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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Selbst Berlin schaut etwas neidisch auf den echten Norden – Buchholz mahnt aber auch

Die Vorfreude von Gästen und Gastgebern ist groß: Der echte Norden wird wieder zum Urlaubermagnet. Beflügelt von den niedrigsten Corona-Zahlen in Deutschland lässt die Jamaika-Regierung in Kiel den Tourismus Fahrt aufnehmen. Das ist an strikte Bedingungen geknüpft.

Radiomoderatorin Simone Panteleit vom Berliner Rundfunk sprach heute mit Tourismusminister Bernd Buchholz (Video unten)

Schleswig-Holstein lockt nach coronabedingter langer Flaute wieder Touristenströme an. Bereits am Sonnabend dürfen unter strengen Corona-Regeln Urlauber an die innere Lübecker Bucht kommen und ab 17. Mai ins ganze Land – wenn die Infektionszahlen stabil so niedrig bleiben wie derzeit. Mit der Ankündigung weitgehender Öffnungsschritte für Tourismus und Gastronomie fachten Ministerpräsident Daniel Günther und Tourismusminister Bernd Buchholz das ohnehin große Interesse an Ferien im Land zwischen den Meeren noch kräftig an. Urlaubsquartiere seien enorm gefragt, hieß es heute aus der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH).

Der Öffnungsschritt lenkt das bundesweite Interesse auf Schleswig-Holstein. Mit Simone Panteleit vom Sender „Berliner Rundfunk  94,1“, Partner der Südwest-Presse und der Märkischen Oderzeitung, führte Buchholz heute dieses Gespräch. Video starten

Die bundesweite Nachfrage nach Quartieren in Schleswig-Holstein – bereits vor Pfingsten –  ist riesengroß: «Sorgen, dass wir unsere Betten nicht voll bekommen, haben wir nicht», sagte der Tourismuschef von Timmendorfer Strand, Joachim Nitz, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Gäste stehen Schlange, die Sehnsucht der Menschen nach Urlaub ist riesig». Das spüren auch die schon laufenden Tourismus- Modellprojekte in Nordfriesland, der Schleiregion und in Eckernförde.

Der Norden hat seit längerem die deutlich niedrigsten Corona-Werte in Deutschland. Viele Details der neuen Regelung sind zwar noch offen und werden derzeit von Fachleuten der Landesregierung in eine neue Verordnung gegossen, aber der große Rahmen für die Zeit ab dem 17. Mai steht fest. Hier wesentliche Regelungen:

TOURISMUS: Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen Gäste empfangen. Wer kommt, muss einen frischen negativen Corona-Test vorlegen und diesen alle drei Tage erneuern. Gäste müssen der Nachverfolgung ihrer Kontakte zustimmen. Gemeinschaftsduschen auf Campingplätzen sind nutzbar, die Sauna und der Whirlpool nicht.

GASTRONOMIE: Restaurants dürfen auch ihre Innenräume öffnen, nachdem Außengastronomie schon erlaubt ist. Ins Lokal hinein dürfen zusammen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und generell nur Besucher, die einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Um 23.00 Uhr ist Sperrstunde. Beschäftigte dürfen sich – wie auch in der Hotelbranche – zweimal wöchentlich testen lassen. Lehnen sie Tests ab, dürfen sie keinen Kontakt zu Gästen haben.

KONTAKTREGELN: Im Freien dürfen sich zehn Personen treffen statt nur fünf aus zwei Haushalten wie bisher. Diese Regel bleibt für den Innenbereich bestehen.

KINDER UND JUGENDLICHE: Treffen mit bis zu zehn Personen drinnen und draußen werden in der gesamten Jugend- und Vereinsarbeit möglich. Draußen dürfen sich in festen Gruppen bis zu 20 Kinder treffen.

SPORT: Für Gruppen mit maximal 20 Jugendlichen bis 18 Jahre wird auch kontaktintensiver Sport möglich. Freibäder können unter Auflagen für Bahnenschwimmen und Schwimmunterricht öffnen. Gemeinschaftsduschen werden unter Hygieneauflagen geöffnet, Saunen und Whirlpools nicht. Im Freien kann kontaktintensiver Sport generell mit bis zu zehn Personen getrieben werden. Mit Negativtest und ohne Zuschauer werden im Amateursport kontaktarme Wettkämpfe im Freien gestattet.

FREIZEIT- und KULTUREINRICHTUNGEN: Sie können die Außenbereiche öffnen bei Wahrung der Abstände und Flächenbeschränkungen. Zugelassen wird die Ausflugsschifffahrt, ein negativer Corona-Test ist erforderlich.

VERANSTALTUNGEN: Diese darf es im Freien für Gruppenaktivitäten bis 25 Teilnehmer geben, private Feiern sind noch ausgenommen. Bei Sitzungen sind 50 Teilnehmer möglich. «Situationsangemessen» sind Schutzmasken zu tragen. Gottesdienste dürfen im Freien bis zu 250 Menschen besuchen.

Am 17. Mai öffnet sich der echte Norden – ein großes Stück, aber unter strengen Auflagen

Es bewegt sich was im echten Norden: Urlauber aus ganz Deutschland können hier bald landesweit Ferien machen – wenn sie gegen Corona geimpft oder negativ getestet sind. In Gaststätten darf ab 17. Mai auch drinnen gespeist werden. Weitere Lockerungen kommen hinzu.

Ministerpräsident Daniel Günther und Tourismusminister Bernd Buchholz bei der heutigen Pressekonferenz

Angesichts landesweit sinkender Corona-Infektionszahlen und einer erfolgreichen Zwischenbilanz der Tourismus-Modellprojekte in Eckernförde und der Schlei-Region wagt Schleswig-Holstein den nächsten Öffnungsschritt. Wie Ministerpräsident Daniel Günther, seine Stellvertreterin Monika Heinold und Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz heute nach Beratungen mit den Spitzen der Jamaika-Regierungskoalition sagten, dürfen ab dem 17. Mai landesweit Beherbergungsbetriebe und die Innen-Gastronomie für Geimpfte, Getestete und Genesene wieder öffnen.

Mit dem Schritt übertrage die Regierung die wesentlichen Regelungen aus den derzeit laufenden und noch anlaufenden Tourismus-Modellprojekten auf das gesamte Land. „Das heißt, dass wir noch vor Pfingsten wieder Urlaub oder den Besuch von Innengastronomie in allen Teilen des Landes ermöglichen“, sagte Günther. Bei Sieben-Tage-Inzidenzen von über 100 greife wieder die Notbremse. „Aber vor dem Hintergrund zunehmender Impfungen sind wir sehr zuversichtlich, dass wir in der Gastronomie nicht erneut den Rückwärtsgang einlegen müssen“, ergänzte Buchholz.

Zum 17. Mai ändern sich auch Kontaktvorschriften. Dann dürfen sich außen zehn Personen treffen und nicht mehr nur fünf aus zwei Haushalten. Diese Regel bleibt für den Innenbereich bestehen, auch in Gaststätten. Ab 23.00 Uhr gilt in der Gastronomie eine Sperrstunde.

Wie Buchholz weiter erläuterte, dürfen Urlauber ab dem 17. Mai nur anreisen, wenn sie einen aktuellen und negativen Corona-Test vorlegen – so wie derzeit in den Modellprojekten auch. Anschließend müssen sie den Test spätestens alle 72 Stunden erneuern. Besucher von Innengastronomie dürfen Lokale nur mit einem negativen Testergebnis betreten, das nicht älter als 24 Stunden ist. Kontrolliert und dokumentiert werden müsse dies von den Betrieben, die im Schulterschluss mit dem jeweiligen Kreis oder der Kommune zudem auch die entsprechenden Testkapazitäten sicherstellen müssen.

Tourismusminister Buchholz: „Aus den bisherigen Modellprojekten wissen wir zudem, dass es sinnvoll ist, die Testergebnisse getrennt nach Gästen, Einheimischen und Beschäftigten im Tourismus-Gewerbe zu erfassen – das wollen wir auch so beibehalten.“

Hier ein Gespräch mit Buchholz zu den Folgen der heutigen Entscheidung

Den Beschäftigten der Hotel- und Gastrobranche solle zweimal wöchentlich ein Testangebot gemacht werden. Sollten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter entsprechende Testungen ablehnen, dürfen sie nur in Bereichen beschäftigt werden, in denen kein oder kein regelmäßiger Gästekontakt stattfindet.

Nach den Worten von Buchholz setze die neue Regelung Leitplanken, die in einzelnen Kreisen oder in Betrieben je nach aktueller Lage aber auch verschärft werden könnten. Mit Blick auf frisch gestartete oder anstehende Tourismus-Modellprojekte in Nordfriesland, der Lübecker Bucht oder in Büsum machte Buchholz zudem deutlich, dass sich das Land von der wissenschaftlichen Begleitung dieser Vorhaben weitere wertvolle Erkenntnisse erhoffe. „Ohne die Erfahrungen aus den bereits laufenden Projekten in Eckernförde und an der Schlei wäre der heutige Schritt kaum möglich gewesen“, so der Minister.

Und hier die gesamte Pressekonferenz als Mitschnitt:

Tourismus-Modellprojekte an der Ostsee: Zuversicht und gute Zahlen zur Halbzeit

Interview im regnerischen Karlsminde: Buchholz im Gespräch mit dem ZDF-Morgenmagazin

Halbzeit bei den Tourismus-Modellprojekten in Eckernförde und der Schleiregion. Und Grund zu Optimismus – auch angesichts der nach wie vor niedrigen und weiter sinkenden Infektionszahlen im Land. Passend dazu besuchte heute früh das ZDF-Morgenmagazin den Campingplatz Karlsminde in Waabs bei Eckernförde. Einer der Gesprächspartner: Tourismusminister Bernd Buchholz – Video starten… 

Dass möglicherweise schon ganz bald deutlich mehr im Schleswig-Holstein-Tourismus geht, lässt auch die Einschätzung von Wissenschaftlern erahnen. „Wir sehen die Entwicklung in der Modellregion Eckernförde und Schlei aus Sicht des Gesundheitsamtes positiv. Sowohl die lokalen Inzidenzen als auch die gesondert geführten Zahlen für den Touristik-Bereich sind sehr niedrig“, sagte Prof. Stephan Ott, Chef des Fachbereichs Soziales, Arbeit und Gesundheit beim Kreis Rendsburg-Eckernförde den «Kieler Nachriochten».

Bei insgesamt sinkenden Werten im Kreisgebiet sehe er keinen nennenswerten Eintrag von Infektionen durch reisebedingte Aktivitäten. Auch im Bereich der Gastronomie gebe es keinen Anlass zur Besorgnis. „Die Konzepte in den Modellregionen scheinen gut zu funktionieren“, so Ott. Kritik habe es nur vereinzelt gegeben, zum Beispiel an der erweiterten Maskenpflicht in Eckernförde. Auch hätten sich Gastronomiebetriebe aus der Schlei-Region gemeldet, die ihre Betriebe analog zu Eckernförde auch innen öffnen möchten. „Möglicherweise wird es also in einigen Punkten Änderungen geben, aber eher in Richtung weiterer Lockerungen“, so Ott.

Die heutigen Beratungen des Landes-Kabinetts über weitere Öffnungs-Perspektiven für den Tourismus bei sinkenden Inzidenzwerten im Land werden am morgigen Mittwoch fortgesetzt.

StartUp-Schmiede „Gateway 49“ schickt erneut 6 junge Unternehmen ins Wirtschaftsleben

Buchholz (Mitte) mit Stefan Stengel (links) und Gateway-49-Chef Frank Schröder-Oeyenhausen

Neun Monate, sechs Teams, ein Ziel: innovative Ideen in Schleswig-Holstein voranbringen. Die Lübecker StartUp-Schmiede GATEWAY49 hat jetzt erneut Gründungsförderprojekte feierlich verabschiedet. „Jetzt sind die von uns begleiteten 6 Teams bereit, erfolgreich zu wachsen“, sagt Frank Schröder-Oeynhausen, Geschäftsführer des Technikzentrum Lübeck und des „ready 4 Growth“. Aufgrund der Pandemie fand die Verabschiedung im Rahmen einer Online-Übertragung aus einem Studio in der Musik- und Kongresshalle Lübeck (MUK) statt. Die Teams von GATEWAY49 wurden live zugeschaltet, ebenso wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz.

Hier ein Auszug des Gesprächs mit Minister Bernd Buchholz

In zweiminütigen Vorstellungsvideos präsentierten die StartUps den Zuschauerinnen und Zuschauern ihre Geschäftsidee. Zudem berichteten die Teams von den Erfahrungen und Herausforderungen der zurückliegenden neun Monate. Sie wurden dabei nahezu komplett digital betreut und gecoacht. Frank Schröder-Oeynhausen und Stefan Stengel von Gateway 49 gaben einen Überblick über die Zahlen und Fakten des Lübecker Accelerators, darunter auch Finanzierungssummen und die Anzahl ausgeschlagener Übernahmeangebote.

Im Rahmen des GATEWAY49-Programms mussten die StartUps mehrere Teilleistungen (Gates) erfüllen. Dabei ging es darum, Testkunden zu gewinnen, Pilotprojekte durchzuführen und Prototypen zu entwickeln. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Teams durch die Partnerinnen und Partner, die Mentorinnen und Mentoren sowie das GATEWAY49-Team. Anhand eines Punktesystems wurde das Vorankommen jedes der sechs Teams bewertet.

Folgende Teams haben das GATEWAY49-Programm erfolgreich absolviert (Reihenfolge gemäß Punktzahl):

1. mobOx (Blutanalytik für den Rettungsdienst)
2. IO-Dynamics (Smart Charging für Elektrofahrzeuge)
3. ReHero (Rehabilitationssystem für Gelähmte)
4. ZoeysRooms (Digitale Einrichtungsberatung)
5. MarineDigital (Kraftstoffoptimierung in der Schifffahrt)
6. PlasticFri (Umweltfreundliche Plastikalternative)

Alle sechs StartUps erreichten die Zielvorgaben des Programms und erhielten somit ihr Abschlusszertifikat. „Es hat großen Spaß gemacht, den Teams zur Seite zu stehen und sie im Laufe des Programms wachsen zu sehen. Jedes der sechs StartUps hat große Fortschritte gemacht, in ganz unterschiedlichen Bereichen“, so Programm-Manager und GATEWAY49-Mitinitiator Stefan Stengel.

Insgesamt 84 Bewerbungen gingen für die sechs Plätze in Batch II ein. Allein 31 davon stammten aus Schleswig-Holstein, aber sogar aus Australien erreichten den Accelerator Bewerbungen. Mit Marine Digital und PlasticFri absolvierten erstmals zwei internationale Teams das GATEWAY49-Programm. Das StartUp Marine Digital, das ursprünglich aus Lettlands Hauptstadt Riga stammt, konnte bereits eine Finanzierung von insgesamt mehr als 500.000 Euro erzielen. Inzwischen ist das Unternehmen in Lübeck ansässig. Das Clean-Tech-Unternehmen PlasticFri aus Schweden verbesserte durch den GATEWAY49-Accelerator schrittweise seinen Zugang zum deutschen Markt.

Im Live-Talk sprach Wirtschaftsminister Buchholz auch über seine Vision für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein und zeigte sich begeistert vom Accelerator-Programm. „Der wichtigste Motor für die Wettbewerbsfähigkeit Schleswig-Holsteins ist Innovation. Durch die Förderung von StartUps investieren wir in die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes. Der GATEWAY49-Accelerator demonstriert in diesen Zeiten eindrucksvoll, dass wir Gründerinnen und Gründer sogar komplett digital bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützen können“, so Buchholz. Nicht einmal Corona könne den Gründergeist in Schleswig-Holstein aufhalten.

Thomas Glöckner, Leiter des Innovationsmanagements bei Dräger, berichtete von seinen Erfahrungen als Kooperationspartner und Supporter des Accelerators: „Innovation ist eine der wichtigsten Tragsäulen von Dräger. Da ist es nur konsequent, dass wir Gründerinnen und Gründer in und um Lübeck dabei unterstützen, ihre innovativen Ideen zu verwirklichen.“

„Die StartUps, die wir heute auszeichnen, zeigen einmal mehr, welches Potential in Schleswig-Holstein steckt. GATEWAY49 trägt in besonderer Weise zum Wachstum des StartUp-Ökosystems im Land bei“, resümierte GATEWAY49-Geschäftsführer Frank Schröder-Oeynhausen. Er dankte dem Land Schleswig-Holstein ausdrücklich für die Förderung, die das Programm erst möglich gemacht hat.

Über GATEWAY49

Initiiert wurde der GATEWAY49-Accelerator vom Technikzentrum Lübeck, der IHK zu Lübeck und Glocal Consult. Das Projekt wird federführend vom TZL betreut und ist aus Landes- bzw. EFRE-Mitteln sowie durch Partner und Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft gefördert.

Nordfriesland öffnet – und Tourismusminister Buchholz hofft, dass bald noch mehr geht

Nach der Stadt Eckernförde und der Schlei-Region wagt ab diesem Wochenende erstmals ein gesamter Landkreis unter strengsten Auflagen und Kontrollen vorsichtige Öffnungsschritte im Tourismus. Nordfriesland startet sein Modellprojekt mit 1.600 Betrieben. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze rüsten sich ab heute für den erwarteten Gästeansturm. Und Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz ist mit Blick auf steigende Impf-Quoten und sinkende Inzidenzzahlen vorsichtig zuversichtlich, dass bald noch mehr geht – seine „Meldung der Woche“. Video starten

Rohlfs: So treiben unsere Wissenschaftler mit Steuergeld die Energiewende voran

Batterie-Experte Christoph Weber von der FH Kiel profitierte zusammen mit seinen Kollegen von rund einer Million Euro Fördergeld (Foto: Kuhn, FH Kiel)

In Schleswig-Holstein gibt es viel Erneuerbare Energie, doch wie kann sie auch effizient genutzt werden? Welche Anwendungsbeispiele gibt es? Dieser Frage widmen sich Schleswig-Holsteins Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit großem Engagement. Um sie zu unterstützen und die Forschungsinfrastrukturen zu stärken, hat die Landesregierung Ende 2018 einen Förderaufruf gestartet. Heute übergaben Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Oliver Grundei, Energiewendestaatssekretär Tobias Goldschmidt und Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs gemeinsam und symbolisch die drei letzten der insgesamt zehn Förderbescheide mit einer Gesamthöhe von rund 964.000 Euro.

Hier ein Mitschnitt der Begegnung der Staatssekretäre mit den drei Technik-Professoren Dr. Frank Hinrichsen (Hochschule Flensburg), Dr. Alois Schaffarczyk und Dr. Christoph Weber von der Fachhochschule Kiel (Video starten)

Die Hochschule Flensburg hat rund 240.000 Euro für ihr Projekt „Mittelspannungs-Netznachbildung“ bekommen. „Ein sperriger Name, das Thema ist dafür umso spannender“, lobte Rohlfs. Das Ziel des Projekts war es, sogenannte Stromtrichter zu erforschen, die eine Umwandlung von Niedrigspannung in Mittelspannung ermöglichen. „Windkraftanlagen werden zukünftig immer leistungsfähiger werden, da ist die Nutzung von Mittelspannung viel effizienter. Und auch für die Landstromversorgung von großen Schiffen wird es viele Vorteile bringen“, erklärt Rohlfs. Das Forschungsvorhaben sei nicht nur auf dem Papier spannend, sondern habe einen hohen Praxisbezug. Als einziges der zehn Projekte ist es bereits beendet.

Gleich zwei Förderbescheide nahm das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel entgegen. Das Projekt „SilentAeroHand“ hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Windenergieanlagen leiser zu machen. Hierfür stellt das Land rund 430.000 Euro zur Verfügung. Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Oliver Grundei gratulierte: „Das erste Wort im Projekt ‚Silent‘ beschreibt die Innovation: Es geht darum, „smarte Windturbinenblätter“ zu entwickeln, die die aerodynamischen und akustischen Eigenschaften von Windturbinenblättern verbessern. Das heißt: Geringere Schallemissionen und trotzdem eine erhöhte Effizienz von Windkraftanlagen und beides hat uns überzeugt. Denn neben der Förderung von Wasserstoffprojekten wollen wir in Schleswig-Holstein stark bleiben bei der Forschung in anderen Energiewende-Bereichen wie der Windenergie.“

Im zweiten Forschungsvorhaben der FH Kiel wird ein neuartiges, cloudbasiertes Batteriemanagementsystem entwickelt. Damit soll ein Batteriesystem selbst seinen Lade- und Gesundheitszustand erkennen und selbstlernend immer bessere Diagnosen treffen. „Wir brauchen Tempo beim Klimaschutz. Das Projekt Cloudbasiertes Batteriemanagementsystem wird zeigen, wie viele verschiedene Maschinen und Anlagen in der Energiewirtschaft digital vernetzt, gesteuert und überwacht werden können. Von der Innovation eines cloudbasierten maschinellen Lernens werden nicht nur schleswig-holsteinische Unternehmen profitieren, die zuverlässige Speichersysteme benötigen, sondern auch das Weltklima. Schleswig-Holstein hat das Zeug dazu Exportland für Klimaschutztechnologie werden“, sagte Energiewende-Staatssekretär Tobias Goldschmidt.

Im Rahmen des Förderaufrufs wurden zehn Projekte ausgewählt, insgesamt förderte die Landesregierung die Vorhaben mit rund 6,3 Millionen Euro aus EFRE- und Landesmitteln.

Es geht wieder in die Vollen im Straßenbau: Unsere Sanierungspläne für Sommer und Herbst

Trockenübung im Sitzungssaal des Wirtschaftsministeriums: LBV.SH-Chef Conradt und Minister Buchholz mit dem Spaten, der eigentlich für den Beginn der Bauarbeiten an der Ortsumgehung Schwarzenbek (Hintergrundbild) gedacht war. Wegen der hohen Inzidenzwerte im Herzogtum fiel der Termin aus

Neue Runde bei der Sanierung von Straßen und Wegen in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg, Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein sowie in den Städten Kiel und Neumünster. Nach den Worten von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und dem Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt, werden in diesen Bereich in den kommenden Monaten knapp 150 Kilometer Straßen, 57 Kilometer Radwege und 24 Brücken grundsaniert. „Unser Landesbetrieb packt von Rendsburg über Kiel bis in den südöstlichen Landesteil 51 Straßen inklusive 18 Radwegen an und investiert hier rund 82,5 Millionen Euro Landesmittel in eine bessere Infrastruktur“, sagte Buchholz heute bei der Vorstellung des diesjährigen Teil-Bauprogramms. Die Sanierungspläne für den anderen Teil Schleswig-Holsteins wurden bereits vor einem Monat vorgestellt – Eine Gesamtübersicht aller Bauprogramme findet sich hier

Zusammen mit dem LBV.SH-Ingenieur Christoph Köster stellten Conradt und Buchholz insgesamt 74 geplante Sanierungs-Einzelprojekte vor . Zu den größten Vorhaben dabei zählen unter anderem die Grundsanierung der Bundesstraße B 430 zwischen Grebin und Lütjenburg im Kreis Plön auf einer Länge von über zwölf Kilometern sowie der Bau der Ortsumgehung Schwarzenbek im Herzogtum-Lauenburg oder die Fortsetzung des Ersatzneubaus der Eiderbrücke im Zuge der Bundesstraße B 77.

Hier die gesamte Online-Pressekonferenz als Video-Mitschnitt

Buchholz erinnerte einmal mehr daran, dass in Schleswig-Holstein die Landesstraßen über Jahrzehnte restlos auf Verschleiß gefahren wurden. „Noch vor fünf Jahren hatten wir einen Sanierungsstau von rund einer Milliarde Euro vor uns – hiervon haben wir in den letzten vier Jahren mit einer gewaltigen finanziellen wie organisatorischen Kraftanstrengung ein gutes Drittel abgearbeitet.“ Während in früheren Jahren teilweise nicht einmal 20 Millionen Euro pro Jahr in den Erhalt des Landesstraßennetzes gesteckt wurden, liege die Jamaika-Regierung nun bereits zum vierten Mal in Folge bei knapp 100 Millionen Euro Investitionsvolumen.

Laut Conradt und Buchholz konnte ausgerechnet im Pandemie-Jahr 2020 eine Rekord-Investition von erstmals 115 Millionen Euro auf die Landesstraßen gebracht werden. „Insbesondere für die ländlichen Regionen ist ein systematischer Erhalt des Straßennetzes existenziell wichtig“, sagte Buchholz. Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger seien auf intakte Verkehrswege angewiesen, sondern auch alle Gäste des echten Nordens und ganz besonders die Wirtschaft. Dies mache nicht zuletzt die reibungslose Güterversorgung seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich.

Zusammen mit Buchholz bat der LBV.SH-Chef alle Autofahrerinnen und Autofahrer um Geduld und Fairplay: „Die Menschen auf unseren Baustellen arbeiten dort bei Wind und Wetter. Und dies ausdrücklich für uns alle: Damit wir demnächst wieder schneller und sicherer an unsere Ziele kommen. Bitte nehmen Sie also größte Rücksicht auf unsere mobilen Teams auf den Baustellen.“

Buchholz zu Tourismus-Modellprojekten: „Lieber etwas später starten als rasch zu floppen“

Auch wenn die Corona-Infektionszahlen den Start an der Lübecker Bucht und in Büsum noch verzögern – in Eckernförde ist seit gut einer Woche das landesweit erste Tourismus-Modellprojekt zu besichtigen. Und gestern hat auch die Insel Sylt signalisiert, dass sie ab Mai zusammen mit dem Kreis Nordfriesland Modellregion sein und beweisen will, dass sicherer Tourismus trotz Pandemie möglich ist. Für Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten.

Erweitere Regeln für den Einzelhandel – ab 100er-Inzidenz geht ab morgen Click, Test & meet

Vor dem Hintergrund des neuen Bundesinfektionsschutzgesetzes auf Basis der Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie ihrer eigenen Experten-Kommission stellt die Landesregierung die Weichen für den Einzelhandel ab morgen neu. Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute sagte, werde die Öffnung des Einzelhandels auch bei Inzidenzen oberhalb von 100 möglich sein. Erst bei einer über drei Tage konstanten Sieben-Tage-Inzidenz von über 150, also bei mehr als 150 Neu-Infektionen binnen einer Woche, müsse der Einzelhandel in den betroffenen Kreisen geschlossen werden. Geschäfte des so genannten „täglichen Bedarfs“, wie der Lebensmittel-Einzelhandel, bleiben unter Auflagen weiterhin offen.

Die bisherige Regelung: Bei einer Inzidenz von unter 50 öffnet der Einzelhandel mit Quadratmetervorgaben für die Kundenanzahl. Bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 kann ein Ladengeschäft nach vorheriger Anmeldung – auch per Zuruf – und mit Aufnahme der Kontaktdaten für Kunden öffnen. Bei Infektionszahlen ab 100 können Waren nur online oder telefonisch geordert werden.

Ab dem morgigen Sonnabend (24. April) entfällt in Regionen mit Inzidenzen unterhalb von 100 die Anmeldepflicht. In vielen Geschäften bedarf es weiterhin nur der Aufnahme von Kontaktdaten. Ab einem Wert von 100 greift das Bundesgesetz und dann gilt auch in Schleswig-Holstein für Inzidenzen zwischen 100 und 150 das Prinzip „Click, Meet & Test“. Heißt: Während unterhalb einer Inzidenz von 100 eine einfache Aufnahme der Kontaktdaten im Geschäft genügt, ist oberhalb von 100 neben Anmeldung und Aufnahme der Kontaktdaten auch ein bescheinigter negativer Corona-Test erforderlich. Er darf nicht älter als 24 Stunden sein.

Zudem müssen Ladeninhaber oberhalb eines Werts von 100 sicherstellen, dass pro Kunde 40 statt bislang 10 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen. Für Geschäfte des täglichen Lebens gelten weiterhin erleichterte Regelungen. Im Übrigen lässt das Bundesgesetz generell auch zu, dass weiterhin vorbestellte Ware abgeholt werden kann.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte zu den neuen Regelungen weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Aus den Beschlüssen zum Bundesinfektionsschutzgesetz ergeben sich noch weitere Änderungen. Die „Notbremse“ greift auch hier, wenn die 7-Tage-Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner/Woche) in einer kreisfreien Stadt oder einem Kreis an drei Tagen hintereinander über 100 liegt. Entsprechende Regeln gelten dann am übernächsten Tag.

Beispiel: In einem Kreis, der Montag, Dienstag und Mittwoch in der Inzidenz über 100 liegt, gelten die entsprechenden Regeln ab Freitag. Die Maßnahmen enden, wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt.

Hier die Inzidenzahlen für die Kreise/ kreisfreie Städte

Aus dem Bundesinfektionsschutzgesetz ergeben sich für betroffene Kreise und kreisfreie Städte zudem folgende Regelungen:

  • Private Treffen sind auf die Angehörigen eines Hausstandes und maximal eine weitere Person begrenzt. Ausgenommen sind Kinder unter 14 Jahren.
  • Zwischen 22 und 5 Uhr gelten Ausgangsbeschränkungen. Nur in Ausnahmefällen (Notfälle, Berufsausübung, Hund ausführen) darf die Wohnung oder das eigene Grundstück verlassen werden. Joggen und Spaziergänge bleiben bis Mitternacht erlaubt, allerdings nur alleine.
  • Körpernahe Dienstleistungen werden weitgehend untersagt – zulässig bleiben medizinisch, therapeutisch, pflegerischen oder seelsorgerisch notwendige Dienstleistungen sowie Friseur- und Fußpflegeleistungen; Kundinnen und Kunden benötigen aber ein negatives Testergebnis.
  • Die Gastronomie ist geschlossen (inkl. Außengastronomie).
  • Kontaktloser Sport im Freien ist nur alleine, zu zweit oder dem eigenen Haushalt erlaubt. Kinder unter 14 Jahren dürfen kontaktlosen Sport draußen maximal zu fünft treiben.

Welche weiteren Regelungen gibt es?

  • Für die Schulen, Kitas, Krippen und Horte hält die Landesregierung angesichts der bisherigen Erfahrungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens an den bisherigen Regelungen fest: Bei einer stabilen Inzidenz über 100 gelten hier Distanzlernen bzw. Notbetreuung. Das Gesundheitsamt kann als Ausnahme in diesem Bereich und in Abstimmung mit der örtlichen Schulaufsicht bzw. dem örtlichen Träger der Jugendhilfe entscheiden, dass die Umsetzung dieser Regelung erst zum Montag der Folgewoche erfolgt.
  • Der Ausschank und der Verzehr von alkoholhaltigen Getränken ist im öffentlichen Raum untersagt.
  • Das Betreten von Verkaufsstellen des Einzelhandels und von Wochenmärkten ist nur durch eine Person pro Haushalt gestattet. Eine Begleitung durch eine erforderliche Assistenz ist gestattet. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres dürfen das jeweilige Elternteil begleiten.
  • Der theoretische Unterricht in Fahrschulen kann nur als Fernunterricht erfolgen. Hiervon ausgenommen sind bestimmte Bereiche nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz.
  • Die Ausbildung von Hunden in Hundeschulen ist mit bis zu fünf Personen möglich.
  • Angebote der Kinder- und Jugendhilfe (jenseits von Kindertagesstätten und Kindertagespflege) sind mit bis zu fünf teilnehmenden Personen möglich.

Buchholz im Bundesrat: Eine „Holzhammer-Bremse“ des Bundes, die niemand braucht

Buchholz heute im Bundesrat – Video starten


So heftig wurde im Bundesrat wohl selten mit den Zähnen geknirscht: Die Länderkammer hat sich heute in einer Sondersitzung mit dem neuen Infektionsschutzgesetz befasst. Trotz massiver Bauchschmerzen stellte sich am Ende allerdings kein Landesvertreter gegen die so genannte Bundes-Notbremse, die am Montag in Kraft treten wird.

Inzwischen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz unterzeichnet. Die Bedenken waren teilweise extrem groß. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sprach in Vertretung für Ministerpräsident Daniel Günther von einer „Holzhammer-Bremse auf Initiative des Bundes“. Doch wolle man das Gesetz im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung nicht weiter verzögern. Buchholz prophezeite der Bundesregierung jedoch ein baldiges Scheitern des Gesetzes am Bundesverfassungsgericht. Der erste Eilantrag gegen das Gesetz liegt bereits vor.

Buchholz brachte einen so genannten Entschließungsantrag mit den Bedenken ein, in dem die Bundesregierung zu Nachbesserungen aufgefordert werden sollte. Der Antrag fand keine Mehrheit. Buchholz erinnerte daran, dass Schleswig-Holstein „differenziert und flexibel“ vorgegangen sei: „Es war möglich, wenn man konsequent gehandelt hat.“ Die Bundesnotbremse sei jetzt der „Holzhammer“, den niemand brauche.

Der schleswig-holsteinische FDP-Landtagsabgeordnete Jan Marcus Rossa kündigte unterdessen vor dem Bundesverfassungsgericht Klage gegen die Corona-Notbremse an. „Da ich von den Rechtsfolgen dieses Gesetzes unmittelbar betroffen sein werde und ich die Ausgangssperren für verfassungswidrig halte, bleibt letztlich nur der Gang nach Karlsruhe“, sagte der Jurist der Deutschen Presse-Agentur.

„Ein Automatismus für bestimmte Schutzmaßnahmen, der ohne Einzelfallbetrachtung massiv in die Rechte der Bürgerinnen und Bürger eingreift, ist für mich nicht akzeptabel“, sagte Rossa. Schleswig-Holstein zeige, dass zentralistische Eingriffe in der Pandemie-Bekämpfung unnötig seien.

Wie Buchholz im Bundesrat erinnerte auch Rossa daran, dass es „mit konsequenten Maßnahmen  gelungen war, dass in Flensburg das dynamische und dramatische Infektionsgeschehen Anfang des Jahres mit Inzidenzwerten von deutlich oberhalb 150 abgebremst und erfolgreich eingedämmt werden konnte“. Und die Erkenntnis aus diesem Krisenmanagement sei, dass die Ausgangssperre allem Anschein nach keinen messbaren Beitrag geleistet habe, also wirkungslos sei.