2020 bricht der Tourismus wegen der Corona-Pandemie weltweit ein. In Schleswig-Holstein rauschen die Übernachtungszahlen in den Keller. Erst seit letztem Jahr kann man wieder fast uneingeschränkt reisen – und die Branche sich erholen. In Schleswig-Holstein gelingt das ziemlich gut.
Im vergangenen Jahr haben wieder deutlich mehr Menschen Übernachtungen in Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen in Schleswig-Holstein gebucht als noch 2021. Ihre Zahl stieg um 33,9 Prozent auf knapp 8,83 Millionen. Die Gäste buchten von Januar bis Dezember gut 37,53 Millionen Übernachtungen, 15,9 Prozent mehr als noch 2021. Damit lagen die heute vom Statistikamt-Nord vorgelegten Buchungszahlen zumindest bei den Übernachtungen deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie. 2019 hatten Gäste im Norden gut 35,97 Millionen Übernachtungen gebucht. Für Tourismusminister Claus Ruhe Madsen ein gutes Zeichen – aber kein Grund zum Zurücklehnen, denn: Im vergangenen Jahr lag die Gästezahl mit 8,92 Millionen Menschen knapp unter dem Niveau von 2019.
Im Dezember kamen insgesamt 413 000 Übernachtungsgäste in den größeren Beherbergungsstätten und auf den Campingplätzen Schleswig-Holsteins an. Damit stieg das Gästeaufkommen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 24,3 Prozent. Die Zahl der gebuchten Übernachtungen stieg um elf Prozent auf 1,408 Millionen. Ohne Campingplätze gab es im Norden einen Anstieg um 25,9 Prozent bei den Gästeankünften und um 11,9 Prozent bei Übernachtungen.
Madsen bewertet vor allem den deutliche Anstieg bei den Übernachtungen im Vergleich gegenüber 2019 um 1,5 Millionen als Erfolg: «Der Schleswig-Holstein-Tourismus hat sich von den Einschränkungen der Corona-Pandemie also hervorragend erholt.» Die Zahl der Ankünfte liege noch immer unter dem Vergleichswert von 2019 und es gebe weiterhin regionale Unterschiede. «Wir müssen daran arbeiten, nachhaltigen, verantwortungsbewussten Qualitätstourismus in unserem Land zu gestalten, um unserer Vorreiterrolle gerecht zu werden und ganzjährig attraktiv zu sein», so Madsen.
Die Statistik erfasst die Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten und die Campingplätze. Im Dezember 2022 waren das 2855 geöffnete Beherbergungsstätten mit 220 000 angebotenen Gästebetten sowie 99 geöffnete Campingplätze.
Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein können ab Mai mit dem 49-Euro-Ticket im Nahverkehr durch ganz Deutschland fahren, müssen dafür aber erheblich weniger bezahlen. «Für viele Menschen wird das Fahren mit Bus und Bahn deutlich günstiger», sagt Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide. «Wenn der Arbeitgeber mitmacht und wie beim Jobticket in Schleswig-Holstein einen Beitrag leistet, wird das Deutschland-Ticket für den Arbeitnehmer noch attraktiver», so der CDU-Politiker im Gespräch mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z).
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Zuvor hatten sich die Regierungs-Fraktionen der Landesregierung auf entsprechende Eckpunkte verständigt. Arbeitgeber müssten für das neue Ticket einen Mindestanteil von 12,25 Euro zahlen, dazu kommt die Ermäßigung von fünf Prozent durch den Staat. Für das bisherige Jobticket gilt ein Mindestbeitrag von 15 Euro durch die Arbeitgeber, allerdings zahlen die meisten laut Ministerium 30 Euro dazu. «Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, dass viele Arbeitnehmer auch bei dem neuen Ticket mitmachen», sagt von der Heide. Arbeitnehmer müssten dafür nur noch knapp 17 Euro zuzahlen.
Sie haben dann die Wahl zwischen dem herkömmlichen regionalen Jobticket und dem deutschlandweit gültigen 49-Euro-Ticket, das es laut von der Heide ab Anfang April zu kaufen geben und das ab Mai gültig sein soll. «Langfristig wollen wir die zwei Tickets zusammenführen, aber wir sind ja erst am Anfang der Entwicklung», so der Staatssekretär.
Laut von der Heide werde das Deutschland-Ticket im ländlichen Raum eine erhebliche Ersparnis bringen, weil es dort Monatstickets gibt, die bislang weit mehr als 49 Euro kosten. Für weniger Geld können Arbeitnehmer dann künftig also eine Monatskarte bekommen, die in allen Nahverkehrszügen in Deutschland gültig ist. Landesregierung und NAH.SH hoffen deshalb auch auf viele Neukunden. «Auf dem Land sind wir mit dem schleswig-holsteinischen Jobticket bislang noch nicht wirklich stark», gibt von der Heide zu. «Mit dem 49-Euro-Ticket können wir es aber werden.»
In den Städten ist das anders, denn in Kiel und Lübeck zahlen Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber 30 Euro zum Jobticket dazu geben, nur einen Eigenanteil von 3,33 Euro pro Monat. Von der Heide hofft dennoch, dass mancher Arbeitnehmer mehr für den Nahverkehr ausgibt: «Denn mit dem Deutschland-Ticket bekommt man ja auch ein deutlich größeres Angebot. Das ist ein großer Gewinn.»
Die letzte juristische Klippe auf dem Weg zum Neubau der Rader Hochbrücke ist umschifft: Nach Angaben des Chefs des schleswig-holsteinischen Amtes für Planfeststellung Verkehr (APV), Martin Hamm, wurden jetzt die letzten Lärmschutzklagen fallengelassen.
Ursprünglich war am 15. März ein Termin zur mündlichen Verhandlung beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig vorgesehen. «Der Planfeststellungsbeschluss für den Neubau ist damit rechtskräftig und weitere Klagen nicht mehr möglich», freute sich Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide. Auch die mit dem Bau beauftragte Infrastrukturgesellschaft DEGES zeigte sich erleichtert: «Mit unseren Auftragnehmern unter Führung von Implenia haben wir in den ersten Anlaufgesprächen den nun folgenden Bauablauf bereits abgestimmt», sagte DEGES-Sprecher Ulf Evert. Man sei mehr denn je der Überzeugung, das östliche Teilbauwerk bis 2026 fertigstellen und unter Verkehr nehmen zu können.
Staatssekretär von der Heide zollte vor allem dem APV ein dickes Lob: «Der Neubau kann nun ohne die Befürchtung von Verzögerungen weitergehen. Das zeigt, dass unser Amt gut gearbeitet hat.» Der Lärmschutz sei mehr als ausreichend. Auch für das Gelingen der Energiewende sei der Neubau als «Herz unserer Infrastruktur» von großer Bedeutung. Von der Heide: «Über die neue Brücke können dann auch endlich wieder Schwertransporte mit Windrädern fahren.»
Von der Heide (rechts) im Sommer letzten Jahres bei einem Baustellenbesuch unter der Brücke mit Projektleiter Mario Schörnherr
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Im vergangenen Jahr hatten bereits vier Gemeinden im Umkreis der Hochbrücke ihre Klageandrohung zurückgezogen. Im Gegenzug bekommen sie mehr Lärmschutz in Form von so genanntem Flüsterasphalt, der an den Zufahrten zur Hochbrücke und auf der A210 verbaut wird.
Baubeginn für das Gesamtprojekt ist offiziell erst in diesem Frühjahr. Neben der A7 und auf beiden Seiten des Kanals sind jedoch bereits Baustraßen mit 4,5 Kilometer Gesamtlänge angelegt worden. Östlich der bestehenden Querung wurde das Baufeld freigemacht.
Im Dezember 2026, wenn die „Lebenszeit“ der alten Hochbrücke endet, soll die erste Brückenhälfte fertig sein. Sie wird breit genug sein, um den gesamten Verkehr der A7 aufzunehmen. Danach wird das alte Bauwerk abgerissen, um Platz für die zweite Brückenhälfte zu machen.
Die DEGES gibt die Kosten für das erste Teilbauwerk mit 307 Millionen Euro an.
Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens hat erleichtert auf die Entscheidung des Bundestags-Haushaltsausschusses reagiert, die Härtefall-Hilfen des Bundes nun doch für Betriebe mit sogenannten leitungsungebundenen Energieträgern wie Heizöl, Holz oder Pellets zu öffnen. «Das ist nach ziemlich nervenaufreibendem Hin und Her eine gute Nachricht für unseren Mittelstand, auch wenn bedauerlicherweise bislang nur 400 Millionen statt der angekündigten eine Milliarde Euro vom Bund zur Verfügung gestellt werden», sagte Carstens heute im Finanzausschuss des Landtags in Kiel.
Weiter sagte sie vor den Abgeordneten im Finanzausschuss – Audio starten, Pfeil klicken…
Schleswig-Holstein stünden somit aktuell nur 13,6 Millionen Euro statt der bisher von Bundesseite avisierten 34 Millionen Euro für Betriebe zur Verfügung, die durch erhöhte Energiepreise in Schwierigkeiten geraten. «Wir erwarten und dringen darauf, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages auch die restlichen Mittel aus dem Bundeshaushalt 2023 freigibt», sagte Carstens.
Die CDU-Politikerin hatte am Vormittag in Vertretung für den erkrankten Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen den Abgeordneten die Pläne des Landes für die Härtefallhilfen erläutert, die Landesregierung plane mit den Bundesmitteln ein Modell, wonach Betriebe auf Antrag zwischen 2000 und 200 000 Euro erhalten können. Dies sei an mehrere Voraussetzungen geknüpft. So müssen sich für die betroffenen Firmen beispielsweise die Energiekosten im gesamten Jahr 2022 oder im Zeitraum Juni bis November im Vorjahresvergleich mindestens verdreifacht haben. Der Anteil der Energiekosten am Gesamtumsatz müsse zudem mindestens sechs Prozent betragen und das Betriebsergebnis infolge der gestiegenen Energiekosten eine signifikante Verschlechterung aufweisen.
Mit Blick auf die weitere Abwicklung der Hilfen bedauerte Carstens, dass dies allein den einzelnen Ländern überlassen bleibe. „Eine bundeseinheitliche Anlaufstelle wäre hier sicher hilfreich und vor allem schneller“, sagte sie. Im Verlauf des kommenden Monats sollen von betroffenen Betrieben erstmals Anträge gestellt werden können. Für die Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur billigte der Finanzausschuss des Landtags heute fünf Millionen Euro. «Wobei wir derzeit nicht davon ausgehen, dass wir diesen Betrag ausschöpfen müssen», sagte Carstens.
Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens mit WT.SH-Chef Hinrich Habeck (links) und Norderstedts Wirtschaftsförderer Mario Bertermann
Wirtschaftsförderer haben im vergangenen Jahr 105 Firmen mit 1686 Arbeitsplätzen neu nach Schleswig-Holstein geholt. Das sei im Vergleich zu 2021 zwar ein Rückgang, aber angesichts von drei Krisenjahren in Folge ein solides Ergebnis. Aus Sicht von Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens (CDU), und WTSH-Geschäftsführer Hinrich Habeck müssen die kommenden Jahre dazu genutzt werden, den Standort für Fachkräfte noch attraktiver zu machen. Carstens richtete den Blick auf das Welcome Center unter dem Dach der WTSH in Kiel, das in diesem Jahr eingerichtet werden soll.
«Erstmals werden wir dann in der Lage sein, konzentriert und gebündelt die Qualifikationen von Zugewanderten aus der EU oder Geflüchteten aus Drittstaaten zu sichten, um sie rasch in den Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft zu integrieren», sagte Carstens. Für viele ansiedlungswillige Unternehmen sei der Zugang zu Fachkräften elementar. «Darum hat sich die Landesregierung entschieden, knapp 1,5 Millionen Euro in den Aufbau des Welcome Centers zu investieren.»
Auch WTSH-Chef Hinrich Habeck zeigte sich begeistert: «Wir sind die Schnittstelle zur Wirtschaft und zu den Unternehmen. Darum begrüßen wir die Initiative des Landes, ein Welcome Center aufzubauen und werden tatkräftig dafür sorgen, ausländischen Fachkräften guten Support zu bieten und vor allem unsere Unternehmen im Land beim Fachkräfte-Recruiting zu unterstützen.»
Im vergangenen Jahr entschieden sich den Angaben zufolge elf ausländische Unternehmen für Schleswig-Holstein, im Vorjahr seien es acht Firmen gewesen. Fast alle Unternehmen kämen aus dem europäischen Ausland, eins aus China. Vor allem schwedische und schweizerische Unternehmen hätten ein verstärktes Interesse an Schleswig-Holstein.
Im Gespräch mit NDR-Hörfunkreporter Balthasar Hümbs sagte Carstens weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Als eins der neu angesiedelten Unternehmen hob Habeck die Safran Helicopter Engines Germany GmbH hervor, die sich mit rund 100 Mitarbeitern in Norderstedt niederlassen werde. Weltweit stecke die Technik von Safran Helicopter Engines in Hubschraubern für zivile Nutzung, Rettung, Polizei und Militär.
Gut 72 Prozent der im vergangenen Jahr neu angesiedelten Unternehmen stammen den Angaben zufolge aus dem Dienstleistungssektor, 19 Prozent seien dem Handel und knapp 9 Prozent dem produzierenden Gewerbe zuzurechnen. Vertreten seien Branchen wie Digitwirtschaft, Logistik, Erneuerbare Energien, Gesundheitswirtschaft und Tourismus. WTSH-Chef Habeck gab einen optimistischen Ausblick: «Seit Anfang des Jahres spüren wir eine verstärkte Nachfrage.»
Hier ein Livestream-Mitschnitt der heutigen Pressekonferenz:
Wichtige Kanalbrücken, Autobahnen, Bundesstraßen und Radwege – in die Verkehrsinfrastruktur im Norden fließen in diesem Jahr Hunderte Millionen Euro. Ein umstrittenes Großprojekt bleibt besonders im Fokus.
Für Straßen und Radwege in Schleswig-Holstein legen Bund und Land in diesem Jahr eine Schippe drauf. Sie investieren in Autobahnen, Bundesstraßen, Brücken, Radwege und das Landesstraßennetz etwa 380 Millionen Euro und damit 110 Millionen mehr als im Vorjahr. Die – von den Grünen im Bund bekämpfte – A20 als Ost-West-Magistrale und Umfahrung Hamburgs bleibe für die Landesregierung das wichtigste Autobahn-Projekt, sagte Staatssekretär Tobias von der Heide.
«Wir sind froh, dass auch Bundesverkehrsminister Wissing bei seinem jüngsten Besuch in Schleswig-Holstein den herausragenden Bedarf für die A20 und die Notwendigkeit ihres beschleunigten Ausbaus bekräftigt hat.» Das zuständige Landesamt hatte im Januar eine überarbeitete Baugenehmigung für den beklagten Elb-Abschnitt vorgelegt.
«Wir sind überzeugt, dass die (Projektgesellschaft) Deges im Rahmen der Fehlerheilung alle Aspekte des Umweltschutzes in beispielloser Gründlichkeit abgewogen hat und dieser wie alle weiteren Planfeststellungsbeschlüsse einer gerichtlichen Überprüfung standhalten wird», äußerte von der Heide. Er sei zuversichtlich, dass auf dem zehn Kilometer langen Abschnitt um Bad Segeberg vor 2025 mit dem Bau begonnen werden könnte.
Hier ein Stream-Mitschnitt der Pressekonferenz:
Die Niederlassung Nord der Autobahn GmbH steigert ihre Investitionen im Land von 83,5 Millionen Euro im vorigen Jahr auf 121,1 Millionen. Für 2024 sind knapp 140 Millionen Euro geplant. Die Deges sieht für dieses Jahr 60 Millionen Euro vor und 120 Millionen für 2024. Für Bundesstraßen beinhaltet das Investitionspaket für Neubau-, Ausbau- und Erhaltungsmaßnahmen für 2023 rund 92 Millionen Euro, nach gut 68 Millionen Euro 2022. Für die Sanierung von Landesstraßen bleibt es bei 90 Millionen Euro. Dazu kommen 15 Millionen Euro für Kreisstraßen und 20 Millionen Euro für das Radwegenetz.#
«Wir sind in die Realisierung der Projekte Rader Hochbrücke und B207 auf Fehmarn gegangen und werden bei der Planung der A20 einen großen Schritt weiterkommen, indem wir die Planfeststellungsverfahren für die Abschnitte zwischen Bad Segeberg und der A7 sowie den Abschnitt 7 in Steinburg forcieren», erläuterte Deges-Bereichsleiter Bernd Rothe.
Für sechs offene Abschnitte gibt es noch kein vollziehbares Baurecht. Im Umweltbereich sei aber sehr viel getan worden. «Wir sind relativ sicher, dass wir gerichtsfeste Unterlagen haben.» Für die A20 würden 240 Hektar Fläche versiegelt. Demgegenüber stünden 1974 Hektar für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.
«Wir steigern dieses Jahr unsere Investitionen in den Ausbau der B404 zur A21, investieren in Brückensanierungen und Ersatzneubauten und natürlich in den Streckenerhalt wie an den Autobahnen A1, A7, A20, A21, A23 und der A210», berichtete für die Autobahn GmbH Niederlassungsdirektor Claus Butenschön. Bis 2030 seien auch 49 Brücken zu sanieren. «Das ist ein Kraftakt.»
Die vielen Bauarbeiten sind zwangsläufig mit Einschränkungen, Umleitungen und Sperrungen verbunden. So wird die A1 bei Reinfeld am zweiten März-Wochenende in Richtung Lübeck voll gesperrt und die B404, die zur A21 ausgebaut wird, zwischen Klein Barkau und Warnau sogar einen Monat lang vom 20. Februar bis zum 19. März.
Weiter im Zeitplan sind die Arbeiten am Ersatz der maroden Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Ende 2026, wenn die «Lebenszeit» der alten Brücke endet, soll das östliche neue Teilbauwerk fertig sein. Der Bau startet in diesem Jahr.
Auch knapp wird es bei der Anbindung des Fehmarnbelttunnels, dessen Fertigstellung 2029 vorgesehen ist. Bis dahin soll auch der geplante Tunnel unter dem Fehmarnsund zwischen der Insel und dem Festland in Ostholstein fertig sein. «Das ist eine große Herausforderung», sagte Deges-Bereichsleiter Rothe. Er verwies auf offene Baurechtsverfahren und mögliche Klagen. Der Staatssekretär zeigte sich überzeugt, dass es rechtzeitig klappt. Von der Heide gab dem Straßennetz im Land die Schulnote 3 bis minus 3. In fünf bis zehn Jahren solle es eine 2 sein. In dieser Wahlperiode gingen über eine halbe Milliarde Euro in Straßen und Radwege.
Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr laut Vize-Direktor Frank Quirmbach besonders die Sanierung von Landesstraßen und Radwegen voran. Geplant seien über 100 Einzelmaßnahmen. Hinzugekommen ist die Reparatur der bei einem Unfall beschädigten Holtenauer Hochbrücken über den Nord-Ostsee-Kanal. «Ein Projekt mit höchster Priorität für uns», sagte Quirmbach. Weitere große Maßnahmen seien der Ausbau der B5 bei Husum und der Neubau der Ortsumgehung Schwarzenbek (B209).
Im Gespräch mit Dennis Braun von RSH sagte von der Heide weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
In welchem Umfang haben sich im vergangenen Jahr neue Unternehmen in Schleswig-Holstein angesiedelt? Aus welchen Branchen, Regionen und Ländern kommen sie – und wie viele Arbeitsplätze werden sie in Schleswig-Holstein schaffen? Diese Fragen beleuchten heute ab 12.30 Uhr bei der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer GmbH Schleswig-Holstein (WT.SH) Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens, WT.SH-Chef Hinrich Habeck und der Wirtschaftsförderer Mario Bertermann aus Norderstedt.
Die Pressekonferenz kann hier später auch im Livestream verfolgt werden…
Eine schwebende Ansiedlung der Superlative schlägt zwar nicht in der Bilanz des Jahres 2022 zu Buche – möglicherweise aber in naher Zukunft: Die Pläne des schwedischen Batterieherstellers Northvolt für eine Fabrik in Heide. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey stößt das Milliarden-Projekt auf hohe Zustimmung. Drei Viertel der Schleswig-Holsteiner (74,4 Prozent) befürworten die Ansiedlungspläne. Im Kreis Dithmarschen, zu dem Heide gehört, sind es sogar 79,1 Prozent. Nur 8,0 Prozent sehen diese Pläne landesweit negativ, in Dithmarschen 7,8 Prozent.
Wirtschaftsstaatssekretärin Julia Carstens sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Diese Zustimmungswerte zeigen eindrucksvoll, wie willkommen Northvolt in Dithmarschen und dem gesamten Land ist». Sie seien auch eine Bestätigung für den Kurs der Koalition, Schleswig-Holstein zum grünen Industrieland auszubauen.
Ende vergangener Woche hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ein Forschungslabor von Northvolt in Schweden besucht. Als Investitionsvolumen in Heide sind bis zu 4,5 Milliarden Euro im Gespräch. Es könnten mehrere Tausend Jobs entstehen. An Northvolt hält auch Volkswagen Anteile. Das Unternehmen hatte signalisiert, der Bau der Fabrik in Heide könnte sich verzögern. Als Gründe wurden die örtlichen Strompreise und höhere Subventionen in den USA genannt.
«Es freut uns sehr, dass die Bürgerinnen und Bürger unsere Ansiedlungspläne derart befürworten», sagte der Northvolt-Geschäftsführer für Deutschland, Christofer Haux, dpa. «Das ist auch eine Bestätigung für den dialogorientierten Weg, den wir gemeinsam mit der Politik und mit unseren Partnern in Schleswig-Holstein vor Ort verfolgen.» Das Unternehmen hat seit Ankündigung der Pläne nach eigenen Angaben monatlich Bürgersprechstunden in Heide angeboten.
In der Umfrage verbanden 71,1 Prozent der Befragten die Schaffung von Arbeitsplätzen mit einer Batteriefabrik. 55,6 Prozent sahen darin eine Stärkung der regionalen Entwicklung. Auf Nachteile angesprochen nannten 34,2 Prozent den hohen Wasserverbrauch. Danach folgten der hohe Energieverbrauch (28,7 Prozent) und negative Auswirkungen auf Flora und Fauna (27,2). Knapp die Hälfte der Befragten (49,7) sah keine Nachteile oder wusste von keinen. Die Umfrage zeigte aber auch, dass ein Drittel (35,0) die Pläne von Northvolt noch nicht kannte.
Lecks Bürgermeister Andreas Deidert freut sich mit Staatssekretärin Carstens über die 6,4-Millionen-Förderung aus der Kasse von Bund und Land
Großer Meilenstein für die zivile Nachnutzung ehemaliger Bundeswehr-Flächen in Leck, Klixbüll und Tinningstedt: Für die Erschließung des geplanten „Business Park Leck“ im Kreis Nordfriesland hat Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens heute bei einem Informationsbesuch an Lecks Bürgermeister Andreas Deidert einen Förderbescheid über knapp 6,4 Millionen Euro übergeben. „Dieses ambitionierte und strukturpolitisch wichtige Projekt aller drei Gemeinden wird die deutsch-dänische Region stärken und hochwertige Arbeitsplätze schaffen“, sagte Carstens. Die Fördersumme sei „bestens angelegtes Geld“.
Nach den Worten von Carstens sei der Standort in jeder Hinsicht besonders. So werde das Gelände etwa zur Entwicklung von autonomem Fahren und Fliegen vorbereitet. „Hier entsteht unter anderem ein vom Bund gefördertes Drohnen-Zentrum, zudem ist das Gebiet Teil des Modellprojekts ,5G im ländlichen Raum‘“, so Carstens. Die nachhaltige Strom- und Datenversorgung solle weitgehend autark erfolgen, was den Standort für so genannte kritische Infrastrukturen wie Rechenzentren besonders interessant mache.
Im Gespräch mit Journalisten sagte Carstens weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Mit Blick auf die Verbindung zur Energieküste sagte Carstens: „Die Energieküste im Westen Schleswig-Holsteins versteht sich als Vorreiterregion für Erneuerbare Energien in Deutschland. Und der Business Park bietet die Chance zur Ansiedlung energieintensiver Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen. Das passt alles sehr gut zur Zielsetzung des Landes, das mit seiner Ansiedlungsstrategie auf genau solche Branchenschwerpunkte setzt – neben Erneuerbaren Energien beispielsweise auch auf eine digitale Wirtschaft.“
Für die Staatssekretärin ergibt sich noch ein weiterer positiver Effekt: So trage die Revitalisierung von Altstandorten wie Leck zur Reduzierung des Flächenverbrauchs im Land bei. Carstens: „Aus meiner Sicht darf das Flächenrecycling gerne an weiteren Standorten in Betracht gezogen und umgesetzt werden. Davon profitieren letztlich nicht nur die Gemeinde und die Region, sondern das gesamte Land.“
Die Fördermittel von knapp 6,4 Millionen Euro stammen aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe «Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur» (GRW).
Zwei Monate nach der Kollision eines Frachters mit den beiden Holtenauer Hochbrücken hat der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) heute zusammen mit Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide den Sanierungsplan vorgestellt.
Staatssekretär von der Heide mit LBV.SH-Vizechef Quirmbach (links) und LBV.SH-Erhaltungschef Christoph Köster
Laut von der Heide beginnen die Reparaturen ab März zunächst an der älteren und deutlich schwerer beschädigten Olympiabrücke. „Angesichts der kniffeligen technischen Herausforderungen an dem 51 Jahre alten Bauwerk rechnen unsere Fachleute hier mit mindestens 15 Wochen Bauzeit, sodass wir absehbar zur Kieler Woche wieder auf beiden Kanalquerungen Verkehr ermöglichen können. Nach der Kieler Woche wird der LBV.SH die Prinz-Heinrich-Brücke in Angriff nehmen“, sagte von der Heide. Die Kosten seien derzeit noch nicht seriös prognostizierbar.
Nach den Worten von LBV-Vizedirektor Frank Quirmbach und dem zuständigen Bereichsleiter Christoph Köster habe der Einschlag des Frachter-Krans neben Verformungen des Bodenblechs erheblichen Schaden an einem so genannten Aussteifungsverband angerichtet. „Unsere Brücken- und Bauexperten haben die letzten Wochen bereits mit Hochdruck gearbeitet, um die Schäden genau zu analysieren und ein Sanierungskonzept zu erarbeiten. Das liegt nun vor und die Ausschreibung ist auf dem Weg“, sagte von der Heide.
Von der Heide sagte bei dem Ortstermin im Gespräch mit Journalisten weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Laut Köster starten die Arbeiten mit dem Ersatz des Aussteifungsverbandes im Inneren der Olympiabrücke. Zudem werde der Korrosionsschutz entfernt und alle Schweißnähte auf selbst mikroskopisch kleine Risse geprüft, die gegebenenfalls sofort repariert würden. „Um den Hohlkasten der Brücke zu stabilisieren werden komplett neue Aussteifungsverbände eingebaut. Erst dann kann können neue Bauteile an das verformte Bodenblech angepasst werden“, so Köster. Da der Schaden im am stärksten beanspruchten Bereich der Brücke liege, sei die Sanierung insbesondere im Hinblick auf die Stabilität des Bauwerks herausfordernd. „Hier muss sehr behutsam und genau gearbeitet werden,“ sagte der leitende Bauingenieur.
Neben den Innenarbeiten wird die Olympiabrücke auch von außen repariert: So müsse etwa das Bodenblech durch aufgeschweißte Lamellen verstärkt werden. Köster: „Eine knifflige Angelegenheit, denn speziell für diese Arbeiten bedarf es einer Spezialkonstruktion an Arbeitsgerüst, das bis ins das sogenannte Lichtraumprofil des Nord-Ostsee-Kanals hineinragt und trotzdem die Weiterfahrt für besonders hohe Schiffe ermöglichen soll. Allein dieses mehrere Meter hohe und frei unter der Brücke hängende Gerüst bedarf der Prüfung und Abnahme eines unabhängigen Sachverständigen.“ Die Besonderheit dabei: Das Gerüst muss so gestaltet werden, dass es bei Bedarf einfahrbar ist, damit auch höhere Schiffe die Arbeitsstelle passieren können.
Großer Medienandrang beim heutigen Ortstermin
Die Kosten könnten laut Köster und Quirmbach frühestens nach der Ausschreibung seriös beziffert werden. Die absehbar 15-wöchige Bauphase an der älteren Brücke hänge vor allem damit zusammen, dass die Arbeiten überwiegend nur nacheinander ausgeführt werden könnten und auf Grund der Platzverhältnisse nur ein sehr begrenzter Personaleinsatz möglich sei.
Von der Heide: „Unser Ziel ist eine Befahrbarkeit beider Brücken zur Kieler Woche. Aber: Gerade die Rohstoffe, wie die Baustähle und Beschichtungsstoffe sind derzeit schwer zu beziehen. Wenn die benötigten Baustoffe rechtzeitig ankommen, wird die Olympiabrücke auch rechtzeitig zur Kieler Woche fertig. Damit könnte der Verkehr zumindest vierspurig über die Holtenauer Hochbrücken laufen – auch wenn die Gewichtsbeschränkung der Prinz-Heinrich-Brücke vorerst weiterbestehen wird.“
Das Sanierungskonzept für die Prinz-Heinrich-Brücke wird vom LBV.SH derzeit entwickelt. Quirmbach: „Für die Arbeiten wird der Verkehr dann wiederum auf die Olympiabrücke umgelegt. Damit wird je Fahrtrichtung ein Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Sofern alles planmäßig verläuft, kann der reguläre Verkehr frühestens im Herbst 2023 wieder normal und ohne Einschränkungen rollen.“
Rund 160 Teilnehmer waren heute Gast beim 5. Innovations- und Technologieforum im Landeshaus
Mit insgesamt 265 Millionen Euro will die Landesregierung in den kommenden vier Jahren Innovationen in der schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Wissenschaftslandschaft beflügeln und damit Wachstumsimpulse schaffen. „Die Chancen dabei sind groß und die Themenpalette breit“, sagte Staatssekretär Tobias von der Heide heute zum Start des 5. Innovations- und Technologieforums in Kiel. Es gehe neben Innovationen vor allem um Digitalisierung, Gründungen und Klimaschutz. „Gefördert werden können Unternehmen, Kommunen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen“, warb von der Heide vor knapp 160 Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, Verwaltung und Politik.
Tobias von der Heide
In der bis 2027 andauernden EU-Förderperiode stehen rund 750 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie Landesmittel bereit. Nach den Worten des Staatssekretärs habe die Landesregierung die bislang bestehenden Fördermöglichkeiten nochmals erweitert und optimiert. „Wir wollen und werden Wissenschaft und Wirtschaft damit noch gezielter unterstützen.“ Als ein Beispiel nannte er die neue Einstiegsförderung für Unternehmen, die bisher noch keine aktiven Innovationen vollzogen haben. Hier biete sich kleinen Firmen die Möglichkeit, erste Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Hochschul- und Forschungseinrichtungen zu sammeln.
Ebenfalls neu sei die Förderung von Projekten im Rahmen eines „Digital Learning Campus Schleswig-Holstein“. Von der Heide: „Damit sollen an allen Hochschulstandorten im Land frei zugänglich kollaborative Lernorte sowie Labore und Zentren für digitale Anwendungen und Technologien entstehen.“ Neu sei auch ein Anwendungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI), mit dem sich Wissenschaft und Wirtschaft bei der Forschung und Entwicklung von KI enger zusammenschließen sollen.