Wirtschaftsminister Meyer eröffnet 8. Kongress „Vernetzte Gesundheit“ in Kiel – Stelldichein einer Boom-Branche
Vor rund 400 Vertretern der Gesundheitsbranche und Gästen hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer am Abend in der Halle 400 in Kiel den mittlerweile 8. Kongress „Vernetzte Gesundheit“ eröffnet. Zuvor hatte er bei einem Rundgang die zahlreichen Aussteller und Unternehmensvertreter an ihren Ständen besucht. „Die Gesundheitsbranche im ,echten Norden‘ hat enorm viel Potenzial, gerade in wirtschaftlicher Hinsicht“, sagte Meyer in seinem Grußwort. Er erinnerte daran, dass jeder siebte Euro von 222.000 Beschäftigten in Schleswig-Holstein im Bereich der Gesundheit erwirtschaftet werde.
Meyer sagte nach seinem Rundgang bei den Ausstellern
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Die Gesundheitsbranche habe, so Meyer weiter, das „Zeug zum gesellschaftlichen Treiber“. Der demografische Wandel sei Innovationsimpuls und Herausforderung zugleich. Einerseits erfordere die Alterung der Gesellschaft neue Versorgungs- und Behandlungsmethoden und den Einsatz neuer Technologien. Andererseits seien schon jetzt erste Anzeichen einer Fachkräftelücke in der Gesundheitswirtschaft zu beobachten, zum Beispiel in der Pflege. „Wir wollen die Selbständigkeit älterer Menschen so lange wie möglich erhalten. Telemedizin und Telemonitoring können dazu einen großen Beitrag leisten“, sagte Meyer. Auch beim Fachkräftebedarf müssten neue Wege gegangen werden.
„Die Gesundheitswirtschaft ist besonders innovativ, neue medizinische Möglichkeiten sind aber meist mit hohen Kosten verbunden“, sagte Meyer. In diesem Spannungsfeld bewege sich die medizintechnische und pharmazeutische Industrie. Häufig gebe es hohe Hürden und lange Zeiträume, bis Innovationen in der Gesundheitsversorgung ankämen. „Hier müssen wir besser werden“, appellierte Meyer an alle Akteure.
Sturmschäden: Landesregierung lotet Hilfsmöglichkeiten für Kommunen aus. Mecklenburg-Vorpommern als Vorbild?
Nach der schwersten Ostsee-Sturmflut seit zehn Jahren denkt die Landesregierung über Hilfen für die betroffenen Orte nach. «Wir haben das heute im Kabinett angesprochen», sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Es solle Hilfestellung analog zu der in Mecklenburg-Vorpommern geleistet werden. Über Einzelheiten sei noch nicht geredet worden. Auch Summen seien noch nicht genannt worden.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister, Till Backhaus (SPD), hatte nach der Sturmnacht Anfang Januar bei einem Vorort-Termin zehn Millionen Euro als Soforthilfen für Schäden an Küstenschutzanlagen angekündigt. Dem Vernehmen nach sind für Schleswig-Holstein Hilfen in Höhe von rund zwei Millionen Euro im Gespräch. Woher das Geld kommen soll ist noch unklar. Hilfen aus bestehenden Fördertöpfen sind wohl nicht möglich.
Bevor Gelder ausgezahlt werden könnten, muss es nach Angaben Meyers zudem zunächst eine vernünftige Bestandsaufnahme geben. Auch die Zuständigkeiten müssten geklärt werden. Deswegen sei eine Arbeitsgruppe unter Federführung des für Tourismus zuständigen Wirtschaftsministeriums eingerichtet worden. Beteiligt sind auch Umwelt-, Innen- und Finanzministerium.
Im besonders stark getroffenen Heiligenhafen (Kreis Ostholstein) sind nach groben Schätzungen Schäden von mehr als 1,5 Millionen Euro entstanden. Das Hochwasser hatte unter anderem viel Strandsand abgetragen, der erst im vergangenen Jahr mit einem Aufwand von 800 000 Euro aufgespült worden war. Die Sturmflut hatte an den Ostseeküsten Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Die Schutzanlagen hielten aber stand und Menschen wurden nicht verletzt.
Rekorde bei Güterumschlag und Kreuzfahrern: Port of Kiel 2016 klar auf Wachstumskurs
Das anhaltende gute Kreuzfahrtgeschäft und der steigende Güterumschlag haben dem Kieler Hafen ein erfolgreiches Jahr beschert. Erstmals wurden knapp 6,5 Millionen Tonnen Güter verladen oder gelöscht. «2016 war bei uns ein Topjahr», sagte Geschäftsführer Dirk Claus heute bei der Vorstellung des Jahresergebnisses. Für 2017 peilt der Hafen einen weiteren Anstieg an.
Einen deutlichen Impuls brachte der Umschlag von Papier aus Nordschweden. «Durch die Investitionen in das Papiergeschäft werden wir weiter wachsen und können nunmehr die 7-Millionen-Tonnen-Marke anpeilen», sagte Claus. Mit weiteren Zuwächsen rechnet er auch für den kombinierten Schiff/Schiene-Ladungsverkehr. Im vergangenen Jahr wurden an den Eisenbahnterminals erstmals mehr als 29 000 Trailer und Container auf Waggons verladen. Das war ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Anfang Februar kommt eine weitere Abfahrt in Richtung Verona dazu. Positive Effekte erhofft sich Claus von der geplanten Ertüchtigung des Rangierbahnhofs Kiel-Meimersdorf, wo künftig Güterzüge mit einer Länge von 740 Metern (bisher 550 Meter) einfahren können. Die Arbeiten sind für 2018 vorgesehen.
Wachstum verzeichnete der Kieler Hafen aber auch im Passagiergeschäft. Knapp 2,1 Millionen Reisende gingen 2016 hier an oder von Bord eines Fähr- oder Kreuzfahrtschiffes. Das waren 3,4 Prozent mehr als noch 2015. Mit 147 Anläufen von 26 verschiedenen Kreuzfahrtschiffen gab es 2016 einen neuen Rekord. Gut 485 000 Passagiere checkten in Kiel ein oder gingen von Bord. Das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamttonnage erreichte mit mehr als 9,3 Millionen BRZ (Bruttoraumzahl) einen neuen Topwert.
Für das laufende Jahr sind bislang zwar nur 133 Anläufe von 28 verschiedenen Schiffen geplant. Die voraussichtliche Gesamttonnage wird allerdings wieder bei neun Millionen BRZ liegen. «Denn die Schiffe werden immer größer», sagte Claus. Gleich 21 Mal wird die 333 Meter lange «MSC Fantasia» den Hafen ansteuern. Das Schiff bietet Platz für 3970 Passagiere. Anfang Juni wird die neue «Mein Schiff 6» von Kiel aus zur Jungfernfahrt aufbrechen. Der Hafenchef rechnet mit rund 440 000 Kreuzfahrt-Passagieren. Die neue Saison beginnt am 9. April mit dem Anlauf der «AIDAcara».
Alle Kieler Fährlinien verzeichneten 2016 Zuwächse, wobei die meisten Passagiere erneut mit der norwegischen Color Line in Richtung Oslo reisten. Insgesamt stieg die Zahl der Fährpassagiere um 2,7 Prozent auf knapp 1,56 Millionen.
Negativ machten sich für den Seehafen dagegen die Beschränkungen im Russland-Handel bemerkbar. Die Linie Kiel-Klaipeda (Litauen) konnte dagegen ihr Ergebnis auf deutlich mehr als zwei Millionen Tonnen steigern.
Vorhang auf für den 8. Kongress „vernetzte Gesundheit“ ab morgen in Kiel – Telematik als ein Schwerpunkt
Pressegespräch vor dem Kongress-Start (von rechts): Prof. Jens Scholz (UK.SH), Minister Meyer, Michael Franz (CompuCroup), Dr. Monika Schliffke (Kassenärzte)
„Potenziale heben – Innovationen leben: Unternehmung Gesundheit“. Unter diesem Motto steht der Kongress „Vernetzte Gesundheit“, der bereits zum achten Mal in Kiel stattfindet. Am 17. und 18. Januar treffen sich wieder mehr als 400 Experten aus der Gesundheitsbranche in der Landeshauptstadt. Eröffnet wird der Kongress am 17. Januar um 17.30 Uhr in der Halle 400 durch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der ab 16 Uhr bereits vor Ort ist und die Aussteller besucht.
Meyer sagte im Gespräch mit Uwe Nieber (NDR) und Andreas Otto (RSH)
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„Unbestreitbar hat die Gesundheitsbranche im „echten Norden“ viel Potenzial, gerade in wirtschaftlicher Hinsicht“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bei der Vorstellung der Schwerpunkte des Kongresses. Rund jeder siebte Euro in Schleswig-Holstein werde im Bereich der Gesundheit erwirtschaftet, rund 222.000 Beschäftige gebe es. Zudem entstehe je Euro Wertschöpfung im Life Science Cluster ein weiterer Euro an Wertschöpfung in anderen Branchen. „Wer angesichts dieser Daten Gesundheit nur als Kostenfaktor sieht, hat die Bedeutung der Branche nicht verstanden. Gesundheit ist ein Wachstums- und Beschäftigungsmotor“, sagte Meyer.
Die Gesundheitsbranche habe, so Meyer weiter, das „Zeug zum gesellschaftlichen Treiber“. Der demografische Wandel sei Innovationsimpuls und Herausforderung zugleich. Einerseits erfordere die Alterung der Gesellschaft neue Versorgungs- und Behandlungsmethoden und den Einsatz neuer Technologien. Andererseits seien schon jetzt erste Anzeichen einer Fachkräftelücke in der Gesundheitswirtschaft zu beobachten, zum Beispiel in der Pflege. „Wir wollen die Selbständigkeit älterer Menschen so lange wie möglich erhalten. Telemedizin und Telemonitoring können dazu einen großen Beitrag leisten“, sagte Meyer. Auch beim Fachkräftebedarf müssten neue Wege gegangen werden.
„Die Gesundheitswirtschaft ist besonders innovativ, neue medizinische Möglichkeiten sind aber meist mit hohen Kosten verbunden“, sagte Meyer. In diesem Spannungsfeld bewege sich die medizintechnische und pharmazeutische Industrie. Häufig gebe es hohe Hürden und lange Zeiträume, bis Innovationen in der Gesundheitsversorgung ankämen. „Hier müssen wir besser werden“, appellierte Meyer an alle Akteure.
Ein gelungenes Beispiel für Innovation ist die Telematikplattform „med.netz.nord“, die auf dem Kongress vorgestellt wird. Sie ist eine gemeinsame Initiative des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), der Kassenärztlichen Vereinigung SH und der CompuGroup Medical Deutschland AG. Die Telematikplattform bietet elektronische Vernetzungsmöglichkeiten zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und wird neben Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten auch Apotheken mit einschließen. Sie ermöglicht ein innovatives Überleitungsmanagement zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern.
Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, zum Nutzen der Telematikplattform: „Mit med.netz.nord stellen wir uns der Herausforderung einer effizienten Interaktion mit unseren Partnern in der Medizin. eArztbriefe übermitteln wir bereits jetzt. eMedikationsplan, eVor- und eNachsorgedaten schalten wir demnächst frei. Unsere Patienten profitieren von diesem informationstechnologischen Meilenstein durch schnellere Reaktionszeiten in der Diagnostik und Therapie“. Basis sei dabei eines der modernsten medizinischen Rechenzentren, das auf dem Campus Lübeck errichtet wurde.
Im Gespräch mit Nieber und Otto sagte Scholz weiter
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Michael Franz vom Industriepartner CompuGroup Medical Deutschland GmbH (Bochum) hob hervor, dass der reibungslose Informationsfluss zwischen ambulantem und stationärem Sektor eine der wichtigsten Wege sei, um die Versorgung der Patienten effektiver und effizienter zu gestalten. „Dies bringt nicht nur erhebliche Erhöhung der Patientensicherheit, sondern ist auch die Basis für eine nachhaltige Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems. Durch die offene Plattform med.netz.nord profitieren Krankenhäuser, Arztpraxen und Patienten gleichermaßen.“ Die von CGM eingebrachten Technologien sowie die Integration von KV SafeMail ermöglichten einer bisher unerreichten Anzahl von Teilnehmern den zeitnahen und hochsicheren Informationsaustausch.
Die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), Dr. Monika Schliffke, wies auf die Vorreiterrolle der KVSH in der sicheren digitalen Kommunikation zwischen Ärzten und Kliniken hin. Mit dem SafeMail-Dienst wurden 2016 digital 65.000 Arztbriefe, 14.000 Klinikeinweisungen, 22.000 Entlassbriefe sowie 50.000 papierlose und digital signierte Laboraufträge übermittelt. „Mit der Beteiligung an med.netz.nord versprechen wir uns eine weitere sektorübergreifende Verzahnung, einen deutlichen Bürokratieabbau und eine Beschleunigung der Behandlungsprozesse im Sinne der Patientenversorgung.
SH ab morgen im Fokus der Gesundheitswirtschaft: Meyer eröffnet Kongress, heute Pressegespräch
Potenziale heben – Innovationen leben: Unternehmung Gesundheit“. Unter diesem Motto steht ab morgen in der Halle 400 in Kiel der Kongress „Vernetzte Gesundheit“, der bereits zum achten Mal in der Landeshauptstadt stattfindet. Am 17. und 18. Januar treffen sich wieder mehr als 400 Experten aus der Gesundheitsbranche in der Landeshauptstadt. Eröffnet wird der Kongress morgen um 17.30 Uhr in der Halle 400 durch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der ab 16 Uhr bereits vor Ort ist und bei einem presseöffentlichen Rundgang die Aussteller besucht.
Heute um 13 Uhr stellt Meyer das Kongress-Programm zusammen mit UK.SH-Chef Prof. Dr. Jens Scholz und anderen Fachleuten im Wirtschaftsministerium vor (13 Uhr, kleiner Sitzungssaal)
Rund jeder siebte Euro in Schleswig-Holstein wird im Bereich der Gesundheit erwirtschaftet, rund 222.000 Beschäftige gebe es. Zudem entsteht je Euro Wertschöpfung im Life Science Cluster ein weiterer Euro an Wertschöpfung in anderen Branchen. „Wer angesichts dieser Daten Gesundheit nur als Kostenfaktor sieht, hat die Bedeutung der Branche nicht verstanden. Gesundheit ist ein Wachstums- und Beschäftigungsmotor“, sagt Meyer.
Immer mehr Kommunen wollen Kreisverkehre: Meyer besucht strittige Projekte in Dithmarschen und Steinburg
Gewerbegebiet Brunsbüttel: Meyer im Gespräch mit Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdiek und Thies Kohlsaat (Mann mit Hut) vom LBV-SH
Die Skandinavier gelten im Hinblick auf Kreisverkehre als europaweites Vorbild. Was in Schweden oder Dänemark teils seit Jahrzehnten Standard ist, wird auch in Schleswig-Holstein von immer mehr Kommunen gewünscht: Unkomplizierte Kreisverkehre statt störanfälliger Ampeln. Das Problem: Nicht überall sind Kreisverkehre mit der Sicherheit im Straßenverkehr in Einklang zu bringen, manchmal ist das vorhandene Platzangebot in Städten schlicht zu eng – oder das Kosten-Nutzen-Verhaltnis fällt einfach ungünstig aus.
Verkehrsminister Reinhard Meyer hat sich heute gemeinsam mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), der Polizei und den zuständigen Bürgermeistern drei zum Teil seit Jahren umstritttene Kreuzungen angeschaut.
In Kellinghusen (Kreis Steinburg) geht es um einen Kreisverkehr in zentraler Lage, bei dem die Straßenbauverwaltung große Probleme mit dem künftigen Lkw-Verkehr, aber auch mit der Sicherheit der Radfahrer erwartet.
In Brunsbüttel wirbt die Kommunalpolitik seit langem für einen Kreisverkehr am Rande des Industriegebiets – hierfür sah und sieht die Straßenbauverwaltung bislang ein Ampellösung vor.
Meyer mit Nordhastedt’s Bürgermeister Klaus-Peter Tiessen vor dem Kreisel, den künftig, wenn zunächst auch nur testweise, ein historisches Kunstwerk schmücken soll
Und in Nordhastedt (Kreis Dithmarschen) geht es um die Frage, ob der innerörtliche Kreisel mit einem Kunstwerk versehen werden kann. Hiervon hatten de Straßenverkehrsexperten bislang aus Sicherheitsgründen abgeraten – nd sich damit massiv den Zorn vieler Bürger vor Ort zugezogen.
Im Gespräch mit Carsten Rauterberg (NDR), zog Meyer anschließend folgendes Fazit.
Gutachter sehen große Chancen für den Tourismus in Ostholstein – während und nach dem Bau des Fehmarnbelttunnels
Der geplante Ostseetunnel zwischen Deutschland und Dänemark wird den Tourismus im hohen Norden zunächst belasten, bevor er positive Impulse auslöst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Tourismus und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) im Auftrag des Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT), die heute in Scharbeutz. vorgestellt wurde.
Während der Bauphase werde es Umsatzrückgänge geben, da der Bahnverkehr mit Dänemark über die Vogelfluglinie für mehrere Jahre eingestellt werde, heißt es in der Untersuchung. Deshalb sei eine zeitliche Abstimmung und räumliche Entzerrung der Bauarbeiten wichtig, ergänzten die Autoren. Außerdem müssten Alternativverkehre angeboten werden. Mittelfristig erwartet das Institut einen Umsatzzuwachs von rund sechs Millionen Euro jährlich für den Tourismus. Zusätzliche Tagesgäste und Kurzurlauber aus Dänemark und Schweden werden erwartet.
Für Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) überwiegen die Chancen für den Tourismus. «Mit Blick auf eine wachsende Zahl skandinavischer Gäste kann der geplante Tunnel eine neue Dynamik unterstützen. Dazu bedarf es jedoch einer gezielten Marktansprache im Auslandsmarketing», sagte er. Zuvor sei es wichtig, in der Bauphase die Erreichbarkeit der Urlaubsregion jederzeit sicherzustellen.
Meyer sagte dazu nach dem heutigen Pressegespräch
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«Wir hoffen sehr, dass die positiven Effekte überwiegen und der Tourismus langfristig vom Fehmarnbelt-Tunnel profitieren wird. Die Studie zeigt aber auch, dass die Fehmarnbelt-Querung für den Tourismus der Region Licht und Schatten bringt», sagte die Geschäftsführerin des OHT-Verbandes, Katja Lauritzen
Besonders nach der Fertigstellung der Festen Fehmarnbeltquerung erwarten die Autoren der Studie positive Impulse für den Tourismus. Diese resultieren zum einen aus der besseren Erreichbarkeit der Region u.a. mit der Bahn – auch aus Skandinavien. Zum anderen belegt die Studie, dass eine zusätzliche Nachfrage aus den Quellmärkten Dänemark und Schweden im Tages- und Kurzreisesegment entstehen kann. Hierfür sind entsprechende auf diese Zielgruppe abgestimmte Angebote und Maßnahmen notwendig. Während der Bauphase ist allerdings mit vereinzelten Beeinträchtigungen zu rechnen, heißt es in der Analyse des Instituts für Tourismus und Bäderforschung in Nordeuropa GmbH (NIT). Die Ursache dafür sei weniger die Baustelle selbst, als vielmehr die mehrjährige, vollständige Einstellung des Bahnverkehrs mit Dänemark.
Die heute von Dr. Dirk Schmücker (Foto) vom NIT vorgestellte Studie wurde im Auftrag des OHT mit Beteiligung des Landes Schleswig-Holstein, des Kreises Ostholstein, der IHK zu Lübeck und Femern A/S erstellt.
SH-Verkehrsministerium stellt falsche Tatsachenbehauptungen des CDU-Abgeordneten Arp zur Infrastruktur klar
In einem Bericht der „Lübecker Nachrichten“ über eine Veranstaltung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Stormarn in Ahrensburg wird heute der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp zitiert. In diesen Zitaten sind drei Tatsachenbehauptungen aufgestellt, die unwahr sind und vom Verkehrsministerium wie folgt richtig gestellt werden.
Arp behauptet laut LN-Bericht: „In fünf Jahren ist in Schleswig-Holstein nicht ein Meter neue Autobahn eröffnet worden.“
Richtig ist: Zwischen 2012 und 2016 sind in Schleswig-Holstein 19,5 Kilometer neue Autobahn eröffnet worden (2012: 3,3 Kilometer, 2013: 2,9 Kilometer, 2014: 2,7 Kilometer, 2015: 2,2 Kilometer, 2016: 8,4 Kilometer)
Arp wird weiter mit den Worten zitiert: „Der Bund hat 360 Millionen Euro für Straßenbau in Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt, davon ist nichts in Anspruch genommen worden.“
Richtig ist: Die Straßenbauverwaltung des Landes Schleswig-Holstein hat allein in den Jahren 2012 bis 2015 Investitionsmittel des Bundes in Höhe von rund 586 Millionen Euro umgesetzt. Das sind 21 Millionen Euro mehr, als der Bund ursprünglich zur Verfügung gestellt hatte.
Arp wird weiter mit der Behauptung zitiert, der Landesbetrieb Straßenbau- und Verkehr (LBV-SH) „… beschäftige 30 Mitarbeiter für die Planung, von denen mittlerweile ein Teil in die freie Wirtschaft gegangen oder von Umweltminister Habeck für die Planung von Stromtrassen abgezogen worden sei…“ „Damit bleiben 13 Mitarbeiter, um alle Projekte zu planen…“
Richtig ist: Der LBV-SH beschäftigt aktuell 92 Straßenplaner und zusätzlich 23 Mitarbeiter in der im LBV-SH angesiedelten Planfeststellungsbehörde. Zusätzlich wurden zum Jahreswechsel 30 weitere Planerstellen ausgeschrieben.
Meyer und Horch einig: Brunsbüttel perfekt als LNG-Standort – mehr Kooperation bei Gewerbegebieten
In den nächsten Monaten soll eine Vorentscheidung fallen, ob in Brunsbüttel ein Importterminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) gebaut wird. Die Gespräche mit möglichen Investoren laufen und eine eventuelle Lücke bei der Wirtschaftlichkeit könne aus Bundes- und Landesmitteln gefüllt werden, teilten der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute nach ihrem Jahresauftakt-Treffen in Hamburg mit.
LNG gilt als Energieträger mit Zukunft. Das tiefgekühlte Erdgas würde mit Tankern aus den Golfstaaten angeliefert und für die Industrie, den Verkehrssektor oder im Gasnetz als Heizenergie eingesetzt. Damit würde auch die deutsche Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen verringert. In Deutschland wird vermutlich nur ein großes Importterminal gebaut. Neben Brunsbüttel bemühen sich auch andere Standorte um das Projekt, das eine Investition von 400 bis 450 Millionen Euro auslösen würde, vor allem Wilhelmshaven.
«Brunsbüttel wäre wegen seiner Lage der optimale Standort», sagte Meyer. Hamburg würde dann ein kleineres Terminal bauen, das aus Brunsbüttel beliefert werden könnte. Gegenwärtig ist der LNG-Bedarf in Deutschland noch nicht sehr groß und wird per Lkw aus den Niederlanden bedient. Einer der Mitbetreiber des LNG-Terminals in Rotterdam, der niederländische Energiekonzern Gasunie, hat mit der Brunsbüttel Ports GmbH bereits ein Abkommen unterzeichnet, um die Wirtschaftlichkeit eines Terminals in Brunsbüttel zu untersuchen.
Zu den weiteren Ergebnissen des Treffens sagte Meyer
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Horch und Meyer betonten, dass die beiden Bundesländer bei zahlreichen Projekten in der Wirtschafts- und Verkehrspolitik eng und gut zusammenarbeiten. «Das könnte auch bei einem Nordstaat nicht besser sein», sagte Horch. Besonders gelte das für die zahlreichen organisierten Branchenvernetzungen (Cluster), zum Beispiel im maritimen Sektor, dem Bereich Life Science oder der digitalen Wirtschaft. Besonders hervorzuheben sei die Zusammenarbeit bei den erneuerbaren Energien in dem Projekt NEW 4.0. «Das ist eine große Chance für einen wahren Schritt in Richtung Energiewende», sagte Horch.
Meyer hob die Zusammenarbeit beim Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur hervor, sowohl für Touristen- und Transitverkehre als auch für die Pendlerströme. «Damit bringen wir den Norden voran.» Ein Meilenstein sei auch die Entwicklung des ersten gemeinsamen Gewerbegebietes beider Bundesländer im Nordosten Hamburgs, über das der Bezirk Wandsbek und die Gemeinde Stapelfeld (Kreis Stormarn) verhandeln.
Meyer und Horch treffen sich heute in HH zum Jahresauftaktgespräch über weiteren Ausbau der A 7
Gemeinsam mit Fachleuten ihrer Häuser und Vertretern der Planungsgesellschaft DEGES treffen sich heute (9.30 Uhr) Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch und SH-Verkehrsminister Reinhard Meyer in der Hamburger Verkehrsbehörde zum so genannten A-7-Jahresgespräch.
Neben dem weiteren Zeitplan für den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn geht es auch um den „Wachwechsel“ auf der Position des A-7-Verkehrskoordinators. Das Amt des bisherigen Koordinators Gerhard Fuchs, der in den Ruhestand tritt, übernimmt der bisherige Sorecher des Baukonsortiums Via Solutions Nord (VSN), Christian Merl. Eine Nachfolge von Merl bei VSN soll in Kürze bekannt gegeben werden.
Bereits im März steht die Freigabe eines weiteren A-7-Teilstücks bei Neumüster an.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus