Häfen in Kiel und Brunsbüttel auf Wachstumskurs, Lübeck holt kräftig auf

Die "Color Magic" wird am Kieler Hafen festgemacht

Der breite konjunkturelle Aufschwung in Nordeuropa hinterlässt auch Erfolgswellen in Schleswig-Holstein: Die Seehäfen, Lübeck und Kiel sowie Brunsbüttel, starten mit einem kräftigen Umsatz-Plus ins neue Jahr: An den Terminals der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) wurden vergangenes Jahr 21,8 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das waren 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der abgefertigten Lastwagen und Trailer sei von rund 678 000 im Jahr 2016 auf 716.000 im Jahr 2017 gestiegen, heißt es bei der LHG.  Auch der Umschlag von Fertigfahrzeugen ist im Vergleich zu 2016 um sieben Prozent auf knapp 70 000 gestiegen.

Weiteres Wachstum auch an der Kieler Förde: Im Seehafen Kiel sind im vergangenen Jahr gut 7,4 Millionen Tonnen verladen beziehungsweise gelöscht worden, teilte Geschäftsführer Dirk Claus mit. Dies entspräche einem Plus von 14,3 Prozent und ist den Angaben zufolge das bisher beste Ergebnis des Seehafens. Die größten prozentualen Zuwächse erzielten in 2017 die Massengüter, die um 24 Prozent über Vorjahresniveau lagen. Im Passagierverkehr gingen insgesamt gut 2,1 Millionen Passagiere an oder von Bord eines Fähr- oder Kreuzfahrtschiffes (plus 1,6 Prozent).

Auch die Hafengruppe der Brunsbüttel Ports meldet ein Rekordergebnis: Für die bisher 15 Standorte unter der Dachmarke SCHRAMM Ports & Logistics wurde in 2017 ein Gesamtumschlag von rund 16,5 Millionen Tonnen erzielt. Zuwachs verzeichnet die Gruppe insbesondere in den Bereichen Flüssiggut und Massengut, auch die Anzahl der Schiffsanläufe steigt weiter – ebenso wie die Zahl der Mitarbeiter.

Laut Hafenchef Frank Schnabel haben die Brunsbütteler Häfen nach den vorläufigen Zahlen mit dem Elbehafen (plus 13%, insgesamt rund 10 Millionen Tonnen), dem Ölhafen (+1%) und dem Hafen Ostermoor (+8%) einen Gesamtumschlag von ca. 13 Millionen Tonnen zum Jahresende erzielt. „Dies entspricht einem erneuten Wachstum von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Schnabel. In den letzten zehn Jahren habe die Umschlagmenge um 3,7 Millionen Tonnen zugelegt. Dies entspreche einem Wachstum von insgesamt fast 40 Prozent über diesen Zeitraum.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bezeichnete die Entwicklung – insbesondere mit Blick auf den Lübecker Hafen – als einen erfreulichen Jahresauftakt. Für den Hafen der Hansestadt sei der Sprung nicht zuletzt den Beschäftigten zu verdanken, die vor rund einem Monat nach langem Streit einer Vereinbarung zugestimmt hatten, die die Restrukturierung der angeschlagenen LHG ermöglicht. Danach verzichten die 450 Beschäftigten für die nächsten vier Jahre auf 17 Millionen Euro Lohn, die Hansestadt Lübeck als Eigentümerin der Hafenflächen verzichtet auf 17 Millionen Euro Pacht.

Auch am Intermodal-Terminal der LHG-Tochtergesellschaft Baltic Rail Gate stehen die Ampeln auf Grün: 2017 wurden rund 88 500 Trailer und Container umgeschlagen, das waren fast 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Das seien gute Nachrichten, die auf eine Trendwende hindeuteten, sagte LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens.

Buchholz: „Die Steigerungen in beiden Häfen sind für mich ein klares Indiz dafür, dass die internationale Kundschaft gegenüber Lübeck an Vertrauen zu gewinnen scheint – und Kiel sein ohnehin vorhandenes Vertrauen weiter ausbauen konnte.“

Minister Buchholz und Senator Horch: 2018 wird für den A7-Ausbau das Jahr des Endspurts

Baustelle an der B404

Der Ausbau der A7 auf schleswig-holsteinischem Boden soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. Es sei das Jahr des Endspurts, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz heute in Kiel. Dann wären rund 95 Prozent der Strecke realisiert, was zu einer deutlichen Entspannung des Verkehrs führen werde. Auch Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch zeigte sich beim A7-Jahresgespräch in Kiel zufrieden mit dem Verlauf des Projekts. Die Erweiterung der Autobahn und der Bau der Hamburger Deckel seien zukunftsweisende Projekte mit erheblicher Strahlkraft.

Zum Ausbau zählen neben der Fahrbahn unter anderem auch 72 Brücken, der 550 Meter lange Lärmschutztunnel Schnelsen, 100.000 Quadratmeter Lärmschutzwände , 70 Verkehrszeichenbrücken und zehn Rastanlagen. „Mit der für Ende des Jahres angepeilten Fertigstellung von sechs Bauabschnitten wären nahezu 95 Prozent der Strecke realisiert, was zu einer deutlichen Entspannung des Verkehrs führen wird“, so Buchholz.

Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH) zieht Buchholz folgende Zwischenbilanz (Audio starten – „im Browser anhören“)

Auch Horch zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf des von der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) sowie dem Baukonsortium Via Solution Nord (VSN) gemanagten Projekts zufrieden: „Die Erweiterung der Autobahn und der Bau der Hamburger Deckel sind zukunftsweisende Projekte mit einer Strahlkraft weit über Hamburg hinaus. Die Arbeiten gehen zügig voran, insbesondere beim Stellinger Deckel und der Langenfelder Brücke. Für den Deckel Schnelsen erwarten wir den Einfahrbetrieb in die erste Röhre in diesem Sommer. Die Ingenieurleistungen bei dem anspruchsvollen A7-Ausbau im fließenden Verkehr mitten in Hamburg sind beeindruckend“, sagte Horch.

DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe erinnerte daran, dass 2017 vier Abschnitte von knapp 23 Kilometern Länge für den Verkehr freigegeben wurden und damit im ersten Quartal die Ausbau-Halbzeit erreicht worden sei. Zudem seien die Strecken zwischen Neumünster Mitte und Großenaspe (Bauabschnitt 2), Bad Bramstedt und Kaltenkirchen (Bauabschnitt 4) und Barmstedt und Norderstedt (Bauabschnitt 6) auf der Richtungsfahrbahn Süd so weit voran geschritten, dass sie im ersten Quartal sukzessive unter Verkehr genommen werden können. Anschließend wird dann die Richtungsfahrbahn Nord erweitert.

Wie Rothe weiter sagte, sei auch die Realisierung der umwelttechnischen Begleitmaßnahmen weit fortgeschritten: „Zusammen mit dem Autobahnausbau realisieren wir umfangreiche ökologische Projekte – Renaturierungen oder etwa die Wiedervernetzung von Lebensräumen. Damit heben wir auch ein Stück weit die tiefen Einschnitte durch den A-7-Bau in den 70er Jahren wieder auf und kompensieren den Ausbau.“

Beitrag
Horch, DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe und Buchholz vor dem aktuellen A-7-Plan
Sowohl Buchholz und Horch als auch Rothe zeigten sich überzeugt, dass sich die gewählte Verkehrsführung im Baustellenbereich – beispielsweise die Aufrechterhaltung der Anzahl der Fahrstreifen oder die Vorkehrungen für den Großraum- und Schwerlastverkehr – eindeutig bewährt hätten. Trotz bereits vier fertiggestellter Bauabschnitte seien allerdings die Unfallzahlen in 2017 in Schleswig-Holstein gegenüber dem Vorjahr 2016 angestiegen, von rund 740 Unfällen in 2016 auf rund 1.030 im vergangenen Jahr. „Glücklicherweise handelte es sich überwiegend um Verkehrsunfälle mit geringen Blechschäden“, sagte Buchholz. „Zusammen mit allen Beteiligten werden wir die Zahlen detailliert auswerten, um weitere Optimierungen im Hinblick auf die Verkehrssicherheit zu veranlassen.“ Gleichzeitig appellierten Buchholz und Horch an die Verkehrsteilnehmer, weiterhin aufmerksam und mit der notwendigen Geduld die Baustellenstrecke zu befahren.

Zu den einzelnen Schaubildern der heutigen DEGES-Präsentationhier klicken

Nach den Worten von Rothe werden – wie in den letzten Jahren – auch 2018 einige nächtliche Voll- und Teilsperrungen der A 7 in bestimmten Bereichen unerlässlich sein. Via Solutions Nord geht von insgesamt acht nächtlichen Vollsperrungen aus, die rechtzeitig bekannt gegeben werden. Buchholz und Horch bezeichneten auch vor diesem Hintergrund die länderübergreifende Koordinierung der Baustellen als reibungslos.

Umbau der A7 bei Kaltenkirchen

„Durch das gute Zusammenspiel aller Behörden mit unserem Verkehrskoordinator sind wir in der Lage, die Belastungen der Verkehrsteilnehmer auf das Mindestmaß zu beschränken“, so Buchholz. Er dankte zusammen mit Horch vor allem den Autofahrerinnen und Autofahrern sowie der Logistikwirtschaft für die Geduld während der letzten Jahre: „Auch wenn die Bauarbeiten gut vorankommen, so ist ein solches Projekt für alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner natürlich mit erheblichen Beeinträchtigungen verbunden“, so Horch.

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Situation ab dem 2. Quartal
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Situation Ende 2018
Der Ausbau der A 7 zwischen dem Bordesholmer Dreieck und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest erfolgt im Rahmen eines sogenannten Verfügbarkeitsmodells. Der Auftragnehmer „Via Solutions Nord“ wird die Autobahn auch nach dem Ausbau bis in das Jahr 2044 betreiben. Das damit verbundene Finanzvolumen für Bau, Erhaltung, Betrieb und Finanzierung beläuft sich bis zum Vertragsende auf rund 1,6 Milliarden Euro. Die Projektgesellschaft Via Solutions Nord ist ein Konsortium bestehend aus „HOCHTIEF PPP Solutions“, „KEMNA BAU“ und dem Investor „Dutch Infrastructure Fund“ (DIF).

Ein Live-Mitschnitt der Pressekonferenz hier:

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So berichtet das Hamburger Abendblatt in seiner Dienstagausgabe:

Wie geht’s 2018 weiter mit der A 7? Buchholz, Horch und DEGES heute zum Jahresgespräch in Kiel

Treffen sich heute mit Hamburgs Verkehrssenator Horch und anderen A-7-Verantwortlichen in Kiel zum Jahresgespräch über das ÖPP-Projekt

Der Ausbau der Autobahn 7 kommt in Schleswig-Holstein gut voran. «Ich gehe davon aus, dass der Zeitplan im nördlichsten Bundesland eingehalten wird», sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Dies sei ein Beispiel für gute länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Behörden und Firmen. Bis Ende des Jahres soll der 65 Kilometer lange Abschnitt zwischen Hamburg-Schnelsen und dem Dreieck Bordesholm auf sechs Spuren ausgebaut werden. Auf Hamburger Boden entstehen drei Autobahn-«Deckel». 

Über den Fortgang der Arbeiten im laufenden Jahr sprechen heute in Kiel beim traditionellen A-7-Jahresgespräch Buchholz, Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch und der Bereichsleiter des deutschen Autobahnplaners DEGES, Bernd Rothe.

Pressekonferenz: 11 Uhr im Haus der Wirtschaft der IHK zu Kiel (Bergstraße 2), Raum Kiel.

ADAC zeichnet vier Campingplätze in SH als „Superplatz“ aus – Buchholz gratuliert Betreibern

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Sechs Campingplätze im Norden dürfen sich dieses Jahr mit fünf Sternen vom ADAC und dem Titel «Superplatz» schmücken: In Schleswig-Holstein erkannte der Automobilclub vier Plätzen die Spitzenbewertung fünf Sterne zu: dem Ostseecamping Familie Heide in Kleinwaabs, dem Camping- und Ferienpark Wulfener Hals in Wulfen, dem Camping Rosenfelder Strand in Grube und dem Insel-Camp Fehmarn in Meeschendorf. Tourismusminister Bernd Buchholz gratulierte den Betreibern: „Der Camping-Tourismus in Schleswig-Holstein ist ein enorm wichtiges Segment in unserer Tourismus-Strategie – insbesondere wenn die Betreiber – wie in diesen ausgezeichneten Fällen – auf eine hohe Angebotsqualität setzen.“

In Mecklenburg-Vorpommern gelang es dem Campingpark Havelberge in Groß Quassow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und dem Campingpark Kühlungsborn, sich in der Spitze zu behaupten.

IHK2DSC_7165Die insgesamt 260 Campingplätze in Schleswig-Holstein sind aus Sicht von Buchholz gut aufgestellt: Im letzten Jahr konnten die Betreiber über 3,7 Millionen Übernachtungen verbuchen. „Das war mehr als jede achte Übernachtung im Land und zugleich ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent und gegenüber 2011 sogar um fast 25 Prozent“, so der Minister. Damit liege der echte Norden weit über dem Bundesschnitt

Hinsichtlich der Qualität im Camping-Tourismus sieht der Minister aber auch noch Entwicklungspotenzial: „Seit vielen Jahren bieten bereits viele moderne Campingplätze ein Höchstmaß an Komfort: Strom und Wasser am Standplatz sind selbstverständlich, Restaurants und Biergärten finden sich vor Ort, die Sanitäranlagen sind blitzblank, die Duschen auch am späten Abend noch warm.“ Nicht umsonst sei „Glamping“ oder „Glamorous Camping“ der neue Trend im Campingbereich, bei dem der Komfort eines Hotels mit der Freiheit eines Campingplatzes kombiniert werde.

„Luft nach oben“ sieht der Minister insbesondere beim Thema Digitalisierung: „Das fängt bei der eigenen attraktiv gestalteten und immer aktuellen Homepage an und hört beim WLAN-Zugang noch lange nicht auf.“ Gebucht werde der Urlaub zunehmend im Netz, immer häufiger über Buchungsplattformen. Auch dies müsse der Campingtourismus berücksichtigen. Ein weiteres Thema sei die Barrierefreiheit, da die Zahl mobilitätseingeschränkter Menschen wachse. Viele Campingplätze hätten mittlerweile zwar normgerechte Sanitärkabinen für Rollstuhlfahrer. Darüber hinaus täten sich viele Camping-Betreiber aber noch schwer mit den Anforderungen an eine Barrierefreiheit. Buchholz: „Hier gibt es noch viel zu tun.“

Weiter sagte Buchholz, dass der Tourismus landesweit einer der wichtigsten Wirtschaftszweige sei. So hängen in Schleswig-Holstein über 151.000 Arbeitsplätze direkt vom Tourismus ab, der Bruttoumsatz liegt bei knapp acht Milliarden Euro im Jahr. Der Campingtourismus spiele dabei eine große Rolle.

Bundesweit kürte der ADAC 16 «Superplätze», in ganz Europa erfüllten den Angaben zufolge 109 die Vorgaben. Geprüft wurden mehr als 5500 Anbieter, wie es hieß. Die Tester bewerteten die Campingplätze in zehn Bereichen. Wichtig sind dabei zum Beispiel die Anzahl und Qualität der Sanitäranlagen, Größe, Ausstattung, Pflege und Gestaltung des Platzgeländes, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie, Freizeitangebote sowie Bademöglichkeiten.

 

Gesundheitswirtschaft im Norden wächst rasanter als die Gesamtwirtschaft

Diakonissenkrankenhaus Flensburg
Medizintechnik vom Lübecker Branchenriesen „Dräger“ ist eines der Zugpferde der norddeutschen Gesundheitswirtschaft
Die industrielle Gesundheitswirtschaft in Hamburg und Schleswig-Holstein ist in den vergangenen Jahren stärker geworden und schneller gewachsen als die Gesamtwirtschaft. Zwischen 2014 und 2016 sei die Zahl der Beschäftigten in dem Sektor um durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr gestiegen, teilte das Netzwerk Life Science Nord heute in Hamburg mit.
Basis ist eine Studie des Instituts WifOR. „Das bedeutet einen Zuwachs von 3300 Arbeitsplätzen. Allein im Bereich Forschung und Entwicklung seien mehr als 1000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden“, erläuterte Life-Science-Nord-Chef Hinrich Habeck zusammen mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch.

Buchholz sagte zu den Ergebnissen der WIFOR-Studie (Audio starken – Audiopfeil klicken – „im Browser anhören“)

Insgesamt beschäftige die Gesundheitsindustrie im Norden 49 900 Mitarbeiter, das entspreche 1,9 Prozent aller Beschäftigten. Dazu kommen Sekundäreffekte durch die Arbeitsplätze bei Zulieferern und die Konsumausgaben der Beschäftigten, so dass insgesamt rund 76 300 Arbeitsplätze an der Gesundheitsindustrie hängen. Die Branche umfasst zum Beispiel die Hersteller von Medizintechnik und Pharma-Produkten und Biotechnologie sowie den Großhandel, nicht aber Gesundheitsdienstleistungen, wie sie zum Beispiel in Krankenhäusern und Arztpraxen erbracht werden. Diese zählen vielmehr zum Kundenkreis der Industrie.

Die starke Stellung der Branche in Norddeutschland wird deutlich, wenn die Wertschöpfung je Einwohner betrachtet wird. Hier liegen Hamburg und Schleswig-Holstein gemeinsam betrachtet mit 865 Euro auf Platz vier hinter den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt schuf die Branche 2016 einen Wert von 4,3 Milliarden Euro im Norden, das sind 0,3 Milliarden Euro mehr als zwei Jahre zuvor. Dazu kommen weitere 1,7 Milliarden Euro abgeleitete Wertschöpfung.

Buchholz und Horch betonten bei der Vorstellung der Studie die enge Zusammenarbeit und die Verflechtung der Branche zwischen ihren beiden Bundesländern. «Die neue Landesregierung in Schleswig-Holstein hat die Gesundheitswirtschaft zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt», sagte Buchholz. «Die Menschen werden immer älter und deshalb verfügt die Gesundheitsbranche über natürliche Wachstumspotenziale.»

Zudem werde die Branche durch die Digitalisierung vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Das sah auch Peter Vullinghs so, der Chef von Philips in Deutschland, Österreich und der Schweiz: «60 Prozent unserer Forschungsinvestitionen gehen mittlerweile in Software und Digitalisierung.»

Life Science Nord Pressekonferenz
Cluster-Chef Habeck (2.v.l.) mit Buchholz (Mitte), Horch (2.v.r) sowie Peter Vullinghs, Geschäftsführer Philips GmvH Market DACH (links) und Benno Legler, Forschungsfeldleiter Gesundheitswirtschaft (rechts)

Der sh:z berichtet in seiner Sonnabendausgabe so:

Neues Amt, neue Leitung: Gesa Völkl ist Chefin des „Amtes für Planfeststellung Verkehr“ (APV)

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Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs begrüßt Gesa Völkl in neuer Fuktion: Die 53-jährige Ingenieurin leitet seit dem 1. Januar das neue „Amt für Planfeststellung Verkehr“ (APV)

Doppelter Neustart für die Planfeststellungsbehörde des Landes Schleswig-Holstein: Seit dem Jahreswechsel ist die unabhängige Behörde, die unter anderem für den Erlass von Planfeststellungsbeschlüssen sämtlicher Autobahn-Neubauten im Land zuständig ist, nicht mehr beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) angedockt, sondern direkt dem Verkehrsministerium zugeordnet. Zugleich erhält die Behörde eine neue Leitung.

Verkehrs-Staatssekretär und Amtschef Dr. Thilo Rohlfs begrüßte heute offiziell Gesa Völkl als neue Leiterin des „Amtes für Planfeststellung Verkehr“ (APV). „Ich bin froh dass wir mit Frau Völkl als langjährige leitende Mitarbeiterin der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung eine ausgewiesene Expertin für uns gewinnen konnten“, sagte Rohlfs. Die 53-jährige Ingenieurin sei in ihrer 13-jährigen Tätigkeit als Leiterin des Brunsbütteler Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes unter anderem für die Planung des Neubaus der 5. Kanalschleuse in Brunsbüttel zuständig gewesen.

Das neue Amt, das vorerst in den Räumen des LBV-SH in der Mercatorstraße untergebracht ist, hat aktuell 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Laut Rohlfs wird der Personalbestand in diesem Jahr sukzessive erhöht. Dazu habe das Verkehrsministerium im Haushalt 2018 weitere Stellen angemeldet.

Ziel sei, die Zahl der Beschäftigten auf über 40 zu steigern. „Damit werden wir die Behörde so aufstellen, dass sie ihre zahlreichen Aufgaben – unter anderem die Planfeststellung des deutschen Teils der Fehmarnbeltquerung – in angemessener Weise wahrnehmen kann“, sagte Rohlfs weiter.

Nach schwerem Unfall bei Itzehoe – Rohlfs mahnt zu Achtsamkeit gegenüber Straßenwärtern

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Rohlfs (2.v.r) mit Autobahn-Meistereichef Jörg Becker (2.v.l.) und LBV-Kollegen beim heutigen Ortstermin auf der A 1 bei Bad Oldesloe

Zwei Wochen nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf der A 23 zwischen Heide und Itzehoe hat Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs an alle Verkehrsteilnehmer im Land appelliert, mehr Rücksicht auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßenmeistereien oder von Baufirmen zu nehmen. „Wir erleben leider nahezu täglich Fälle, in denen unsere Kolleginnen und Kollegen vom LBV-SH erschreckend respektlos behandelt und teilweise auch in Gefahr gebracht werden“, sagte Rohlfs bei einem Besuch der Autobahnmeisterei in Bad Oldesloe (Kreis Stormarn).

Bei dem A-23-Unfall am 30. Dezember war ein junger Straßenwärter bei einem Schneeglätte-Unfall von einem ins Schleudern geratenen Geländewagen erfasst und getötet worden. Morgen wird der 42-jährige Familienvater beerdigt.

Blog3Bei seinem Besuch in Bad Oldesloe hatte sich Rohlfs, zugleich Amtschef der rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), einen Überblick über die täglichen Aufgaben einer Meisterei gemacht.

Im Gespräch mit dem Lübecker Niederlassungsleiter des LBV-SH, Jens Sommerburg, und Meisterei-Chef Jörg Becker zeigte sich Rohlfs von dem Aufgabenspektrum beeindruckt.

RohlfsRohlfs sagte weiter

(Audiopfeil klicken)

Und so berichtet das Stormarner Tageblatt in seiner Freitagausgabe:

IG Metall Küste setzt Warnstreiks fort – Buchholz mahnt Tarifparner zu Besonnenheit

Die IG Metall Küste setzt ihre Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie des Nordens fort. Für heute hat die Gewerkschaft in Hamburg und erstmals in Schleswig-Holstein sowie in Niedersachsen und Bremen zu Arbeitsniederlegungen mit Kundgebungen aufgerufen.

Betroffen von den Ausständen in Schleswig-Holstein ist das Unternehmen Danfoss Power Solutions in Neumünster. In Hambnurg wird die Hydro Aluminium sowie in Niedersachsen Linde & Wiemann (Südbrookmerland), Manitowoc Crane Group und Neue Jadewerft (beide Wilhelmshaven) bestreikt. In Bremen sollen die Nachtschichten von Daimler, Lear und Bosch ihre Arbeit niederlegen. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und Arbeitgebern ist im Norden für den 18. Januar in Bremen angesetzt.

«In den nächsten Tagen werden wir kräftig nachlegen und in allen fünf norddeutschen Bundesländern zu Warnstreiks aufrufen», kündigte IG-Bezirksleiter Meinhard Geiken an. «Die Äußerungen der Arbeitgeber zeigen, dass sie sich bisher nicht mit unseren Forderungen auseinandersetzen wollen. Die Beschäftigten erwarten Arbeitszeiten, die zum Leben passen.»

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz appellierte an die Tarifpartner, sichvor allem im Hinblick auf flexiblere Arbeitszeiten zusammenzuraufen: «Auch die Landesregierung unterstützt eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Je nach individueller Lebenssituationen müssen Beschäftigte die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit zu verringern», sagte Buchholz den «Kieler Nachrichten». Diese Forderung gelte unabhängig von der laufenden Tarifauseinandersetzung. «Im Interesse der Fachkräftesicherung von morgen» sollten die Arbeitgeber ihren Beschäftigten «nach Möglichkeit» auch eine Rückkehr zu einer längeren wöchentlichen Arbeitszeit «frühzeitig zusichern«.

Die Gewerkschaft fordert für die 140 000 Beschäftigten der Branche im Norden sechs Prozent mehr Geld sowie einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit bis auf 28 Stunden, zum Teil mit Lohnausgleich. Die Arbeitgeberseite hat bislang zwei Prozent mehr Entgelt angeboten und eine Einmalzahlung von 200 Euro.

Die Arbeitgeber warnten die Gewerkschaft vor einer Ausweitung des Tarifkonflikts. «Einlenken statt eskalieren ist das Gebot der Stunde», mahnte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch. Die Arbeitgeber könnten einen rechtswidrigen Tarifvertrag nicht unterschreiben, gerichtliche Auseinandersetzungen seien aber immer nur Ultima Ratio.

Die Arbeitgeber forderten ihren Verhandlungspartner erneut auf, die Forderung nach einem Teilentgeltausgleich zurückzuziehen und sich auf Entgelt und Rückkehrrecht in Vollzeit zu konzentrieren. Andernfalls dürfe sich die Gewerkschaft nicht wundern, wenn mehr Unternehmen den Nutzen des Flächentarifvertrages in Frage stellten.

Heute Neujahrsempfang des UV-Nord: Wohin steuern Wirtschaft und Gesellschaft 2018?

In den Reigen traditioneller Neujahrsempfänge reiht sich heute der Spitzenverband der norddeutschen Wirtschaft UV Nord. Bei seiner Veranstaltung in Hamburg mit mehr als 500 Gästen aus Politik und Gesellschaft sind als Redner UV-Nord-Präsident Uli Wachholtz, Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) vorgesehen. Sie sollen sich zu den «Entwicklungsperspektiven für Wirtschaft und Gesellschaft» im neuen Jahr äußern. Auch Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs ist zu Gast.

Im UV Nord sind fast 90 Mitgliedsverbände organisiert, die rund 43.000 Firmen mit 1,56 Millionen Beschäftigten in Hamburg und Schleswig-Holstein repräsentieren.

Wir werden 2018 weitere wichtige Pflöcke einschlagen 

sh:z-Interview (Ausgabe von heute) mit Minister Buchholz rund um die Themen Wirtschaft, Arbeit und Verkehr…

Sie sind vor einem halben Jahr als Seitensteiger aus der Wirtschaft ins Regierungsamt gekommen. Was haben Sie in diesem Zeitraum über den Politikbetrieb gelernt, das Ihnen vorher nicht so klar war

Vor allem die Arbeitsabläufe in der Verwaltung. Denn das in der Wirtschaft übliche denken und arbeiten in Projekten hat nicht unbedingt etwas mit den in der Verwaltung bestehenden Dienstwegen zu tun. Das war und ist für mich ein Gewöhnungsprozess. Umgekehrt mussten und müssen sich die Kolleginnen und Kollegen sicher auch auf mich einstellen. Denn die Taktzahl, mit der ich zuweilen unterwegs bin, ist vielleicht nicht für jeden normal. 

Wie oft haben Sie im ersten halben Jahr, wenn es bei den vielerlei Verkehrsthemen noch einmal mehr gehakt hat, insgeheim gedacht: Das darf doch alles nicht wahr sein

Ich wusste auch vorher, dass Verkehrsplanung nicht einfach ist. Aber dass man in gewisser Weise zum versierten Biologen werden muss, um zu verstehen, an welchen Hürden Verkehrsprojekte hängen und wie man sich darauf einlassen muss – das war schon eine interessante Einarbeitungszeit. Umso mehr bleibt meine felsenfeste Überzeugung, dass es notwendig ist, auf Bundesebene das Planungsrecht zu beschleunigen.

Mit dem Verzicht Ihrer Partei auf Plätze am Kabinettstisch in Berlin sind Sie aber weiter denn je davon entfernt, das zu beeinflussen.

Einige Dinge, die ich mir vorstellen könnte, fallen dadurch vielleicht weg. Aber es ist ja nicht zu leugnen, dass auch CDU und SPD bereits in der vergangenen Wahlperiode schon über Einzelheiten von Planungsbeschleunigung nachgedacht haben

Unmittelbar vor Weihnachten haben Sie die bundesweite Fernstraßengesellschaft DEGES ins Boot geholt, um den vertrackten Weiterbau der A 20 zu forcieren. Das ist erst einmal nur eine neue Verantwortlichkeit anstelle des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. Inwiefern wird 2018 dadurch tatsächlich zum Jahr des Turnarounds?

Erst einmal ist mir wichtig festzustellen: Zumindest in der Mentalität ist der Turnaround bereits seit Regierungsübernahme eindrucksvoll zu sehen. Hier wird jetzt mit Druck und Dynamik nach vorne gearbeitet. Sicher, jetzt ist bei Einzelthemen wie etwa der A 20 zu hinterlegen, wieviel der Wechsel an Beschleunigung bringt.

Den neuen Zeitplan für den Weiterbau der A 20, den Sie im Sommer eigentlich für Ende 2017 angekündigt hatten, sind Sie aber schuldig geblieben.

Das ist die einzige Ankündigung aus dem ersten Halbjahr im Amt, die ich nicht realisieren konnte. Das finde ich auch schade. Aber die DEGES hat mich gebeten, das nicht zutun. Weil sie sagt: Wir wollen die Materie erst noch einmal seriös durchdringen, das ein oder andere zusätzliche Gutachten nochmal auswerten, uns ansehen, wie wir rechtssicher unterwegs sind. Dann sage ich: Das muss Priorität haben. Ein neuer Zeitplan jetzt wäre unseriös. Ich sage aber eines: Im nächsten Landtagswahlkampf in vier Jahren wird die A 20 keine Rolle mehr spielen, weil die Planung dann komplett steht.

Besonders groß war das Aufzucken der Öffentlichkeit, als als neues Hindernis für die A 20 nach dem Regierungswechsel plötzlich eine Zwergschwan-Kolonie im Kreis Steinburg aufgetaucht ist. Worauf läuft es denn eher hinaus: Umsiedeln oder tatsächlich eine veränderte Trassenführung?

Auch das wird die DEGES bewerten. Im Vordergrund steht dabei vermutlich die Frage, ob sich der Zwergschwan inzwischen in mehreren Gebieten Schleswig-Holstein angesiedelt hat und man deshalb sagen kann: So schlimm ist das dann für ihn mit der A 20 nicht.

Mehr als ein Drittel der Landesstraßen ist akut sanierungsbedürftig. Wird es für diese Großbaustelle nun der Befreiungsschlag, dass beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr durch die Abgabe der A 20 an die Deges Kapazitäten frei werden?

Ich bin mir ganz sicher, dass wir durch die mit der Deges gewonnenen zusätzlichen Ressourcen im Lande viel stärker Projekte anpacken können, die man früher vielleicht gar nicht erst angefasst hätte. Zwar werden wir nun nicht gleich 2018 alles aufholen können, was den Sanierungsstau bei den Landesstraßen ausgelöst hat. Aber wir werden wichtige Pflöcke einschlagen. Zum einen haben wir im Haushalt 2018 rund doppelt soviel Geld für die Landesstraßen veranschlagt wie vorher, rund 90 Millionen Euro. Das ist ein Investitionshochlauf. Und zum anderen habe ich mir vorgenommen, im ersten Halbjahr 2018 eine Strategie vorzulegen, wie und in welcher Reihenfolge wir in dieser gesamten Wahlperiode die Sanierungsfälle bei den Landesstraßen abarbeiten

Also nicht nur mehr Geld, sondern auch eine andere Herangehensweise als bisher?

Ja. Wir haben die Trennung der Landesstraßen in ein Netz eins und Netz zwei durch die Vorgängerregierung aufgelöst. Die bedeutete nämlich: Im Netz zwei, in dem die verkehrlichen Belange als nicht so vordringlich angesehen worden sind, ist überhaupt nichts gemacht worden. Dadurch ist eine Fülle von Landesstraßen still vor sich hin verrottet, obwohl sie vor Ort eine nicht ganz unerhebliche Funktion haben. Ich habe deshalb zusätzliche Kriterien für die Vergabe von Sanierungsmitteln eingeführt. Es hängt nun weniger stark an den reinen Verkehrszahlen. Eine bisherige Netz-Zwei-Straße hat jetzt auch eine Chance, wenn sie eine wirtschaftliche, eine touristische oder eine sonst wie kommunal gesehene Bedeutung hat. Dabei habe ich die Landräte einbezogen und sie gefragt: Welche Prioritäten würdet ihr in eurem Kreisgebiet setzen?

Es ist bekannt, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Mühe hat, alles Stellen für Planer zu besetzen, und dass Baufirmen sich vor Aufträgen nicht retten können. Wieviel Prozent der 90 Millionen Euro werden Sie auf den Landesstraßen im neuen Jahr realistischerweise überhaupt verbauen können?

Wenn mein Anspruch am Anfang des Jahres nicht 100 Prozent wäre, dann müsste ich die 100 Prozent nicht aufschreiben. Realistischerweise wird man wohl sagen müssen: Wahrscheinlich wird nicht alles klappen. Wir werden noch viel Schweiß reingeben müssen, damit das Geld am Ende auch tatsächlich auf die Straße gebracht wird.

Für Mitte 2018 haben Sie den Planfeststellungsbeschluss für die Feste Fehmarnbeltquerung angekündigt. Sind Sie sich weiter sicher bei diesem Termin – nach all den Verzögerungen, die bei diesem hochkomplexen Projekt immer wieder aufgetaucht sind?

Sicher ist man nie, aber ich habe keine Anhaltspunkte, dass wir anders davor sein sollten.

Wie finden Sie es eigentlich, dass Millionen und Abermillionen aufgewendet werden, damit Dänemark und Deutschland näher aneinanderrücken und andererseits Dänemark die Grenzkontrollen immer weiter hochschraubt?

Das ist in der Tat ein Widerspruch in sich, den aber die Dänen auflösen müssen. Es macht wenig Sinn, viel Geld für Verkehrsverbindungen einzusetzen, um anschließend – nachdem man schnell von A nach B gekommen ist – die eingesparte Zeit an einer Grenzkontrolle zu verbringen. Und die Situation von 2015, wo man noch sagen konnte, wir sind nicht so ganz sicher, wer da ungebremst kommt – diese Situation hat sich ja entspannt. Ich erwarte eine Rückkehr zur inneren Freizügigkeit innerhalb der EU.

Anfang 2018 wollen Sie mit der Unterzeichnung eines Memorandums 65 Unternehmen, Verbände und Institutionen zu einem Bündnis für den landesweiten Glasfaserausbau verpflichten. Absichtsbekundungen für schnelles Internet gab es ja schon viele – inwiefern ist mit diesem Schritt ernsthaft die Aussicht auf einen Quantensprung verbunden?

Wir haben wohlgemerkt kein Bündnis für einen allgemeinen Breitbandausbau verabredet, sondern ein Bündnis für den Glasfaserausbau. Und Glasfaserausbau wollten bisher nicht alle Spieler, die wir jetzt bündeln. Deshalb ist es für den einen oder anderen eine Herausforderung, sich zu beteiligen. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Beteiligten sehen müssen: So manches Stadtwerk, so manche private Firma, so mancher Telekommunikationsriese kann nicht mehr allein unterwegs sein, um das zu schaffen, was wir politisch für notwendig halten: Nämlich Schleswig-Holstein bis 2025 weitgehend flächendeckend ans Glasfaser zu bekommen. Das ist fünf Jahre früher als es bisher angestrebt war.

Wie soll das Bündnis aber konkret den Ausbau beschleunigen?

Ein zentraler Punkt des Memorandums ist, dass sich die Akteure wechselseitig zu einem Verzicht auf Rosinenpickerei bekennen. Dass man also nicht mehr permanent versucht, sich ins Gehege zu kommen, wenn nach einer Marktabfrage eigentlich niemand Ausbaupläne für ein Gebiet hatte – und dann aber doch Konkurrenzvorhaben startet, sobald ein anderer baut.

Und Sie sind sicher, dass das auch die Telekom unterschreibt? Das wäre ja etwas ganz Anderes als es bisher zu erleben war. 

Die Telekom ist weitsichtig genug zu erkennen, das dort, wo eine erhebliche Bewegung in die von mir geschilderte Richtung stattfindet, sie entweder Teil der Bewegung ist oder draußen vor bleibt. Sie signalisiert Kooperationsbereitschaft gegenüber vielen der Spieler in Schleswig-Holstein.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus