Land fördert Ausbildungsbotschafter – Rohlfs: „Werbung um Fachkräfte für morgen“

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Staatssekretär Rohlfs (3.v.l.) mit den Empfängern der Förderbescheide bei der Flensburger Firma „Bilfinger GreyLogix“

Im Wettbewerb um künftige Fachkräfte geht die Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) neue Wege: Mit der Initiative „Ausbildungsbotschafter*innen“ und der Regionalen Partnerschaft Schule-Betrieb sollen junge Menschen für die berufliche Ausbildung begeistert und mit Unternehmen zusammengebracht werden. Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs übergab heute in Flensburg sechs Förderbescheide über insgesamt 604.500 Euro für die neuen Projekte an die Handwerkskammern Lübeck und Flensburg sowie die IHK‘en zu Lübeck, zu Kiel und Flensburg.

„In Schleswig-Holstein gibt es im Bereich Berufsorientierung bereits ein breites Angebot, das es bedarfsgerecht und flächendeckend zu vermitteln gilt“, sagte Rohlfs. An dieser Stelle trete die Regionale Partnerschaft Schule-Betrieb ein, die bestehende Angebote und individuelle Bedarfe von Schulen und Betrieben im Bereich Berufsorientierung zusammenbringe und passgenau vermittle.

„Wir wollen junge Menschen, die noch auf der Suche nach dem optimalen Lebens- und Arbeitsmodell sind, für eine duale Ausbildung begeistern und gewinnen“, so Rohlfs. Um einen realitätsnahen Einblick in den beruflichen Alltag zu vermitteln, sollen Ausbildungsbotschafter und -botschafterinnen eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Auszubildende, die nach einer entsprechenden Fortbildung in den Schulen von ihrem persönlichen Werdegang und ihren Erfahrungen in der beruflichen Ausbildung berichten. Rohlfs: „Junge Menschen, die auf Augenhöhe und mit gleicher Sprache Schülerinnen und Schüler informieren und authentische Antworten auf Unsicherheiten, Berufsvorstellungen und Vorbehalte haben.“

Damit leiste die Regionale Partnerschaft einen wichtigen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung der dualen Ausbildung. „Wir führen Betriebe und Jugendliche zusammen, damit sie miteinander reden und nicht übereinander. So erweitern wir das Berufswahlspektrum und erhöhen insgesamt die Attraktivität der beruflichen Ausbildung.“

Weniger Schiffe, weniger Ladung: Buchholz mahnt zur Eile beim Ausbau des NOK

Trotz internationaler Handelsauseinandersetzungen rechnet Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz nicht mit größeren Folgen für den Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Der Ausbau des Kanals als elementarem Bestandteil des nordeuropäischen Handels-Drehkreuzes sei weiter dringend erforderlich, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die heute vorgelegte Kanal-Jahresbilanz 2019. Der bereits begonnene Ausbau der Oststrecke und die Erneuerung der Schleusen seien überfällig. «Ein intakter Kanal, der den Reedereien wenig Wartezeiten beschert, ist nicht nur für die vielen tausend Arbeitsplätze wichtig, die direkt wie indirekt am Kanal hängen», so der FDP-Politiker. Das gelte auch für das Klima – denn jede Abkürzung des Seewegs um Skagen spart auch Treibstoff und damit Emissionen.

Nach der Jahres-Statistik 2019 der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurden insgesamt 83.476.501 Tonnen Ladung auf dem Nord-Ostsee-Kanal transportiert – das sind 4,59 Prozent weniger als im Vorjahr 2018 (87.489.053 Tonnen). Insgesamt haben den Kanal im vergangenen Jahr 28.797 Schiffe befahren. 2018 waren es 30.009 Schiffe.
Gleichbleibend ist die Zahl der Sportboote, die mit rund 12.000 den Nord-Ostsee-Kanal jährlich nutzen.

Bei den Verkehrszahlen des Jahres 2019 spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. So fiel beispielsweise die konjunkturelle Entwicklung im Ostseeraum mit Wachstumsraten beim Brutto-Inlandsprodukt von überwiegend ein bis zwei Prozent schwächer aus als in den Vorjahren. Die für die Routenwahl der NOK-Schiffe wichtigen Faktoren wie niedrige Bunkerpreise und Frachtraten im Nord-Ostseeverkehr begünstigten die Fahrt um Skagen.

Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Was-serstraßen und Schifffahrt: „Wir investieren in die Leistungsfähigkeit die-ser bedeutenden internationalen Wasserstraße und rüsten den Kanal für die Zukunft. Die ausgebaute Oststrecke vor Kiel wird der Schifffahrt deut-liche Vorteile bringen. Die wichtigen Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des Kanals setzen wir auch in den kommenden Jahren konsequent fort.“

 

Land will Nutzung von E-Rollern erleichtern – Buchholz: „Mobilität darf auch Spaß bringen“

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Sieht in E-Scootern mehr Chancen als Risiken: Verkehrsminister Buchholz – hier bei einer Scooter-Probefahrt auf den Fluren seines Ministeriums

Die Jamaika-Koalition will die Nutzung von E-Tretrollern in Schleswig-Holstein erleichtern. Nach Ansicht von CDU, Grünen und FDP sollen E-Scooter und Co. in die Verkehrsplanung aufgenommen werden und der Bau von Abstellmöglichkeiten an zentralen Orten unterstützt werden. Erleichtert werden soll die Mitnahme in Bussen und Zügen. Zudem sollen die Roller künftig in die Verkehrserziehung an Schulen einbezogen werden. Die Diskussion über E-Scooter in Deutschland thematisiere im Wesentlichen die Risiken, kritisierte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Abend in der Landtagsdebatte. Dabei seien diese eine Chance für Mobilität. Wer Miet-Scooter nach Nutzung auf die Straße werfe, könne für eine solche Ordnungswidrigkeit belangt werden.

Buchholz sagte im Landtag weiter – Video starten:

E-Scooter könnten ein weiterer Baustein sein, die Straßen zu entlasten und die Nutzung des Nahverkehrs attraktiver zu machen, sagte Buchholz. Auch in Zukunft werde deshalb keiner mit einem solchen Fahrzeug von Plön nach Kiel fahren. «Aber ich denke beispielsweise an Pendler, die Elektrokleinstfahrzeuge auf der ersten und der letzten Meile – also zwischen Wohnort und ÖPNV beziehungsweise zwischen ÖPNV und Arbeitsort nutzen können.»

Kritik kam von der SPD: Mehr Roller im Straßenverkehr würden nicht zur Senkung der Unfallzahlen beitragen, sagte der SPD-Verkehrspolitiker Kai Vogel. Die E-Tretroller würden eher als Spaßfahrzeug genutzt. «Die E-Scooter waren ursprünglich als Ersatz für kurze Autofahren gedacht. Doch das hat überhaupt nicht geklappt.» Zudem würden diese in Großstädten wie Hamburg oder Berlin überall abgestellt. Vogel verwies mit Blick auf die geringe Haltbarkeit der E-Scooter auf das Problem des anfallenden Elektroschrotts.

«Wir brauchen eine andere Aufteilung des öffentlichen Raums, wenn wir eine Verkehrswende wollen», sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Andreas Tietze.

Nach Ansicht des AfD-Umweltpolitikers Volker Schnurbusch ist es noch ein weiter Weg, bis E-Roller Autofahrten ersetzen. Derzeit fehlten noch breitere Radwege und angemessene Parkflächen. E-Scooter hätten zudem noch keinen Beweis ihrer Nachhaltigkeit erbracht.

Günther und Buchholz fordern vom Bund klare Perspektive für den Marine-Schiffbau

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Ministerpräsident Daniel Günther (rechts) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz nach dem Treffen mit Betriebsräten der Werften und Zulieferer sowie der IG-Metall Küste

Nach dem Zuschlag für das Kampfschiff «MKS 180» an ein niederländisch geführtes Konsortium hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ein Bekenntnis der Bundesregierung zum deutschen Marineschiffbau gefordert. Betriebe wie die jüngst unterlegene Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) bräuchten für den Bau von Marineschiffen «eine klare Perspektive für die Zukunft», sagte Günther heute. Er erwarte, dass die Ankündigungen der Bundesregierung, den Unterwasser- und den Überwasserschiffbau als Schlüsseltechnologien zur Stärkung der Verteidigungsindustrie in Deutschland einstufen zu wollen, rasch umgesetzt werden.

Zurückhaltend äußerte sich Günther zu der Frage, ob sich an der Entscheidung gegen GNYK noch etwas ändern kann. «Was politisch beeinflusst werden kann, versuchen wir maximal in unserem Sinne zu drehen», sagte Günther. Zuvor hatte er gemeinsam mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), dem Bezirksleiter der IG Metall, Daniel Friedrich, und Betriebsräten von Kieler Werften und Zulieferern über die Situation mit Blick auf künftige Rüstungsprojekte beraten.

2c63f696-7d93-4b6a-b116-797dd5db29f3-3383-0000043a67d18ad4-1Wirtschaftsminister Buchholz sagte nach dem Treffen im Gespräch mit Journalisten
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Auch Bezirksleiter Friedrich forderte «Klarheit über die Perspektive, wie der Marineschiffbau in Zukunft aufgestellt sein soll». Dazu brauche es eine verlässliche Aussage, dass Schiffbauaufträge künftig national vergeben werden. Die Vergabe im Fall «MKS 180» bedeute für Schleswig-Holstein mehr Schatten als Licht. Aber auch hier profitierten Zulieferbetriebe von dem Auftrag. «Es geht explizit darum, dass auch die Zukunftstechnologie hier vor Ort im Land gehalten wird. Ein Schiff zusammenschweißen – das können sie fast auf jeder Werft auf der Welt.»

Wirtschaftsminister Buchholz sagte, «maritimer Schiff- und insbesondere militärischer Schiffbau ist Hightech». Es gehe darum, auch Design und Ingenieurleistung hierzulande zu halten. Auch er sprach sich gegen europaweite Ausschreibungen aus.

Innerhalb der Jamaika-Koalition haben sich die Grünen im Landtag von der Position von Günther und Buchholz distanziert. «Ich finde es keine gute Idee zu sagen, jetzt gehen wir wieder auf den nationalen Gang», sagte Fraktionschefin Eka von Kalben. «Ich finde das falsch und uneuropäisch; wir sind eine europäische Partei.»

Günther sprach von Meinungsverschiedenheiten: «Das ist eine unterschiedliche Auffassung, die sie da hat.» Das ändere aber nichts an der Position der Landesregierung, für die Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein zu kämpfen. «Wir setzen uns dafür ein, dass zukünftig nationale Ausschreibungen durchgeführt werden.»

Hintergrund: Bei einer entsprechenden Einstufung könnte auf europaweite Ausschreibungen verzichtet werden – was andere Länder auch tun.

Um den «MKS 180»-Auftrag im Volumen von 5,3 Milliarden Euro für vier Schiffe hatte sich auch German Naval Yards in Kiel mit Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) als Subunternehmer beworben. Es ist der größte Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr. Das CDU-geführte Verteidigungsministerium hatte in der vorigen Woche bekanntgegeben, die niederländische Werftengruppe Damen habe die Ausschreibung gewonnen; das Schiff werde bei der Lürssen-Tochter Blohm + Voss in Hamburg gebaut.

Hier ein Mitschnitt des gesamten Gesprächs

 

 

Von wegen trister November: Tourismus macht im Vorjahresvergleich erneut einen Sprung

Mit einem Plus von 4,5 Prozent bei den Übernachtungen und 1,9 Prozent bei den Gästeankünften gegenüber dem Vorjahresmonat weist der November 2019 für die Tourismusbranche eine gute Bilanz für die Nebensaison auf. Dabei werden für die Reiseregion Ostsee mit einem Plus von 8 Prozent bei den Übernachtungen und 2,7 Prozent bei den Ankünften für den November 2019 beste Ergebnisse erzielt.

„Mit diesen guten Wachstumszahlen zeigt Schleswig-Holstein sein großes Potenzial für die Nebensaison“, sagte Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel. „Zuwächse im Tourismus für den eher zurückhaltenden Urlaubsmonat November zu erzielen sind eine außerordentliche Leistung der Branche. Das Engagement der touristischen Akteure und die Investitionen in die touristische Infrastruktur führen zu einer Stärkung der Nebensaison. Dies ist der beste Weg, die Arbeitsplätze im Hotel- und Gastgewerbe nachhaltig zu sichern, das ist unser Ziel.“

Laut Statistikamt Nord konnten im November 2019 in Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten und auf Campingplätzen etwa 400.000 Gäste begrüßt und rund 1,4 Millionen Übernachtungen gezählt werden. Auch der Ganzjahresvergleich weist positive Zahlen auf: Von Januar bis November 2019 kamen 3,8 Prozent mehr Gäste ins Land. Die Zahl der Übernachtungen stieg im gleichen Zeitraum um 4,4 Prozent an. Buchholz: „Schleswig-Holstein hat auch im November seine Reize als Urlaubsland. Das erkennen dank unserer Marketing-Strategien immer mehr Touristen an, und darüber freue ich mich sehr.“

Die Nebensaison erfolgreich zu vermarkten, ist ein wichtiges strategisches Ziel der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH): „Das positive November-Ergebnis ist sehr erfreulich. Aber wir sollten noch mehr attraktive Angebote schaffen, damit Gäste dauerhaft auch in den schwächeren Monaten November bis April nach Schleswig-Holstein kommen“, so TA.SH-Geschäftsführerin Dr. Bettina Bunge. Sie wies darauf hin, dass im letzten Jahr die Weihnachtsmärkte früh, nämlich bereits am 25. November, gestartet seien. Sie hätten ihren Teil zum Ergebnis beigetragen. „Wie der Dezember letzten Jahres und somit die Tourismusbilanz 2019 insgesamt ausfällt, werden wir dann Ende Februar wissen“, resümierte Bunge. Die Zeichen stünden auf Wachstum, quantitativ wie qualitativ. „Nur wenn wir Schleswig-Holstein als Ganzjahresreiseziel dauerhaft etablieren, können die Unternehmer wirtschaftlich erfolgreich sein, haben die Beschäftigten eine langfristige Perspektive und die Gäste einen guten Grund, jederzeit zu uns zu kommen.“

Günther und Buchholz treffen Betriebsräte von Werften und Zulieferern sowie Vertreter der IG-Metall Küste


Nach der Entscheidung zur Vergabe des Mehrzweckkampfschiffs 180 (MKS 180) treffen sich heute Mittag Vertreter der IG Metall Küste sowie Betriebsräte von Werften und Zulieferern aus Schleswig-Holstein mit Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, um über die Auswirkungen und das weitere Vorgehen zu beraten. Für Journalisten: Im Anschluss ziehen Günther, Buchholz und IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich eine kurze Bilanz des Gesprächs. 

Treffpunkt: ca. 13.20 Uhr, Gästehaus der Landesregierung (Haus B), Arwed-Emminghaus-Weg 6, 24105 Kiel.

Nur anderthalb Jahre nach GEOMAR-Ausgründung: Kieler Osteolabs zieht Großauftrag an Land

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Pioniere in der Früherkennung von Knochenschwund: Prof. Anton Eisenhauer (links) mit osteolabs-Geschäftsführer Dr. Stefan Kloth (rechts) und Minister Buchholz

Einen der allerersten Versuche zur Früherkennung von Osteoporose nahm Firmen-Mitgründer Prof. Anton Eisenhauer an seinem Sohn Fynn vor. Damals war Fynn ein Säugling von 5 Monaten, heute ist er 17 Jahre alt. Und die väterliche Firma „osteolabs GmbH“ feiert ihren ersten internationalen Großauftrag:  Neben dem  erfolgreichen Abschluss erster Vertriebsvereinbarungen für Deutschland und die Türkei die Bestellung von über 1.000 Untersuchungs-Sets durch den medizinische Dienst einer großen europäischen Armee. Die plant, die osteolabs-Test in einem etwa dreijährigen Zeitraum einzusetzen – mit der Option auf Verlängerung.

Wie Geschäftsführer und Gründer Dr. Stefan Kloth heute anlässlich einer Feier in den neuen Räumen der Firma auf dem Kieler Seefischmarkt erläuterte, legt die Armee die 300.000 Euro für die Erst-Bestellung an, um an weiblichen Armeeangehörigen den Zusammenhang von hohem Kalziumverlust, intensiver sportlicher Aktivität und Knochenbrüchen zu untersuchen.

„Wir sind hocherfreut über die Firmenentwicklungen in den letzten Monaten seit Abschluss unserer ersten Finanzierungsrunde im Sommer 2019. Neben den ersten Vertriebsvereinbarungen mit führenden Partnern in Deutschland und der Türkei ist das gemeinsame Projekt zusammen mit Großauftrag des medizinischen Dienstes einer großen europäischen Armee eine hervorragende Anerkennung des Potentials unseres neuartigen Testverfahrens, bei dem wir schon auf die Ergebnisse sehr gespannt sind“, sagte Kloth. In Deutschland werde die „Eurofins LifeCodexx GmbH“ exklusiver Vertriebspartner für die Vermarktung des neuartigen medizinischen Testverfahrens, in der  Türkei erfolge der Vertrieb über BioGen Medical, einem führenden Distributor für Labortests.

Eisenhauer, Erfinder des Verfahrens und zugleich Wissenschaftler am GEOMAR in Kiel, kommentierte: „Ein Ungleichgewicht in der Versorgung mit Kalzium kann schon frühzeitig und auch in jungen Jahren zu Knochenbrüchen führen. Unser Test kann feststellen, ob gesundheitsgefährdende Kalziumverluste bei weiblichen Armeeangehörigen schon frühzeitig erkannt werden können. Der osteolabs-Test ist das einzige uns bekannte Verfahren, welches dazu bisher in der Lage ist.“

Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich begeistert:  Osteolabs sei ein wunderschönes Beispiel für erfolgreichen und kreativen Technologietransfer in Schleswig-Holstein. An der Schnittstelle von Meeresforschung im GEOMAR und dem starken Life Science-Wissen in Norddeutschland seien marktreife Ideen für den Einsatz in der medizinischen Diagnostik entstanden, die nun auch international erste Früchte tragen. Buchholz; „Damit stellt sich osteolabs nicht nur als hervorragender Life-Science-Botschafter für Norddeutschland auf, sondern steht zugleich für mutige und innovative Unternehmensgründungen im Land.“

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Der Minister erinnerte weiter daran, dass Osteolabs als Projekt zur Früherkennung von Osteoporose aus dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung entstanden ist. Hintergrund seien Gemeinsamkeiten bei Korallen und Knochenschwund. Meeresforscher des GEOMAR hatten gemeinsam mit Medizinern des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK.SH) die Bestimmung von Kalzium –Isotopen im maritimen Bereich aus der Korallenforschung auf die medizinische Diagnostik von Osteoporose übertragen. Buchholz: „Und so wurde ein sehr schnelles, röntgenfreies Früherkennungsverfahren für Osteoporose entwickelt.“

Begleitet wurde die Firmengründung unter anderem auch von Dr. Hinrich Habeck (großes Foto rechts) vom norddeutschen Cluster Life Science Nord.

Kieler Werft lässt MKS-Vergabe juristisch prüfen – Bund kehrt zu alter Vergabepraxis zurück 

Der im Bieterverfahren um vier Marine-Kampfschiffe gegenüber der niederländischen Damen-Gruppe unterlege Schiffbauer German Naval Yards (GNY) will den Deal über Gerichte stoppen lassen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf informierte Kreise. Die Bundesmarine erhält für sechs Milliarden Euro vier Mehrzweckkampfschiffe 180 (MKS 180). Sie sollen das neue Rückgrat der Seestreitkräfte werden.
Die Anwälte der Kieler Werft haben die Gründe für die Absage analysiert und sehen eine Basis, um den Zuschlag für die Niederländer anzugreifen. Die Unterlagen für eine Rüge würden derzeit ausgearbeitet, hieß es in Unternehmenskreisen. GNY hat sich bislang nicht geäußert – ebenso wie der Partner TKMS.

Um Kostensteigerungen und Qualitätsmängeln vorzubeugen, von denen jedes Großprojekt in der Vergangenheit geprägt war, hatte der Bund neue Wege beschritten. Entgegen der bisherigen Praxis wurde der Auftrag für MKS 180 europaweit ausgeschrieben, um Druck auf die lokalen Werften auszuüben. Bis dahin hatte der Bund solche Rüstungsaufträge wie andere Länder national vergeben.

Nach massiver Kritik aus Politik (siehe auch Buchholz „Meldung der Woche“ unten) und Industrie kehrt Berlin zu dieser Praxis zurück. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kündigte am Wochenende im Präsidium ihrer Partei an, dass Schlüsselaufträge wie der für MKS nicht mehr EU-weit ausgeschrieben werden sollen. „Der Fregattenauftrag ist ein Sündenfall, der sich nicht wiederholen darf“, sagte ein Politiker dem „Handelsblatt“.

Buchholz kritisiert Bundesregierung: Vergabe des Marine-Auftrags war kein Ergebnis von Wettbewerb

Keine gute Woche für die Maritime Branche im echten Norden: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat gestern noch einmal die angekündigte Vergabe des Auftrags für den Bau des Mehrzweckkampfschiffs 180 an ein Konsortium unter niederländischer Führung kritisiert. Er warnte vor unabsehbaren und schweren Folgen für den Industriestandort Deutschland.

Auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigt sich besorgt – seine „Meldung der Woche“. Video starten

Günther und Buchholz enttäuscht über Zuschlag für Kampfschiff an niederländisches Konsortium

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Ministerpräsident Günther und Wirtschaftsminister Buchholz

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) haben sich enttäuscht über die Entscheidung geäußert, den Auftrag zum Bau des Mehrzweckkampfschiffes 180 an ein Konsortium unter niederländischer Führung zu vergeben. Aus sicherheits- und industriepolitischer Sicht sei es nur schwer nachvollziehbar, wie diese Entscheidung zu Beschlüssen der Bundesregierung und der Verabredung im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD passen solle, den Überwasserschiffbau als Schlüsseltechnologie einzustufen, erklärte Günther.

Buchholz sagte  – Audio starten („im Browser anhören“)

Auch Günther machte deutlich, dass es für das bisher größte Rüstungsprojekt in der Geschichte der deutschen Marine wichtig gewesen wäre, dass die Bundesregierung auf das vorhandene Know-how in Deutschland setze. Nur so ließen sich auf Dauer Expertenwissen im eigenen Land und eine größere Unabhängigkeit von Exporten sichern.

Das «MKS 180» soll unter niederländischer Federführung bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut werden, wie am Montagabend bekanntgeworden war. Um den Milliardenauftrag hatte sich auch German Naval Yards in Kiel mit Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) als Subunternehmer beworben. Für die Beschaffung von vier Schiffen sind 5,27 Milliarden Euro veranschlagt.

 

 

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus