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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Rückschlag für Windkraft-Standort Husum: Senvion stellt die Produktion ein

Senvion stellt Produktion in Husum ein – Meyer fordert Sozialplan sowie Beschäftigungsgesellschaft  

Messe Husum Wind 2015
Ein Bild aus besseren Tagen: Der Senvion-Stand auf der „Husum-Wind“-Messe

Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion will in diesem Jahr in Deutschland rund 730 Arbeitsplätze streichen. Die Konzernholding begründete die Einschnitte heute mit einem stärker werdenden Wettbewerbs- und Preisdruck. Deshalb sollen Teile der Produktion verlagert und Standorte in Deutschland geschlossen werden, wie die Luxemburger Senvion S.A. mitteilte. Der Vorstand will durch die Umstrukturierung jährlich rund 40 Millionen Euro einsparen.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bedauerte die Entscheidung, die  das Land weder mit Zuschüssen noch mit Finanzierungsangeboten hätte umkehren können. Als globaler Finanzinvestor wolle die Senvion S.A. die Braut hübsch machen und mit guten Zahlen verkaufen.  Meyer forderte das Unternehmen auf, unverzüglich Maßnahmen für die Belegschaft zu ergreifen  – vom Sozialplan bis zur Qualifizierungsgesellschaft.

Reinhard_MeyerMeyer sagte dazu weiter

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Nach den Worten von Meyer stehe das Land mit seinen Förderinstrumenten bereit, um Anschluss-Lösungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Mit Blick auf den Industriezweig Windkraft  erinnerte Meyer zudem an die Bedeutung von Innovationsführerschaft in dem Markt. Die Hersteller müssten sich für die nächste Phase der Energiewende rüsten und  nicht nur Hardware liefern, sondern Anbieter von Systemdienstleistungen inklusive der Power-to-X-Technologie werden.

Nach Angaben von Senvion sollen im Ausland 50 Stellen wegfallen. Da aber auch rund 120 Stellen aufgebaut werden, fallen unter dem Strich rund 660 Vollzeit-Stellen weg, wie Vorstandschef Jürgen Geißinger der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg erläuterte.

Dicht gemacht werden neben Husum auch die Betriebsstätte in Trampe (Brandenburg) sowie der Standort der PowerBlades GmbH in Bremerhaven. In Husum seien 100 Mitarbeiter direkt betroffen. Rund 120 Beschäftigten aus dem Service soll angeboten werden, an den Service-Standort Schleswig mit bisher nur zehn 10 Beschäftigten zu wechseln.

Von den 253 betroffenen Mitarbeitern in der Bremerhavener Rotorblätter-Fertigung will Senvion Angestellte in die Gondel-Produktion (220 Beschäftigte) übernehmen. Mit den Arbeitnehmervertretern sollen zeitnah Gespräche für einen Sozialplan aufgenommen werden. Das größte Senvion-Werk für Rotorblätter steht in Portugal, es hat rund 500 Mitarbeiter.

Messe Husum Wind 2015
Windkraftanlagen-Produktion bei Senvion in Husum

«Der Stellenabbau ist leider unvermeidlich, um das Unternehmen als Ganzes mit seinen dann rund 4100 Arbeitsplätzen zukunftsfähig zu erhalten», sagte Geißinger. Senvion habe in den vergangenen beiden Jahren bereits Abläufe verbessert, Investitionen getätigt und neue Produkte entwickelt. Aber allein der für Senvion bislang starke deutsche Markt habe sich von mehr als 5,0 Gigawatt 2015 installierter Leistung auf 2,8 Gigawatt fast halbiert. «Die Preise haben sich in den vergangenen Jahren um rund 40 Prozent reduziert», sagte Geißinger.

Er will vor allem in Übersee – Südamerika, Australien, Indien sowie den USA – mit Anlagen für den Niedrigwindbereich expandieren. «Ich bin überzeugt, dass wir mit deutscher Technologie die Energiewende auch global zum Erfolg führen», sagte Geißinger. Der mit der Produktentwicklung beschäftigte Standort Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist den Angaben zufolge kaum vom Stellenabbau betroffen, seinen Verwaltungssitz hat das Unternehmen in Hamburg.

In Deutschland habe Senvion einen Marktanteil von 8 Prozent, berichtete Geißinger. Weltweit rangiere das Unternehmen an vierter Stelle im Windenergie-Anlagenmarkt. Die Festaufträge für 2016 lagen bei 1,3 Milliarden Euro. Einschließlich der noch nicht endgültig festgezurrten Abschlüsse betrugen sie 1,765 Milliarden Euro.

Senvion gibt seine Jahreszahlen für 2016 am Donnerstag bekannt.

Das Straßenbauprogramm 2017 im Raum Lübeck-Lauenburg 

Meyer und LBV-SH-Leiter Sommerburg geben Ausblick auf Straßenbaustellen 2017 im Breich Lauenburg.

Meyer (rechts) und Sommerburg bei der Baustellen-Erläuterung im vergangenen Jahr
Von der Deckenreparatur bis zur grundhaften Sanierung: Im Raum Lübeck-Lauenburg stehen in 2017 mit Beginn des Frühjahrs erneut mehrere Dutzend größere und kleinere Straßensanierungen für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag auf dem Plan.

Über die Einzelheiten informiert heute ab 9.30 Uhr in der Straßenmeisterei Breitenfelde (Winkelöhren 3) Verkehrsminister Reinhard Meyer zusammen mit dem zuständigen Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH), Jens Sommerburg.

Von Eckernförde bis in die Lübecker Bucht: Land saniert B 76 für 20 Millionen Euro

Ab April saniert das Land mit Hochdruck die B 76: Vollsperrung bei Raisdorf in den Sommerferien

B76
Sanierung der B 76 im vergangenen Jahr bei Raisdorf: Ab April geht es weiter Richtung Preetz – diesmal allerdings mit größeren Einschränkungen

Hochdruck bei der Sanierung der B 76 zwischen Kosel bei Eckernförde und Eutin (Kreis Ostholstein). Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute in Kiel erläuterte, wird die Bundesstraße ab diesem Frühjahr bis ins kommende Jahr hinein im Rahmen von elf Einzelprojekten grundlegend saniert. Die vom Bund getragenen Gesamtkosten der Sanierung – in denen auch Brückenneubauten und -reparaturen enthalten sind – belaufen sich auf rund 19,2 Millionen Euro.

ZeigebildIm Gespräch mit Journalisten sagte Meyer (hier im Bild mit Matthias Paraknewitz)

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„Unser Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr hat die einzelnen Vorhaben sorgfältig aufeinander abgestimmt, so dass wir die Belastungen für Anwohner, Verkehrsteilnehmer und die Gewerbebetriebe in den jeweiligen Regionen so gering wie möglich halten“, sagte Meyer. Dennoch werde es teilweise zu Vollsperrungen und anderen Einschränkungen des Verkehrs sowie zu teils weiträumige Umleitungen kommen: „Wir werden die größten Vorhaben in die Sommerferien legen, trotzdem verlangen wir den Autofahrerinnen und Autofahrern einmal mehr eine große Portion Geduld ab“, sagte Meyer. Die Sanierung sei aber unumgänglich, um auch künftig eine leistungsfähige Magistrale von Flensburg bis in die Lübecker Bucht zu haben.

Bei der größten Einzelmaßnahme handelt es sich nach den Worten des zuständigen Niederlassungsleiters beim LBV-SH, Matthias Paraknewitz, um die im April beginnende Sanierung im Teilabschnitt von der Anschlussstelle B 76 / B 202 bei Raisdorf bis zum Knotenpunkt „Reuterkoppel“. Auf einer Länge von 1,8 Kilometern muss die Bundesstraße hier für rund sieben Millionen Euro grundlegend erneuert werden. „Erschwert wird der Bau dabei durch eine Verengung von einer vierspurigen Trasse auf eine zweispurige Strecke in einem Abschnitt von rund 800 Metern. Das bedeutet, dass der Verkehr während der Bauarbeiten in diesem Bereich nicht mehr möglich ist“, so Paraknewitz. Daher sei eine Vollsperrung in den Sommerferien unumgänglich. Grund sei die zu geringe Fahrbahnbreite hinter der Anschlussstelle. Meyer: „Verkehrssicherheit und der Arbeitsschutz für die Mitarbeiter der Baufirmen erlauben in diesem Bereich keinen Verkehr – und Sicherheit geht vor.“

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Hier die grafische Gesamtübersicht und die „Steckbriefe“ der einzelnen Baumaßnahmen:

Gesamtkarte Baumaßnahmen B 76: hier klicken

Einzelmaßnahme Kiel-Reuterkoppel: hier klicken

Einzelmaßnahme  Kosel-Eckernförde: hier klicken
Einzelmaßnahme Reuterkoppel-Weinbergsiedlung: hier klicken
Einzelmaßnahme Levensau-Holsteinknoten: hier klicken
Einzelmaßnahme Eutin-Mittelburg: hier klicken
Einzelmaßnahme Ersatz Rosenheimbrücke Raisdorf: hier klicken
Einzelmaßnahme B76 bis Abfahrt B 202 Raisdorf: hier klicken
Einzelmaßnahme Robinsonbrücke bei Altenhof: hier klicken
Einzelmaßnahme Stadtseebrücke Plön: hier klicken
Einzelmaßnahme Blickstedt: hier klicken
Einzelmaßnahme B 76 Lernweg: hier klicken

Während der Vollsperrung werde der Verkehr über eine ausgeschilderte Umleitung über das „Rastorfer Kreuz“ geführt. Bereits in Höhe des Gewerbegebiets Wakendorf werden die Fahrzeuge dann auf die Landesstraße 211 zum „Rastorfer Kreuz“ abgeleitet und von dort über die B 202 nach Raisdorf geführt (siehe Grafik). Dort kann der Verkehr auf die B 76 in Richtung Kiel eingefädelt werden. Paraknewitz: „Der Verkehrsfluss auf der Umleitungsstrecke wird über Ampeln geregelt“. Mit der vollständigen Fertigstellung des Abschnitts rechnet der LBV-SH im Sommer 2018.

Umleitung1Wie Paraknewitz weiter erläuterte, muss die Fahrbahn in allen Schichten bis in die Tiefe erneuert werden – auch die Entwässerungskanäle werden repariert.  Gleich­­zeitig werde die Fahrbahndecke zwischen der „Reuterkoppel“ bis zur Ortsumgehend Preetz saniert. Das Gewerbegebiet „Ostseepark“ in Schwentinental  bleibt aber aus den Richtungen Kiel und Preetz mit den üblichen Abfahrten erreichbar. Während der Bauarbeiten werde zudem stets gewährleistet, dass Rettungsdienste im Notfall durch die Baustelle fahren können. Mit den betroffenen Anliegern werden für die Bauzeit individuelle Regelungen zur Erreichbarkeit ihrer Grundstücke getroffen.

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Nach den Worten von Meyer, habe es den Landesbetrieb erhebliche Anstrengungen gekostet, beide Baustellen so zu planen, dass sie gleichzeitig abgewickelt werden können und den Autofahrern auf diese Weise nur eine einmalige Vollsperrung zu­gemutet werden müsse. „Dafür gilt allen Planern mein großer Dank“, so Meyer.

Im Zuge der Bauarbeiten wird auch die so genannte „Rosenheim“-Brücke eine Geh und Radwegunterführung bei Raisdorf abgerissen und vollständig erneuert. „Eine Verschiebung dieser Baumaßnahme ist wegen des schlechten Zustands der alten Betonbrücke infolge der enormem Belastung nicht mehr möglich“, so Meyer.

Eine weitere Brückensanierung, die 2016 aufgrund der Landesgartenschau nicht in Angriff genommen wurde, bezeichnete Meyer als ebenfalls unaufschiebbar: Die  „Stadtsee“-Brücke in Plön weise erhebliche Risse und Ausbrüche auf. Der Asphalt­belag sowie Schutzeinrichtungen und der Stahlübergang müssen für knapp eine Million Euro grundlegend erneuert werden. Die Arbeiten werden absehbar von Ende April bis Ende September in zwei Abschnitten erfolgen. Dafür wird dafür eine halbseitig Straßensperrung nötig. Die Verkehrsregelung erfolgt über eine Ampel.

Nach den Worten von Meyer und Paraknewitz ist die B 76 auch zwischen Eutin und der A 1 durchweg sanierungsbedürftig. Mit der Ortsumgehung Eutin wurde 2015 bereits ein erster Abschnitt saniert, 2016 wurden die Arbeiten – ebenfalls wegen der Landesgartenschau –  ausgesetzt. Die besonders kritische Teilstrecke bei Middelburg erhält zwischen Juni und August auf knapp fünf Kilometern Länge eine neue Fahrbahndecke für 2,8 Millionen Euro. Meyer: „In den kommenden Jahren werden wir die Sanierung Stück für Stück an die A1 fortsetzen, damit Anwohner, Pendler, Urlaubsgäste und das Transportgewerbe wieder uneingeschränkt von der Flensburger Förde bis in die Lübecker Bucht freie Fahrt haben.“

B 76 wird ab April weitersaniert – Elf Einzelprojekte, 20 Millionen Euro Investition

Kosel bis Eutin: Land saniert B 76 in 11 Einzelprojekten – Meyer stellt Bauplan heute der Presse vor

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Meyer (links) und LBV-SH-Niederlassungsleiter Matthias Paraknewitz stellen die Gesamtsanierung der B 76 heute den Medien vor

in den kommenden anderthalb Jahren setzt das Land die Sanierung der Bundesstraße 76 auf verschiedenen Abschnitten zwischen  Eckernförde über Kiel und Preetz bis nach Eutin fort. Die einzelnen Bauprojekte sind eng aufeinander abgestimmt, werden aber erneut zu Einschränkungen des Verkehrs führen.

Gemeinsam mit dem zuständigen Niederlassungsleiter beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), Matthias Paraknewitz, wird Verkehrsminister Reinhard Meyer heute das Gesamtprojekt vorstellen.

Journalisten sind zu dem Pressegespräch am heutigen Freitag, 9.30 Uhr, im Wirtschaftsministerium (Düsternbrooker Weg 94, Kiel) herzlich eingeladen.

Der echte Norden zeigt Flagge auf der ITB – und freut sich über ein Rekordjahr 2016

Der echte Norden zeigt Flagge auf der ITB – Meyer hofft auf ein weiteres Tourismus-Rekordjahr

ITB
Meyer am Schleswig-Holstein-Stand auf der ITB
Stelldichein der Tourismusbranche auf der ITB in Berlin; Auch Schleswig-Holstein ist in diesem Jahr auf seinem Gemeinschaftsstand mit Hamburg prominant vertreten. Zu den Ausstellern gehören beispielsweise die Tourismus Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), die Marketingorganisationen von Lübeck und Travemünde, Kiel und des Herzogtums Lauenburg, die Nordsee-Tourismus-Service GmbH, der Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. und der Schleswig-Holstein Binnenland Tourismus e.V..

Tourismus-Minister Reinhard Meyer informiert sich zur Stunde bei einem ausführlichen Messerundgang über neue Trends und Entwicklungen im Tourismus. Vor Journalisten erinnerte er daran, dass das vergangene Reisejahr sehr erfolgreich und bereits das siebte Rekordjahr in Folge für den deutschen Tourismus gewesen sei. Deutsche Gäste hätten sich häufig für Deutschland als Reiseziel entschieden. Bei den ausländischen Gästen gebe es aber noch Potenzial. Investitionen in neue Hotels und Modernisierungen des Bestands hätten in vielen Regionen Deutschlands die Angebote attraktiver gemacht, auch über die Hauptsaison hinaus. Das könne man gut etwa an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste beobachten, sagte Meyer.

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In einem vorab geführten Telefonat mit dpa sagte Meyer zu den Bundestrends

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Deutschlandweit gebe es einen klaren Trend zu Städtereisen, sagte Meyer. Davon profitiere beispielsweise Hamburg durch die Eröffnung der Elbphilharmonie. Aber auch Mittelzentren, die in den vergangenen Jahren viel für eine Attraktivierung getan hätten, empfehlen sich als Reiseziel. „Für Schleswig-Holstein ist etwa Lübeck ein Aushängeschild.“

Es gebe, sagte Meyer, nach wie vor den Trend, den Jahresurlaub in der Hochsaison in den Hauptorten des schleswig-holsteinischen Tourismus zu verbringen, also 10 bis 14 Tage zu bleiben, manchmal auch länger. Es gebe aber auch einen Trend zu Kurzurlauben, nach dem Motto „kurz, nah, weg“: Das seien spontane Reisen über ein verlängertes Wochenende. „Hierauf müssen sich die Anbieter einstellen. Wer heute noch sagt: „Unter einer Woche vermiete ich nicht!“, könne den Anschluss verpassen.“

Und so berichtet der sh:z in seiner Freitagausgabe:


  Und die Kieler Nachrichten berichten so:

 

Milder Winter und Rußland-Sanktionen drücken Industie-Umsätze im Norden

Trotz guter Gesamtprognose: SH-Industrie mit Umsatzrückgängen  – Meyer: „Industrie-Bündnis wichtiger denn je“

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Während das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) nach wie vor von einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent für Deutschland ausgeht, schwächelte die Industrie im Norden im Jahr 2016: Schleswig-Holstein verzeichnet ein Umsatzminus von 2,3 Prozent, Hamburg von 3,7 Prozent. Die größeren Betriebe in Schleswig-Holstein mit jeweils mindestens 50 Beschäftigten erwirtschafteten nach Angaben des Statistikamtes einen Gesamtumsatz von 32,2 Milliarden Euro. Nach überdurchschnittlich starken Rückgängen im ersten Halbjahr gab es aber im letzten Quartal bereits wieder wieder ein Plus von 3,1 Prozent.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer ist die Delle vor allem auf starke Rückgänge bei der Mineralölverarbeitung infolge des milden Winters und auf Preiseffekte zurückzuführen. Die Betriebe der Ernährungswirtschaft hätten zudem nach wie vor mit den Russland-Sanktionen, aber auch mit Einbußen beim Inlandsumsatz zu kämpfen. Zwar liegen die Bundeszahlen noch nicht vor, gleichwohl rechnet Meyer auch bundesweit mit einem Rückgang.

Der Branchenführer Maschinenbau büßte in Schleswig-Holstein insgesamt zehn Prozent ein und kam damit auf 5,9 Milliarden Euro. Das Ernährungsgewerbe einschließlich Tabakverarbeitung fiel um sechs Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Die Chemieproduktion sank um drei Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, während die Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse um drei Prozent auf ebenfalls 2,4 Milliarden zulegte. Die Mineralölverarbeitung musste – vor allem preisbedingt – weitere Einbußen um 20 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro hinnehmen.

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Erdölverarbeitung in der Raffinerie Heide-Hemmingstedt: Der milde Winter hinterließ Spuren in der Bilanz

Wie Meyer weiter sagte, sei die Entwicklung ein weiterer Beleg dafür, dass das Land mit der Einrichtung eines breiten Industrie-Bündnisses vor anderthalb Jahren die richtigen Weichen gestellt habe. Er sei vor allem erstaunt, dass die Opposition plötzlich mehr Engagement für die Industrie reklamiere, selbst aber über Jahre auf diesem Gebiet restlos untätig gewesen sei. „Wir haben erstmals in der Geschichte des Landes einen deutlichen Schwerpunkt auf Industriepolitik gelegt und ein Referat für Industriepolitik innerhalb der Landesregierung etabliert“, so Meyer. Am 17. März werde das Industrie-Bündnis in Kiel seine Handlungsempfehlungen für einen engeren Schulterschluss der Industriebetriebe auf den Feldern der Maritimen Industrie, der Energiewende und der Digitalisierung von Arbeitsprozessen vorstellen.

Insgesamt ging der Inlandsumsatz der Industrie im echten Norden um sechs Prozent zurück, während das Auslandsgeschäft um drei Prozent wuchs. Dabei nahmen die Exporte in Ländern der Euro-Zone deutlich zu. Die Zahl der Beschäftigten in den 529 erfassten größeren Industriebetrieben stieg im Monatsdurchschnitt um ein Prozent auf 102.800. Der Umsatz je Beschäftigtem sank damit auf rund 313 000 Euro.

Hinsichtlich des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes zeigte sich Meyer – gestützt auf die heute vom ifW vorgelegten Zahlen – optimistisch: Verschiedene Frühindikatoren zeigten deutlich nach oben, die Auftragsbücher der Industrie seien voll, so die Konjunkturforscher. Da 2017 verhältnismäßig viele Feiertage auf einen Werktag fallen, werde die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) jedoch hinter der des Vorjahres von 1,9 Prozent zurückbleiben. Für das kommende Jahr erwartet das Institut ein Wachstum von 2,0 Prozent.

 

 

Land bestellt weitere Zughalte in den Kreisen Steinburg und Pinneberg

Weitere Verbesserungen auf  der Bahnstrecke Hamburg-Elmshorn-Itzehoe – Land ordert zusätzliche Halte

Streik der Lokführer - Schwerin

Aufgrund der positiven Entwicklungen der Verkehre zwischen Itzehoe und Hamburg-Altona bzw. Hamburg-Hauptbahnhof. hat das Land zum Fahrplanwechsel ab Dezember folgende zusätzliche Züge bei der Nordbahn bestellt:

  • Hamburg-Altona 12:34 – Tornesch 12:52 – Elmshorn 12:57
  • Hamburg Hbf 22:06 – Tornesch 22:32 – Itzehoe 23:06
  • Hamburg Hbf 23:06 – Tornesch 23:32 – Itzehoe 0:06
  • Elmshorn 13:04 – Tornesch 13:09 – Hamburg-Altona 13:28
  • Itzehoe 20:54 – Tornesch 21:28 – Hamburg Hbf 21:53
  • Itzehoe 21:54 – Tornesch 22:28 – Hamburg Hbf 22:53

Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute in Kiel sagte, werde damit die Mobilität der Reisenden sowohl in der Mittagszeit als auch in den Abendstunden verbessert. Das gelte insbesondere auch für Fahrgäste, die aus Hamburg kommen. Bislang fuhren die Züge nur ab Altona, künftig auch  ab Hauptbahnhof.

Wie Meyer weiter bekannt gab, verkehrt bereits ab den Sommerferien von montags bis freitags (ab 7:20 Uhr) wieder ein Frühzug exklusiv ab Tornesch. „Der zusätzliche Halt in Elmshorn hatte dazu geführt, dass dieser Zug ab Elmshorn überlastet war, obwohl von Elmshorn genügend alternative und zeitnahe Fahrtmöglichkeiten mit anderen Zügen bestehen“, so Meyer.

Für die von der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft Niebüll (neg) betriebene 4,5 Kilometer lange Güterbahn-Strecke Tornesch-Uetersen prüft das Land eine Reaktivierung für den Personenverkehr: „Wir werden die Öffnung der Strecke auf Anregung unserer Verkehrsgesellschaft NAH.SH gutachterlich prüfen lassen – denn die letzte Untersuchung liegt genau 20 Jahre zurück“, so Meyer. Dazu findet Ende März ein Treffen von Vertretern des Landes und der NAH.SH mit mit Vertretern des Kreises, der neg und der Uetersener Eisenbahn als Eigentümerin der Strecke statt.

Pofalla macht Mitarbeitern des Bahnwerks NMS Mut – und bittet Sylter Pendler um Verständnis

Spitzentreffen  Albig, Pofalla, Meyer: Zuversicht für Bahnwerk Neumünster  und die Sylt-Verkehre

Pofalla
Pressegespräch nach dem Spitzentreffen in der Staatskanzlei: Albig und DB-Vorstand Pofalla, rechts Verkehrsminister Reinhard Meyer

Bahn-Infrastrukur-Vorstand Ronald Pofalla hat den Mitarbeitern des Fahrzeug-Instandhaltungswerks Neumünster Hoffnung gemacht. «Wir werden alles für den Erhalt des Standortes in Neumünster prüfen», sagte Pofalla am Abend nach einem Treffen mit Ministerpräsident Torsten Albig und Verkehrsminister Meyer in Kiel. Das Unternehmen versuche, bis zum Jahresende Konzepte vorzulegen. Die Auslastung des Werkes sei aus derzeitiger Sicht aber nicht so, dass langfristig schwarze Zahlen zu erwarten seien. Eine Möglichkeit dies zu ändern könnte eine Öffnung der Werke für Drittanbieter sein. Es gebe aber bislang keine Beschlüsse des Vorstands weder zu Neumünster noch anderen Instandhaltungswerken, die eine Schließung vorsehen.

PofiZu Neumünster und Sylt sagte Pofalla bei der Pressekonferenz weiter

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Unterdessen gaben Verkehrsminister Meyer und die NAH.SH bekannt, dass ab sofort auch der Sylt Shuttle Plus (SSP) und IC-Züge auf der Marschbahn von Pendlern unter folgenden Bedingungen genutzt werden können:

Sylt-Shuttle-Plus: Bei Ausfall oder hoher Verspätung eines Regional-Express wird der nachfolgende SSP freigegeben. Diese Freigabe-Regelung kann auch ab dem 1. April erfolgen und erfolgt derzeit für die Kunden aus Kulanz aufgrund des Ersatzkonzepts. Die Freigabe erfolgt im Bedarfsfall für die gesamte Strecke Westerland – Bredstedt.

Freigabe IC: Bei Ausfall oder hoher Verspätung eines Regional-Express kann der nachfolgende IC durch die Transportleitung freigegeben werden.  Diese Freigabe-Regelung gilt laut der  DB AG vorerst nur bis zum 31. März und erfolgt für die Kunden aus Kulanz aufgrund des Ersatzkonzepts. Die Freigabe gilt im Bedarfsfall für die gesamte Strecke Westerland – Hamburg-Altona.

Nach den Worten von Meyer setzt sich der Verkehrsverbund NAH.SH dafür ein, die IC-Freigaben auch über den März hinaus sicherzustellen.

Ministerpräsident Torsten Albig dankte der Deutschen Bahn nicht nur für den massiven Not-Einsatz auf der Marschenbahn, sondern auch für den gemeinsamen Masterplan „Schiene.SH – Die Schieneninfrastruktur der DB AG in Schleswig-Holstein“. Damit lege das Land gemeinsam mit dem Konzern eine Übersicht vor, die es in anderen Bundesländern so noch nicht gibt. Albig:  „Es werden nicht nur die schicken Neubauprojekte vorgestellt. Hier wird auch der Erhalt der Infrastruktur beschrieben.  Diese Handreichung weist auf die Komplexität der Bahnwelt hin und zeigt dennoch auf, was konkret getan wird, um diese Infrastruktur zu bewahren.“

Auch das Instandhaltungswerk Neumünster habe eine lange Tradition. Darum freue es ihn, dass der Vorstand für Infrastruktur der Deutschen Bahn AG zugesagt habe, sich für den Erhalt des Standortes einzusetzen.

albigAlbig sagte weiter

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Pofalla, Albig und Meyer hatten zuvor eine Absichtserklärung für eine „Innovationspartnerschaft für moderne Mobilität und Klimaschutz“ unterzeichnet.

Hintergrund: Nahverkehr, Busse und Bahnen sind an sich schon klimafreundlicher als der Individualverkehr. Historisch bedingt liegt aber der Anteil der nicht elektrifizierten Strecken in Schleswig-Holstein bei 70%. Im bundesweiten Vergleich stehen wir deutlich schlechter da, denn bundesweit sind nur rund 40% nicht elektrifiziert.

Nicht elektrifizierte Strecken sind im Betrieb teurer als elektrifizierte Strecken, außerdem belasten Diesel und Lärm die Umwelt. Albig: „Auf unserem Weg ,weg vom Diesel‘ wollen wir deshalb zusammen mit der DB AG Innovationen auch in diesem Bereich anschieben.“ Er nannte als Beispiele:

  • Betriebs- und Einsatzkonzept CO2-armer Verkehr

Unter anderem möchte die DB AG die neuen Lokomotiven des Autozug Sylt so umrüsten, dass sie deutlich weniger CO² ausstoßen. Vorteil eines solchen Vorschlages ist: die Lokomotiven stehen zur Verfügung, DB Syltshuttle ist hier autonom und kann eigenwirtschaftlich handeln.

  • Ladeinfrastruktur für Elektromobilität

Das Land verhandelt derzeit in einem offiziellen Vergabeverfahren mit Fahrzeugherstellern den Einsatz von neuen „Schienenbussen“ auf den Nebenstrecken. Die Ausschreibung ist „technologieoffen“. Die Hersteller sollen einem zukünftigen Betreiber moderne, möglichst CO²-freie Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Einige Hersteller benötigen dafür eine elektrische Ladeinfrastruktur. Zusammen mit DB Netze will das Land gemeinsam solche Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen.

Auch die Busunternehmen planen den verstärkten Einsatz von Elektrobussen. Die Fahrzeuge dafür sind zunehmend auf dem Markt zu wirtschaftlich darstellbaren Konditionen vorhanden. Die Busunternehmen benötigen aber einen starken Partner für die Ladeinfrastruktur. Das können die Energieunternehmen selber sein, oder aber verkehrsaffine Infrastrukturbetreiber, wie die DB Netze.

  • Pilotprojekte mit Universitäten und Fachhochschulen

Die innovativen Projekte wollen Land und DB AG wissenschaftlich begleiten lassen. Dabei soll es weniger um die Entwicklung neuer Technologien gehen, als vielmehr um die Übertragbarkeit von Projekten in den Betrieb, also die Anwendungsorientierung. „Es sollen marktfähige Betriebskonzepte entwickelt werden, die aus dem „Labor Schleswig-Holstein“ wirtschaftlich darstellbar in den Betrieb bundesweit übertragen werden“, sagte der Ministerpräsident.

Den kompletten Masterplan Schiene finden Sie:  hier

 

Beim schnellen Internet hat SH die Nase weit vorn – bis 2022 fast 70 Prozent Abdeckung angepeilt

Breiter Konsens für SH-Breitbandstrategie: Land setzt weiter auf Glasfaser – bereits heute 25 Prozent Abdeckung

Glasfaserkabel zur Breitband-Nutzung werden verlegt

Nachdem die Landesregierung im November letzten Jahres die Fortschreibung der Strategie beschlossen und in die Anhörung der wichtigsten Verbände und Unternehmen gegeben hatte, liegt nun das Ergebnis vor. Danach haben nahezu alle Akteure ihre einhellige Zustimmung zur Zielrichtung der Strategie und den vorgesehenen Maßnahmen gegeben. „Wir sind mit unserer Glasfaserstrategie bundesweiter Vorreiter und schaffen damit die modernste Breitbandinfrastruktur in ganz Deutschland. Dies kommt nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern zugute, sondern stärkt auch den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein“, begrüßte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute  die Verabschiedung der endgültigen Version der Breitbandstrategie durch das Landeskabinett.

Reinhard_MeyerMeyer sagte im Gespräch mit Journalisten weiter

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Auch mit dem Ergebnis der Anhörung zeigte sich Meyer hochzufrieden: Es seien nur wenige kritische Stellungnahmen eingegangen, die meisten Änderungsvorschläge bezogen sich auf sinnvolle Ergänzungen. Beispiele:

  • Der Begriff „Glasfasernetz“ wurde noch präziser durch Fiber to the Home/ Fiber to the Building ersetzt, um deutlich zu machen, dass die Glasfasernetze bis zum Kunden gebracht werden sollen.
  • Die Bedeutung des Breitbandausbaus für die Unternehmen und Gewerbegebiete wurde hervorgehoben, um die wirtschaftliche Dimension zu verdeutlichen.
  • Bei der Förderpolitik wurde hervorgehoben, dass im Sinne eines wirkungsvollen Mitteleinsatzes zunächst der Großteil der Haushalte erschlossen, parallel aber ein Konzept für die besonders schwer zu erschließenden Regionen erarbeitet werden soll.

Der Minister machte aber auch deutlich, dass einige Stellungnahmen, die die Grundausrichtung der Breitbandstrategie in Frage stellten, nicht übernommen wurden. Dies betraf insbesondere die Forderung, das Glasfaserziel durch ein Gigabitziel zu ersetzen. Meyer: „Wir haben uns bewusst für ein Infrastrukturziel entschieden, weil dies der einzig zukunftssichere Weg ist. Und die Erfolge geben uns recht: Bereits jetzt können 25 Prozent der Haushalte in Schleswig-Holstein einen Glasfaseranschluss bekommen. Mit den derzeit laufenden Projekten können wir bis zum Jahr 2020 bei 50 Prozent Abdeckung und bis 2022 bei etwa zwei Drittel liegen.“ Aber auch einen Vergleich der Bandbreiten brauche Schleswig-Holstein im Ländervergleich nicht zu scheuen: „Wir liegen aktuell mit einer Versorgungsquote von 73 Prozent an der Spitze der Flächenländer.“

Der Minister betonte weiter, dass das vom Bund vor anderthalb Jahren aufgelegte Bundesförderprogramm sehr zu begrüßen sei und die schleswig-holsteinische Entwicklung unterstütze. Allerdings sei es wichtig, dieses Programm über 2018 hinauszuführen und stärker auf den so genannten FTTB / FTTH-Ausbau zu fokussieren: „Außerdem bedarf es dringend einer langfristigen, auf ein Infrastrukturziel ausgelegten Breitbandstrategie des Bundes. Ein Bandbreitenziel von 50 Mbit/s ist schon heute nicht mehr zeitgemäß und führt eher zu einer Fehlleitung von Investitionen“, so Meyer.

Hier ein Überblick über den Glasfaser-Ausbauzustand in Schleswig-Holstein:

Die Breitband-Versorgung im Bundesländer-Vergleich: hier klicken

Mehr Informationen: zur Breitbandstrategie SH