmen.
Anja Fromm (links) und Claudia Brömel mit Buchholz vor dem weißen Ohr ihres 2016 übernommenen Geschäfts „Auris-Hörakustik“ in der Rateburger Allee
Zum Besuch der Hörakustik-Akademie und des Geschäfts von Anja Fromm und Claudia Brömel sagte Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören“)
Ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit sei die Arbeit mit Kindern, „das macht vielleicht ein gutes Drittel unseres Geschäfts aus“, sagt Brömel. Einige der Kunden, die heute junge Erwachsene seien, habe sie schon als Säugling kennengelernt. „Wenn sie als Kinder zufrieden sind, dann kommen sie auch weiterhin gerne zu uns.“ Das sechsköpfige Team bei Auris betreue sehr viele Familien – vom Enkel bis zur Oma. Der individuelle Kontakt sei das wichtigste. Wer ein Hörgerät brauche, müsse gut betreut werden, komme fünf bis achtmal, bis er das richtige Gerät für sich gefunden habe. „Jeder sollte diese Testphase haben.“
Die angehende Hörgeräte-Akustik-Meisterin Rieke Tetzlaf demonstriert dem Minister das Anpassen eines maßgeschneiderten Gehörschutzes
Vor knapp drei Jahren übernahmen beide Frauen das Geschäft von ihrem Chef. Entscheidend dafür sei die „freundschaftliche und vertrauensvolle Atmosphäre“ in der Zusammenarbeit mit ihrem damaligen Chef Aloys Kötter gewesen. „Wir sind reingewachsen in einer Phase, in der wir noch gar nicht daran dachten, das Geschäft einmal zu übernehmen. Das hat es uns leicht gemacht, diesen Schritt zu gehen“, sagt Brömel. Als die Übernahme konkret wurde, hätten sich beide ein Jahr Zeit genommen, um alles genau zu besprechen. Ihr Tipp an andere, die eine Firma oder ein Geschäft übernehmen wollen: „Auf jeden Fall Hilfe suchen, einen guten Steuerberater und Bankberater.“ Man brauche Experten an seiner Seite, die sich mit Zahlen auskennen. Natürlich sei der Sprung in die Selbstständigkeit immer ein gewisses Risiko, aber diesen Schritt hätten die beiden gleichberechtigten Chefinnen nie bereut. „Das Risiko war es wert. Wir blicken auf wachsende Zahlen.“
Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk
In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit 6.400 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk ca. 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.
Produktion bei Catarpillar in Kiel: Vor wenigen Tagen informierte sich Wirtschafts- und Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs in dem Unternehmen
Der Motorenhersteller Caterpillar und die auf erneuerbare Energien spezialisierte GP Joule Gruppe haben den diesjährigen Umweltpreis der schleswig-holsteinischen Wirtschaft gewonnen. Die Unternehmen erhielten die Auszeichnung heute in Kiel. Die Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG aus Kiel habe mit der Entwicklung einer neuen Schiffsmotoren-Technologie die Voraussetzung geschaffen, um mit dem Einsatz von verflüssigtem Erdgas die Schadstoffemissionen bei der Schifffahrt und in den Häfen signifikant zu reduzieren, hieß es zur Begründung.
Die GP Joule Gruppe mit Hauptsitz in Reußenköge bei Husum biete ganzheitliche erneuerbare Energie-Lösungen sowie eine marktfähige Technologie zur Wasserstoffgewinnung aus Ökostrom an. Sie treibe so die sektorenübergreifende Energiewende maßgeblich voran. Der Umweltpreis ist undotiert. Die geehrten Unternehmen bekommen ein Bronzerelief und eine Urkunde. Sowohl Wirtschaftsminister Bernd Buchholz als auch sein Staatssekretär Thilo Rohlfs gratulierten beiden Betrieben zu der Auszeichnung.
Die Studien- und Fördergesellschaft der Wirtschaft hat die Auszeichnung seit 1984 insgesamt 72 Mal verliehen. «Wir freuen uns über die erfreulich hohe Zahl an Preisträgern, die ein Beleg für die Bedeutung des Umweltschutzes in unseren Betrieben ist», sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Philipp Murmann. Neue Technologien leisteten einen entscheidenden Beitrag zum Umwelt- und zum Ressourcenschutz der Zukunft.
Experten-Tagung heute in Kiel: Wissenschaftler sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung beim Erarbeiten einer Projektskizze für eine „Batterie-Produktion Light“ in Itzehoe
Nach dem verpassten Zuschlag des Bundes für eine Batteriezellen-Forschungsfabrik in Itzehoe kämpft die Landesregierung mit einem Expertenteam rund um das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) weiter um eine Millionenförderung für den Forschungsstandort Itzehoe. Am ISIT könnte mit bis zu zwanzig Millionen Euro Bundesmitteln eine Forschungsfertigung von Hochleistungsakkus für die Schifffahrt entstehen, sagte heute Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs am Rande einer Expertentagung in Kiel. Die Finanzierung sei allerdings noch völlig offen.
Wie Rohlfs weiter sagte, habe das Institut bereits Erfahrung mit der Entwicklung von Energiespeichern sowohl im Über- als auch Unterwasserbereich. Dankbar sei auch eine weitere Erforschung von stationären Speichern, in der Anwendung zum Beispiel beim Projekt E-Highway an der Autobahn 1.
Ende Juni hatte Münster (Nordrhein-Westfalen) das Rennen um die Forschungsfabrik gewonnen. Das Fraunhofer-Institut im Kreis Steinburg soll künftig aber Teil eines Netzwerks zur Batterieforschung sein. Dafür stehen nach Angaben von Rohlfs noch weitere Bundesmittel bereit. Das Land müsste das Projekt ebenfalls finanziell unterstützen. Auch die Stadt Itzehoe wird sich finanziell beteiligen. Der Bund steckt mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Batterieforschung. Schleswig-Holstein wollte ursprünglich im Falle eines Zuschlags für Itzehoe als Fabrikstandort 145 Millionen Euro aufbringen.
Bereits direkt nach der umstrittenen Standort-Entscheidung für die Batteriefabrik zugunsten ihres Nachbarwahlkreises Münster hatte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Juli Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zugesichert, dass auch Itzehoe profitieren solle.
Das entstehende Gebäude im Gewerbegebiet von Neumünster ist ebenso grau wie unscheinbar, die Investitionssumme nicht rekordverdächtig – und auch die geplanten 40 Arbeitsplätze rauben wohl keinem Arbeitsminister vor Begeisterung den Atem. Und doch ist der Neubau der kanadischen Firma Aphria, der diese Woche Richtfest feierte, in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Und bietet enorm viel Potenzial für den Innovations- und Gesundheitsstandort Schleswig-Holstein. Die „Meldung der Woche“ für Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz. Video starten…
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus