Auch in diesem Jahr investiert das Land kräftig in die Straßen im echten Norden. Neben rund 90 Millionen Euro für die Sanierung der Landesstraßen, stehen auch 57 Millionen Euro Fördermittel für die kommunalen Straßen zur Verfügung. Das sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden die kommenden Monate bei der Straßensanierung Tempo machen. Denn jeder investierte Euro senkt die Unfallgefahr und macht unser Straßennetz sicherer», so der Minister. Neben knapp 3.700 Kilometer Landesstraßen verfügt Schleswig-Holstein allein über 4.125 Kilometer Kreisstraßen.
Buchholz beim Besuch einer Baustelle
«Kaputte Straßen und Radwege sind nicht nur gefährlich, sondern sorgen für Unmut bei Unternehmen, Touristen und Einheimischen», betonte Buchholz. «Deswegen helfen wir den Kommunen, ihre Kreis- und Gemeindestraßen wieder auf Vordermann zu bringen.» Seit Anfang 2020 stelle das Land den Kreisen, Städten und Gemeinden jährlich Mittel zur Verbesserung ihrer Verkehrssituation zur Verfügung. Bis 2035 sind dies 500 Millionen Euro für die Erneuerung der kommunalen Straßen.
Die Mittel stammen vom Land und teilweise auch vom Bund. Rund die Hälfte der für dieses Jahr zur Verfügung stehenden 57 Millionen Euro sind Rücklagen, die in den letzten Jahren nicht verausgabt werden konnten. Bisher haben die Kommunen einen Bedarf von insgesamt 50 Millionen Euro angemeldet.
«Wir können aktuell alle förderfähigen Vorhaben auch tatsächlich fördern. Die Mittel dafür haben wir», freute sich Buchholz. Aktuell befinden sich 247 Baumaßnahmen im Förderprogramm für den kommunalen Straßenbau. Das könne sich allerdings im Jahresverlauf noch ändern, da beispielsweise Probleme bei der Bauvorbereitung oder Kapazitätsengpässe bei den Baufirmen für Verzögerungen sorgen können oder neue Straßensanierungen dazukommen.
Werftchef Brugge (rechts) mit Wirtschaftsminister Buchholz auf dem Kieler Portalkran
Stipvisite auf der Kommandobrücke von «German Naval Yards Kiel» (GNYK): Wirtschaftsminister Bernd Buchholz traf sich heute erstmals mit Werftchef Rino Brugge. Zusammen mit dem neuen Maritimen Koordinator der Landesregierung, Andreas Burmester, tauschten sich beide über die Lage der Werft sowie strategische Optionen für den Schiffbau-Standort Schleswig-Holstein aus. Der aus einer niederländischen Schiffbaufamilie stammende Brugge war zuvor unter anderem in Asien und im Nahen Osten in leitenden Positionen der internationalen Werftindustrie tätig. So war der 47 Jahre alte Maschinenbau-Ingenieur unter anderem CEO der Staatswerft in Katar und der DAMEN Shipyards in Rumänien – der größten Werft innerhalb der niederländischen DAMEN-Gruppe.
Brugge zeigte sich im Gespräch mit Journalisten zuversichtlich, die Werft – unter anderem mit umweltfreundlichen Technologien – in die Erfolgsspur zu bringen – Audio starten.
Die wirtschaftliche Situation von German Naval Yards war in der Vergangenheit immer wieder angespannt – dennoch kam der französche Eigner stets seinen Zusagen nach und sicherte ausreichend Liquidität. Vor genau einem Jahr hatte die Werft-Geschäftsleitung mit der IG-Metall schließlich ein Einvernehmen über eine Restrukturierung des Unternehmens erzielt. Von den rund 500 Mitarbeitern wechselten 134 Beschäftigte in eine Transfergesellschaft. Derzeit verfügt German Naval Yards nach Angaben von Brugge über eine zufriedenstellende Auslastung – unter anderem durch Restarbeiten an israelischen Korvetten sowie weitere Marine-Aufträge, teils in Kooperation mit der Bremer Lürssen-Werft-
Thema bei dem heutigen Treffen war auch die Diskussion über einen möglichen Verkauf der auf demselben Werftgelände liegenden Werft TKMS. Wirtschaftsminister Buchholz hatte mehrfach deutlich gemacht, dass er sich einen Zusammenschluss der heutigen Marine-Sparte von Thyssen-Krupp mit Lürssen und German Naval Yards vorstellen könne, um einen Verkauf an Staatswerften in Italien oder Frankreich zu verhindern.
Buchholz mit Brugge und dem Maritimen Koordinator des Landes, Andreas Burmester (Mitte)
Dabei käme der Politik die wichtige Rolle eines Moderators zu, sagteBuchholz im Gespräch mit dem NDR Schleswig-Holstein (Audio starten)
Zuletzt hatte GNY im September mit dem Zuschlag des französischen Schifffahrtsunternehmens Les Abeilles International Schlagzeilen gemacht. Die Kieler sollen zwei so genannte Anchor-Handling-Tug-Supply (AHTS)-Schiffe für Frankreichs Marine umbauen. Die Schiffe gehören zu den leistungsfähigsten der Welt, sind allerdings schon zehn Jahre alt und wurden bisher zur Unterstützung von Offshore-Plattformen eingesetzt. Nun soll GNYK diese Schiffe so umbauen, dass sie von der französischen Marine multifunktional als Notschlepper und Feuerschiffe sowie als maritime Krankenstation eingesetzt werden können
Die Landesregierung wird nach den jüngsten Sturm- und Orkantiefs an Nord- und Ostsee insgesamt bis zu 2,5 Millionen Euro für die Beseitigung von dadurch entstandenen Schäden zur Verfügung stellen. Dies teilte Ministerpräsident Daniel Günther heute nach Beratungen des Kabinetts mit.
Daniel Günther
„Wir werden die Kommunen bei der Beseitigung der Sturmschäden nicht im Stich lassen und hierfür bis zu zwei Millionen Euro bereitstellen. Weitere bis zu 500.000 Euro können für Küstenschutzmaßnahmen eingesetzt werden“, sagte Günther mit dem Blick auf die kommende Tourismussaison.
Tourismusminister Bernd Buchholz sagte dazu im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur – Video starten
Ministerpräsident Günther informiert sich unterdessen zur Stunde an der Westküste über die Schäden nach den Stürmen vom vergangenen Wochenende. Er wird dabei unter anderem begleitet von Vertreterinnen und Vertretern des Umwelt- und des Innenministeriums, der Kommunalpolitik, des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz sowie der Hilfsorganisatoren wie den Feuerwehren. Zuvor lässt sich der Regierungschef in Hollingstedt (Kreis Schleswig-Flensburg) an der Treene über die Hochwasserlage im Binnenland unterrichten.
Buchholz und Kasch bei der Unterschrift im Lübecker Hauptbahnhof
Großer Schub für die Elektrifizierung des Schienenverkehrs in Schleswig-Holstein: Auf dem Lübecker Hauptbahnhof wurde heute der Verkehrsvertrag zwischen dem Land und der neu gegründeten «erixx Holstein GmbH» unterzeichnet. Die übernimmt zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember im Auftrag der landeseigenen NAH.SH den Betrieb der Strecken RE83/RB84 zwischen Lüneburg, Lübeck und Kiel sowie der RB76 von Kiel zunächst bis Kiel-Oppendorf. Unterzeichnet wurde der über 13 Jahre laufende Vertrag von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und den beiden Geschäftsführern der erixx Holstein GmbH, Dr. Lorenz Kasch und Frank Silzer.
Was Buchholz besonders freut: Mit dem neuen Betreiber kommt auch eine neue Fahrzeugflotte. Ab Mai 2023 sollen die aktuell auf den nur teilweise elektrifizierten Strecken fahrenden Dieselloks nach und nach durch moderne Akkuzüge ersetzt werden. „Die batteriebetriebenen Triebwagen sind im Vergleich deutlich umweltschonender und emissionsärmer. Wir kommen damit unserem Ziel, bis 2030 den Schienenpersonennahverkehr in Schleswig-Holstein klimaneutral aufzustellen, einen ganzen Schritt näher“, so Buchholz. Für die Elektrifizierung bedeute dies einen Sprung von knapp 30 auf über 70 Prozent. Fahrgäste und Eisenbahnfans erkennen die neuen Akkuzüge künftig am blau-türkisen erixx Holstein-Design.
Hier ein paar Zahlen, Daten und Fakten zum neuen Anbieter:
„Mit erixx Holstein haben wir uns für einen Anbieter entschieden, der frischen Wind in den echten Norden bringt. Wir haben viel vor auf der Schiene und erwarten einen verlässlichen Partner, der einen modernen, kundenfreundlichen und zuverlässigen Betrieb sicherstellt“, sagte Dr. Arne Beck, Geschäftsführer der NAH.SH. Zu den Plänen des Landes gehört auch, die Linie RB76 in den kommenden Jahren bis zum Schönberger Strand zu reaktivieren.
erixx Holstein ist ein Tochterunternehmen der Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE), eines der größten privaten Eisenbahnunternehmen Deutschlands. Zurzeit arbeitet erixx Holstein noch vom niedersächsischen Uelzen aus, wird aber demnächst in Lübeck Quartier beziehen. „Wir freuen uns riesig auf Schleswig-Holstein! Menschen und Orte in einer der schönsten Regionen im Norden zu verbinden, ist eine großartige Aufgabe“, so Kasch, kaufmännischer Geschäftsführer von erixx Holstein. Bis zum Start im Dezember will das Unternehmen in Schleswig-Holstein rund 80 neue Mitarbeiter einstellen, vor allem Fahrgastbetreuer und Lokführer werden gesucht. Mit Plakaten, Flyern und einer Recruiting-Website macht das Unternehmen aktuell auf sich aufmerksam. „Wer gern mit Menschen arbeitet, einen abwechslungsreichen, sinnvollen Job sucht, Verantwortung übernehmen will und – für eine Bewerbung als Lokführer – eine technische Ausbildung mitbringt, ist bei uns richtig!“, verspricht Silzer, technischer Geschäftsführer von erixx Holstein.
Oberleitungsschäden durch umfallende Bäume – eine der Haupt-Ursachen der Zugausfälle seit Freitag im gesamten Bundesgebiet
Mit Blick auf die anhaltend massiven Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs infolge von Sturm und Dauerregen mahnt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) ein besseres Krisenmanagement bei der Deutschen Bahn AG an. «Es kann nicht sein, dass die DB beispielsweise die Einstellung ihres Verkehrs für 19 Uhr ankündigt, die Züge dann aber bereits vier bis fünf Stunden früher nicht mehr rollen», sagte Buchholz am Sonntag in Kiel. Zudem sei er sicher, dass bei einem gründlicheren und früheren Grünschnitt entlang der elektrifizierten Strecken viele Baumstürze auf Oberleitungen hätten verhindert werden können. Er werde dies noch einmal an DB-Vorstand Ronald Pofalla adressieren.
Minister Buchholz und DB-Vorstand Pofalla
Buchholz sagte am Abend im Gespräch mit Journalisten weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Schleswig-Holstein hatte bereits vor knapp zwei Jahren über die Verkehrsministerkonferenz eine effektivere Vorbeugung vor Sturmschäden seitens Bund und Bahn Auf den Weg gebracht. Der Bundestag hatte daraufhin im April letzten Jahres einer Gesetzesänderung zugestimmt, die zumindest die Kontrolle der Vegetation an Bahnstrecken erleichtern soll. Dabei geht es in erster Linie um Betretungsrechte für Bahn-Personal, falls private Grundstücksbesitzer ihrer so genannten Verkehrssicherungspflicht an den Gleisen nicht nachkommen.
Aus Sicht von Verkehrsminister Buchholz sei «zweifellos nachvollziehbar, dass die DB den Verkehr auf manchen Strecken einstellt». Klar sei für ihn aber auch, dass die Bahn schon weit im Vorfeld eine Menge mehr tun könne als bisher, um schwere Schäden und damit massive Ausfälle abzuwenden. «Und die Fahrgastinformation bleibt ebenfalls ein Dauerthema, bei dem der Konzern noch eine Menge Luft nach oben hat“, so der Ressortchef.
Unterdessen kündigte die DB an, dass sich Bahnreisende auch zum Wochenstart auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen müssen. Insbesondere auch mit Blick auf das neue Sturmtief «Antonia». Fahrgäste werden gebeten, sich zu informieren, ob die geplante Fahrt möglich sei. Dies gelte insbesondere für Pendler im Berufsverkehr. Wer könne, solle die Reise verschieben. Die Prognose bleibe schwierig. Man versuche, sich so gut es gehe auf den nächsten Sturm vorzubereiten, sagte Bahnsprecher Achim Stauß heute in Berlin.
Bürgermeister Tempel und Verkehrsminister Buchholz Foto: Schütt
Geschwindigkeitskontrolle auf die pädagogisch sanfte Tour: Zusammen mit der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein spendiert das Verkehrsministerium in diesem Jahr 50 Kommunen so genannte Dialog-Displays. Die Radar-Warner werden zumeist in Ortsdurchfahrten oder an besonderen Gefahrenstellen vor Schulen oder Altenheimen installiert. Über eine blinkende Tempo-Anzeige oder durch mehr oder weniger freundliche Smileys zeigen die Displays dann an, ob ein Autofahrer vorschriftsmäßig oder zu schnell unterwegs ist. Um die insgesamt 50 beschafften Geräte hatten sich im Winter letzten Jahres über 300 Gemeinden beworben, so dass am Ende das Los entscheiden musste.
Die Gemeinde Klinkrade im Herzogtum-Lauenburg gehört zu den glücklichen Gewinnern – und am Wochenende brachte Verkehrsminister Bernd Buchholz das rund 2000 Euro teure Gerät persönlich bei Bürgermeister Wolfgang Tempel vorbei. «Wir verfolgen zusammen mit der Verkehrswacht mit dieser Aktion das Ziel, den Schutz von Verkehrsteilnehmern im innerörtlichen Verkehr zu erhöhen», so Buchholz. Immer noch müsse man pro Jahr rund 100 Unfalltote in Schleswig-Holstein beklagen, darunter etwa die Hälfte im innerörtlichen Verkehr und auf Landstraßen. «Trotz guter Entwicklung der Unfallstatistik heißt unsere Strategie ‚Vision Zero‘: Wir wollen die Zahl der Verkehrstoten auf Null drücken», sagte der Minister.
Im Vergleich zur üblichen Beschilderung ziehen die Dialog-Displays laut Studien mehr Aufmerksamkeit der Autofahrer auf sich. Schon deshalb, weil durch den Betrieb mit Akkus der Standort jederzeit gewechselt werden könne. Zum Innenleben der Geräte gehört eine Datenbank, die eine genaue Dokumentation des Verhaltens der Verkehrsteilnehmer ermöglicht. In Klinkrade will Bürgermeister Tempel den Standort künftig flexibel zwischen den Zufahrtsstraßen wechseln.
Das Land investiert jährlich rund 300.000 Euro in Verkehrssicherheits-Aktionen.
Zugegeben – das Wetter lässt einen nicht gerade an sonnige Frühlingstage denken. Und doch gab es diese Woche eine Art Kaltstart für die Oster-Saison: Das Land hat für März weitreichende Lockerungen der Corona-Vorschriften beschlossen. Für den Wirtschaftsminister – vor allem aber für den Tourismusminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten…
Erfolgreich gestartet – doch von der Opposition argwöhnisch beäugt: Das Schleswig-Holsteinische Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) wird ein Jahr alt – und hat große Aufgaben vor sich.
In einem Punkt sind sich Regierung und Opposition einig: Angesichts rückläufiger Schülerzahlen an den Berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein – von über 96.000 im Jahr 2009 auf aktuell 87.400 – müssen Weichen gestellt werden. Vor allem, weil man wegen des demografischen Wandels davon ausgeht, dass sich die Zahl bis 2030 auf 75.000 Schüler und Azubis verringern und den Fachkräftemangel im Land beschleunigen wird.
Rohlfs (l.) mit Schülern
Eine komplexe Aufgabe, sagt der zuständige Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs, zumal es um sechs verschiedene Schularten unter 35 Berufsbildenden Schulen im Land mit fast 5.000 Lehrkräften gehe. So gibt es neben den klassischen Berufsschulen auch berufliche Gymnasien, Fachschulen, Berufsfachschulen, Berufsoberschulen und Fachoberschulen. Und unter den Landesberufsschulen finden sich wiederum hochgradig spezialisierte Angebote. In Lübeck beispielsweise für Bootsbauer, Segelmacher, Maßschuh- oder Orthopädieschuhmacher, Augenoptiker, Kfz-Hochvolt-Mechatroniker, Glaser oder angehende Seeleute.
Eine erste tiefgreifende Weichenstellung zur Steigerung der Qualität der Ausbildung junger Menschen in Schleswig-Holstein hatte die Landesregierung vor knapp fünf Jahren vorgenommen: Die Entwicklung eines «Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung», kurz SHIBB. Erstmals in der Landesgeschichte war damit nicht mehr allein das Bildungsministerium für die Berufsausbildung zuständig, sondern – mit Blick auf das spätere Berufsleben der Schülerinnen und Schüler – das Wirtschaftsministerium.
SHIBB-Direktor Jörn Krüger
Planmäßig war das SHIBB dann unter Leitung von Direktor Jörn Krüger – einem ehemaligen Berufsschul-Chef aus Lübeck – vor genau einem Jahr startklar. Seither lenken Krügers Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihren Büros am Kieler Sophienblatt nicht nur die Geschicke der 19 Regionalen Bildungszentren und 16 Berufsbildende Schulen. Sie kümmern sich auch um die zweite zentrale Weichenstellung in Richtung Zukunft: Die Aufrechterhaltung flächendeckender Ausbildungs-Angebote bei stetig sinkenden Schülerzahlen. Im Behördendeutsch: Schulentwicklungsplanung.
Pünktlich zum einjährigen Geburtstag wird das SHIBB kommende Woche wieder einmal den Landtag beschäftigen. Die Opposition aus SPD und SSW sorgt sich um genau diese Schulentwicklungsplanung und hat beantragt, dass die Landesregierung hier rasch handeln möge. Zentrale Fragen lauten aus Sicht der Bildungsexperten von SPD und SSW: In welchen Bereichen ergibt eine stärkere Spezialisierung Sinn, um die technischen Fortschritte in vielen Berufen abzubilden? Welche Ausbildungsgänge brauchen eine starke Verankerung in der Fläche? Etwa weil der Bäcker oder Maler auf dem Lande sonst keine Azubis findet. Oder weil der Beruf vornehmlich von ganz jungen Menschen gewählt wird, die aber weder einen Führerschein für ein Auto noch für ein Mofa haben.
Staatssekretär Rohlfs – einer der „Gründungsväter“ des SHIBB – sagt zum einjährigen Bestehen des SHIBB und zur Kritik der Opposition – Video starten.
Bereits seit der Gründungsidee war das SHIBB von Kritik begleitet – insbesondere die Loslösung aus dem Bildungsministerium weckte Skepsis. Aber auch Lob seitens der Betroffenen selbst begleitete die Geburt. So sprach etwa Stephan Cosmus vom Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Berufsbildenden Schulen (VLBS) davon, «dass mit dem SHIBB die Chance besteht, die besonderen Herausforderungen der Berufsbildenden Schulen und der Regionalen Berufsbildungszentren noch besser in den Blick nehmen zu können. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen der Attraktivitätssteigerung der dualen Ausbildung, zur Lehrkräftegewinnung und zur Weiterentwicklung von Lernangeboten mit digitalen Medien».
Auch in der Februar-Sitzung des Kieler Landtags war die Schulentwicklungsplanung Thema – Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte im Plenum – Video starten…
Mika Siponen und Hannes Stuhr räumten heute mit ihrem StartUp „Planterial“ sowohl den ersten als auch den Publikumspreis ab
Während es draußen vor dem Kieler Wissenschaftszentrum stürmte, flackerten drinnen die „Geistesblitze“ des 9. Ideenwettbewerbs Schleswig-Holstein. Seit 2004 wird der Wettbewerb um Geschäftsideen mit hohem wirtschaftlichen Potenzial von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) in Kooperation mit wechselnden Partnern organisiert. Diesmal in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum Hereon.
Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich als Schirmherr der Veranstaltung schwer begeistert: «Alle Bewerbungen sind der lebendige Beweis dafür, dass Corona den Gründergeist keineswegs in den Lockdown geschickt hat», sagte er. Und weiter – Video starten…
Der erste Platz geht in diesem Jahr an «Planterial» und ihre Ideengeber Hannes Stuhr (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Mika Siponen (Muthesius Kunsthochschule) und Claudius von Thaler (Fachhochschule Kiel). Die drei haben in interdisziplinärer Zusammenarbeit eine innovative und nachhaltige Idee umgesetzt: Ihre klimafreundlichen Plattenwerkstoffe aus schnell nachwachsenden Rohstoffen, mit denen sie der Bau- und Möbelbranche zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen wollen, belohnte die Jury mit einem Preisgeld von 7.500 Euro. Doch damit nicht genug – sie erhielten auch den mit 1.500 Euro dotierten Publikumspreis.
Die Zweitplatzierten adressieren ebenfalls ein aktuelles Problem: den Fach- und Nachwuchskräftemangel. Mit ihrem Unternehmen Ivlup!HR haben sie eine Anwendung entwickelt, mit der Unternehmen ihre HR und Personalentwicklung auf die in einer digitalen Arbeitswelt erforderlichen Kompetenzen ausrichten. Timo Schöber (Hochschule Frankfurt an der Oder), Frank Simoneit (Fachhochschule Westküste), Susanne Fehlhaber (Rechtsanwältin und Inhaberin) und Nick Wichert erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.
Den dritten Platz belegt Stina Becker, Gesundheits- und Krankenpflegerin und Psychologiestudentin, mit PflegeNebenan, einer Anwendung, die Pflegekräfte und Pflegebedürftige direkt miteinander vernetzt. Dafür erhält sie ein Preisgeld von 2.500 Euro.
Christina Krywka
Über den Forschungspreis in Höhe von 5.000 Euro freuen sich Philip Mohr und Dr. Christina Krywka (Wissenschaftlerin am Helmholtz-Zentrum Hereon) für ihr drohnenbasiertes System für zerstörungsfreie Prüfung (Drone Assisted X-ray Inspection, DAXI), das durch Röntgenbildgebung Einblicke in sonst verschlossene Bereiche, wie etwa im Konstruktionsbau oder bei Pipelines.)
Den Hauptpreis von 7.500 Euro stiftet die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Der zweite Preis in Höhe von 5.000 Euro wird gestiftet von der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH und der dritte Preis in Höhe von 2.500 Euro stiftet der Nordzentren e.V. Den Publikumspreis in Höhe von 1.500 Euro stiftet der StartUp SH e.V. Zusätzlich wird ein Forschungspreis in Höhe von 5.000 Euro verliehen, der von dem Helmholtz-Zentrum Hereon GmbH gestiftet wird. Der Wettbewerb wird mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen des Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein II unterstützt.
Wenn Unternehmen ein neues Zuhause suchen, hat Schleswig-Holstein gute Chancen. 2021 zogen mehr Firmen in den Norden als im Vorjahr. Buchholz ist sicher, dass es noch besser wird.
Zufrieden : Minister Buchholz und WT.SH-Chef Bernd Bösche
In Schleswig-Holstein haben sich im vergangenen Jahr nach Angaben von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz 119 Betriebe angesiedelt. 2063 zusätzliche Arbeitsplätze sollen daraus entstehen. Buchholz (FDP) sprach heute von einem «erstaunlich guten Ergebnis». Die Zahl der neuen Jobs liege um mehr als 10 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Die Zahl der neu angesiedelten Firmen habe um 4,4 Prozent zugenommen. Die Zahlen beziehen sich nach Buchholz‘ Angaben auf die unter Beteiligung der Wirtschaftsförderung des Landes erfolgte Ansiedlungen. Es könnten davon unabhängig weitere Firmen ins Land gekommen seien.
Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), Bernd Bösche, wies darauf hin, dass die zuziehenden Unternehmen größer geworden seien. Brachten die Firmen 2016 durchschnittlich 9 Arbeitsplätze mit, seien es aktuell rund 17. Acht Betriebe seien aus dem Ausland angeworben worden.
Im Gespräch mit Andreas Otto von R.SH sagte Buchholz zur Ansiedlungsbilanz weiter – Audio starten, Pfeil klicken.
Absehbar sei, dass die Energiewende der Entwicklung in den kommenden Jahren noch mehr Schwung verleihen werde, sagte Buchholz. Es habe selten so viele Chancen für Schleswig-Holstein gegeben wie zurzeit. Dabei verwies er unter anderem auf den Bau der festen Fehmarnbelt-Querung. Es gebe bereits jetzt Anfragen entlang der Verkehrsverbindung. «Wir sind also auf dem richtigen Weg», sagte Buchholz.
Hier die Pressekonferenz als Livestream-Mitschnitt
Ein Treiber der Entwicklung sei die Digitalwirtschaft. Im Vergleich zu 2020 entstanden in dieser Branche 550 zusätzliche Arbeitsplätze in 26 Unternehmen. Im Vorjahr seien es 130 Arbeitsplätze bei gleicher Unternehmensanzahl gewesen. Wichtige Branchen seien auch die Ernährungswirtschaft mit 118 neuen Arbeitsplätzen in 8 Unternehmen und der Maschinenbau mit 7 Unternehmen und 283 Arbeitsplätzen. 63 Prozent der neuen Firmen gehören zum Dienstleistungssektor, 20 Prozent zum Handel und rund 17 Prozent zum produzierenden Gewerbe.
Die größte Ansiedlung gab es im vergangenen Jahr den Angaben nach in Norderstedt (Kreis Segeberg) mit der Serrala Group GmbH aus Hamburg, die weltweit im Bereich digitaler Finanzdienstleistungen tätig ist. Das südliche Schleswig-Holstein mit den Kreisen Herzogtum-Lauenburg, Pinneberg, Stormarn und Segeberg hat mit 48 Unternehmen und 1372 Arbeitsplätzen einen großen Anteil an der gesamten Ansiedlung.
Im vergangenen Jahr kamen zwei Unternehmen aus Frankreich und jeweils ein Unternehmen aus der Schweiz, Dänemark, China, den USA sowie aus Großbritannien und Estland. «Wir schauen so optimistisch in die Zukunft wie selten zuvor», sagte Bösche. Wenn sich die weltpolitische Lage nicht weiter zuspitze, werde sich die positive Entwicklung fortsetzen und sogar verstärken.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus