Nun ist es amtlich: 2017 war für den Tourismus in Schleswig-Holstein das bislang erfolgreichste Jahr aller Zeiten. „Wir sind kurz davor, bei den Übernachtungen die 30-Millionen-Marke zu knacken und können uns im Vergleich zu 2016 erneut über einen Zuwachs bei den Übernachtungen und den Gästeankünften freuen“, kommentierte Tourismus-Minister Dr. Bernd Buchholz die heute (21. Februar) vom Statistikamt vorgelegten Zahlen. Dies sei in erster Linie den vielen engagierten Akteuren in den touristischen Betrieben und Organisationen zu verdanken, die mit ihren Angeboten erfolgreich um Gäste werben. „Auch die Investitionen in die öffentliche touristische Infrastruktur zahlen sich nun erkennbar aus. Die hierfür bereitgestellten Fördermittel des Landes sind und bleiben gut angelegt“, sagte Buchholz.
Laut Statistikamt Nord lag die Zahl der Übernachtungen in Schleswig-Holstein von Januar bis Dezember bei 29,9 Millionen. Allein im Dezember 2017 stieg die Zahl der Übernachtungen in den 3.072 geöffneten Beherbergungsbetrieben gegenüber dem Vorjahresmonat um 16,2 Prozent.
Im Gespräch mit NDR-Redakteurin Anna Grusnick sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)
Wie Buchholz weiter sagte, sei die positive Entwicklung zwar zu einem Teil auf die weltpolitische Sicherheitslage zurückzuführen, zu einem Teil gründe sich der Erfolg aber auch auf die Tatsache, dass sich Schleswig-Holstein zunehmend zur Ganzjahresdestination entwickle. „Ein starker November und Dezember zeigen, dass wir unseren Urlaubsgästen nicht nur in den Sommermonaten, sondern auch außerhalb der Hochsaison etwas zu bieten haben.“ Das Winter- und Weihnachtsgeschäft sei mit den zahlreichen Weihnachtsmärkten und Shoppingmöglichkeiten dieses Jahr besonders erfolgreich gewesen.
Aber auch wenn der Tourismusboom weiter anhalte, dürfe die Branche nach den Worten des Ministers nun nicht satt und müde werden, sondern müsse weitere Potenziale ausschöpfen und neue Zielgruppen erschließen. So gebe es etwa beim Anwerben ausländischer Gäste sowie im Tagungs- und Kongresstourismus noch Luft nach oben.
Meisterei-Chef Joachim Simon (Mitte) und sein Kollege Klaus Wegener (rechts) beim Rundgang mit Staatssekretär Rohlfs (2.v.r.), Landrat Christoph Mager (2.v.l.) und dem örtlichen FDP-Landtagsabgeordneten Christopher Vogt
Hoher Besuch in der Straßenmeisterei Breitenfelde im Kreis Herzogtum-Lauenburg: Zusammen mit Landrat Dr. Christoph Mager und dem Landtagsabgeordneten Christopher Vogt informierte sich Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs jetzt über das regionale Arbeitsprogramm des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH). Wie Meisterei-Chef Joachim Simon erläuterte, unterhält seine Niederlassung allein knapp 100 Kilometer Bundesstraßen sowie 219 Kilometer Landesstraßen und 93 Brücken.
Nach den Worten von Staatssekretär Rohlfs stehen in diesem Jahr vor allem die lang ersehnten Sanierungen der Landesstraße 220 zwischen Nusse und Kühsen sowie die Sanierungen der L 199 Ankerbrücke – Kühsen sowie der B 207 Mölln-Nord bis Harmsdorf und des Bahn-Bauwerk auf dem Plan. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die kräftige Austockung der Straßenbaumittel durch die Landesregierung in Höhe von insgesamt rund 90 Millionen Euro für 2018.
„Mir wurde bei dem Besuch außerdem einmal mehr deutlich, mit welcher Erleichterung die Entscheidung der Landesregierung aufgenommen wurde, die Bundesfernstraßen nicht in die Obhut der geplanten Bundesinfrastrukturgesellschaft zu geben“, sagte Rohlfs. Die Meisterei Breitenfelde habe bereits jetzt ein sehr weit verzweigtes Straßennetz zu unterhalten. Wären die Bundesstraßen abgegeben worden, wäre die Unterhaltung der Landesstraßen unwirtschaftlich geworden.
Abschließend erinnerte Rohlfs daran, dass neben den Landesstraßen-Sanierungen im Kreisgebiet im so genannten Bedarfsplan des Bundes unter anderem fünf Ortsumgehungen mit einem Investitionsvolumen von knapp 180 Millionen Euro ausgewiesen seien. Knapp zwei Kilometer der Ortsumgehung Schwarzenbek befänden sich derzeit in der Vorbereitung zum Planfeststellungsverfahren.
Die Schwartauer Werke investieren einen zweistelligen Millionenbetrag in den Ausbau ihres Produktionsstandortes. Geplant sei die Modernisierung des Müsliriegel-Werkes in Bad Schwartau bei Lübeck und die Erweiterung des Lagers im benachbarten Ratekau (Kreis Ostholstein), teilte das Unternehmen am Montag mit. Damit sind die Pläne für eine Verlagerung des Unternehmens endgültig vom Tisch, die 2016 für Aufregung gesorgt hatten. Zuvor hatten die «Lübecker Nachrichten» darüber berichtet.
Nach Angaben des Unternehmens soll bereits im laufenden Jahr mit dem Neubau einer Spannungsverteilungsanlage und den Planungen für ein neues Sozialgebäude aus dem Gelände des Müsliriegel-Werkes begonnen werden. Mit der Ausweitung der Modernisierung auf dieses Werk werde die Wettbewerbsfähigkeit aller Marken des Unternehmens langfristig gesichert, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Sebastian Schaeffer.
Das zum Schweizer Hero-Konzern gehörende Unternehmen beschäftigt an drei Standorten in Bad Schwartau rund 850 Mitarbeiter. Es produziert nach eigenen Angaben jährlich rund 140 Millionen Gläser Konfitüre und 375 Millionen Müsliriegel.
„Das sind sensationelle Nachrichten für Bad Schwartau“, kommentierte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz die Entscheidung des Unternehmens. „Die bestehenden Betriebsstätten nicht nur zu erhalten, sondern mit Investitionen zu modernisieren und zu erweitern, ist ein klares Bekenntnis zum Standort und ganz besonders wichtig für die Region. Schließlich arbeiten in den Schwartauer Werken viele Menschen und identifizieren sich mit dem Unternehmen. Mit dieser positiven Entscheidung wird es auch in Zukunft viele gute Produkte geben, die den Standort im Namen tragen – beste Werbung also für Bad Schwartau“, so der Minister.
Chefs der Förderbanken mit Minister, v.l.: Hans-Peter Petersen (Bürgschaftsbank), Erk Westermann-Lammers (Investitionsbank), Buchholz, Holger Zervas (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft)
Schleswig-Holstein erhöht die Fördermittel für neu gegründete Unternehmen und für junge innovative Betriebe. Ein bereits etablierter Fonds dafür werde zum 1. März um 4 Millionen auf 16 Millionen Euro aufgestockt, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute in Kiel an. Diese Mittel werden ausschließlich als Risikokapital in Form offener Beteiligungen an junge, innovative Gründungen und Unternehmen gewährt. Der Einsatz von Risikokapital soll den Betrieben mehr Chancen bei der Umsetzung ihrer Idee eröffnen und zudem Anreize für den Einstieg privater Investoren schaffen, erläuterte Buchholz.
Dank der Förderinstrumente des Landes wurden im vergangenen Jahr fast 25.000 Arbeitsplätze gesichert und Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro ausgelöst. Damit es so erfolgreich weitergeht mit Unternehmensgründungen und Start-ups in Schleswig-Holstein, stellten Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz, IB.SH-Vorstandsvorsitzender Erk Westermann-Lammers, MBG-Geschäftsführer Holger Zervas und Hans-Peter Petersen, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank, gemeinsam die Beteiligungskapitaloffensive 2018 vor.
Im Gespräch mit Kevin Bieler von NDR 1 Welle Nord sagte Buchholz am Rande der Pressekonferenz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)
„Wir haben uns vorgenommen, Schleswig-Holstein zu einem echten Gründerland zu entwickeln und setzen dabei als Schwerpunkt auf die finanzielle Unterstützung von Gründungen und jungen innovativen Unternehmen. Dazu passen wir die Förderinstrumente entsprechend an. Denn auf dem Weg von der Geschäftsidee zum Unternehmen braucht es gerade am Anfang nicht nur viel Mut, sondern eben auch das nötige Startkapital“, sagte Buchholz auf der Förderpressekonferenz in Kiel.
„Mit unserer Beteiligungskapitaloffensive 2018 setzen wir genau hier an“, betonte Buchholz. „Neben der Aufstockung des Seed- und Start-up-Fonds haben wir für kleine und mittlere Unternehmen, die älter als 5 Jahre sind, einen Venture Capital Fonds mit einem Volumen in Höhe von 3 Millionen Euro zum 1. Januar 2018 zur Verfügung gestellt.“
Darüber hinaus sollen junge Unternehmen in der Seed-Phase bei der Liquidität entlastet werden, indem ein Zuschuss für anfallende Zinsen für stilles Beteiligungskapital gezahlt wird. Dieser Zinszuschuss wird maximal drei Jahre gewährt und kann bis zu 60.000 Euro für das Unternehmen betragen. Diese eingesparten Mittel schonen die Liquidität und können wieder für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee verwendet werden. Für dieses Zinszuschussprogramm stehen zunächst 500.000 Euro zur Verfügung.
Eine kurze Bilanz zog der Wirtschaftsminister zu dem 2016 vom Land ins Leben gerufenen Gründungsstipendium. Ziel dieses Stipendiums sei die Unterstützung von Hochschulabsolventinnen und -absolventen bei der Vorbereitung einer innovativen Gründung. Markenzeichen dieses Programms, so der Minister, sei die enge Einbindung und Zusammenarbeit zwischen dem Land, der Förderfamilie und den Universitäten sowie Fachhochschulen in Schleswig-Holstein. Seit 2016 wurden 22 Stipendien mit einem Volumen von rund 285.000 Euro ausgezahlt. Weitere 500.000 Euro stehen in 2018 und 2019 für potenzielle Gründer zur Verfügung.
Die Wirtschaftsförderung in Schleswig-Holstein hat auch mit anderen Instrumenten sehr erfolgreich gearbeitet und im Jahr 2017 das hohe Vorjahresergebnis erneut erreicht. Wie Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der IB.SH, mitteilte, haben die drei Förderinstitute insgesamt 319 Millionen Euro Fördermittel (Vorjahr: 316) direkt an 753 Unternehmen vergeben. Damit wurden 1,2 Milliarden Euro Investitionen (Vorjahr: 1,22) ausgelöst und knapp 2.000 neue Arbeitsplätze geschaffen sowie fast 25.000 Arbeitsplätze gesichert. „2017 gab es eine deutliche Belebung der Anfragen und des Fördervolumens im Bereich Tourismus. Das niedrige Zinsniveau, steigende Gästezahlen und die weltpolitische Lage sorgen für einen Tourismusboom an Nord- und Ostsee (29 Millionen Übernachtungen im Jahr), den die drei Förderinstitute mit Darlehen, Eigenkapital, Bürgschaften sowie Zuschüssen des Landes unterstützt haben“, erklärte Westermann-Lammers stellvertretend auch für seine Kollegen Holger Zervas und Hans-Peter Petersen.
Die IB.SH hat 2017 dem Mittelstand insgesamt 591 Millionen Euro Förderdarlehen (Vorjahr: 693) zur Verfügung gestellt. Davon waren 207 Millionen Euro (Vorjahr: 204) direkte Investitionsdarlehen, die gemeinsam mit Hausbanken vergeben wurden, sowie 384 Millionen Euro Förderrefinanzierungen (Vorjahr: 478). Diese stellt die IB.SH Banken und Sparkassen zur Verfügung, um günstige Unternehmenskredite zu vergeben. Ergänzend zur Kreditversorgung hat die IB.SH 23 Millionen Euro Zuschüsse aus Mitteln der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung (EBF) im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft (LPW) bewilligt. In allen Segmenten zeichnet sich auch für 2018 ein Anhalten des Tourismusschwerpunktes ab.
Die MBG stärkt mit ihren Beteiligungsprodukten die Eigenkapitalbasis mittelständischer Unternehmen. In 2017 hat die MBG gut 120 Unternehmen mit einem Beteiligungsvolumen von rund 21 Millionen Euro (Vorjahr: 16,7) begleitet. Damit konnte das beste Neugeschäft seit Bestehen der MBG erzielt werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Aktivitäten lag im Bereich der Seed- und Start-up-Finanzierungen. Ihr Anteil konnte im Vergleich zum Vorjahr um über 50 Prozent gesteigert werden. Auf diese Weise leistet die MBG einen wichtigen Beitrag, das innovative Gründungsgeschehen in Schleswig-Holstein zu stärken.
Damit erfolgversprechende Vorhaben nicht an zu geringen Sicherheiten scheitern, übernimmt die Bürgschaftsbank Ausfallbürgschaften. 2017 wurden 469 Unternehmen und Angehörige Freier Berufe mit Bürgschaften unterstützt. Das herausgelegte Bürgschaftsvolumen lag mit 85,4 Millionen Euro 18 Prozent über dem Vorjahr (73 Millionen). Auch die Begleitung von Vorhaben im Beherbergungs- und Gaststättengewerbe konnte deutlich um fast 50 Prozent gesteigert werden. Die hiermit ermöglichten Investitionen in Höhe von 59 Millionen Euro stärken Schleswig-Holsteins Rolle als Hotspot des Tourismus.
Lübeck kann mehr als Marzipan. Auch Cornflakes, Müsli, Marmelade, Fischkonserven und Fertiggerichte aus der Hansestadt sind nicht nur in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Allein zur Ernährungswirtschaft in Lübeck zählen rund 100 Unternehmen, etwa 4500 Beschäftigte und ein Jahresumsatz von mehr als 550 Millionen Euro. Landesweit ist die Ernährungsbranche nach den Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz mit 256 Unternehmen, einem Jahresumsatz von rund sieben Milliarden Euro und knapp 22.000 Beschäftigten eines der stärksten Branchen-Netzwerke innerhalb des verarbeitenden Gewerbes.
„Der Umsatz-Anteil dieser Branche liegt bei knapp 20 Prozent und damit doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt“, sagt der Minister. Am übernächsten Donnerstag (22. Februar) trifft Buchholz mit den Mitgliedern des Branchennetzwerkes FoodRegio zum 12. Trendtag der norddeutschen Ernährungswirtschaft in Lübeck zusammen.
In dem Netzwerk sind derzeit 69 Unternehmen der Lebensmittelbranche und Forschungseinrichtungen aus den fünf norddeutschen Bundesländern zusammengeschlossen. Darunter sind viele Firmen aus Lübeck, wie Brüggen, Hawesta, Niederegger, der heute zu Continental Foods gehörende Fertiggericht-Hersteller Erasco und die Schwartauer Werke.
Vorsitzender des Netzwerkes, das 2005 in Lübeck gegründet wurde, ist Jochen Brüggen, einer von drei Chefs des Familienunternehmens Brüggen KG. «Die Ernährungswirtschaft ist in Schleswig-Holstein neben dem Maschinenbau die stärkste Branche», sagt Brüggen. Ein besonderer Schwerpunkt liege dabei in und um Lübeck.
Die Herstellung, Verarbeitung und Verpackung von Nahrungsmitteln hat in Lübeck eine lange Tradition. «Lübecks Hafen und das agrarisch strukturierte Umland haben die Entwicklung der Branche gefördert», sagt Rüdiger Schacht, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck. «Die Herstellung von Gemüse-, Fleisch- und Fischkonserven als haltbarer Schiffsproviant bildete den Grundstein für die lebensmittelverarbeitende Industrie in Lübeck.» 1877 hatte sich der Lübecker Kaufmann Friedrich Ewers (1828-1913) eine Dosen-Verschließmaschine patentieren lassen, die das bis dahin übliche Verlöten der Dosen durch eine Falztechnik ersetzte.
Zusammen mit Marzipan und Rotspon – dem in den Kellern der Stadt gereiften französischen Rotwein – seien Konserven bis 1914 die Aushängeschilder der Lübecker Ernährungsindustrie gewesen, heißt es in der 1993 erschienenen Dokumentation «Zeitenwende – Fabriken in Lübeck» zur Industriegeschichte. Darin listet Autor Rüdiger Sengebusch für das Jahr 1907 unter anderem 18 Brauereien, 28 Getreidemühlen und eine Ölmühle, elf Konservenfabriken und 28 fischverarbeitende Betriebe auf.
Zentrum der Fischverarbeitung war das ehemalige Fischerdorf Schlutup. Dort entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche Fischkonserven-Fabriken. «Bis zum Aufkommen des Tiefkühlfisches in den 1960er Jahren war Schlutup Deutschlands drittgrößter Fischkonservenproduzent nach Bremerhaven und Cuxhaven», sagt Schacht.
Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte eine Erfindung des Ingenieurs Rudolph Baader (1885-1953). Er war mit der Tochter eines Lübecker Industriellen verheiratet und stellte 1922 die weltweit erste Maschine zum Köpfen und Entgräten von Fischen vor. Sie konnte in einer Stunde 2400 Heringe verarbeiten und ersetzte damit die Stundenleistung von acht Arbeiterinnen. Die von ihm 1919 gegründete Firma Nordischer Maschinenbau Rudolph Baader ist nach eigenen Angaben heute Weltmarktführer für Maschinen zur Fischverarbeitung. Bislang gehört das Unternehmen allerdings nicht dem Netzwerk FoodRegio an.
Die Zukunftsaussichten der Ernährungswirtschaft im Norden hält Brüggen für gut. «Die Weltbevölkerung wächst und damit auch der Bedarf an hochwertigen und auch alternativ produzierten Nahrungsmitteln», sagt Brüggen.
Rohlfs bei der Bescheidübergabe an Cebel Kücükkaraca mit Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen der Kieler Anwaltskanzlei „Aykac, Yilmaz, Tuncel“
Das seit Jahren bewährte Projekt „Ausbildung und Integration für Migranten – AIM“ geht für zwei Jahre in die Verlängerung: „Unser Ziel ist es, jungen Migrantinnen und Migranten, aber auch Geflüchteten und Asylsuchenden einen gleichberechtigten Zugang zum Ausbildungsmarkt zu ermöglichen und sie damit besser in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft einzubinden“, sagte Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute in Kiel. Dies sei gerade jetzt angesichts vieler junger Geflüchteter in Schleswig-Holstein wichtiger denn je. Rohlfs übergab einen Förderbescheid über 370.000 Euro an den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, Dr. Cebel Kücükkaraca.
Rohlfs sagte bei dem Termin unter anderem
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Wie Rohlfs weiter sagte, sei das Ziel der Projektarbeit der Türkischen Gemeinde die Schärfung des Bewusstseins für die Notwendigkeit einer Berufsausbildung, um eine erfolgreiche Integration junger Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Das Land fördere mit dem Projekt „AIM“ Beratungsbüros in Lübeck, Elmshorn, Kiel und Neumünster, in denen erfahrene Mitarbeiter mit Zuwanderungshintergrund für Fragen rund um das Thema Ausbildung zur Verfügung stehen.
„Sie helfen bei der beruflichen Orientierung, unterstützen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, vermitteln Computer-Kurse und individuelle Coachings und hören den jungen Menschen auch einfach nur zu“, sagte Rohlfs. Auch Betriebe würden bei der Einrichtung von Ausbildungsplätzen und während der Ausbildung beraten und unterstützt, um die Ausbildungsbereitschaft zu schaffen oder zu erhalten.
Rohlfs erinnerte auch an den wachsenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften und appellierte an die Betriebe im Land: „Überwinden Sie ihre vielleicht bestehenden Sorgen vor sprachlichen oder kulturellen Stolpersteinen.“ Als Beispiel nannte er die Kieler Anwaltskanzlei „Aykac, Yilmaz, Tuncel“, die sich als Gastgeber der Bescheidübergabe zur Verfügung gestellt hatte. Neben einer Auszubildenden zur Steuerfachangestellten werden in dem Büro Praktikantinnen und Praktikanten beschäftigt, um sie mit den Tätigkeitsfeldern einer Kanzlei vertraut zu machen. Künftig sollen mit tatkräftiger Unterstützung von „AIM“ noch zwei oder drei weitere Ausbildungsplätze geschaffen und besetzt werden.
Traditionsbetrieb in Not: Verpackungshersteller Feldmuehle in Uetersen
Für die Papierfabrik Feldmuehle in Uetersen (Kreis Pinneberg), die am 25. Januar einen Insolvenzantrag gestellt hat, bestehen nach Angaben des Sanierungsexperten Tjark Thies gute Chancen, dass der Betrieb weitergeführt werden kann. Neun Investoren hätten ihr Interesse an einer Übernahme angemeldet. Es würden aber europaweit noch weitere Interessenten gesucht. Ziel sei es, das Unternehmen direkt im Anschluss an die Insolvenzeröffnung Anfang April an einen Investor zu übertragen. Die Papierfabrik hat 420 Beschäftigte.
Gestern traf sich Wirtschaftsminister Bernd Buchholz vor Ort mit dem Insolvenzverwalter und Belegschaftsmitgliedern, um sich selbst ein Bild über die Situation zu machen.
Im Anschluss an das Treffen sagte Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören)
Die Uetersener Nachrichten berichten heute:
Stipvisite beim „Maschinenfinder mworks“
Nach den Gesprächen bei der Feldmuele besuchte Buchholz das Uetersener Pharma-Unternehmen Nordmark-Arzneimittel GmbH und das junge und für den deutschen Mittelstandspreis nominierte Unternehmen mworks.
Buchholz mit Sebastian Dröber (links), Susanne Dröber und Lars Kobialka
Buchholz bescheinigte der Belegschaft „Power, Innovationskraft und eine kreative Idee“. mworks sei ein herausragendes Beispiel dafür, wo die Wirtschaftskraft im Norden zu finden ist: bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Außerdem gratulierte Buchholz den Gründern und Geschäftsführern von mworks, Lars Kobialka und Sebastian Dröber, zur Auszeichnung als Finalist beim Großen Preis des Mittelstands 2017.
Er sagte unter anderem (Audio starten – „im Browser anhören“)
Buchholz weiter: „Ein Start-up muss nicht immer ein Produkt neu erfinden. Ich finde es sensationell, wenn ein Unternehmen mit einer kreativen Idee eine neue Dienstleistung schafft.“
Um welche Dienstleistung es sich bei mworks handelt, erläuterte Geschäftsführer Kobialka: „Wir finden für Unternehmen die passende Maschine. Und wenn es die nicht gibt, dann erfinden wir sie.“ In einem kurzen Abriss der Unternehmensgeschichte beschrieb er, wie es mit mworks angefangen hatte: mit einem Freund Kobialkas nämlich, der auf der Suche nach einer Maschine war, die Gummibänder durch ein Anhänge-Etikett zieht und dann verknoten kann. Eigentlich sollte Kobialka als gelernter Ingenieur diese Maschine bauen. Doch der empfahl seinem Freund stattdessen, sich per Internet auf die Suche nach einer Maschine zu machen, die dazu in der Lage sein würde. Der Freund scheiterte daran, doch Kobialka wurde fündig. Eine Maschine, die Spargelstangen bündeln und mit einem Gummiband umwickeln konnte, musste nur noch ein wenig modifiziert werden – und das Problem war gelöst.
Aus diesem Erlebnis entwickelte er das Geschäftsmodell von mworks. Im April 2011, als Garagen-Start-up gemeinsam mit Dröber als erfahrenem IT-Unternehmer gegründet, dauerte es nur wenige Monate, bis namhafte Kunden wie Siemens oder Audi mit Aufträgen auf die Uetersener Maschinenfinder zukamen.
Mittlerweile hat mworks mehr als 25 Mitarbeiter und bietet Dienstleistungen auf unterschiedlichen Ebenen an.
Auch Buchholz sprach sich dafür aus, die Digitalisierung positiv zu sehen und ihre Chancen zu ergreifen. Als Beitrag der Politik nannte er das Ziel der Landesregierung, bis 2025 einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaserkabeln zu erreichen. Und noch weitere Versprechen für den Mittelstand brachte er nach Uetersen mit: den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Norden sowie den Abbau bürokratischer Hemmnisse. „Der Mittelstand muss geschätzt werden, damit er gedeiht“, sagte Buchholz.
Forschungs-U-Boot des Kieler Helmholtz-Zentrums Geomar
Um die Meere von Müll und Munition zu säubern und der Menschheit das Meer als Ressource für Ernährung, Energie und Rohstoffe zu erhalten, stehen Wissenschaft und Wirtschaft nach den Worten von Technologie-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs vor einer Herkulesaufgabe: „Nur wenn es uns rasch gelingt, die Kommunikation auch unter Wasser zu verbessern, werden wir den Wettlauf gegen die Meeresverschmutzung gewinnen“, sagte Rohlfs heute (7. Februar) in Kiel beim Kongress „Maritime Zukunft gestalten – Innovative Dienstleistungen und Technologien made in Schleswig-Holstein“. Dazu sei unter dem Dach der Landesinitiative „Zukunft Meer“, die die maritimen Zuständigkeiten der Landesregierung bündelt, jetzt ein Bündnis aus Helmholtz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft sowie Hochschulen und Wirtschaft im Land geschmiedet worden.
Staatssekretär Rohlfs bei der Eröffnung des Kongresses im Kieler Wissenschaftszentrum
„Unser Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen zu verwandeln“, sagte der Staatssekretär vor rund 120 Experten der Branche im Kieler Wissenschaftszentrum. Hintergrund der neuen Allianz: Für einen effektiven Meeresschutz sei nicht nur die Kontrolle großflächiger Unterwassergebiete zur Beseitigung von Plastikmüll und Munition erforderlich. Es gehe auch um eine autonome Überwachung und Erkundung der maritimen Umwelt bei der Inspektion von Offshore-Windenergieanlagen, Seekabeln oder Pipelines sowie um die Gewinnung von Marinen Mineralischen Rohstoffen durch die elektronische Vernetzung von autonomen Robotern. Rohlfs: „Wir müssen in Zukunft also auch unter Wasser deutlich digitaler werden – und das möglichst schnell.“
Wie der Staatssekretär weiter sagte, gestalte sich die Kommunikation unter dem Meeresspiegel wegen der extrem dämpfenden Wirkung von Wasser auf elektronische Signale deutlich schwieriger als etwa in den mobilen Funknetzen an Land. „In der Tiefsee herrscht nicht nur absolute Finsternis, hier funktionieren bislang auch weder GPS noch WLAN – aber genau so etwas brauchen wir, wenn wir eine autonome Überwachung der Meere erreichen oder die Schwarm-Intelligenz von Robotern einsetzen wollen“, so Rohlfs.
Um auf diesem Forschungsfeld rasch voran zu kommen, hat sich ein Konsortium aus den Unternehmen „CPL Competence in Ports and Logistics GmbH“ (Lübeck), SCOPE Engineering GmbH (Kiel), UBS Unternehmens-Beratung Schümann GmbH (Barmstedt) und dem Büro für Umwelt und Küste (Kiel) für eine Studie zusammengeschlossen. Damit sollen die maritimen Kompetenzen im Land künftig gebündelt und Synergien genutzt werden. „Auf diese Weise soll ein maritimer Kristallisationspunkt mit großer Strahlkraft entstehen“, sagte Rohlfs. In der Studie würden Potenziale ermittelt, erste konkrete Projektansätze skizziert sowie Standorte geprüft. Der Staatssekretär erinnerte vor diesem Hintergrund daran, dass bereits erhebliche Kompetenzen auf diesem Feld in Schleswig-Holstein vorhanden seien. So beschäftige sich unter anderem auch die Geschäftsstelle Schleswig-Holstein des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) mit Innovationen und Standards intelligenter Meerestechnik sowie der Vernetzung im Bereich Kommunikation und Navigation.
Es brummt: Der IHK-Konjunkturklima-Index sprang im letzten Quartal 2017 auf ein Sechs-Jahres-Hoch – das Problem des Fachkräftemangels aber bleibt.
Bestens gelaunt gibt sich zu Jahresbeginn die Wirtschaft in Schleswig-Holstein: Die Unternehmen seien mit besten Vorzeichen und optimistisch wie lange nicht in das neue Jahr gestartet, sagte heute der Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, Klaus-Hinrich Vater. Er stützte sich auf die jüngste Umfrage der IHK. Dabei kletterte der Konjunkturklima-Index im letzten Quartal 2017 auf 125,5 Punkte und damit auf ein Sechs-Jahres-Hoch. Der Wert des Vorquartals wurde um 1,2 Punkte übertroffen. Maximal möglich sind 200 Punkte.
Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich von dem Ergebnis erfreut, wenngleich wenig überrascht: „Die Zahlen spiegeln meine Eindrücke wieder, die ich bei meinen zahlreichen Firmenbesuchen seit vergangenem Sommer gewinnen konnte.“ Auch heute war Buchholz zu Besuch bei Betrieben im Land – unter anderem bei den Uetersener Firmen Nordmark Arzneimittel und der „mworks GmbH“. Zuvor hatte der Minister auch den im April in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Papierhersteller Feldmühle besucht
Bei der IHK-Umfrage bezeichneten 47 Prozent der Unternehmen im letzten Quartal 2017 ihre Geschäftslage als gut und 47,7 Prozent als befriedigend. Auch die weiteren Erwartungen sind überwiegend positiv. 23,9 Prozent der Betriebe rechnen für die nächsten zwölf Monate mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, 63,5 Prozent mit einer konstanten und 12,6 Prozent mit einer schlechteren. An der Umfrage beteiligten sich 540 von rund 2000 angefragten Unternehmen.
Die gute Konjunktur trage auch Früchte am Arbeitsmarkt, sagte der IHK-Vizepräsident. So sei die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten von Januar bis November von 945 000 auf gut 981 000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote fiel 2017 von 6,1 auf 5,8 Prozent.
Unter den Branchen hat sich im letzten Quartal 2017 die Stimmung in der Industrie im Vorjahresvergleich deutlich verbessert. Die Bauwirtschaft eilt von einem Rekord zum nächsten. Ein weiteres Wachstum sei hier kaum zu erreichen, sagte Vater. Ähnlich boomen personenbezogene und unternehmensnahe Dienstleistungen. Nur der Einzelhandel konnte nicht mithalten. Besonders für kleinere Läden blieben die Umsätze im Weihnachtsgeschäft hinter den Zielen zurück, während der Online-Handel weiter wuchs.
Vater
Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf planen mehr als 36 Prozent der Unternehmen höhere Ausgaben für Investitionen und nur etwa 14 Prozent Kürzungen. 27 Prozent wollen ihre Belegschaft vergrößern, 13 Prozent planen einen Personalabbau. Industrie und Dienstleistungen wollen aufstocken, auf dem Bau bremst der Fachkräftemangel weitere Einstellungen. Insgesamt werden Schleswig-Holstein laut einer Studie von 2013 im Jahr 2030 rund 100 000 Fachleute fehlen, darunter nur 15 000 Akademiker.
Gut 56 Prozent aller Unternehmen bezeichneten in der IHK-Umfrage Ende 2017 den Fachkräftemangel als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Das war im Vorjahresvergleich noch einmal ein kräftiger Anstieg. Energie- und Rohstoffpreise sowie Finanzierungskosten spielten dagegen eine weit geringere Rolle. Viel Potenzial gegen den Fachkräftemangel sieht IHK-Vize Vater noch bei Zugewanderten, wenn diese ihre schulische und berufliche Ausbildung fertig haben. In fünf Jahren werde dies mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Vater bekräftigte die Forderung nach einer gesteuerten Einwanderung von Fachkräften.
Solide Ansiedlungsbilanz: WT.SH-Chef Bösche, Buchholz und KiWi-Geschäftsführer Kässens während der Pressekonferenz bei der WTSH
Mit Hilfe der Wirtschaftsförderung haben sich im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein 153 Unternehmen mit geplant 1715 Beschäftigten angesiedelt. «Wir haben ein solides Ergebnis erreicht, es gibt aber durchaus Luft nach oben», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) heute bei der Vorstellung der Ansiedlungsbilanz. Die Zahl der neu angesiedelten Betriebe lag nach Angaben von Buchholz und dem Chef der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH), Bernd Bösche, geringfügig (2016: 155 Unternehmen) unter dem Vorjahresergebnis, die Zahl der damit verbundenen Arbeitsplätze aber darüber (2016: 1374). 17 Firmen stammen aus dem Ausland. Im Logistikbereich schufen fünf neu angesiedelte Betriebe 265 Arbeitsplätze im Norden.
Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH) sagte Buchholz nach der Pressekonferenz (Audio starten – „im Browser anhören“)
Nach den Worten von Buchholz und Bösche , die die Ansiedlungsbilanz gemeinsam mit Werner Kässens, Chef der Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs GmbH (KiWi), präsentierten, stehen die Zahlen für Stabilität und Kontinuität. „Die Konjunktur ist robust und vor allem unser Mittelstand sorgt für Wachstum, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und Investitionen. Wir arbeiten derzeit daran, die Rahmenbedingungen für Ansiedlungen weiter zu verbessern – unter anderem durch einen beschleunigten Breitband-Ausbau und Investitionen in die Verkehrs-Infrastruktur“, sagte Buchholz.
Erfreulich entwickelt hat sich die Bilanz laut WTSH-Chef Bösche unter anderem bei der Größe der angesiedelten Firmen: „Mit durchschnittlich elf Arbeitsplätzen pro Unternehmen ist gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung zu verzeichnen, denn 2016 waren es noch neun Arbeitsplätze pro Betrieb.“ Die Bandbreite bei den Ansiedlungen reiche von der digitalen Wirtschaft über den Tourismus und die Ernährungswirtschaft bis hin zu erneuerbaren Energien sowie Logistik und maritimer Wirtschaft.
Als herausragend wertete Buchholz das Arbeitsplatz-Plus von 37 Prozent in der digitalen Wirtschaft: Insgesamt siedelten sich 28 Unternehmen mit 134 Arbeitsplätzen an. „Die digitalen Unternehmen sind Innovationstreiber, Impulsgeber und zugleich Multiplikatoren bei der Digitalisierung anderer Wirtschaftsbranchen und insofern bestimmen sie die Entwicklung des gesamten Standortes mit“, so der Minister.
Nach Aussage von KiWi Geschäftsführer Werner Kässens entschieden sich allein für die Landeshauptstadt Kiel insgesamt 13 Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft. Die Bilanz zeige, dass sich aktuell insbesondere junge Unternehmen mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen ansiedeln. „Eine große Rolle bei der Standortwahl spielen die Faktoren Fachkräfte und Innovationskraft“, ist Kässens überzeugt, „und genau hier liegen die Stärken des Wirtschafts-standortes Kiels“.
„Digitalisierung ist ein Innovationstreiber sowohl für Start-ups als auch für traditionelle Unternehmen“, so Kässens weiter. Auch die derzeitigen Ansiedlungen aus dem produzierenden Gewerbe lassen erkennen, dass sich die Unternehmen zunächst auf ihre F&E-Aufgaben konzentrieren wollen. Damit legen die Unternehmen die Basis für eine langfristige Wachstumsstrategie in Kiel fest, denn im nächsten Schritt für ihre Produktion benötigen sie weitere Wirtschaftsflächen in Kiel.
Eines der Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft ist die YOMA Solutions GmbH. Der Betrieb wurde 2017 als Start-up gegründet und bietet als Cloud-Dienstleister Lösungen für Fuhrparks und Fahrzeugflotten an. Am Standort Norderstedt sollen mittelfristig 20 Arbeitsplätze entstehen.
Vergleichbar positiv sind die Arbeitsplatzeffekte in der Logistik: Während im Vorjahr von drei Betrieben noch 15 Arbeitsplätze geschaffen wurden, waren es vergangenes Jahr 265 Arbeitsplätze, die von fünf neu angesiedelten Firmen geschaffen wurden.
Der Höhenflug des Tourismus im Jahr 2017 schlägt sich ebenfalls in der Ansiedlungsbilanz nieder: In dieser Branche schafften 16 neue Unternehmen – vor allem Hotels mit hochwertigen Angeboten – 234 Arbeitsplätze.
So entsteht im Kreis Ostholstein auf Gut Rothensande, besser bekannt als „Immenhof“, ein ganzjährig geöffnetes, hochwertiges Ferienresort. Mittelfristig sollen hier mindestens 50 Arbeitsplätze entstehen. Die Eröffnung erfolgt in 2019. Das Projekt wird im Rahmen der einzelbetrieblichen Investitionsförderung mit 1,19 Millionen Euro aus dem Landesprogramm Wirtschaft (LPW) gefördert. „Dieses Ansiedlungsprojekt zeigt, wie die unterschiedlichen Aspekte der Wirtschaftsförderung sich ergänzen: gezielte Beratung der WTSH, Förderung durch die Investitionsbank und beides auf fachlicher Basis der Tourismusstrategie“, sagte Buchholz.
Im Bereich der erneuerbaren Energien blieb die Anzahl mit acht Unternehmen, die sich für den echten Norden entschieden, gegenüber 2016 identisch. Als Beispiel nannten Bösche und Buchholz die „EnspireMe GmbH“. In dem Unternehmen haben sich das niederländische Energieunternehmen Eneco und der japanische Mischkonzern Mitsubishi Corporation für den Bau von Lithium-Ionen-Batteriespeichern zusammengeschlossen. Die Firma wird in Jardelund (Kreis Schleswig-Flensburg), in unmittelbarer Nähe zum Windpark, ein Batteriespeichersystem mit einer Leistung von 48 Megawatt und einer Speicherkapazität von über 50 Megawattstunden errichten.
Die Anzahl neu angesiedelter ausländischer Unternehmen blieb mit 17 (Vorjahr: 16) nahezu identisch, während die Zahl der Arbeitsplätze (Vorjahr 118) auf 158 angestiegen ist. Neun Unternehmen kommen aus China, drei aus Dänemark, jeweils zwei aus Schweden und Japan und eines aus Finnland. Damit haben sich im vergangenen Jahr insgesamt sechs Unternehmen aus Skandinavien in Schleswig-Holstein niedergelassen. Buchholz: „Diese Entwicklung werden wir aufnehmen und gemeinsam mit Hamburg die deutsch-skandinavischen Wirtschaftsbeziehungen ausbauen. Oberstes Ziel dabei ist natürlich, weitere Ansiedlungen aus Skandinavien im echten Norden zu realisieren.“ Nach den Worten von Bösche ist China seit 2012 einer der Top Investoren in Deutschland und spielte auch letztes Jahr in Schleswig-Holstein die größte Rolle: „Diese Entwicklung belegt, dass sich Schleswig-Holstein im Wettbewerb um ausländische Ansiedlungen auch im vergangenen Jahr erfolgreich positioniert hat.“
Und hier der Live-Mitschnitt der Pressekonferenz:
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus