NOK auf Erfolgskurs: Mehr Schiffe, mehr Ladung. Buchholz: „Ein gewichtiger Arbeitgeber“

ohne Überschrift

Aufwärtstrend auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK): Insgesamt sind gut 86,66 Millionen Tonnen Ladung im vergangenen Jahr durch den Kanal transportiert worden. Das ist ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber 2016, wie die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) heute in Kiel mitteilte. An den bisherigen Rekord von 2008 knüpft das Ergebnis aber noch lange nicht an: Damals wurden rund 106 Millionen Tonnen Ladung auf der rund 100 Kilometer langen Wasserstraße zwischen Kiel und Brunsbüttel transportiert.

Insgesamt nutzten im vergangenen Jahr 30 269 Schiffe die Passage, 985 Schiffe mehr im Vergleich zu 2016. Die für die Schiffsgröße maßgebliche Bruttoraumzahl aller Schiffe stieg auf 134,78 Millionen. Im Schnitt transportierte jedes Schiff den Angaben zufolge etwa 5000 Tonnen Ladung.

Weiterhin ansteigend ist den Angaben zufolge auch der Verkehr zu den Häfen innerhalb des NOK. So wurden 2017 rund 6,57 Millionen Tonnen Ladung im Kanal umgeschlagen, nach gut 5,99 Millionen Tonnen 2016. «Die ansteigenden Zahlen belegen, dass der Nord-Ostsee-Kanal auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Rahmenbedingungen ein ausgesprochen gefragter Verkehrsweg ist», sagte der GDWS-Präsident Hans-Heinrich Witte. Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz erinnerte in dem Zusammenhang an die mehreren tausend direkt und indirekt Beschäftigten rund um den Nord-Ostsee-Kanal: „Der NOK hat damit nicht nur eine enorme Brückenfunktion für den gesamten Ostseeraum, sondern ist auch ein gewichtiger Arbeitgeber.“

In West- und Nordeuropa gebe es ein stabiles Wirtschaftswachstum, sagte der Leiter der Unterabteilung Seeschifffahrt in der GDWS, Jörg Heinrich. Davon profitiere letztlich auch der Nord-Ostsee-Kanal. Auch die deutliche Anhebung der Treibstoffpreise habe Verkehre auf den Nord-Ostsee-Kanal gebracht. Weiterhin rückläufig ist aufgrund des Embargos allerdings der Schiffsverkehr von und zu den russischen Häfen. Die Zahl sank von 2497 Schiffen 2016 auf 2251 im vergangenen Jahr.

Heinrich geht davon aus, dass es auch 2018 ein moderates Wachstum geben werde. Direktverkehre mit sehr großen Containerschiffen zwischen Häfen in der Nord- und Ostsee werden aber künftig eine größere Konkurrenz darstellen. Diese Schiffe könnten den Kanal nicht einmal bei einem noch größeren Ausbau als geplant passieren.

Die Bausubstanz des Kanals ist zum Teil sehr alt und modernisierungsbedürftig. Daher habe der Erhalt der Bausubstanz die Behörde 2017 «sehr beschäftigt», sagte der Leiter des Dezernats Management Küste in der GDWS, Karsten Thode. Dazu gehörten die geplanten Sperrungen der Schleusenanlagen in Kiel-Holtenau.

In den kommenden Jahren wird die Erhaltung der Schiebetore an den Schleusenanlagen in Brunsbüttel und Kiel ganz weit oben auf der To-do-Liste stehen. «Die alte Bausubstanz ist und bleibt alt bis wir neue Anlagen haben», sagte Thode. Es bestehe latent das Risiko, dass Anlagen ausfielen. «Das ist uns bewusst.» Es würden alle Anstrengungen unternommen, damit es dazu nicht komme.

Weiter geht es auch beim geplanten Ausbau des Kanals. So seien mit der Baustelleneinrichtungsfläche Flemhude und der Fertigstellung einer wichtigen Baustraße entscheidende Voraussetzungen geschaffen worden. Auch beim Bau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel sei trotz Schwierigkeiten ein deutliches Vorankommen zu erkennen.

Damit Schiffe in Zukunft besser ihre Wartezeiten vor den Schleusen planen können, wird das Meldesystem erweitert. «Die Kunden wollten mehr Planbarkeit für den Normalbetrieb», sagte Heinrich. So sollen sie sich künftig acht Stunden vor der geplanten Ankunft an der Schleuse anmelden. Jedes angemeldete Schiff soll dann in eine Liste aufgenommen und in der entsprechenden Reihenfolge eingeschleust werden. Eine Garantie auf eine Schleusung zu einem bestimmten Zeitpunkt gibt es aber nicht.

Nun ist es amtlich: 2017 knackt alle bisherigen Tourismus-Rekordmarken in SH

Kniepsand

Das Jahr 2017 wird als neues Rekordjahr in die Tourismus-Geschichte Schleswig-Holsteins eingehen. Das belegt die heute veröffentlichte amtliche Beherbergungsstatistik für November. Das Statistikamt Nord zählte in den Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten sowie auf Campingplätzen des Landes im November rund 415.000 Gäste und über 1.340.000 Übernachtungen, dies ist ein Anstieg um 9,0 bzw. 11,9 Prozent zum November 2016.

„Damit zeigen auch die November-Zahlen einmal mehr, dass sich Schleswig-Holstein zunehmend zur Ganzjahresdestination entwickelt“, sagt Tourismusminister Dr. Buchholz. „Schleswig-Holstein hat seinen Gästen in jedem Monat etwas zu bieten.“ Das Winter- und Weihnachtsgeschäft mit Shopping und Weihnachtsmärkten beginne bereits im November. In dieser Zeit kämen jedes Jahr mehr Gäste nach Schleswig-Holstein. Die Landesmarketingorganisation TA.SH (Tourismusagentur Schleswig-Holstein) und die regionalen Marketingorganisationen setzen in der Vermarktung verstärkt auf die Wintersaison mit neuen Angebots-Paketen.

Buchholz sagte zu den neuen Zahlen weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Nach den Worten von Buchholz ist der Tourismus bundesweit im Aufwind, doch Schleswig-Holstein lege überdurchschnittlich zu. In den Monaten Januar bis November wurden im Land zusammen mehr als 7,3 Millionen Gäste und damit fünf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres gezählt. Mit fast 28,6 Millionen lag die Zahl der Übernachtungen sogar um 5,6 Prozent höher. Im Bundesdurchschnitt (+3 %) liegt Schleswig-Holstein weit vorn und hat  damit schon jetzt das Rekordergebnis von 28,2 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr übertroffen.

Aufwärtstrend auch bei den Gästen aus dem Ausland: In den ersten elf Monaten des Jahres 2017 kamen nahezu 900.000 Gäste (+ 3,9 %) nach Schleswig-Holstein und buchten knapp 1,9 Millionen Übernachtungen (+ 2,1 %). „Der Schlüsselfaktor ist nachhaltiges Wachstum und eine Akzeptanz der touristischen Entwicklung in der Bevölkerung.“

Von der guten Entwicklung können alle Reisegebiete profitieren bis auf die Holsteinische Schweiz (- 4,1 %). Die höchste Steigerung bei den Übernachtungen verzeichnet die Nordsee (+ 9,3 %), gefolgt vom Binnenland  (+ 4,9 %) und der Ostsee (+ 4,1 %). Bei den Betriebsarten legt am stärksten die so genannte Parahotellerie, also Erholungs- und Ferienheime, Ferienzentren, Ferienwohnungen oder Jugendherbergen zu (+ 11,7 %). Hotellerie und Gasthöfe sowie Pensionen verbuchen ein Plus von 3,9 Prozent. Nur bei den Campingplätzen gibt es einen – auch Sicht von Buchholz „wenig überraschenden“ – Rückgang um 3,1 Prozent aufgrund des unbeständige Wetters in den letzten 13 Monaten.

In die Erhebung einbezogen waren 3.098 geöffnete Beherbergungsstätten mit 172.000 angebotenen Gästebetten sowie 90 Campingplätze.

 

Autofahrer aufgepasst – es bleibt rutschig auf unseren Straßen

Glatte Straßen haben im Norden Schleswig-Holsteins zu zahlreichen Unfällen geführt. In der Nacht zu heute  krachte es 13 Mal, die Straßen seien auch am Morgen noch «extrem glatt», wie ein Sprecher der Polizei sagte. In Treia im Kreis Schleswig-Flensburg rutschte ein Lastwagen am frühen Morgen zunächst in zwei Autos und krachte anschließend in ein Wohnhaus. Der Fahrer wurde eingeklemmt, die Hausbewohner blieben unverletzt. Auch den Streufahrzeugen und Einsatzwagen der Polizei bereitet die Glätte demnach Schwierigkeiten. Autofahrer sollten «extrem vorsichtig fahren», betonte der Sprecher.

Unser LBV-SH ist vorbereitet – sh:z von heute:

Pendler-Frust zwischen HH, Kiel und Flensburg: Buchholz enttäuscht von DB und Bombardier

Offenbar extrem störanfällig: Die neuen Doppelstock-Züge von Bombardier

Erst ließen sie gut drei Jahre auf sich warten – nun machen die ersten schon gleich schlapp: Die seit Jahreswechsel eingesetzten neuen Bombardier-Doppelstock-Triebzüge zwischen Hamburg, Kiel und Flensburg bereiten tausenden Pendlern seit Tagen Ärger. Nachdem sie zunächst fast umsteigefrei im Halbstundentakt zwischen Hamburg und Kiel sowie im Stundentakt zwischen Hamburg und Flensburg fuhren, waren bis gestern teilweise nur sieben der zehn ausgelieferten Züge einsatzbereit. „Neun Wagen sind aber nötig, um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten“, bestätigt DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis.

Verkehrsminister Bernd Buchholz berichtete dazu – und zum Stand der Probleme auf der Marschbahn –  gestern dem Wirtschaftsausschuss des Kieler Landtags.

Im Anschluss führte er mit Andreas Otto von RSH das folgende Gespräch (Audio starten – „im Browser anhören“)

Laut DB sind die Züge zur Reparatur in der Werkstatt, teilweise müssten zur Ursachenforschung Experten des Lieferanten und Fahrzeugherstellers „Bombardier Transportation“ herangezogen werden.

Ursprünglich hatte Bombardier die Fahrzeuge bereits Ende 2014 ausliefern wollen. Probleme bei der Fertigung hatten aber immer wieder für Lieferverzögerungen gesorgt.

Deutschlands erster geplanter LNG-Terminal rückt wieder ein Stück weiter an Brunsbüttel ran

Profiteur eines LNG-Terminals: ChemCoast-Park Brunsbüttel

Weiterer Meilenstein für das geplante Importterminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) am Standort Brunsbüttel. Die drei potenziellen Investoren haben heute ein Verfahren gestartet, um das Marktinteresse zu wecken und den Kundenbedarf zu entwickeln. Das teilte die German LNG Terminal GmbH heute in Hamburg mit. In den nächsten drei Monaten sollen mögliche Kunden angesprochen und erste Verträge vorbereitet werden. Die Investoren wollen im März 2019 eine endgültige Investitionsentscheidung treffen und bis dahin verbindliche Verträge mit Gashändlern abschließen, die das Terminal nutzen wollen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte zu der Entscheidung (Audio starten – „im Browser anhören“)

Das Importterminal mit einer Kapazität von 220 000 Kubikmetern soll LNG von Tankern aufnehmen, zum Beispiel aus Katar. Das flüssige, 160 Grad kalte Erdgas werde dann entweder wieder in den gasförmigen Zustand umgewandelt und in das allgemeine Gasnetz eingespeist, direkt als Treibstoff an Schiffe und schwere Lkw vermarktet oder mit Binnenschiffen, Kesselwagen und Tanklastern weitertransportiert und verteilt. Hinter dem Plan stehen die Unternehmen Gasunie, Vopak und Oiltanking. Sie wollen nicht selbst mit LNG handeln, sondern stellen den Lagerraum und Dienstleistungen für den Umschlag bereit. Der Kundenkreis wären große Gasunternehmen und Händler.

Sollte das Terminal gebaut werden, würde es Ende 2022 in Betrieb gehen. LNG gilt in der Schifffahrt als Treibstoff der Zukunft und könnte auch die gesamte Gasversorgung Deutschlands unabhängiger von Lieferungen aus Russland machen. Auch andere Standorte an der Nordseeküste bemühen sich um ein LNG-Importterminal, zum Beispiel Wilhelmshaven. Brunsbüttel gilt vor allem wegen seiner Nähe zum Hamburger Hafen, der ortsansässigen Industrie und der Lage am Nord-Ostsee-Kanal mit Exportmöglichkeit in die skandinavischen und baltischen Länder als attraktiver Standort für ein LNG-Terminal.

A 21: Anschluss-Stelle Wankendorf von morgen bis Freitag teilweise gesperrt

Der Einbau der fehlenden Leitplanken an der A 21 bei Wankendorf im Kreis Plön geht diese Woche mit Hochdruck voran. Wie der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) mitteilt, wird es dazu erforderlich, die Anschlussstelle Wankendorf ab morgen bis voraussichtlich Freitag (19. Januar) teilweise zu sperren. In diesem Zeitraum ist an der Anschlussstelle Wankendorf die Ausfahrt aus Richtung Bad Segeberg zur K 43 für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt ab der Anschluss-Stelle Bornhöved über die U 23. Für den öffentlichen Verkehr auf der A 21 wird es absehbar nicht zu Beeinträchtigungen kommen.

Wie LBV-SH-Chef Torsten Conradt heute in Kiel sagte, sei seitens der Baufirma der parallele Einsatz mehrerer Kolonnen vorgesehen: „Aktuell ist die Umlegung des Verkehrs auf die Richtungsfahrbahn Süd – also die Fahrtrichtung nach Bad Segeberg – für den 1. Februar geplant.“ Dabei würden die beiden Brückenbauwerke zunächst ausgespart. In diesem Bereichen werde der Verkehr auf die Richtungsfahrbahn Nord (Kiel) verschwenkt.

Die Erneuerung der Spur in Richtung Kiel startet ab Februar mit der Sanierung der Fahrbahn-Entwässerung. Ab März werden laut Conradt dann die Straßen- und Brückensanierungsarbeiten starten. Die Freigabe des rund zehn Kilometer langen Teilstücks sei dann für den Spätherbst – entsprechend dem ursprünglichen Zeitplan – vorgesehen.

Im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord-Reporter Christian Wolf sagte Buchholz weiter:

Verkehrsminister Bernd Buchholz dankte den Pendlern sowie der Logistik-Wirtschaft für die Geduld: „Durch zunächst fehlende Angebote aus der Bau-Wirtschaft und einen dann geführten Rechtsstreit zwischen zwei Bietern haben wir letztes Jahr erheblich Zeit verloren. Nun sind wir aber sehr zuversichtlich, die Sanierung doch noch planmäßig zuende zu bringen.“ Er erinnerte zugleich daran, dass inzwischen auch die Vorbereitungsarbeiten für den weiteren Ausbau der B 404 zur A 21 in Richtung Kiel laufen.

Erdarbeiten Nettelsee (1)
Vorbereitungen für den Weiterbau Richtung Kiel: Erdarbeiten bei Nettelsee

Häfen in Kiel und Brunsbüttel auf Wachstumskurs, Lübeck holt kräftig auf

Die "Color Magic" wird am Kieler Hafen festgemacht

Der breite konjunkturelle Aufschwung in Nordeuropa hinterlässt auch Erfolgswellen in Schleswig-Holstein: Die Seehäfen, Lübeck und Kiel sowie Brunsbüttel, starten mit einem kräftigen Umsatz-Plus ins neue Jahr: An den Terminals der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) wurden vergangenes Jahr 21,8 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das waren 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der abgefertigten Lastwagen und Trailer sei von rund 678 000 im Jahr 2016 auf 716.000 im Jahr 2017 gestiegen, heißt es bei der LHG.  Auch der Umschlag von Fertigfahrzeugen ist im Vergleich zu 2016 um sieben Prozent auf knapp 70 000 gestiegen.

Weiteres Wachstum auch an der Kieler Förde: Im Seehafen Kiel sind im vergangenen Jahr gut 7,4 Millionen Tonnen verladen beziehungsweise gelöscht worden, teilte Geschäftsführer Dirk Claus mit. Dies entspräche einem Plus von 14,3 Prozent und ist den Angaben zufolge das bisher beste Ergebnis des Seehafens. Die größten prozentualen Zuwächse erzielten in 2017 die Massengüter, die um 24 Prozent über Vorjahresniveau lagen. Im Passagierverkehr gingen insgesamt gut 2,1 Millionen Passagiere an oder von Bord eines Fähr- oder Kreuzfahrtschiffes (plus 1,6 Prozent).

Auch die Hafengruppe der Brunsbüttel Ports meldet ein Rekordergebnis: Für die bisher 15 Standorte unter der Dachmarke SCHRAMM Ports & Logistics wurde in 2017 ein Gesamtumschlag von rund 16,5 Millionen Tonnen erzielt. Zuwachs verzeichnet die Gruppe insbesondere in den Bereichen Flüssiggut und Massengut, auch die Anzahl der Schiffsanläufe steigt weiter – ebenso wie die Zahl der Mitarbeiter.

Laut Hafenchef Frank Schnabel haben die Brunsbütteler Häfen nach den vorläufigen Zahlen mit dem Elbehafen (plus 13%, insgesamt rund 10 Millionen Tonnen), dem Ölhafen (+1%) und dem Hafen Ostermoor (+8%) einen Gesamtumschlag von ca. 13 Millionen Tonnen zum Jahresende erzielt. „Dies entspricht einem erneuten Wachstum von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Schnabel. In den letzten zehn Jahren habe die Umschlagmenge um 3,7 Millionen Tonnen zugelegt. Dies entspreche einem Wachstum von insgesamt fast 40 Prozent über diesen Zeitraum.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bezeichnete die Entwicklung – insbesondere mit Blick auf den Lübecker Hafen – als einen erfreulichen Jahresauftakt. Für den Hafen der Hansestadt sei der Sprung nicht zuletzt den Beschäftigten zu verdanken, die vor rund einem Monat nach langem Streit einer Vereinbarung zugestimmt hatten, die die Restrukturierung der angeschlagenen LHG ermöglicht. Danach verzichten die 450 Beschäftigten für die nächsten vier Jahre auf 17 Millionen Euro Lohn, die Hansestadt Lübeck als Eigentümerin der Hafenflächen verzichtet auf 17 Millionen Euro Pacht.

Auch am Intermodal-Terminal der LHG-Tochtergesellschaft Baltic Rail Gate stehen die Ampeln auf Grün: 2017 wurden rund 88 500 Trailer und Container umgeschlagen, das waren fast 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Das seien gute Nachrichten, die auf eine Trendwende hindeuteten, sagte LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens.

Buchholz: „Die Steigerungen in beiden Häfen sind für mich ein klares Indiz dafür, dass die internationale Kundschaft gegenüber Lübeck an Vertrauen zu gewinnen scheint – und Kiel sein ohnehin vorhandenes Vertrauen weiter ausbauen konnte.“

Minister Buchholz und Senator Horch: 2018 wird für den A7-Ausbau das Jahr des Endspurts

Baustelle an der B404

Der Ausbau der A7 auf schleswig-holsteinischem Boden soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. Es sei das Jahr des Endspurts, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz heute in Kiel. Dann wären rund 95 Prozent der Strecke realisiert, was zu einer deutlichen Entspannung des Verkehrs führen werde. Auch Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch zeigte sich beim A7-Jahresgespräch in Kiel zufrieden mit dem Verlauf des Projekts. Die Erweiterung der Autobahn und der Bau der Hamburger Deckel seien zukunftsweisende Projekte mit erheblicher Strahlkraft.

Zum Ausbau zählen neben der Fahrbahn unter anderem auch 72 Brücken, der 550 Meter lange Lärmschutztunnel Schnelsen, 100.000 Quadratmeter Lärmschutzwände , 70 Verkehrszeichenbrücken und zehn Rastanlagen. „Mit der für Ende des Jahres angepeilten Fertigstellung von sechs Bauabschnitten wären nahezu 95 Prozent der Strecke realisiert, was zu einer deutlichen Entspannung des Verkehrs führen wird“, so Buchholz.

Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH) zieht Buchholz folgende Zwischenbilanz (Audio starten – „im Browser anhören“)

Auch Horch zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf des von der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) sowie dem Baukonsortium Via Solution Nord (VSN) gemanagten Projekts zufrieden: „Die Erweiterung der Autobahn und der Bau der Hamburger Deckel sind zukunftsweisende Projekte mit einer Strahlkraft weit über Hamburg hinaus. Die Arbeiten gehen zügig voran, insbesondere beim Stellinger Deckel und der Langenfelder Brücke. Für den Deckel Schnelsen erwarten wir den Einfahrbetrieb in die erste Röhre in diesem Sommer. Die Ingenieurleistungen bei dem anspruchsvollen A7-Ausbau im fließenden Verkehr mitten in Hamburg sind beeindruckend“, sagte Horch.

DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe erinnerte daran, dass 2017 vier Abschnitte von knapp 23 Kilometern Länge für den Verkehr freigegeben wurden und damit im ersten Quartal die Ausbau-Halbzeit erreicht worden sei. Zudem seien die Strecken zwischen Neumünster Mitte und Großenaspe (Bauabschnitt 2), Bad Bramstedt und Kaltenkirchen (Bauabschnitt 4) und Barmstedt und Norderstedt (Bauabschnitt 6) auf der Richtungsfahrbahn Süd so weit voran geschritten, dass sie im ersten Quartal sukzessive unter Verkehr genommen werden können. Anschließend wird dann die Richtungsfahrbahn Nord erweitert.

Wie Rothe weiter sagte, sei auch die Realisierung der umwelttechnischen Begleitmaßnahmen weit fortgeschritten: „Zusammen mit dem Autobahnausbau realisieren wir umfangreiche ökologische Projekte – Renaturierungen oder etwa die Wiedervernetzung von Lebensräumen. Damit heben wir auch ein Stück weit die tiefen Einschnitte durch den A-7-Bau in den 70er Jahren wieder auf und kompensieren den Ausbau.“

Beitrag
Horch, DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe und Buchholz vor dem aktuellen A-7-Plan
Sowohl Buchholz und Horch als auch Rothe zeigten sich überzeugt, dass sich die gewählte Verkehrsführung im Baustellenbereich – beispielsweise die Aufrechterhaltung der Anzahl der Fahrstreifen oder die Vorkehrungen für den Großraum- und Schwerlastverkehr – eindeutig bewährt hätten. Trotz bereits vier fertiggestellter Bauabschnitte seien allerdings die Unfallzahlen in 2017 in Schleswig-Holstein gegenüber dem Vorjahr 2016 angestiegen, von rund 740 Unfällen in 2016 auf rund 1.030 im vergangenen Jahr. „Glücklicherweise handelte es sich überwiegend um Verkehrsunfälle mit geringen Blechschäden“, sagte Buchholz. „Zusammen mit allen Beteiligten werden wir die Zahlen detailliert auswerten, um weitere Optimierungen im Hinblick auf die Verkehrssicherheit zu veranlassen.“ Gleichzeitig appellierten Buchholz und Horch an die Verkehrsteilnehmer, weiterhin aufmerksam und mit der notwendigen Geduld die Baustellenstrecke zu befahren.

Zu den einzelnen Schaubildern der heutigen DEGES-Präsentationhier klicken

Nach den Worten von Rothe werden – wie in den letzten Jahren – auch 2018 einige nächtliche Voll- und Teilsperrungen der A 7 in bestimmten Bereichen unerlässlich sein. Via Solutions Nord geht von insgesamt acht nächtlichen Vollsperrungen aus, die rechtzeitig bekannt gegeben werden. Buchholz und Horch bezeichneten auch vor diesem Hintergrund die länderübergreifende Koordinierung der Baustellen als reibungslos.

Umbau der A7 bei Kaltenkirchen

„Durch das gute Zusammenspiel aller Behörden mit unserem Verkehrskoordinator sind wir in der Lage, die Belastungen der Verkehrsteilnehmer auf das Mindestmaß zu beschränken“, so Buchholz. Er dankte zusammen mit Horch vor allem den Autofahrerinnen und Autofahrern sowie der Logistikwirtschaft für die Geduld während der letzten Jahre: „Auch wenn die Bauarbeiten gut vorankommen, so ist ein solches Projekt für alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner natürlich mit erheblichen Beeinträchtigungen verbunden“, so Horch.

ab2q
Situation ab dem 2. Quartal
ab4
Situation Ende 2018
Der Ausbau der A 7 zwischen dem Bordesholmer Dreieck und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest erfolgt im Rahmen eines sogenannten Verfügbarkeitsmodells. Der Auftragnehmer „Via Solutions Nord“ wird die Autobahn auch nach dem Ausbau bis in das Jahr 2044 betreiben. Das damit verbundene Finanzvolumen für Bau, Erhaltung, Betrieb und Finanzierung beläuft sich bis zum Vertragsende auf rund 1,6 Milliarden Euro. Die Projektgesellschaft Via Solutions Nord ist ein Konsortium bestehend aus „HOCHTIEF PPP Solutions“, „KEMNA BAU“ und dem Investor „Dutch Infrastructure Fund“ (DIF).

Ein Live-Mitschnitt der Pressekonferenz hier:

Facebook-Live


So berichtet das Hamburger Abendblatt in seiner Dienstagausgabe:

Wie geht’s 2018 weiter mit der A 7? Buchholz, Horch und DEGES heute zum Jahresgespräch in Kiel

Treffen sich heute mit Hamburgs Verkehrssenator Horch und anderen A-7-Verantwortlichen in Kiel zum Jahresgespräch über das ÖPP-Projekt

Der Ausbau der Autobahn 7 kommt in Schleswig-Holstein gut voran. «Ich gehe davon aus, dass der Zeitplan im nördlichsten Bundesland eingehalten wird», sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Dies sei ein Beispiel für gute länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Behörden und Firmen. Bis Ende des Jahres soll der 65 Kilometer lange Abschnitt zwischen Hamburg-Schnelsen und dem Dreieck Bordesholm auf sechs Spuren ausgebaut werden. Auf Hamburger Boden entstehen drei Autobahn-«Deckel». 

Über den Fortgang der Arbeiten im laufenden Jahr sprechen heute in Kiel beim traditionellen A-7-Jahresgespräch Buchholz, Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch und der Bereichsleiter des deutschen Autobahnplaners DEGES, Bernd Rothe.

Pressekonferenz: 11 Uhr im Haus der Wirtschaft der IHK zu Kiel (Bergstraße 2), Raum Kiel.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus