Begegnung am Belt: Buchholz und sein dänischer Amtskollege Olesen treffen sich morgen in Rødbyhavn
Dänemarks Transportminister Olesen und SH-Verkehrsminister Buchholz
Deutsch-dänische Verkehrsthemen – insbesondere der weitere Weg zum Bau des Tunnels unter dem Fehmarnbelt – stehen morgen im dänischen Rødbyhavn auf der Agenda des ersten Zusammentreffens von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz mit seinem dänischen Amtskollegen Ole Birk Olesen.
Nach einem internen Gespräch im Femern A/S-Infocenter ab 9.45 Uhr werden beide Minister ab 11 Uhr das Gelände von Femern A/S besichtigen, auf dem sich die künftige Fabrik für die Tunnel-Elemente der Beltquerung befinden wird. Begleitet werden die beiden Politiker unter anderem von dem für die Genehmigungsverfahren zuständigen Femern-A/S-Vizedirektor Ajs Dam.
Treffpunkt für Journalisten: Aussichtsplattform von Femern A/S
Anschließend stehen Olesen wie Buchholz als auch Ajs Dam bei der Aussichtsplattform von Femarn A/S der Presse ab etwa 11.30 Uhr für Fragen und kurze Interviews zur Verfügung.
Im Anschluss wird Buchholz auf der Rückfahrt nach Puttgarden ab 12.30 Uhr auch die Geschäftsleitung der Firma Scandlines auf der Fähre „Deutschland“ treffen, wo ab 15 Uhr ebenfalls ein kurzes Pressegespräch stattfindet.
Ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der „Beltretter“ in Ostholstein steht für Buchholz morgen ebenfalls auf dem Programm: Er wird unter anderem Sprecherin Karin Neumann am Nachmittag für eine Stunde treffen. Der Termin selbst ist nicht presseöffentlich
Am Abend um 19 Uhr eröffnet Buchholz die Messe „Schaufenster Geesthacht“ im Kreis Herzogtum-Lauenburg.
Damen-Programm mit industriepolitischen Folgen – Ministerin bekräftigt Interesse an U-Booten aus SH
Norwegens Verteidigungsministerin Ine Marie Eriksen Søreide bei ihrem tkms-Besuch mit Minister Buchholz (links) und den Vorstands-Managern Peter Feldhaus und Andreas Burmester
Die deutsche und die norwegische Marine wollen im Bereich U-Boote ihre strategische Partnerschaft ausbauen. Das bekräftigten heute Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre norwegische Amtskollegin Ine Marie Eriksen Søreide bei einem Besuch in Schleswig-Holstein. Von der Leyen sagte: «Norwegen ist für uns der absolute Wunschpartner.» Und auch die norwegische Verteidigungsministerin, die am Nachmittag von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bei einem Besuch der Werft Thyssen Krupp Marine Systems (tkms) begleitet wurde, lobte die Kooperation mit Deutschland als wichtigstem Partner im Marinebereich. «Angesichts der Tatsache, dass Deutschland und Norwegen den gleichen U-Boot-Typ ordern, ergeben sich enorme Möglichkeiten der vertieften Kooperation», sagte Søreide.
Aus Sicht von Wirtschaftsminister Buchholz hat der deutsch-norwegische Schulterschluss vor allem für den Industriestandort Schleswig-Holstein enorme Bedeutung: Norwegen will vier U-Boote in Kiel bauen lassen, die deutsche Marine zwei weitere identische Boote. Die deutsche und die norwegische Marine wollen künftig unter anderem bei Training, Übungen und Instandhaltung der U-Boote kooperieren.
Buchholz sagte dazu nach dem Werftbesuch weiter:
Aktuell stehe eine Arbeitsgemeinschaft unter Beteiligung von tkMS und der Kieler Werft German Naval Yards zudem kurz davor, den Auftrag für den Bau von fünf neuen Korvetten der Klasse K 130 für die deutsche Marine zu erhalten. „Für die aktuell 2800 Mitarbeiter von tkms in Schleswig-Holstein – darunter allein rund 800 Ingenieure – eine überaus gute Nachricht“, so Buchholz. Thyssen-Krupp arbeite zudem mit über 20 Zulieferunternehmen aus Schleswig-Holstein zusammen, die 2016 durch tkMS rund 110 Millionen Euro an Auftragsvolumen abgearbeitet hätten.
Die vier anstehenden norwegischen U-Boote soll Thyssen-Krupp in Zusammenarbeit mit norwegischen Firmen produzieren. Die Verträge sollen 2019 unterzeichnet und die Boote zwischen 2025 und 2030 ausgeliefert werden. Medienberichten zufolge sollen die U-Boote – je nach Ausstattung – bis zu 560 Millionen Euro pro Stück kosten, was einem Auftragswert von insgesamt rund drei Milliarden Euro entspricht.
Wie Buchholz weiter sagte, gelte die Technologie der U-Boote von tkMS als weltweit führend, da keine anderen konventionellen U-Boote so lange abgetaucht und damit unbemerkt operieren können.
Für den Marinestützpunkt Eckernförde hatte von der Leyen am Vormittag eine Aufstockung der Dienstposten von derzeit mehr als 3000 um zusätzliche 400 Stellen angekündigt. In den nächsten fünf bis sieben Jahren werde die Bundeswehr 260 Millionen Euro investieren, insbesondere in die Hafenanlage und die modernisierungsbedürftigen Unterkünfte. «Dieser Standort hat Zukunft», erklärte die Ministerin.
tkms-Vorstandsmitglied Burmester erläutert der Ministerin Einzelheiten des U-Boot-Baus
Schleswig-Holstein-Tourismus bricht weiteren Rekord: Halbjahresbilanz so gut wie noch nie
Beliebtes und nahezu ausgebuchtes Ferienziel: Die Insel Föhr
Nach einer leichten Verschnaufpause im Mai haben die Juni-Tourismuszahlen deutlich zugelegt und die Halbjahresbilanz für Schleswig-Holstein auf ein neues Rekordniveau anwachsen lassen: Laut Statistikamt Nord wurden im Juni in den größeren Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten sowie auf Campingplätzen des Landes rund 895.000 Gäste und über 3,4 Millionen Übernachtungen gezählt. Das ist im Vergleich zum Juni des letzten Jahres ein Plus von 13,4 Prozent bei den Gästen und von 13,8 Prozent bei den Übernachtungen.
Buchholz sagte zu den Halbjahreszahlen
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„Vergleicht man die Ergebnisse von Januar bis Juni mit dem Vorjahreszeitraum übertrifft das erste Halbjahr sogar die hervorragenden Ergebnisse aus 2016“, so Buchholz weiter. So hätten in den ersten sechs Monaten fast 3,6 Millionen Menschen und damit 5,8 Prozent mehr Gäste ihren Urlaub in Schleswig-Holstein verbracht als noch im Vorjahr. Mit mehr als 11,7 Millionen Übernachtungen im ersten Halbjahr seien die Ergebnisse des letzten Jahres damit um 5,5 Prozent übertroffen worden. Buchholz: „Wir liegen bei den Übernachtungen somit einmal mehr deutlich über dem Bundesdurchschnitt von drei Prozent. Und das zeigt uns, dass wir mit unserer Tourismus-Strategie, mit der wir vor allem auf Qualität setzen, auf dem richtigen Weg sind.“
In die Erhebung einbezogen waren 3 659 geöffnete Beherbergungsstätten mit 176 000 angebotenen Gästebetten sowie 273 geöffnete Campingplätze.
Der Minister kündigte für kommenden Montag (28. August) einen Besuch an der Ostseeküste an, um sich auf Einladung des Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. den Ferienort Scharbeutz anzusehen. Hier wurden mit Unterstützung des Landes unter anderem die Promenade, der Kurpark und diverse Hotelprojekte gefördert.
Eutins Bahnhof wird noch schöner: Land und Kommune setzen ersten Spatenstich für neuen Vorplatz
Verkehrsminister Buchholz beim ersten Spatenstich zusammen mit Eutins Bürgermeister Carsten Behnk (rechts)
Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz hat heute offiziell die Bauarbeiten für einen neuen Busbahnhof (ZOB) in Eutin gestartet. Im Zuge der Sanierung der historischen Innenstadt kommt diesem Projekt gemeinsam mit dem bereits neugestalteten Bahnhofsvorplatz als Entrée zur Innenstadt eine besondere Bedeutung zu. Der ZOB wird nach den Worten von Eutins Bürgermeister Carsten Behnk komplett umgestaltet und wird sich künftig moderner und funktionaler präsentieren. Die Umgestaltung des ZOB ist der zweite Bauabschnitt der Gesamtmaßnahme „Neugestaltung Bahnhofsvorfeld-ZOB“. Die Arbeiten sind bis Juli 2018 terminiert. Nachdem bereits der Bahnhofsvorplatz in den vergangenen beiden Jahren modernisiert wurde, schließt sich der ZOB jetzt an. Die Anlage ist als teilüberdachter Mittelbussteig mit umlaufenden Sägezahn-Haltestellen mit acht Haltekanten konzipiert.
Über das Bauprojekt sagte Buchholz bei dem Termin:
Der Minister sagte dazu weiter: „Eutin ist mit der Bahn hervorragend an Kiel und Lübeck angebunden. Genauso wichtig wie die Bahnverbindung selbst ist aber natürlich auch der Weg zum oder vom Bahnhof. Der neue Busbahnhof, die neuen Fahrradabstellplätze und der modernisierte Vorplatz machen es noch angenehmer, die Bahn ab Eutin zu nutzen.“
Auch optisch und gestalterisch wird sich das Bahnhofsumfeld aus einem Guss zeigen mit neuem Pflaster, zeitgemäßen Möbeln und Leuchten. Der neue ZOB wird auch über ein Blindenleitsystem verfügen. Kurzum: der neue ZOB wird zeitgemäßer, barrierefreier und besser erreichbar sein.
Die Haltestellen für alle Buslinien befinden sich zurzeit auf der gegenüberliegenden Seite am Güterbahnhof (ehemaliger Parkplatz) an der Elisabethstraße. Dort war zuvor der Ersatzbusbahnhof eingerichtet worden. Der Bahnhofsvorplatz wurde bereits von Mai 2015 bis März 2016 komplett neu gestaltet. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme liegen bei knapp 4 Millionen Euro.
Am Bahnhofsgebäude sind im vergangenen Jahr auch 200 neue Fahrradstellplätze entstanden – darunter auch eine abschließbare Fahrradbox. Die Fahrradabstellanlage hatte das Land mit knapp 80.000 Euro gefördert. Für Bahnhofsvorplatz und ZOB stehen 1.965.000 Euro Förderung bereit. Für das Dach des ZOB hat die Stadt eine weitere Förderung in Höhe von rund 250.000 Euro beantragt.
Minister Buchholz betonte weiter: „Wir wollen den Nahverkehr im Land weiter voranbringen – dafür investieren wir natürlich auch in die Infrastruktur. In Eutin und an vielen anderen Stellen im Land.“ Insgesamt ist im Zuge der Stadtsanierung eine intuitive Leitung vom Bahnhof zum großen Eutiner See durch eine klare Strukturierung der Wegebeläge in Kombination mit einer durchgehenden Baumreihe geplant.
Das Konzept für die Innenstadtsanierung wird gemeinsam mit dem Büro RMP, Stephan Lenzen, Landschaftsarchitekten, umgesetzt. Das Büro konnte in einem großangelegten Wettbewerb 2014 eine Jury aus Experten überzeugen. Das in Eutin ansässige Büro Höger und Partner begleitet die Umsetzung der Maßnahme vor Ort.
Buchholz trifft heute in Kiel norwegische Verteidigungsministerin, vorher: Spatenstich in Eutin
Die strategische Partnerschaft zwischen der deutschen und norwegischen Marine steht heute im Mittelpunkt eines Treffens von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre norwegische Amtskollegin Ine Marie Eriksen Søreide in Eckernförde (11 Uhr). Beide wollen sich auf dem Marinestützpunkt über das U-Boot-Ausbildungszentrum der deutschen Marine informieren.
Außerdem gehen beide an Bord eines U-Bootes der Klasse U212 A. Norwegen will vier U-Boote, die auf dieser Klasse basieren, auf der Kieler Werft TKMS bauen lassen. Darum besucht Søreide am frühen Nachmittag (13 Uhr7in Begleitung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz die Kieler Werft, um sich einen Einblick in die Produktion zu verschaffen.
Heute früh (9 Uhr) wird Buchholz gemeinsam mit Kommunalpolitikern in Eutin den ersten Spatenstich für den Neubau des Bahnhofsvorplatzes setzen. Das Land fördert das Projekt mit rund zwei Millionen Euro.
SH-Rüstungsindustrie rechnet mit Umsatzsteigerungen und weiteren Personaleinstellungen
Die absehbaren Umsatzsteigerungen und geplanten Personaleinstellungen habe eine Konjunktur-Blitzumfrage des Arbeitskreises Wehrtechnik bei den Mitgliedsfirmen ergeben, sagte heute der Vorsitzende des Arbeitskreises Wehrtechnik, Dieter Hanel. Die Entwicklung der einzelnen Unternehmen sei allerdings unterschiedlich. Konkrete Zahlen könnten noch nicht genannt werden. Insgesamt werde die Lage besser eingeschätzt als im vergangenen Jahr, vor allem von den größeren Wehrtechnik-Unternehmen.
Im Jahr 2016 habe der Umsatz der 29 Mitgliedsunternehmen bei 1,5 Milliarden Euro gelegen. Die Zahl der Beschäftigten habe um etwa 8 Prozent zugenommen. Rund 6200 Menschen arbeiten laut Hanel direkt in der Wehrtechnik im Norden – so viele wie nie zuvor in den vergangenen 25 Jahren. Hinzu kämen Tausende weitere Arbeitsplätze. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bezeichnete die optimistischen Erwartungen der enorm innovativen Branche als gutes Signal für den Industriestandort Schleswig-Holstein. Vor allem die hochwertigen Arbeitsplätze in diesem Bereich würden zur weiteren Stabilisierung des Arbeitsmarktes beitragen.
Der Exportanteil lag 2016 bei über 50 Prozent. Für das laufende Jahr sei mit einem ähnlichen Anteil zu rechnen, sagte Hanel. Über die Jahre schwanke der Exportanteil zwischen 50 und 70 Prozent. Zur Produktpalette gehören U-Boote, andere Marineschiffe, Panzer und Schützenpanzer sowie Kommunikations- und Luftfahrttechnik.
Als gravierendes Problem nannte Hanel die nach Ansicht der Branche viel zu langen Zeiträume, bis die Bundesbehörden über Exportanträge entscheiden. Dies dauere in manchen Fällen bis zu zwei Jahre. Für den Export etwa von Ersatzkomponenten müssten Entscheidungen aber innerhalb von drei Monaten möglich sein, forderte Hanel. Um die Exportchancen nicht zu gefährden, sei eine Verkürzung der Bearbeitungszeiten bei Exportgenehmigungen dringend erforderlich.
Die neue, auf die Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichtete Einsatzstruktur sowie die Finanz- und Materialplanung der Bundeswehr («Bundeswehr 2032») lassen die Wehrtechnik-Unternehmen optimistischer in die Zukunft schauen. «Es überwiegt die Zuversicht, dass sich die Nachfrage seitens der Bundeswehr in den nächsten Jahren wieder in Richtung Zuwachs entwickelt», hieß es. Notwendig sei auch eine europäische Harmonisierung etwa bei Normen in der Wehrtechnik.
An der Konjunkturumfrage nahmen 18 Unternehmen mit insgesamt 19 200 Mitarbeitern teil, von denen rund 5000 direkt in der Wehrtechnik arbeiten
Nach Minister-Besuch auf Sylt: Land und NAH.SH ermöglichen weitere Entlastungen auf der Marschbahn
Tourismus Urlaub Bahnhof Westerland Copyright/Foto:grafikfoto.de
Pendler, die zwischen Niebüll und Husum unterwegs sind, können künftig wochentags auf zwei Verbindungen des Sylt Shuttle Plus (SSP) ausweichen. Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und NAH.SH-Chef Bernhard Wewers heute in Kiel mitteilten, haben das Land, die NAH.SH GmbH und DB Sylt Shuttle eine auf die Pendlerbedürfnisse zugeschnittene Freigabe am Nachmittag vereinbart. Eine weitere Fahrplanlücke soll außerdem geschlossen werden.
Buchholz sagte dazu
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Hintergrund: Die Pendlerinitiative hatte beim Besuch des Verkehrsministers auf der Insel Sylt vor knapp drei Wochen um eine Entlastung derjenigen Pendler gebeten, die südlich von Niebüll unterwegs sind. Bei seinem Besuch auf Sylt hatte Buchholz bereits angekündigt, die Taktlücke zwischen 14:22 und 16:22 Uhr (ab Westerland) für die Weiterfahrt südlich von Niebüll zu schließen. Das ist durch die Verlängerung eines Zuges von Niebüll bis Bredstedt ab dem 4. September möglich. Die Kosten in Höhe von rund 130.000 Euro übernimmt das Land.
Übergangsweise können Pendler mit Fahrkarten des Schleswig-Holstein-Tarifs nun auch ab sofort bis Anfang September auch die Verbindung des Sylt Shuttle Plus um 16:38 Uhr ab Niebüll nutzen. Darüber hinaus ist für Pendler ebenfalls ab sofort bis zum 9. Dezember die SSP-Verbindung um 19:38 Uhr ab Niebüll freigegeben. Die Kosten für beide Freigaben trägt das Land.
Buchholz: „Mir ist bewusst, dass die Situation auf der Marschbahn vor allem für Pendler wegen des Ersatzkonzeptes weiter schwierig ist und ihnen viel Geduld abverlangt. Deshalb ist es mir wichtig, die Pendler mit diesen Freigaben und Fahrplanveränderungen zu entlasten.“
Eine weitere Verbindung wollen Land und NAH.SH in Kürze verbessern: Der Regionalzug, der um 15:29 Uhr in Niebüll ankommt, war wegen seiner langen Standzeit von fast einer halben Stunde in Niebüll bisher ungünstig für Pendler Richtung Husum. Gemeinsam haben sich NAH.SH, DB Sylt Shuttle und DB Regio nun auf eine Verschiebung der Trassen geeinigt. An Werktagen fährt der Zug künftig um 15:31 Uhr weiter ab Niebüll. Die Reisezeit bis Husum wird dadurch deutlich kürzer. Die Anpassung soll zum 4. September umgesetzt werden.
NAH.SH-Geschäftsführer Wewers: „Das Ersatzkonzept bleibt eine große Anstrengung für alle Beteiligten. Umso wichtiger ist es, dass alle an einem Strang ziehen und kurzfristige Verbesserungen ermöglichen. Dafür danke ich allen Beteiligten, diesmal besonders Herrn Onken von DB Sylt Shuttle.“
Bis zum Oktober sollen alle 90 Reisezugwagen den Betrieb auf der Marschbahn wieder aufnehmen. Deshalb gelten die Freigaben für den SSP und den bereits Ende Juni freigegebenen IC 2073 (15:26 Uhr ab Westerland) für Pendler nur befristet. Die ersten Parks mit reparierten Kupplungen sind bereits auf der Marschbahn unterwegs.
Mehr zum Nahverkehr in Schleswig-Holstein und dem Ersatzkonzept an der Westküste gibt es unter www.nah.sh
Wo der Natur grüne Brücken gebaut werden – Ortstermin mit Minister Buchholz an der Autobahn A 7
Ortstermin mit Fachleuten auf der Grünbrücke bei Großenaspe; Buchholz (Mitte) mit DEGES-Chef Brandenburger (2.v.r.), Bereichsleiter Rothe (links) und LBV-SH-Chef Conradt
Ökologische Ausgleichsmaßnahmen bei großen Infrastrukturvorhaben bieten aus Sicht von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz großen Spielraum für einen engen Schulterschluss zwischen Projektträgern und Naturschützern. „Man kann aktuell beispielsweise am Ausbau der A 7 sehr gut beobachten, was es in der Praxis bedeutet, ökonomische Erfordernisse und ökologische Verantwortung in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen – und zwar unabhängig von den ohnehin schon bestehenden gesetzlichen Vorschriften“, sagte Buchholz heute bei einem Besuch der Baustelle.
Buchholz sagte während des Besuchs im Gespräch mit Journalisten
Bei dem Ortstermin in Höhe Großenaspe erläuterten DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger und der für die A 7 zuständige DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe dem Minister die einzelnen ökologischen Begleitprojekte des sechsspurigen Autobahn-Ausbaus. „Autobahnbau und Umwelt sind keine Gegensätze, sondern sie gehören zusammen, weil sie sich gegenseitig bedingen,“ betonte Brandenburger. Die im Besitz von zwölf Ländern und dem Bund befindliche Projektmanagementgesellschaft DEGES plant und betreut das gemeinsame Projekt der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg seit 2008. Umgesetzt wird der Ausbau vom Baukonsortium Via Solutions Nord. Sowohl Brandenburger und Rothe, als auch der für beide Länder zuständige Verkehrskoordinator Christian Merl zeigten sich zuversichtlich, dass der angepeilte Fertigstellungstermin der A 7 bis Ende 2018 erreicht werde.
Buchholz und DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe
Wie Buchholz sagte, sei die Bewältigung naturschutzfachlicher Belange Dreh- und Angelpunkt bei der dringend nötigen Beschleunigung des Infrastruktur-Ausbaus in Deutschland. Großen Spielraum für ausgewogene Kompromisse sieht der Minister bei Vermeidungsmaßnahmen wie etwa der Umsiedlung von Haselmäusen oder auch bei Kompensationsmaßnahmen wie der Renaturierung von Flächen. „Vieles von dem, was hier einvernehmlich realisiert wurde, kann ich mir beispielsweise auch an der A 20 vorstellen“, sagte Buchholz. Er erinnerte zugleich aber auch daran, dass ein Ausbau-Projekt wie die A 7 mit einem ökologisch sensiblen Neubauvorhaben wir der A 20 nur sehr eingeschränkt vergleichbar sei.
Als ein besonders erfolgreiches Resultat guter Zusammenarbeit von Projektträgern, Behörden, Betroffenen und Naturschützern bezeichneten Brandenburger und Buchholz unter anderem die Grünbrücke bei Brokenlande inklusive der Umfeldgestaltung. Darüber hinaus wird unter Federführung der Stiftung Naturschutz und unter Mitwirkung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) der Bereich zwischen den Grünbrücken bei Brokenlande und bei Bad Bramstedt sowie an der A 21 bei Kiebitzholm über Verbundelemente ökologisch vernetzt.
Buchholz „Ich würde mich freuen, wenn wir die bewährte und pragmatische Zusammenarbeit mit den Naturschützern an der A 7 auch mit den Naturschutzverbänden an der A 20 forcieren können.“ Der erste Schritt dazu sei bereits getan – mit einem monatlichen Treffen von Umweltminister Dr. Robert Habeck und Buchholz mit den Spitzen der Naturschutzverbände BUND, NABU und LNV.
Überblick über ökologische Maßnahmen beim A-7-Ausbau
Zerschneidung
Wichtige naturschutzfachliche Gesichtspunkte und Konfliktfelder beim Autobahnbau sind vor allem die Zerschneidung und Versiegelung sowie die Beeinträchtigung von Biotopen, Tieren und dem Landschaftsbild. Dabei wird die Trenn- und Barrierewirkung auf der A 7 unter anderem verstärkt durch die Verbreiterung um zwei Fahrstreifen, Betongleitwände im Mittelstreifen, eine höhere Verkehrsbelastung oder die komplette beidseitige Anlage eines Wildschutzzaunes.
Beispielhafte Minimierungs- und Vermeidungs-Maßnahmen:
Grünbrücken (bei Brokenlande und bei Bad Bramstedt) inklusive Umfeldgestaltung durch Aufforstung
deutliche Aufweitung von Bauwerken durch Vergrößerung der so genannten Lichten Weite bei 13 von insgesamt 16 A-Bauwerken
Überflughilfen (Stahlzäune) für Fledermäuse an bekannten Flugrouten parallel zur A 7-Trasse
Einbau von Bermen unter Bauwerken, unter anderem für Fischotter, Klein-und Mittelsäuger.
Versiegelung
Durch die neuen Fahrstreifen (2 x 3,00 m) kommt es zu einer Neuversiegelung von Böden auf einer Fläche von rund 36 Hektar. Hinzu kommen noch Flächen für die Erweiterung von Bauwerken, Anschlussstellen oder Baustelleneinrichtungsflächen, so dass rund 45 Hektar Fläche direkt betroffen ist.
Entsiegelung von Flächen; Abriss einer Hofstelle in Tackesdorf
Grünlandextensivierung: 233 Hektar, davon drei große Komplexe:
Langwedel, nordöstl. Bordesholm 24 ha
Bargstedter Moor, bei Nortorf 88 ha
Tackesdorf, südl. Nord-Ostsee-Kanals, südwestl. Rendsburg 91 ha
Biotope (Pflanzen)
Anlage- und baubedingt wird in die verschiedensten Biotoptypen eingegriffen wie etwa Laubwälder, Nadelforsten, Knicks und Feldhecken, Fließgewässer, Grün und Ackerland.
Beispielhafte Kompensations-Maßnahmen:
Aufforstung , Sukzessionsflächen: 60 ha
Feldgehölze: 2 ha
Knicks- und Feldhecken: 3.550 m
Tiere
Der Einfluss der A 7-Erweiterung auf die Tierwelt ist in vielfacher Weise untersucht worden. Beispiele: Rot- und Damwild, Hasel- und Fledermäuse, Fischotter, Brutvögel, Ampibien, Reptilien, Libellen, Wildbienen und Grabwespen, Fische und Neunaugen (Flussneunauge / Meerneunauge)
Beispielhafte Minimierungs- und Vermeidungs-Maßnahmen:
Haselmäuse Bauzeitenbeschränkungen, zur Vermeidung
von artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen waren Vermeidungsmaßnahmen so genannte „Continued ecological functionality“ (CEF)- Maßnahmen erforderlich.
Fischotter Bermen unter Bauwerken, Aufweitung von Bauwerken, Schutzzäune
Fledermäuse Bauzeitenbeschränkung, Baumkontrolle vor Fällung, Pflanzung von Leitstrukturen, Überflughilfen
Brutvögel Bauzeitenbeschränkungen, Sichtschutzzäune, Vergrämung, Baum- und Nestkontrolle
Amphibien Schutzzäune; Neunaugen Z. B. an der Osterau: Aufwändiger Schutz der Gewässer vor
Eintrag von Stäuben und Abbruchmaterial beim Abriss der alten Brücken (Abdeckung mit Bohlen und Planen), vorheriges Abfischen und Umsetzen von Neunaugenlarven
Landschaftsbild
Veränderungen des Landschaftsbildes durch Verlust von straßenbegleitender Vegetation (große Bäume, Wald) oder durch neue „Elemente“ wie Lärmschutzwände und –wälle, Wildschutzzäune, Überflughilfen für Fledermäuse.
TKMS liefert U-Boot an Ägypten – Staatssekretär Rohlfs erinnert an hohe industriepolitische Bedeutung
Das zweite von insgesamt vier U-Booten hat die Kieler Werft TKMS heute offiziell an die ägyptische Marine übergeben. Ende 2016 war mit «S41» das erste Boot an die Ägypter ausgeliefert worden. Von einem «Meisterstück deutscher Ingenieurskunst» sprach Andreas Burmester, Mitglied der Geschäftsführung der Werft ThyssenKrupp Marine Systems, bei einem militärischen Zeremoniell am Pier 11 des Werftgeländes. Wirtschafts- und Technologuie-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs erinnerte zudem an die hohe industriepolitische Bedeutung der Aufträge für Schleswig-Holstein.
An der Zeremonie nahm auch der Oberbefehlshaber der ägyptischen Marine, Vizeadmiral Ahmed Khaled, teil. Er betonte die Bedeutung der Marine nicht nur für die Sicherheit im Nahen Osten und den Schiffsverkehr im Suezkanal. Die U-Boote seien angesichts der sich verändernden Risiken «um uns herum und des Terrorismus» wichtig.
Der Befehlshaber der deutschen Flotte, Vizeadmiral Rainer Brinkmann, betonte die Bedeutung von nur schwer zu ortenden U-Booten. «Das macht sie zu einem unschätzbaren strategischen Instrument im politischen und Marine-Werkzeugkasten.» Die Boote aus Kiel seien «state of the art» und die besten konventionellen U-Boote der Welt.
Insgesamt hat Ägypten vier U-Boote bei TKMS bestellt. Die beiden anderen Boote sollen bis 2021 abgeliefert werden. Sie sind rund 62 Meter lang. Zum Kaufpreis machte die Werft selbst keine Angaben.
Die «Kieler Nachrichten» hatten von rund einer Milliarde Euro berichtet. Die Boote hätten demnach acht Torpedorohre, aus denen bis zu 14 Torpedos und Flugkörper verschossen werden können. Der Zeitung zufolge hat die ägyptische Marine für rund 130 Millionen Dollar 20 Flugkörper des Typs Harpoon UGL-84L in den USA bestellt.
Rüstungsexporte sind nicht unumstritten. In Israel hatten Berichte über den Verkauf von zunächst zwei deutschen U-Booten an Ägypten 2012 Irritationen ausgelöst. Drei Jahre später genehmigte die Bundesregierung den Bau von zwei weiteren Booten.
Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs
Die Landesregierung in Kiel freue sich über jeden Auftrag für die Kieler Werft, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohls. «Industriepolitisch hat dieser Standort für Schleswig-Holstein eine überragende Bedeutung.» Die Boote seien «im konventionellen Bereich absolute Spitzenklasse». Die Entscheidungen, welche Lieferungen an welche Länder gingen, fielen in Berlin. «Diese Beurteilung haben wir hier in Kiel – von der Landesregierung – nicht zu treffen.»
Barrierefrei: Land und DB AG nehmen neue Fußgänger-Überführung auf dem Bahnhof Reinfeld in Betrieb
Buchholz (2.v.r.) mit Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann (rechts), Bernhard Wewers (2.v.l.), Manuela Herbort (mitte) und Bärbel Aissen, Regionalbereichsleiterin Nord der DB Station&Service AG beim Durchschneiden des Bandes
Gemeinsam mit der DB-Konzernbevollmächtigten Manuela Herbort sowie NAH.SH-Chef Bernhard Wewers, Bundestagsabgeordneten und Kommunalpolitikern hat Verkehrsminister Bernd Buchholz heute die neue Personenüberführung sowie die neuen Aufzüge im Bahnhof Reinfeld offiziell in Betrieb genommen.
Buchholz sagte bei der Feierstunde in Reinfeld unter anderem (Audio anklicken)
Der Ausbau des Bahnhofs hatte im Oktober letzten Jahres begonnen. Es wurde eine Brücke über das Richtungsgleis Lübeck–Hamburg gebaut. Die Zuwegung erfolgt über Treppen und über je einen Aufzug auf der Seite des Empfangsgebäudes sowie auf dem Mittelbahnsteig.
Damit ist nun auch der Bahnhof Reinfeld mit werktäglich über 3.000 Ein- und Aussteigern barrierefrei. Buchholz: „Ich freue mich, dass damit eine weitere Lücke im Netz der barrierefreien Bahnstationen in Schleswig-Holstein geschlossen werden konnte. Der Bahnhof Reinfeld wird dadurch noch attraktiver.“
Mit werktäglich zwei schnellen Verbindungen pro Stunde (30-Minuten-Takt) in knapp über 30 Minuten nach Hamburg Hbf ist der Bahnhof äußerst attraktiv an den Schienenverkehr angebunden. Nach Lübeck beträgt die Fahrzeit 10 Minuten. In den vergangenen 15 Jahren stiegen die Fahrgastzahlen um 120 Prozent.
Erste Probefahrt mit dem neuen Aufzug
Der Bahnsteig erhielt drei zusätzliche Wetterschutzhäuser sowie ein neues Wegeleitsystem. Außerdem wurde das Bahnsteigdach grundlegend erneuert.
Bernhard Wewers, Geschäftsführer der NAH.SH Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH: „Nach und nach haben wir die Barrierefreiheit an den Stationen in Schleswig-Holstein vorangebracht. Wir sind bundesweit Spitze. Das liegt auch an der guten Zusammenarbeit mit der DB Station&Service AG“.
In den barrierefreien Ausbau investierten das Land Schleswig-Holstein und die DB AG rund 2,7 Millionen Euro. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgen der Rückbau und das Verfüllen des Personentunnels.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus