Buchholz beim E-Mobilitätstag: Der Norden muss Treiber der Eletromobilität werden

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Schleswig-Holstein sollte der Treiber bei der Elektromobilität in Deutschland sein. Der aus Windkraft gewonnene Strom einerseits und die bereits angewandte Technologie anderseits seien wichtige Grundlagen dafür, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz am Nachmittag auf dem sechsten E-Mobilitätstag in Lübeck. „Auf dieser Veranstaltung wird das Thema erlebbar, die Gäste der Ausstellung können Elektrofahrzeuge anschauen und ausprobieren.“

Es gebe noch viel zu tun, „daher müssen wir technologieoffen sein“, sagte der Minister. Die Konzentration allein auf Elektromobilität sei auch vor dem Hintergrund der ausbaufähigen Ladeinfrastruktur in einem Flächenland zu einseitig. Auch Wasserstoff böte große Möglichkeiten, den Verkehr in Zukunft mit weniger Schadstoff- und Geräuschimmissionen zu gestalten. „Selbst wenn es uns gelingt, einen Großteil der heutigen Güter auf Schienen und dem Wasser zu transportieren, wird die Gütermenge auf den Straßen in den kommenden 20 Jahren um bis zu 30 Prozent ansteigen.“

Eine Antwort sei der elektrifizierte Lkw-Verkehr auf Autobahnen, den das Land derzeit auf der Autobahn 1 bei Reinfeld testet. Wichtig sei es auch, den im Land erzeugten Windstrom auch in Schleswig-Holstein zu bezahlbaren Preisen nutzen zu können. Für die Landesregierung sei es zudem nicht länger hinnehmbar, dass die Verbraucher die Stromerzeuger für das Abschalten von Windkraftanlagen bei Überlast bezahlen müssten.

Auf dem Lübecker Markt zeigten 19 Austeller die neuesten Produkte und Trends, in Fachforen zu Themen „Ladeinfrastruktur“ oder „Kosten von E-Fahrzeugen“ tauschten sich Besucher und Fachleute aus. Der E-Mobilitätstag ist eine Veranstaltung der IHK zu Lübeck in Kooperation mit der WTSH – Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH sowie des Lübecker Bezirksvereins des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Verein ecomobility. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Veranstaltungsort. Auf dem Markt haben wir viele Verbraucher erreicht, die sich aus Interesse an den Ausstellerständen informiert oder an den Foren teilgenommen hatten“, sagte Kathrin Ostertag, Leiterin des IHK-Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt. Am Abend starteten 56 Elektromobile zur neunten nordeuropäischen E-Mobil-Rallye durch Schleswig-Holstein.

Start frei für erste Elektroautobahn in SH – Buchholz: „Beginn eines spannenden Experiments“

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Gruppenbild mit Fahrdraht: Björn Lehmann-Matthei von der FH Kiel, Minister Habeck und Buchholz sowie Spediteur Bode, der seine Lkw auf der Teststrecke einsetzen wird
Zusammen mit Energiewendeminister Robert Habeck und Bundesumwelt-Staatssekretär Florian Pronold hat Verkehrsminister Bernd Buchholz heute den Startschuss für den Bau von Schleswig-Holsteins erster Elektro-Teststrecke für Lastwagen gegeben. Auf einem 10,2 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn 1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck soll bis Sommer nächsten Jahres eine Oberleitung entstehen, mit der schwere Lastwagen elektrisch betrieben werden können.

Wie Buchholz in der Autobahnmeisterei Bad Oldesloe vor rund 50 Gästen und Projektpartnern sagte, sei die Teststrecke Teil eines bundesweiten Pilotprojektes, das den elektrischen Antrieb von Lastwagen unter realen Verkehrsbedingungen erproben soll. Die Kosten von mehr als 19 Millionen Euro übernimmt der Bund. Ursprünglich war von 14 Millionen Euro ausgegangen worden. Da die Strecke jetzt in beiden Richtungen elektrifiziert werden solle, hätten sich die Kosten entsprechend erhöht, sagte Pronold.

Buchholz sagte im Gespräch mit Journalisten weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

«Für die Energiewende ist dieses Projekt von besonderer Bedeutung, weil wir auch im Verkehr auf erneuerbare Energien umsteigen müssen», sagte Habeck. Buchholz ergänzte: «Wir müssen in der Verkehrspolitik neue Wege gehen und neue Lösungen ausprobieren. Das machen wir jetzt.»

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Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Oktober beginnen und voraussichtlich im Juni 2019 beendet sein. Getestet werden soll die Strecke dann von einer Reinfelder Spedition, die sich mit einem Hybrid-Lkw an dem Feldversuch beteiligt.

Schleswig-Holstein ist nach Hessen das zweite Bundesland, das eine Teststrecke für Elektro-Lastwagen erhält. Eine weitere Teststrecke ist in Baden-Württemberg geplant. Insgesamt investiert das Bundesumweltministerium nach Angaben Pronolds rund 50 Millionen Euro in den Feldversuch.

So berichten die Lübecker Nachrichten in ihrer Freitagausgabe:

Das Energiewende-Projekt NEW 4.0 gewinnt an Fahrt – und ist seit heute in Kiel zu besichtigen

NEW 4.0 Konsortialtreffen in Kiel
Seit heute im Kieler Landeshaus zu besichtigen: Ein Modell des Energiewendeprojekts NEW 4.0. – hier mit Umweltminister Habeck, NEW-4-0-Manager Werner Beba, Minister Buchholz und dem Hamburger  Unternehmer und Ehrenbürger Michael Otto               Fotos: Daniel Reinhardt/HAW
Anderthalb Jahre nach Projektstart des ländergreifenden Projekts „Norddeutsche Energiewende“ ist NEW 4.0 erkennbar auf Erfolgskurs und mitten in der Umsetzungsphase: Es gehen immer mehr Demonstratoren in Betrieb, mit denen in Norddeutschland innovative Ansätze für eine zukunftsfähige Energieversorgung erprobt werden. So wurde erst kürzlich im schleswig-holsteinischen Jardelund Europas größter Batteriespeicher EnSpireMe eingeweiht. Das Hamburger Aluminiumwerk Trimet wird im Juli mit der Testphase für die Lastverschiebung bei der Aluminiumelektrolyse starten, um den industriellen Verbrauch besser an die Stromerzeugung anpassen zu können. Schon seit November letzten Jahres erproben die Stadtwerke Flensburg, wie sich dem teuren Einspeisemanagement, mit dem die Stromnetze stabilisiert werden, durch die Abnahme von überschüssigem Windstrom für die Wärmeerzeugung begegnen lässt.

NEW 4.0 Konsortialtreffen in KielWirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte zu dem Projekt und dem heutigen Treffen

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Für das Vorankommen der Energiewende sind solche Projekterfolge unerlässlich: „Die Dringlichkeit des Klimaschutzes erfordert einen klaren Fokus auf die Sektorenkopplung: Neben dem Stromsektor müssen auch der Wärmemarkt und der Mobilitätssektor weitgehend aus erneuerbarer Energie gespeist werden, denn sie haben einen großen Anteil an dem weltweiten CO2-Ausstoß. NEW 4.0 erprobt deshalb den Transformationspfad von Windstrom für alle Sektoren“, erläuterte Projektkoordinator Prof. Dr. Werner Beba heute vor über 100 Teilnehmern im Rahmen des NEW 4.0-Konsortialtreffens im Kieler Landtag.

Für Hamburg und Schleswig-Holstein ist NEW 4.0 ein wichtiger Innovationstreiber und erhält deshalb viel Unterstützung von beiden Landesregierungen. Erst jüngst haben beide Bundesländer bei einer gemeinsamen Kabinettsitzung die Wichtigkeit des Projekts bekräftigt. „NEW 4.0 ist für den Norden eine große Chance: Durch die enge Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg können sich Hamburg und Schleswig-Holstein gemeinsam als starker Standort für Zukunftstechnologien z.B. aus dem Bereich Power-to-X positionieren. NEW 4.0 wird damit ganz direkt zur Wertschöpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region beitragen“, betont Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz anlässlich des Konsortialtreffens.

„Um die Energiewende weiter voranzutreiben und das Klima zu schützen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, wird NEW 4.0 entscheidende Impulse geben. Es ist ein Glücksfall für den Norden, dass hier 60 ganz unterschiedliche Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammengekommen sind, die gemeinsam Lösungen für die Kernherausforderungen unserer zukünftigen Energieversorgung entwickeln“, bekräftigt Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck.

New_neuMit NEW 4.0 und den beteiligten Partnern kann die „Energiewende made in Norddeutschland“ letztlich zu einem Exportschlager werden: Das Projekt, das im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ noch bis Ende 2020 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, kann als großes Reallabor für Deutschland und Europa wichtige Ergebnisse generieren, die sich auf andere Regionen übertragen lassen. Ein gutes Beispiel dafür ist die von ARGE Netz und Schleswig-Holstein Netz entwickelte ENKO-Plattform, die einen norddeutschen Marktplatz für Flexibilitäten eröffnet: In Kürze wird hier der erste NEW 4.0-Demonstrator eingebunden, der bei Bedarf überschüssigen Windstrom abnehmen und so die Netze entlasten kann. Aus den gewonnenen Erfahrungen sollen schließlich Vorschläge an die Bundesregierung für die Gestaltung von bundesweiten Flexibilitätsmärkten abgeleitet werden.

Neben technologischen Innovationen und rechtlichen Rahmenbedingungen geht es in dem Verbundprojekt aber auch um gesellschaftliche Faktoren wie die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und die Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz für die Energiewende. Dazu ist noch bis Projektende die NEW 4.0-Roadshow auf Tour, die die Bevölkerung dazu einlädt, das Energiesystem der Zukunft spielerisch über ein Augmented-Reality-Modell kennenzulernen. Es ist am 21. Juni von 10-18 Uhr im Kieler Landtag zu besichtigen und vom 22. Juni bis zum 31. Juli im Technischen Service-Center der Stadtwerke Norderstedt.

Und so berichtet der sh:z

Bald rollt auf Sylt der erste autonome Bus – Rohlfs: Ein Riesensprung für den ländlichen Raum

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Staatssekretär Rohlfs im NAF-Bus mit Offtec-Chef Marten Jensen.     Fotos: Julia Wolf

Die nächste Bushaltestelle ist weit weg, ein Auto nicht vorhanden und der Arzt im nächst größeren Ort: Auf dem Land ist so ein Szenario keine Seltenheit. Der ländliche Raum sei der mobilitätssensibelste Raum, sagt Florian Dünckmann, Professor für Kulturgeografie an der Kieler Universität. Er ist einer der Partner, die in den kommenden Jahren im Projekt «Nachfragegesteuerter Autonom-Fahrender»-Bus – kurz «NAF-Bus» – ein Mobilitätskonzept «ÖPNV-on-Demand» auf Basis autonomer, elektrisch angetriebener Kleinbusse entwickeln wollen. Heute stellte er sein Konzept bei der Firma OffTec im nordfriesischen Enge-Sande vor.

Nach den Worten von Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs ist dies einerseits ein wichtiger Schritt zum autonomen fahren, zugleich aber auch ein notwenddiger Schritt zur Verbesserung der  Lebensverhältnisse im ländlichen Raum – und eine Antwort auf den demographischen Wandel.

img_0181Rohlfs sagte nach seinem Besuch im Gespräch mit RSH

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Das vom Bundesverkehrsministerium mit rund 2,3 Millionen Euro geförderte Projekt ist im vergangenen Jahr gestartet und läuft noch bis Sommer 2020. An diesem Mittwoch trat es in eine neue Phase: Der erste von drei selbstfahrenden Minibussen ist in Enge-Sande (Kreis Nordfriesland) eingetroffen. Zunächst soll der fahrerlose Bus mit Elektroantrieb auf dem Gelände des GreenTEC Campus getestet werden. In einigen Monaten soll ein weiterer Bus in Keitum auf Sylt auf einer ausgewählten Strecke im realen ÖPNV eingesetzt werden. Auch in Dithmarschen soll eines der Fahrzeuge erprobt werden. Wo genau, steht noch nicht fest. Langfristig erhoffen sich die Macher durch die selbstfahrenden Busse eine bessere Verkehrsanbindung für Menschen auf dem Land.

Dünckmann glaubt nicht, dass demnächst nur autonome Busse über die Straßen der ländlichen Regionen an der Westküste rollen. Und dies sei auch nicht das Ziel. Individualverkehr werde immer wichtig sein und auch den normalen ÖPNV werden und sollen die selbstfahrenden Busse nicht ersetzen, wie Dünckmann betonte. Sie seien eher als Ergänzung zu sehen, etwa um Ortschaften anzubinden, die nur wenige Kilometer abseits der Linienbusrouten liegen. Durch Einbeziehung von ÖPNV-Unternehmen in die drei unterschiedlichen Anwendungsszenarien und die Betrachtung von rechtlichen Aspekten soll mit den erzielten Ergebnissen eine hohe Anwendungsrelevanz und Umsetzbarkeit nach Projektende erreicht werden.

Zu den Projektpartnern gehören neben Dünckmann und seinem Team unter anderem die Verkehrsbetriebe Sylter Verkehrsgesellschaft und DB Autokraft Ingenieure, Softwaresystem-Experten und Rechtswissenschaftler von Unternehmen und der Kieler Universität. Neben technischen und juristischen Fragen ist zudem von Interesse, wie das neuartige ÖPNV-Angebot von der Bevölkerung angenommen wird. Dies ist Dünckmanns Gebiet. Er und seine Mitarbeiter der AG Kulturgeographie der Kieler Uni erarbeiten unter anderem eine Akzeptanzstudie und organisieren Bürgerbeteiligungsverfahren.

Trotz April-Delle: Tourismus-Barometer des echten Nordens zeigt seit Januar auf „Hoch“

Trotz Rückgängen im April hat Schleswig-Holsteins Tourismusbranche mit kräftigen Zuwächsen die ersten vier Monate dieses Jahres abgeschlossen. In diesem Zeitraum kamen laut Statistikamt Nord 1,79 Millionen Übernachtungsgäste in das Land und damit 8,4 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Zahl der Übernachtungen in den Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen und Ferienanlagen mit mindestens zehn Betten sowie auf Campingplätzen stieg um 12,4 Prozent auf 6,32 Millionen.

Tourismusminister Bernd Buchholz zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Das Tourismus-Barometer im echten Norden steht weiter auf Hochdruck – aber wir tun gut daran, gerade diese Phase dafür zu nutzen, uns für die Zukunft noch wetterfester aufzustellen. Das tun wir unter anderem mit verstärkten Marketing-Aktivitäten im Ausland, der Stärkung des Binnenlandes und des Tagungs-Tourismus sowie einer Verbesserung der digitalen Angebote“, so der Minister.

Der Knick in den April-Daten, nach denen die Zahl der Gäste um 6,1 Prozent auf 601.000 und die der Übernachtungen um 5,0 Prozent auf 2,2 Millionen, sank, besorgt den Minister nicht. Der Rückgang hänge wesentlich damit zusammen, dass die Osterferien in diesem Jahr bereits Ende März begonnen hatten. Die starken Zuwächse im Vorjahresvergleich wiederum hätten damit zu tun, dass einige hundert Betriebe mit mehreren zehntausend Betten mehr in die Statistik aufgenommen wurden. Diese erfasste im April 3657 Beherbergungsstätten mit 208 000 Gästebetten und 261 Campingplätze.

TA.SH setzt künftig verstärkt auf Auslandsmarketing und Tagungs-Tourismus

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Bunge & Buchholz beim TA.SH-Pressegespräch

Der Schleswig-Holstein Tourismus entwickelt sich seit einigen Jahren sehr positiv. 29,9 Millionen Übernachtungen zählte allein die Branche im Jahr 2017: „Mit diesem positiven Ergebnis stehen wir kurz davor, unser in der Tourismusstrategie 2025  verankertes Ziel von 30 Millionen Übernachtungen pro Jahr zu erreichen“, freut sich Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH, Dr. Bettina Bunge. Ein Strategieziel wurde bereits erreicht:  Der Bruttoumsatz des Schleswig-Holstein-Tourismus stieg im Jahr 2017 auf rund 9,5 Milliarden Euro. Ziel war es, bis 2025 den Bruttoumsatz um 30 Prozent auf 9 Milliarden Euro zu steigern (Basisjahr 2012 mit 6,9 Milliarden Euro).

Nicht auf den Erfolgen ausruhen – Herausforderungen annehmen

„Auch wenn wir stolz auf diese Zahlen sind, müssen wir schon jetzt die Herausforderung von morgen angehen“, mahnte der Minister. Sein Appell an die Unternehmer der Branche: „Jetzt ist die Zeit für Investitionen in die Modernisierung und Qualitätsverbesserung.“ Die Innenfinanzierungskraft sei nach den Zahlen des aktuellen Sparkassen-Tourismusbarometers von 16,3 Prozent im Jahr 2011 auf 20,3 Prozent im Jahr 2016 gestiegen, die Umsatzrendite im gleichen Zeitraum von 10,8 Prozent auf 16,7 Prozent.

Buchholz sagte im Gespräch mit Journalisten weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Die Stärkung des Binnenlandtourismus, des Radtourismus und den Ausbau der Angebote für barrierefreies Reisen sieht der Minister als weitere Aufgaben. Und für das Landesmarketing soll sukzessive jedes Jahr mehr Budget zur Verfügung gestellt werden, um Schleswig-Holstein noch bekannter zu machen.

Landesmarketing ausbauen, um neue Gästegruppen zu erreichen

„Damit der Schleswig-Holstein Tourismus als   Leitökonomie für unser Land nachhaltig erfolgreich bleibt, müssen wir unser Marketing intensivieren, neue Trends im Tourismus aufgreifen und  Menschen begeistern, die bis dato uns noch nicht kennen oder noch nicht attraktiv finden“, erklärte Dr. Bettina Bunge.

“Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit den Tourismuspartnern im Land überregional anlassorientiertes Themenmarketing auf Basis der Stärken der Marke Schleswig-Holstein zu realisieren.” Akute Handlungsfelder sieht Bunge im Auslands-, Kongress- und Digitalmarketing.

Thema Auslandsgäste: Gerade einmal sieben Prozent der gewerblichen Übernachtungen wurden im Jahr 2017 durch ausländische Gäste ausgelöst. Als Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 18 Prozent. Hauptsächlich die dänischen Nachbarn besuchen Deutschlands echten Norden. Noch Potential sieht Bunge in Skandinavien insgesamt, in den deutschsprachigen Ländern und weiteren Nachbarländern. Folglich wird das Auslandsmarketing in den nächsten Jahren ausgebaut.

Das Informations- und Buchungsverhalten der Reisenden wird immer digitaler, darauf muss die Branche reagieren. Die TASH  bereitet ihr Informationsangebot so vor, dass es von künstlicher Intelligenz gelesen werden kann, nutzt vermehrt Videos und Social Media zur Marketingkommunikation und intensiviert ihre Online Kampagnen. Aktuelle Fragen von Open Data Nutzung bis Spracherkennung werden mit den Partnern im Land besprochen.

Auch beim Thema Geschäftsreisetourismus sieht Bunge große Chancen für Schleswig-Holstein:  Nur 5 Prozent der Reisenden gaben im Jahr 2016 an, geschäftlich im echten Norden unterwegs zu sein. Vergleichbare Flächenländer wie Brandenburg und Niedersachsen erzielen hier deutlich bessere Werte. „Wir müssen dringend bekannter werden, denn Übernachtungen durch Kongress- und Tagungsgäste kommen anlassbezogen über das ganze Jahr, und wir haben im Land viel zu bieten. Ein wichtiger Baustein also, damit wir saisonunabhängiger werden, erklärt die Tourismusexpertin. „Mit der Gründung des Schleswig-Holstein Convention Bureau (SHCB – http://www.tagungstörn.de) bietet der echte Norden erstmals eine zentrale Anlaufstelle zur Planung einer Veranstaltung zwischen Nord- und Ostsee. Angesiedelt bei der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), bündelt das SHCB die Akquise und Bearbeitung aller Tagungsanfragen und koordiniert die Vernetzung der Partner im Land.

Landesregierung steigert Sanierung von Landesstraßen gegenüber 2017 um über 50 Prozent

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LBV.SH-Direktor Conradt, Minister Buchholz und Niederlassungsleiter Heiko Tessenow bei der Vorstellung des Baustellen-Programms in der Autobahnmeisterei Neumünster
Beim Abbau des Investitionsstaus im Straßennetz gibt das Land auch im nördlichen Landesteil weiter kräftig Gas: Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und der Chef des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt, heute in der Autobahnmeisterei Neumünster erläuterten, werden allein in diesem Jahr zwischen Sylt und der Geltinger Bucht sowie zwischen Flensburg und Friedrichstadt knapp 65 Millionen Euro in Straßen, Brücken und Radwege investiert. Nach den Worten des stellvertretenden Flensburger LBV.SH-Niederlassungsleiters Heiko Tessenow werden in den kommenden Wochen im Kreis Nordfriesland 25 Einzelprojekte angepackt und im Kreis Schleswig-Flensburg 31 Vorhaben.

Buchholz erinnerte daran, dass die Landesregierung allein die Mittel für die Sanierung von Landesstraßen gegenüber 2017 um knapp 30 Millionen Euro auf 108 Millionen Euro angehoben habe. „Diese Investitionen in das Straßennetz des Nordens werden die Bedingungen für unsere Berufspendler, unsere Urlaubsgäste und unsere Logistik-Wirtschaft erheblich verbessern“, sagte Buchholz. Und nach den Worten von LBV-Chef Conradt seien gerade die Bewohner in den ländlichen Räumen auf ein sicheres und zuverlässiges Straßen- und Verkehrsnetz angewiesen. „Insofern ist unser Bauprogramm auch eine wichtige Investition in die Menschen vor Ort“, so Conradt.

Zu den gestiegenen Landes-Investitionen – und zum Stand des Ausbaus der B 5 an der Westküste sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten (Audio starten – „im Browser anhören“)

Bei den großen Brocken auf der Prioritätenliste handelt es sich laut Tessenow unter anderem um die Sanierung der B 200 von der A 7 bis zur Anschlussstelle Rude, ebenso die Landesstraße L 5 zwischen Leck und Sande, die L 23 von Freienwill in Richtung Flensburg und die L 191 im Abschnitt von Sterdebüll bis zum Fährhafen Schlüttsiel.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr betreut nicht nur die Autobahn, die Bundes- und Landesstraßen, sondern auch die Kreisstraßen für die Kreise Schleswig- Flensburg und Nordfriesland. Allein im Bereich der Kreisstraßen sind laut Buchholz und Conradt Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 23 Millionen Euro vorgesehen, die durch das Land mit 7,5 Millionen Euro gefördert werden. Darunter auch der Ausbau der Kreisstraße K 111 im Kreis Schleswig-Flensburg, der aktuell in die Zielgerade gehe. Darüber hinaus steht der Abschluss der Grundinstandsetzung der denkmalgeschützten Brücke über den Bongsieler Kanal (L 6) sowie die Reparatur der Brücke „Langberg“ im Zuge der A 7 südlich der Anschlussstelle Handewitt an. (Weitere Einzelheiten: siehe Projektblätter).

Ab August auch größere Sanierungsarbeiten auf der
A 7 zwischen Rendsburg und Warder

Mit Blick auf den Ausbau der A 7 bezeichnete Buchholz es als besonders erfreulich, dass der Bund vor wenigen Tagen grünes Licht für die Fahrbahn-Erneuerung zwischen Rendsburg und der Anschlussstelle Warder gegeben habe. Während die erste Bauphase bereits vorgezogen und im April begonnen wurde – unter anderem mit der Ertüchtigung der Standstreifen – soll Mitte August mit der Sanierung der Fahrbahn in Richtung Norden auf einer Länge von rund 8,4 Kilometern begonnen werden. Die Fahrbahn-Sanierung in der Gegenrichtung wird absehbar im Frühjahr 2019 angepackt. Das Gesamt-Auftragsvolumen liegt bei rund 27 Millionen Euro.

Zu dem Projekt sagte der zuständige Projektverantwortliche beim LBV.SH, Christoph Köster (Audiopfeil klicken)

Der Minister und die beiden LBV.SH-Vertreter betonten, dass sämtliche Bauvorhaben im Vorfeld eng mit allen Beteiligten abgestimmt worden seien, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. „Trotzdem ist uns natürlich klar, dass Baustellen immer mit Einschränkungen verbunden sind und Anwohner wie Verkehrsteilnehmer vor harte Geduldsproben stellen“, sagte Buchholz. Klar sei aber auch, dass bessere Straßen nur zu bekommen seien, wenn man Baustellen in Kauf nimmt. Darüber hinaus appellierten Buchholz, Conradt und Tessenow an alle Verkehrsteilnehmer, sich fair, rücksichtsvoll und vorausschauend gegenüber den Baustellen-Mitarbeitern zu verhalten. Erst vor wenigen Tagen war an der A 24 ein Lkw nahezu ungebremst in ein mit Gasflaschen beladenes Baufahrzeug hineingefahren. Dabei gab es drei Schwerverletzte.

So berichtet der sh:z in seiner Dienstagausgabe (19.6.18)

IfW-Preis für drei Ökonomie-Riesen – Buchholz dankt Schwab für eindrucksvollen Appell

Unter dem Eindruck von internationalen Konflikten und europäischer Krise hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) soeben zum 14. Mal seinen Weltwirtschaftlichen Preis verliehen. Geehrt wurden der Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, der Niederländer Bas van Abel, der das Unternehmen Fairphone gegründet hatte, sowie der US-Ökonom und Nobelpreisträger Robert J. Shiller. Alle drei hätten gezeigt, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Informationen und Wissen Lösungen für globale Probleme ermöglicht, sagte IfW-Präsident Dennis Snower. «Wissen kann sowohl der menschlichen Kooperation als auch dem Konflikt dienen.»

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sei ein wechselseitiger Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in einer immer komplexeren Welt immer wichtiger. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund antieuropäischer Tendenzen sowie einer wirtschaftsfeindlichen „America first“-Haltung.

Buchholz sagte nach der Verleihung weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Das Institut ehrt mit dem Preis gemeinsam mit der Stadt und der IHK Schleswig-Holstein in den Kategorien Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen und sozialen Gesellschaft. Die diesjährigen Preisträger zeichne nicht nur ein großer Wissenshunger aus, sagte Snower. Sie hätten auch ihr Wissen zum Wohle der Allgemeinheit geteilt, Kooperation und Dialog zwischen Menschen gefördert und nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht.

Schwab sei ein politischer Stratege ersten Ranges und ein weitsichtiger Visionär. Er habe ein globales Netzwerk geschaffen, das den Austausch von Wissen fördere und unterschiedliche Seiten miteinander in Dialog bringe. Die soziale Dimension der Wirtschaft habe durch zunehmenden Wettbewerb aber auch durch die Individualisierung der Gesellschaft und den damit verbundenen zunehmenden Egoismus gelitten, sagte Schwab.

Für Europa gehe es darum, ob es als Wertegemeinschaft in seiner jetzigen Form in der nächsten oder übernächsten Generation überhaupt noch existiert – oder ob die zentrifugalen Kräfte die Überhand gewinnen werden. «Falls dieser Trend Realität wird, überlassen wir unseren Kindern und Kindeskindern ein kraftloses Schein-Europa, sozusagen eine europäische Fata Morgana, das dann nur noch eine wirtschaftliche Randerscheinung und eine politische Bagatellerscheinung ist.» Dies würden spätere Generationen der jetzigen nicht verzeihen.

Shiller habe als ökonomischer Pionier nicht nur mit der Vorstellung vom rationalen Investor sowie von effizienten, von alleine ins Gleichgewicht findenden Märkten aufgeräumt, würdigte Snower. Er habe auch die «Dot-Com-Blase» und die Immobilienblase vorhergesehen.

Van Abel wiederum habe bei seiner Firma Fairphone nachhaltige Produktionsbedingungen geschaffen, in sozialer und in ökologischer Hinsicht, sagte Snower. Zugleich schaffe er vorbildlich Transparenz und erfülle den Wunsch seiner Kunden zu wissen, unter welchen Bedingungen ihr Smartphone hergestellt wurde. Die meisten Unternehmen ignorierten diesen Wunsch, sagte Snower. Bei van Abels Smartphones könne auch jeder Nutzer defekte Teile selbst austauschen. Wer Geräte länger nutze, schone Ressourcen, sagte van Abel.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) lobte den IfW-Präsidenten Snower, dieser habe mit der Preisverleihung eine bedeutende Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geschaffen. IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater sagte, vor der Digitalisierung müsse man keine Angst haben. Die Unternehmen sollten ihre Produkte daraufhin überprüfen, ob sie aus Kundensicht tatsächlich die richtigen sind.

Marschbahn-Pannen beschäftigen einmal mehr den Landtag – Koalition lehnt SPD-Antrag ab

Pendler steigen in Klanxbüll in die Züge der Marschbahn nach Sylt

Während die Pünktlichkeit auf der Marschbahn-Strecke zwischen Niebüll und Westerland vergangene Woche auf unter 45 Prozent abgesackt ist, beschäftigte das Thema heute einmal mehr den Landtag. Dabei ist die SPD ist mit ihrer Forderung nach einer Verdreifachung der Entschädigungen für Pendler gescheitert. Unterstützt von AfD und SSW wollten die Sozialdemokraten Monatskarten-Inhabern einen Nachlass von 75 Prozent gewähren.

Dazu sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz im Landtag:

Der Minister schloss dabei erneut eine Vertragskündigung gegenüber der Bahn nicht aus:  Sollten die Pannen in den nächsten Monaten weiter anhalten, müsse die Kündigung von Verträgen von Teilstrecken erwogen werden. Die Situation sei seit dem vergangenen Jahr «evident schlechter geworden». Trotz der jüngsten Zusagen der Bahn beim «Bahn-Gipfel» vergangene Woche in Berlin, mehr Personal und Loks zur Verfügung zu stellen, seien am Montag drei Züge wegen Personalmangels ausgefallen. Er betonte, mit Strafzahlungen auch weiterhin den höchstmöglichen Druck auf die Deutsche Bahn ausüben zu wollen. Pendler mit Monatskarten würden voraussichtlich auch für den Monat Mai Entschädigungen von 50 Euro in der zweiten Klasse und 75 Euro für die erste Klasse erhalten.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus