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Buchholz zur geplanten Batterie-Fabrik bei Heide: „Ein echter Game-Changer für die Westküste“

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Damit steigt die Nachfrage nach Batterien – und auch der Bedarf am Recycling alter Batterien. Beides will der schwedische VW-Partner Northvolt von Schleswig-Holstein aus anbieten. Heute wurden die Pläne in Heide vorgestellt.

Pressekonferenz mit dem aus Schweden zugeschalteten Peter Carlsson – von links: Ministerpräsident Daniel Günther, Carlsson, Finanzministerin Monika Heinold, Wirtschaftsminister Buchholz.

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt will in der Nähe von Heide eine Batteriezellfertigung mit rund 3000 neuen Arbeitsplätzen errichten. Eine entsprechende Absichtserklärung hat das Unternehmen mit der Landesregierung sowie der Region Heide geschlossen. Laut Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat die Investition einen Umfang von vier Milliarden Euro. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach von der größten Industrieansiedlung in Schleswig-Holstein seit Jahrzehnten – und einem «Game Changer» für die einstmals strukturschwache Region Westküste.

Buchholz sagte bei der heutigen Pressekonferenz in der Fachhochschule Westküste weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Die Bedeutung des neuen Werkes reicht weit über den Norden hinaus. Die deutsche Autoindustrie will insgesamt unabhängiger von bisher dominanten Zulieferern aus Asien werden. Hohe Marktanteile haben beispielsweise die südkoreanischen Elektronikkonzerne LG und Samsung. Die einzelnen Hersteller verfolgen unterschiedliche Ansätze, teils geht es um eigene Entwicklung und Fertigung, teils aber auch um Partnerschaften mit Zulieferern und entsprechende Beteiligungen. Es gibt EU-weite Initiativen zum Aufbau einer selbstständigen europäischen Zelltechnologie, die Kommission in Brüssel hat entsprechende Programme aufgelegt.

So könnte die Fabrik in Heide künftig aussehen

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kündigte unterdessen Fördermittel im Rahmen des Programms «Important Projects of Common European Interest» (IPCEI) an. «Northvolts Produktion wird konkret dazu beitragen, die Lieferketten für Elektromobilität in Deutschland und Europa zu stärken», so der Minister. «Deshalb wird auch die Bundesregierung das Projekt substanziell unterstützen.» Eine Summe nannte er noch nicht. Den Rahmen für Fördermittel des Landes bezifferte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) mit bis zu 50 Millionen Euro.

Peter Mikkel Carlsson

Die endgültige Investitionsentscheidung ist nach den Worten von Northvolt-Chef Peter Carlsson lediglich «eine Sache von Monaten». Das Unternehmen hat bereits online erste Stellen ausgeschrieben. Der Produktionsstart ist für 2025 geplant. Parallel soll eine Anlage zum Recycling von Altbatterien ausrangierter E-Autos entstehen. Die geplante Kapazität in Heide gibt das Unternehmen mit jährlich 60 Gigawattstunden für etwa eine Million E-Fahrzeuge an.

Für die Standortwahl sprach aus Sicht der Schweden neben der günstigen Lage zwischen Nord- und Mitteleuropa der «Reichtum an sauberer Energie». Erklärtes Ziel ist es, Batterien für E-Autos mit «dem geringsten ökologischen Fußabdruck in Kontinentaleuropa» herzustellen. Der Standort Heide mit seiner stark ausgebauten Windenergieproduktion sei der «Schlüssel zur Verwirklichung dieses Ziels», sagte Carlsson. Auch die große Zahl von Fachkräften und der große Kundenstamm in Deutschland hätten eine Rolle gespielt.

Habeck nannte die Northvolt-Entscheidung «ein starkes Signal» für sein Heimatland. «Es zeigt sich auch: Erneuerbare Energien vor Ort sind inzwischen ein entscheidender Standortfaktor. Wer viel Erneuerbare ausbaut, hat sehr gute Karten.»

Die Landesregierung setzt nach den Worten von Buchholz darauf, dass die Northvolt-Fabrik eine Sogwirkung hat und weitere Unternehmen zum Beispiel als Zulieferer entlang der Achse Heide-Hamburg anzieht. Die Kreisstadt des Kreises Dithmarschen liegt wenige Kilometer von der Nordsee entfernt gut 100 Kilometer nordwestlich der Hansestadt. Probleme, ausreichend Fachkräfte zu finden, die in der eher ländlich geprägten Region arbeiten wollen, sieht Northvolt-Chef Carlsson nicht. Das Unternehmen habe erst 2021 rund 1800 Stellen ausgeschrieben und damit 100 000 Bewerbungen ausgelöst. Northvolt hat bislang ein Werk für Batteriezellen in im hohen Norden Schwedens.

Ein wichtiger Partner von Northvolt ist Volkswagen mit einer 20-prozentigen Beteiligung, als weitere Kunden werden unter anderem BMW sowie Volvo genannt. Die Schweden bauen eigens für VW Kapazitäten in Skellefteå aus, das seit Ende 2021 produziert. Das Werk werde bis Ende 2025 an seine Grenzen stoßen, sagte Carlsson. Parallel plant Europas absatzstärkster Hersteller selbst weitere Zellfabriken, gesetzt ist dafür bislang der Standort der bisherigen VW-Motorenfabrik in Salzgitter. Der Betriebsrat fordert mindestens eine weitere eigene Zellfabrik in Deutschland. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach sich für einen Standort an der niedersächsischen Nordseeküste aus, auch weil dort – wie eben in Heide – viel Ökostrom aus Windkraft verfügbar ist.

Hier die Pressekonferenz in Heide als Livestream-Aufzeichnung:

Derzeit baut auch der chinesische Konzern CATL in der Nähe von Erfurt ein Fertigung für E-Auto-Batteriezellen, aus der sich auch BMW bedienen will. BMW hat aber auch in Northvolt investiert. Opel und weitere Marken des Stellantis-Konzerns (Peugeot, Citroën, Fiat) hingegen wollen auf die Fertigung einer eigenen Zellfabrik in Kaiserlautern (Rheinland-Pfalz) zurückgreifen, die dort zusammen mit der französischen Totalenergies-Tochter Saft entsteht. Mercedes-Benz kündigte an, zur Versorgung seiner Elektroautos in die Batteriezell-Alianz von Stellantis und Totalenergies einzusteigen.

Mit Partnern wollen die Schwaben weltweit acht Zellfabriken errichten, darunter vier in Europa. Der US-Rivale Tesla nutzt viele seiner fahrzeugprozierenden Standorte gleichzeitig für die Zellfertigung – so auch in Grünheide bei Berlin.

Buchholz erörtert mit Werft-Chefs die neue Rolle des Marine-Schiffbaus im Norden

Buchholz und FSG-Chef Maracke vor dem jüngsten Neubau von FSG-Eigner Lars Windhorst. Foto: Frank Molter (dpa)

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat sich am Abend über die Lage der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) informiert und mit Geschäftsführer Philipp Maracke über mögliche Beiträge der FSG zur Zukunftsfähigkeit der Marine gesprochen. «Wir hatten ein wirklich konstruktives Gespräch», sagte Maracke. Es habe einen grundsätzlichen Austausch über die Auftragslage gegeben, die sich gut entwickele. In der Gruppe Nobiskrug-FSG gebe es insgesamt sechs Aufträge. «Wir haben uns auch über den Marineschiffbau ausgetauscht.» In diesem Markt wolle man wieder verstärkt mitmischen. «Wir arbeiten an Angeboten, aber auch an einem konkreten Auftrag.»

Man könne zudem im Kontext der angespannten weltpolitischen Lage der Marine Kapazitäten anbieten. Buchholz sagte, auch im Marineschiffbau habe die Werft eine Expertise. «Das werden wir in Berlin sicherlich an den unterschiedlichen Stellen auch noch mal platzieren.»

Bereits Anfang des Monats hatte die Werft in einem Brief an die Bundestagsabgeordneten angesichts des angekündigten Sondervermögens von 100 Milliarden Euro für Investitionen in die Bundeswehr mit ihrer Expertise im Marineschiffbau – und der Möglichkeit sofort loslegen zu können – geworben. «Wir können unmittelbar hochindustrialisierte Fertigungskapazitäten zum Bau weiterer Lose existierender Klassen bereitstellen», heißt es in dem Brief. Man könne die Deutsche Marine mit hochwertigen Schiffen versorgen und einen Beitrag zur Stärkung der Verteidigung leisten. Die FSG hat unter anderem Einsatzgruppenversorger des Typs 702 (Berlin-Klasse) entwickelt und gebaut. Darüber hinaus wurden für das britische Verteidigungsministerium sechs Mehrzweck-RoRo-Schiffe der Point-Sealift-Klasse geliefert.

Der russische Überfall auf die Ukraine scheint unterdessen auch zu einem strategischen Umdenken in der Chefetage des Essener Stahlkonzerns Thyssen-Krupp zu führen. Der mögliche Verkauf der Kieler U-Boot-Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) ist nach Einschätzung von Buchholz vom Tisch. «Nach meinen Informationen will sich der Konzern nicht von seinem Ableger trennen», sagte der FDP-Politiker heute der Deutschen Presse-Agentur.

Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz hatte auf der Hauptversammlung im Februar gesagt, für TKMS «neben dem Stand-alone-Szenario auch mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen» zu prüfen. Zuletzt hatte die Werft Milliardenaufträge für sechs U-Boote für Deutschland und Norwegen sowie über drei weitere U-Boote für Israel abgeschlossen.

Die Auftragsbücher der Kieler Werft seien voll, sagte Buchholz: «Deshalb hat der Konzern hier auch eine Beschäftigungsgarantie bis 2029 gegeben – welches Unternehmen kann das schon?» Mit dem Ukraine-Krieg sei auf furchtbare Weise ins Bewusstsein gerückt, dass Verteidigung und Wehrtechnik gebraucht werden, um die Bundeswehr mit dem besten Material auszustatten und zu schützen, aber auch, um Aggressoren etwas entgegensetzen zu können. «Das mag auch mit ausschlaggebend sein, dass Thyssenkrupp die Werft nun behalten will.»

Natürlich rechneten sich Unternehmen auch Chancen aus, bei der Umsetzung des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens für die Bundeswehr dabei zu sein, sagte Buchholz. «TKMS gehört mit Sicherheit dazu.» Erforderlich sei zumindest eine bessere Kooperation zwischen den Werften in Deutschland. «Seit wir auch den Überwasserschiffbau als Schlüsseltechnologie eingestuft haben, wäre es nicht falsch, in Deutschland ein Konsortium zu bilden, das diese Aktivitäten vielleicht in einer großen Firma versammelt», sagte Buchholz. Er werde mit den Beteiligten weiter darüber sprechen.

SH bringt bis Herbst im östlichen Landesteil 71 km Straßen und 37 km Radwege in Schuss

Buchholz mit dem LBV.SH-Team Britta Lüth, Christoph Köster (hinten links) und Direktor Torsten Conradt

Schleswig-Holstein lässt im östlichen Landesteil in diesem Jahr 71 Kilometer Straßen auf Vordermann bringen. Außerdem werden in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein sowie in der Stadt Lübeck fast 37 Kilometer Radwege und acht Brücken grundlegend saniert, wie Verkehrsminister Bernd Buchholz heute in Kiel mitteilte. «Unser Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr packt insgesamt 16 Straßen sowie 12 Radwege an und investiert damit allein knapp 60 Millionen Euro im östlichen Landesteil in eine bessere und sicherere Infrastruktur.» Das Programm für die Region umfasst 31 Einzelprojekte. Zu den aufwendigsten Vorhaben zählen der dreistreifige Ausbau der B404 zwischen Bargteheide und Todendorf/Sprenge (Kreis Stormarn), der zweite Bauabschnitt der Ortsumgehung Schwarzenbek (Herzogtum Lauenburg) und eine Brückensanierung in Geesthacht (B404).

Hier die Online-Pressekonferenz als Mitschnitt:

Im Blick auf den massiven Sanierungsstau im knapp 3700 Kilometer langen Landesstraßennetz sagte Buchholz, die Straßeninfrastruktur im Land sei über Jahrzehnte kontinuierlich kaputtgespart worden. «Während in früheren Jahren teilweise nicht einmal 20 Millionen Euro pro Jahr in den Erhalt der Landesstraßen gesteckt wurden, liegt die Landesregierung im Durchschnitt der letzten vier Jahre bei jährlich knapp 95 Millionen Euro.»

Auch im zweiten Pandemie-Jahr 2021 habe der Landesbetrieb über 180 Millionen Euro für die Reparatur von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen eingesetzt, gab der Minister an. Besonders für die ländlichen Regionen sei ein systematischer Erhalt des Straßennetzes elementar. «Nicht nur Hunderttausende von Pendlern sind auf intakte Verkehrswege angewiesen, sondern auch unsere Wirtschaft samt Logistikgewerbe sowie Millionen von Gästen im echten Norden.»

Ein interaktiver Überblick über die größten Baustellen findet sich hier

Buchholz setzt auf Rückenwind des Bundes beim Bau des Lübecker Trave-Campus

Es geht um die Zukunft der Fachkräfte in Schleswig-Holstein und um ein 182-Millionen-Projekt mitten in Lübeck: An dem von der Handwerkskammer geplanten Trave-Campus sollen jährlich 700 junge Menschen in verschiedenen Berufen unter einem Dach aus- und fortgebildet werden. Doch die Kosten haben sich während der letzten vier Jahre verdoppelt und bringen das Vorhaben ins Wanken.

Nun steht Hilfe des Bundes in Aussicht – für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten.

Eine Million vom Land: Rohlfs sorgt für Rückenwind im „Robbenparadies“

Die Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog, Tanja Rosenberger (rechts) freute sich heute über den Förderbescheid von Staatssekretär Rohlfs (2.v.r.)

Frischer Rückenwind des Landes für die Seehundstation Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen: Tourismus-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs überreichte heute an Stationschefin Tanja Rosenberger einen Förderbescheid über knapp 1,1 Millionen Euro. Damit soll die 2019 gestartete Modernisierung der 36 Jahre alten Einrichtung weiter vorangetrieben werden.

Die Station erhielt bereits unter anderem ein neues Ausstellungs- und Empfangsgebäude sowie attraktivere Außenbereiche. „Mit aktuell über 141.000 Besuchern im Jahr ist die Seehundstation nach wie vor ein echter Gäste-Magnet und damit wesentlicher Bestandteil für den Tourismus an der Westküste“, sagte Rohlfs. Für die neue Ausstellung „Heimische Robben im Weltnaturerbe Wattenmeer“ sei das Geld gut angelegt. Die aktuelle Förderung in Höhe von 1.063.860 Euro betreffe vor allem den Teilbereich der Besucherinformation. Die Gesamtkosten dafür liegen bei 1.418.480 Millionen Euro. Seit Schließung des Hafens Friedrichskoog im Jahr 2015 hatte das Land insgesamt 6,5 Millionen Euro in den Um- und Ausbau investiert. Die Station finanziert sich ansonsten aus Eintritts- und Spendengeldern.

Die Seehundstation Friedrichskoog ist die einzige vom Land Schleswig-Holstein autorisierte Aufnahmestelle für erkrankte, verlassene oder geschwächt aufgefundene Robben. Das Interesse an der Rehabilitation von jungen Robben und dem richtigen Verhalten gegenüber diesen Wildtieren im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist nach den Worten von Rohlfs und Rosenberger ein wichtiger Grund für den Besuch der Seehundstation Friedrichskoog. Dies wird genutzt, um wichtige Themen wie die Gefährdungen und den Schutz der Meeressäuger in ihrem Lebensraum im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu transportieren.

Rohlfs und Kumbartzky (rechts) bei der Übergabe von Dialogdisplays in Heide – hier mit Heides Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat und einem Polizeibeamten

Vor seinem Besuch in Friedrichskoog war Rohlfs in Heide in seiner Funktion als Verkehrs-Staatssekretär unterwegs. Zusammen mit dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein, Oliver Kumbartzky, überbrachte er symbolisch an sechs Bürgermeister aus der Region so genannte Dialogdisplays. Bei den Geräten handelt es sich um „freundliche Radarkontrollen“, die Autofahrer mit der digitalen Anzeige ihrer Geschwindigkeit zur Achtsamkeit mahnen.

Verkehrsministerium und Landesverkehrswacht hatten im vergangenen Jahr 50 dieser Geräte an Kommunen ausgegeben – wobei angesichts von über 300 Bewerbungen am Ende das Los entscheiden musste. Neben der Stadt Heide gehörten die Gemeinden Wöhrden, Epenwöhrden, Eggstedt, Süderhastedt und Kuden zu den Gewinnern. „Diese Geräte tragen auf sanfte Weise dazu bei, die Straßen in den Städten und gemeinden ein Stück sicherer zu machen“, sagte Rohlfs. Ein Dialog-Display kostet rund 5.000 Euro.

Trave-Campus: Bundesministerin Stark-Watzinger hilft bei der Suche nach großer Lösung

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger folge der Einladung ihres Parteikollegen Buchholz in die Handwerkskammer Lübeck

Auch wenn der Knoten noch nicht durchschlagen ist – eine große Lösung für den geplanten «Trave-Campus» in der Trägerschaft der Handwerkskammer Lübeck ist seit heute ein kleines Stück näher gerückt. Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger persönlich machte sich auf Einladung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz am Abend nach der Kultusministerkonferenz ein Bild von den Plänen. Ihr Fazit nach dem zweistündigen Treffen in der Lübecker Fischergrube: Eine Verwirklichung der Lehrlings-Ausbildungsstätte in der bisher geplanten Form eines interdisziplinären Campus sei sinnvoll und wünschenswert. Nun wollen Fachleute aus dem Bundesministerium zusammen mit dem Land und der Kammer bis zum Sommer einen «kreativen Lösungsvorschlag» erarbeiten.

Skizze des Trave-Campus in seiner ursprünglichen Fassung

Das Problem: Der seit 2017 in Planung befindliche Neubau kostet anstelle der ursprünglich veranschlagten 91 Millionen Euro aufgrund von Preissteigerungen inzwischen doppelt so viel. Eine Summe, die die Handwerkskammer Lübeck trotz Zuschüssen vom Land finanziell überfordert. Ziel war bislang, in dem geplanten Neubau – für den bereits ein Fünf-Hektar-Areal erworben wurde – drei Einrichtungen unter einem Dach zu vereinen: die Berufsbildungsstätte Travemünde, sechs Landesberufsschulen in Trägerschaft der Handwerkskammer Lübeck (Augenoptiker, Bootsbauer, Glaser, KFZ-Mechatroniker Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik, Orthopädieschuhmacher / Maßschuhmacher, Segelmacher) und das Fortbildungszentrum der Handwerkskammer. Der Campus soll Wohn- und Lernort für rund 700 junge Menschen sein.

Hier ein Ausschnitt aus den heutigen Presse-Statements von Stark-Watzinger, Buchholz und Handwerkskammer-Präsident Stamer:

Stark-Watzinger erinnerte bei ihrem Besuch daran, dass es das Ziel der neuen Bundesregierung sei, die berufliche und akademische Ausbildung gleich zu behandeln. Der Bund plane deshalb auch eine Exzellenz-Initiative für das Handwerk. Der Trave-Campus sei dabei ein „Leuchtturm-Projekt“, sagte sie.

Nach den Worten von Buchholz – seit einem Jahr für die berufsbildenden Schulen im Land zuständig –  seien verschiedene Lösungsansätze diskutiert worden. Eine Variante: Der Trave-Campus wird nicht von der Handwerkskammer gebaut, sondern von einem privaten Investor. Bund, Land und Handwerkskammer mieten den Campus. «Dabei», so Buchholz, «darf das Ganze aber nicht teurer werden».  Zweite Variante: Es werden einzelne Berufe aus dem Trave-Campus heraus genommen und anders organisiert. So könnte eine maritime Ausbildungsstätte auf dem Priwall in Travemünde entstehen. Die Seemannsschule, an der Schiffsmechaniker ausgebildet werden, ist dort bereits angesiedelt. Die Bootsbauer aus der Handwerkskammer könnten dort ebenfalls dort unterrichtet werden.

Stamer

Eine «Task-Force» im Bundesministerium soll das gesamte Projekt Trave-Campus jetzt unter die Lupe nehmen und spätestens im September ein Ergebnis präsentieren. Handwerkskammer-Präsident Ralf Stamer zeigte sich begeistert: «Wir bedürfen der Hilfe von Land und Bund und nach dem heutigen Treffen habe ich das Gefühl, dass wir auf einem guten Weg sind.»

Lübecker Hafen setzt Russland-Geschäft aus – Buchholz: „Schmerzhaft, aber richtig“

Der Lübecker Hafen – seit fast sieben Jahren unterhielt eine Tochter der Hafengesellschaft Beziehungen zu Sankt Petersburg

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat heute im Wirtschaftsausschuss des Kieler Landtags die Entscheidung der Lübecker „European Cargo Logistics“ (ECL) begrüßt, ihr Russland-Geschäft vorerst auf Eis zu legen. Die Tochtergesellschaft der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) hatte zuvor bekannt gegeben, ihre Dependence in Sankt Petersburg mit sofortiger Wirkung zu schließen. Ein Mitarbeiter werde sich aus dem Home-Office nur noch um Restarbeiten kümmern, hieß es aus dem Unternehmen.

„Ich halte diesen Schritt – auch wenn er für den Hafen zweifellos schmerzhaft ist – für das richtige Signal. Denn nur auf diese Weise kann auch die Wirtschaft daran mitwirken, die Isolation Russlands nach dem Angriff auf die Ukraine voranzutreiben“, sagte Buchholz.

Im Jahr 2015 hatte ECL das Büro in der russischen Hafenstadt eröffnet, um das eigene speditionelle Geschäft zwischen Russland und ganz Europa zu vermarkten und zu stärken.

So berichtet die NDR Welle Nord über die Ausschuss-Sitzung

Mit Blick auf die Häfen und das Logistik-Gewerbe erinnerte Buchholz heute vor den Abgeordneten des Landtags weiter daran, dass unter anderem durch den Ausfall hunderter ukrainischer Lkw-Fahrer derzeit die Lieferketten Richtung Osteuropa erheblich stocken. Auch wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen von Krieg und Sanktionen derzeit vor allem noch an den Zapfsäulen und Öl- oder Getreidepreisen ablesbar seien: „Klar ist, dass auch die Wirtschaft in Schleswig-Holstein mittel- und langfristig einen erheblichen Preis für die berechtigte Isolation Russlands mitbezahlen muss“, so Buchholz.

Hier sein Bericht an die Abgeordneten in nahezu voller Länge. Audio starten (Listen in browser“) …

Volldampf für mehr Fachkräfte: Land investiert 6,3 Millionen Euro in Beschäftigungsprojekte

Erst die Corona-Pandemie, nun die absehbare Welle von flüchtenden Menschen aus der Ukraine: Trotz stabiler Verfassung steht der Arbeitsmarkt vor massiven Herausforderungen. Um einerseits Arbeitslosen mit Kindern und andererseits Menschen mit Migrationshintergrund den Weg in eine auskömmliche Beschäftigung zu bahnen, fördert das Arbeitsministerium für die kommenden sechs Jahre landesweit 14 Hilfsprojekte mit insgesamt 6,3 Millionen Euro. Die Projekte sind Ergebnis eines Ideenwettbewerbs.

Thilo Rohlfs

„In den letzten sieben Jahren gab es bereits 85 ähnliche Arbeitsmarkt-Projekte, mit denen wir 4.900 Menschen gecoacht, begleitet, qualifiziert und so größtenteils in eine sichere Beschäftigung gebracht haben“, sagte Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs am Wochenende in Kiel. Zuvor hatte er an die Verantwortlichen aller 14 Projektträger Förderbescheide überreicht.

Cebel Kücükkaraca

Eine Förderung in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro erhält die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein mit ihren Standorten in Kiel, Neumünster und Pinneberg. In ihrem Projekt „JobSteps“ werden nach den Worten ihres Vorsitzenden Cebel Kücükkaraca arbeitslose und langzeitarbeitslose Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund schrittweise und unter Berücksichtigung ihrer Potenziale in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Ein besonderer Fokus wird laut Rohlfs hierbei auf langzeitarbeitslose Frauen oder Eltern mit erziehungspflichtigen Kindern gelegt. Wichtige Schlüsselkompetenzen erlangen die Teilnehmenden durch Deutschkurse und Digitalisierungs-, Bewerbungs- sowie Motivationscoachings.

Meier-Ahrens

Einen Bescheid über zusammen rund 1,14 Millionen Euro nahmen Projektleiter Thomas Meier-Ahrens und Dr. Dagmar Bez für die „AWO Bildung und Arbeit gGmbH“ mit ihren Standorten Elmshorn, Pinneberg, Uetersen, Itzehoe und Plön entgegen. Kern ihres Projekts „Ich schaffe das!“ ist ein begleitendes, individuelles und regelmäßiges Einzelcoaching unter Einbeziehung der familiären und sozialen Strukturen.

Dagmar Bez

Das Angebot umfasst eine sozialpädagogische Unterstützung der jeweiligen Bedarfsgemeinschaft und verschiedene Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Zusätzlich können sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Tagesmutter oder zum Tagesvater qualifizieren. In einer so genannten Aktivierungs- und Stabilisierungsphase werden die Frauen und Männer direkt in Betrieben eingesetzt, um sich dort passgenau zu qualifizieren.

Henseleit

Einen Bescheid über 643.000 Euro wurden stellvertretend von Michael Henseleit für die „Fortbildungsakademie der Wirtschaft“  in Lübeck angenommen.  Das Projekt „Familienexpress-Reiseziel: Job!“ der Fortbildungsakademie der Wirtschaft richtet sich insbesondere an Eltern mit Migrationshintergrund, die wegen notwendiger Kinderbetreuung dem Arbeitsmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Rohlfs: „Hier werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Schritten über 12 bis 24 Monate qualifiziert und für einen Job fit gemacht.“

Nißen

Die „Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe“ erhielt einen Bescheid über 433.000 € für das Projekt „PedAL“ in Lübeck, dass sich an arbeitslose Eltern wendet. Nach den Worten von Geschäftsführerin Annette Nißen bieten die Betreuerinnen und Betreuer eine pädagogische, ganzheitliche Betreuung im Rahmen von Einzel- und Gruppencoaching. Dabei geht es unter anderem um digitale Kompetenzen, aber auch um Förderung von Mobilität und Gesundheit.

Rund 782.000 Euro gehen für zwei Projekte an die „Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Flensburg“. Ihr Förderprojekt „DABEI“ zielt auf die Teilhabe von Migrantinnen am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Dabei geht es neben psychosozialer Begleitung und eine berufsbezogene Sprachförderung unter anderem um die Förderung der Mobilität der Teilnehmerinnen.

Christoph Fels von „DABEI“ und Friederike Schultz von „LISA“

Das Projekt „LISA“ betreut in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Arbeitslose unter Einbeziehung aller Familienmitglieder. Bestandteil ist unter anderem ein Online-Lernportal sowie der Abschluss von Zielvereinbarungen und deren Überprüfung als Grundlage einer Integrationsstrategie für alle Mitglieder der jeweiligen Bedarfsgemeinschaft.

Natalie Kohlmorgen von der Dithmarscher „hoelp gGmbH“ aus Meldorf freute sich ebenfalls über einen Förderbesceid

Knapp über 571.000 Euro gehen an die „hoelp gGmbH“ in Meldorf und Heide mit ihrem Projekt „Ich schaffe das!“.  Es handelt sich um ein begleitendes, individuelles und regelmäßiges Einzelcoaching von Arbeitslosen mit oder ohne Migrationshintergrund. Dabei werden die familiären und sozialen Strukturen der Betroffenen eng einbezogen. Das Angebot umfasst eine sozialpädagogische Unterstützung der Bedarfsgemeinschaft und verschiedene Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Auch hier sollen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Tagesmutter oder zum Tagesvater qualifiziert werden. Die Teilnehmenden sollen zudem direkt in Betrieben eingesetzt werden.

Asmussen

Einen Förderbescheid über knapp 500.000 Euro übergab Rohlfs an Ole Asmussen für das Rendsburger Projekt „O.Hana – Familie, Arbeit“ der Fortbildungsakademie der Wirtschaft. „O.Hana“ richtet sich an Erziehende und junge Familien und soll mit Hilfe innovativer Selbstmotivationsansätze zu einer Verbesserung der Familiensituationen der Betroffenen führen und zugleich das Thema Arbeit wieder in den Fokus rücken. Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Bewerbungs- sowie Qualifizierungscoaching. Zudem geht es um das schrittweise Erlernen der Vereinbarkeit von Familie, Beruf oder Ausbildung.

Das Hilfsangebot „KAKADU“ der Neumünsteraner „AWO Service GmbH“ wurd mit knapp 443.000 Euro gefördert. Es richtet sich an Arbeitslose mit oder ohne Migrationshintergrund und gliedert sich in drei Phasen: Nach Ermittlung des Unterstützungsbedarfs – insbesondere mit Blick auf eine mögliche Kinderbetreuung – werden im Rahmen einer Kompetenzanalyse fachliche und überfachliche Fähigkeiten ermittelt. Die AWO Service GmbH unterhält dazu eine Kreativwerkstatt. Die dritte Phase beinhaltet die Teilnahme an verschiedenen arbeits- und lebensweltbezogenen Bausteinen. Darunter ein Mobilitätsworkshop, die Erprobung und Teilqualifizierung in den Bereichen Metall, Bau, Lager, Handel und Hauswirtschaft. Über die betriebliche Erprobung werden sogenannte „Klebeeffekte“ erwartet, die im Idealfall mit einer Integration in den Arbeitsmarkt enden.

An die „Frauen-Initiative e.V.“ im Kreis Herzogtum-Lauenburg gehen für das Projekt „Los geht’s“ rund 254.000 Euro. Hier erden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Einzel- und Gruppencoaching, Beratung und vielseitiger Bildung an drei Standorten im Kreis Herzogtum Lauenburg gefördert.

Rohlfs mit Jennifer Guhl von der Fraueninitiative in Lauenburg

„Dabei sollen etablierte Abwehrmechanismen und Komfortzonen aufgebrochen werden“, erläutert Rohlfs. Das Projekt umfasse Aktivitäten in den Bereichen Bewegung, Sport, Gesundheit, Ernährung und Hygiene sowie Veranstaltungen, Betriebsbesichtigungen und Praktika in unterschiedlichen Branchen. Über die Angebote sollen eigene Interessen der Frauen und Männer gefördert werden sowie neue Gruppen und Freundschaften entstehen, die soziale Kompetenz und gegenseitige Anerkennung stärken.

Laut Rohlfs liegt die Langzeitarbeitslosigkeit mit 31.108 Menschen in Schleswig-Holstein derzeit weit über dem Stand vor der Pandemie (25.000) „Wir müssen also weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um Arbeitssuchende und den hohen Bedarf an Fachkräften im Land klug zusammen zu bringen. Dazu ist die Förderung aller 14 Einzelprojekte in den kommenden Jahren sehr gut angelegtes Geld“, sagte er. Über die 6,3 Millionen Euro für die aktuellen Projekte hinaus, stehen bis 2026 weitere 24 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln zur Verfügung, um andere innovative Vorhaben für Wege in Beschäftigung zu fördern.

Buchholz und Günther erleichtert über Schulterschluss für Bau des LNG-Terminals Brunsbüttel

Das geplante LNG-Importterminal in Brunsbüttel befindet sich unter dem Druck des Kriegs in der Ukarine wieder klar im Vorwärtsgang: Wie das Konsortium „German LNG“ heute mitteilte, hat die Bundesregierung gestern über ihre Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusammen mit der niederländischen Gesellschaft Gasunie und dem deutschen Energiekonzern RWE die Absicht bekundet, nun gemeinsam ein Terminal für den Import von Flüssigerdgas (LNG) am Standort Brunsbüttel zu errichten. Die KfW wird über eine finanzielle Einlage für die Bundesregierung einen Anteil von 50 Prozent am LNG-Terminal übernehmen. Betreiberin des Terminals wird Gasunie.

Buchholz sagte dazu weiter – Audio starten, Pfeil klicken…


Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz begrüßten diesen Durchbruch: «Damit kann unser weit fortgeschrittenes Planfeststellungverfahren für das 500-Millionen-Projekt an der Westküste ungebremst weitergeführt werden – und ich bin zuversichtlich, dass diese Anlage dann in den kommenden vier bis fünf Jahren auch fertiggestellt werden kann“, sagte Buchholz. Für eine schnelle Realisierung des Terminals sei dieser Schritt «zwingend nötig» gewesen – und auch die Staatsbeteiligung sei in dieser geopolitischen Ausnahmesituation dabei eindeutig der richtige Weg.

Auch nach den Worten von Ministerpräsident Daniel Günther müsse das Ziel sein, das Terminal «im Interesse einer stabilen und sicheren Energieversorgung mit Gas in Deutschland zügig fertigzustellen». Die Landesregierung und ihre Planungsbehörden würden alles unternehmen, um das Projekt mit Hochdruck voranzutreiben und zum Erfolg zu führen.

Nach Angaben des Betreiber-Konsortiums German LNG seien die bisherigen Gesellschafter zudem einvernehmlich zu dem Ergebnis gekommen, dass Gasunie der beste Partner für die Bundesregierung sei. Die Vopak LNG Holding B.V. sowie die Oiltanking GmbH, ein Tochterunternehmen der Marquard & Bahls AG, werden nach gemeinsamer Aufbauarbeit spätestens bis Mai 2022 aus dem Gesellschafterkreis ausscheiden.

Die geplante Anlage in Brunsbüttel

Dazu sagte Kees van Seventer, Präsident von Vopak LNG: «Die staatliche Beteiligung und die Führung von Gasunie ermöglichen die notwendige beschleunigte Realisierung des Terminals. Dies ist im Interesse einer gesicherten Energieversorgung Nordwesteuropas. Die Rahmenbedingungen einschließlich der kommerziellen Bedingungen dieser staatlichen Beteiligung und einer privaten Eigentümerschaft sind jedoch unterschiedlich, so dass Vopak und Oiltanking beschlossen haben, sich nicht weiter an der Umsetzung des Projekts zu beteiligen. Wir wünschen dem Projekt den größtmöglichen Erfolg.»

Kleemiß

Geschäftsführer bleibt Dr. Michael Kleemiß. Der 54-Jährige verfügt über fast 25 Jahre Erfahrung im Erdgasgeschäft, sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden. Kleemiß versprach, das Terminalprojekt zügig voranzubringen. Das im Vorjahr begonnene Planfeststellungsverfahren werde mit Hochdruck weiter vorangetrieben. Außerdem werde das Konsortium des Generalübernehmers (EPC) Cobra/Sener beauftragt, umgehend mit den vorbereitenden Arbeiten zu beginnen.

Schnabel

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH sowie Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel sagte: „Wir fühlen uns bestätigt in unserer langjährigen Forderung für den Aufbau einer alternativen Importinfrastruktur zur Diversifizierung der deutschen Erdgasbezugsquellen. Wir freuen uns sehr, dass Gasunie, mit denen wir bereits seit 2014 hinsichtlich der Entwicklung des LNG-Terminalprojektes in einem engen Austausch stehen, nun das Projekt gemeinsam mit dem Bund und RWE als weiteren Projektpartner umsetzen will. Damit wurden die Fakten geschaffen, mit denen der Bau des LNG-Terminals am Standort Brunsbüttel zeitnah realisiert werden kann, um unter anderem die Abhängigkeit vom russischen Erdgas zu verringern. Für den Industrie- und Hafenstrandort Brunsbüttel sind das herausragende Neuigkeiten und das Projekt, dass wir vor über zehn Jahren begonnen haben biegt nun auf die Zielgerade ein.“

Gegenstand des Brunsbütteler Projekts ist unter anderem ein Schiffsanleger mit zwei Anlegemöglichkeiten für Schiffe bis zur so genannten QMax-Größe sowie Anlagen zur Verteilung des LNG per Tankkraftwagen, Eisenbahnkesselwagen und kleineren Schiffen. Die eingereichten Unterlagen dienen auch der Feststellung der Zulässigkeit des geplanten Terminals am Standort. Das geplante Terminal in Brunsbüttel wird für den Import und die Weiterverteilung von LNG errichtet. Es wird über zwei LNG-Tanks mit einer Kapazität von jeweils 165.000 Kubikmetern sowie eine LNG-Regasifizierungsanlage verfügen. Das Terminal wird damit eine Kapazität haben, um bis zu acht Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr in das Netz einzuspeisen.

Der Krieg und die Angriffe im Netz: Buchholz mahnt Betriebe zu Achtsamkeit

Der Krieg nach dem Überfall auf die Ukraine spielte sich von der ersten Sekunde an nicht nur innerhalb der Landesgrenzen ab. Auch im virtuellen Raum des Internets werden seither Schlachten geschlagen – und zwar weltweit.

Das zeigte sich zuletzt an der Cyber-Attacke auf einen amerikanischen Satelliten, der europaweit Windenergieanlagen steuert. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz mahnt deshalb alle Unternehmen zur Achtsamkeit – seine Meldung der Woche. Video starten…