
Schleswig-Holstein sollte der Treiber bei der Elektromobilität in Deutschland sein. Der aus Windkraft gewonnene Strom einerseits und die bereits angewandte Technologie anderseits seien wichtige Grundlagen dafür, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz am Nachmittag auf dem sechsten E-Mobilitätstag in Lübeck. „Auf dieser Veranstaltung wird das Thema erlebbar, die Gäste der Ausstellung können Elektrofahrzeuge anschauen und ausprobieren.“
Es gebe noch viel zu tun, „daher müssen wir technologieoffen sein“, sagte der Minister. Die Konzentration allein auf Elektromobilität sei auch vor dem Hintergrund der ausbaufähigen Ladeinfrastruktur in einem Flächenland zu einseitig. Auch Wasserstoff böte große Möglichkeiten, den Verkehr in Zukunft mit weniger Schadstoff- und Geräuschimmissionen zu gestalten. „Selbst wenn es uns gelingt, einen Großteil der heutigen Güter auf Schienen und dem Wasser zu transportieren, wird die Gütermenge auf den Straßen in den kommenden 20 Jahren um bis zu 30 Prozent ansteigen.“
Eine Antwort sei der elektrifizierte Lkw-Verkehr auf Autobahnen, den das Land derzeit auf der Autobahn 1 bei Reinfeld testet. Wichtig sei es auch, den im Land erzeugten Windstrom auch in Schleswig-Holstein zu bezahlbaren Preisen nutzen zu können. Für die Landesregierung sei es zudem nicht länger hinnehmbar, dass die Verbraucher die Stromerzeuger für das Abschalten von Windkraftanlagen bei Überlast bezahlen müssten.
Auf dem Lübecker Markt zeigten 19 Austeller die neuesten Produkte und Trends, in Fachforen zu Themen „Ladeinfrastruktur“ oder „Kosten von E-Fahrzeugen“ tauschten sich Besucher und Fachleute aus. Der E-Mobilitätstag ist eine Veranstaltung der IHK zu Lübeck in Kooperation mit der WTSH – Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH sowie des Lübecker Bezirksvereins des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Verein ecomobility. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Veranstaltungsort. Auf dem Markt haben wir viele Verbraucher erreicht, die sich aus Interesse an den Ausstellerständen informiert oder an den Foren teilgenommen hatten“, sagte Kathrin Ostertag, Leiterin des IHK-Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt. Am Abend starteten 56 Elektromobile zur neunten nordeuropäischen E-Mobil-Rallye durch Schleswig-Holstein.




Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte zu dem Projekt und dem heutigen Treffen
Mit NEW 4.0 und den beteiligten Partnern kann die „Energiewende made in Norddeutschland“ letztlich zu einem Exportschlager werden: Das Projekt, das im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ noch bis Ende 2020 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, kann als großes Reallabor für Deutschland und Europa wichtige Ergebnisse generieren, die sich auf andere Regionen übertragen lassen. Ein gutes Beispiel dafür ist die von ARGE Netz und Schleswig-Holstein Netz entwickelte ENKO-Plattform, die einen norddeutschen Marktplatz für Flexibilitäten eröffnet: In Kürze wird hier der erste NEW 4.0-Demonstrator eingebunden, der bei Bedarf überschüssigen Windstrom abnehmen und so die Netze entlasten kann. Aus den gewonnenen Erfahrungen sollen schließlich Vorschläge an die Bundesregierung für die Gestaltung von bundesweiten Flexibilitätsmärkten abgeleitet werden.

Rohlfs sagte nach seinem Besuch im Gespräch mit RSH




