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Digitaler Wandel bietet große Chancen für den Arbeitsmarkt im Norden

Meyer: keine Angst vor Digitalisierung der Arbeitswelt – Chancen durch Weiterbildung nutzen

Bei Danfoss Silicon Power werden Elektronische Bauteile gefertigt

Der Gefahr von Jobverlusten durch den digitalen Wandel der Arbeitswelt ist in Schleswig-Holstein einer Studie zufolge geringer als in anderen Teilen Deutschlands. «Ängste vor massiven Arbeitsplatzverlusten durch die fortschreitende Digitalisierung sind gegenwärtig unbegründet», sagte heute vor der Landespressekonferenz die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Laut der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nord arbeiten im Norden 12 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bereichen, in denen ein Großteil der Arbeit Computer oder Maschinen erledigen könnten. Das ist weniger als im Bundesschnitt (15 Prozent).

Probleme bereitet die Digitalisierung vor allem Menschen in Produktionsberufen. «Personennahe Dienstleistungen, etwa im Tourismus sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, sind dagegen weniger betroffen», so Haupt-Koopmann.

MeyerMeyer sagte dazu vor der Landespressekonferenz

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Der digitale Strukturwandel sei bereits im Gange, so Meyer weiter. «Es wird eine Veränderung der Arbeitswelt geben, viele Arbeitsbereiche fallen weg, neue werden entstehen.» Vor allem gering-qualifizierte Jobs könnten aber ersetzt werden. Der Strukturwandel schaffe aber Chancen und müsse deshalb unterstützt werden. Denn: «Die digitale Produktion macht längst nicht mehr an Fabrikgrenzen halt.»

Zum Vergleich: Im Nachbarland Niedersachsen liegt der Anteil bei 15,2 Prozent, im Saarland bei 20,4 Prozent deutlich höher als im Norden. Das gilt auch für Thüringen (18,8 Prozent) oder Baden-Württemberg (17,4), noch niedriger ist der Anteil jedoch in Hamburg (9,3), Mecklenburg-Vorpommern (10,8) oder Berlin (8,1). Laut Studie ist der Anteil desto höher, je größer die Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes in der Region ist.

Auch innerhalb Schleswig-Holsteins variiert der Anteil der Jobs mit sogenanntem Substituierungspotenzial – wenn mehr als 70 Prozent der Tätigkeit auch Maschinen oder Computer erledigen könnten. Am höchsten ist der Anteil mit 15 Prozent in Flensburg, am niedrigsten mit 8,8 Prozent in Nordfriesland. Vergleichsweise stark betroffen sind auch die Kreise Dithmarschen (14,6 Prozent), Pinneberg (14,5) und Herzogtum Lauenburg (14,7).

Die Fortschritte der betrieblichen Hardware stellten andere Anforderungen an die Beschäftigten und auch die Arbeitsorganisation, sagte Meyer. «Die Studie zeigt: Es bedarf einer konzertierten Qualifizierungspolitik in Schleswig-Holstein.» Neue Berufsbilder entwickelten sich, Maschinen könnten auch positives bewirken. «Bei 3D-Druckverfahren spielen die Arbeitskosten, die früher zu Verlagerungen nach China oder anderswo geführt haben, nicht mehr so eine große Rolle.» Durch die technologische Entwicklung könne es in einigen Bereich sogar wieder Rückverlagerungen geben

Ab August legen Land und Bund den „Karriere-Turbo“ ein und stocken das „Meister-BAföG“ auf

„Karriere-Turbo“: Ab August stockt das Land Mittel und Möglichkeiten des alten Meister-BAföG“ auf

Werft
Bildungsministerin Britta Ernst mit Wirtschaftsminister Meyer (rechts) und Geschäftsführer Holger Kahl beim Rundgang auf der Kieler Werft „German Naval Yards“

Noch bessere Aufstiegs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Berufstätige in Schleswig-Holstein: Zwischen Stahlplatten und Schweißgeräten haben Bildungsministerin Britta Ernst und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute auf dem Werksgelände der Kieler Werft „German Naval Yards“  zusammen mit Vertretern der IHK und der Handwerkskammern den Startschuss für ein verbessertes „Meister-BaföG“ gegeben: Wer das „Aufstiegs-Bafög“, also Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) in  Anspruch nimmt, wird ab dem 1. August monatlich mehr Leistungen und höhere Zuschussanteile erhalten. „Das macht den beruflichen Karriereweg in Handwerk, Industrie, Handel und im wachsenden Bereich der Sozialwirtschaft deutlich attraktiver“, sagte Meyer.  „Rund 50 Prozent Zuschuss beim Unterhalt – und damit genauso viel wie beim Studenten-Bafög – das war uns wichtig, denn wer mehr Fachkräfte und Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung will, muss Taten sprechen lassen“, so Ernst.

Reinhard_MeyerWirtschaftsminister Reinhard Meyer sagte dazu

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Schleswig-Holstein hatte sich im Gesetzgebungsverfahren zusammen mit anderen Ländern erfolgreich für einen höheren Zuschussanteil eingesetzt, der ursprünglich nur von 44 auf 47 Prozent erhöht werden sollte. Wie Meyer und Ernst sagten, erwarten sie – basierend auf den Prognosen des Bundes – dass die Zahl der Geförderten von 5200 im Jahr 2015 mittelfristig um etwa sieben Prozent steigen wird. Und zwar ausgelöst unter anderem durch die Ausweitung der Förderung auf Bachelor-Absolventen und Studienabbrecher. Dadurch steigen die AFBG-Kosten in Schleswig-Holstein von 6,2 Millionen Euro in 2015 auf voraussichtlich 6,7 Millionen Euro pro Jahr. Die Kosten teilen sich Bund (78 %) und Land (22 %).

Nach den Worten von Bildungsministerin Ernst würden mit dem AFBG schon heute längst nicht mehr nur Meisterinnen und Meister aus Handwerk und Industrie gefördert werden, sondern auch Fachwirtinnen und Fachwirte sowie Erzieherinnen und Erzieher: „Wir freuen uns, dass das AFBG seit der Einführung 2013 so gut durch Erzieherinnen und Erzieher angenommen wird. 2015 war dies mit 508 Geförderten der mit Abstand am häufigsten geförderte Beruf in Schleswig-Holstein.“ Dazu komme der willkommene Effekt, dass durch mehr Erzieherinnen und Erzieher über bessere Betreuungsangebote auch eine höhere Erwerbsquote insbesondere bei Frauen ermöglicht werde: „Unsere Investitionen in die Ausbildungskapazitäten an den Landesfachschulen zahlen sich somit mehrfach für die Fachkräftesituation in Schleswig-Holstein aus“, so die Ministerin.

britta_ernstBritta Ernst sagte im Gespräch mit Journalisten weiter

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Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, freute sich besonders über die deutlichen Leistungsverbesserungen und darüber, dass Schleswig-Holstein „richtig Geld“ in die Hand nehme, um diese Verbesserungen zu finanzieren: „Für die jungen Gesellinnen und Gesellen im Handwerk ist die Unterstützung ein richtiger Karriereturbo. Mit dem Meisterbrief öffnen sich den Nachwuchskräften im Handwerk echte Zukunftsperspektiven, auf die sie hervorragend vorbereitet sind. Sie können sich selbständig machen und damit ihr eigener Chef werden. Wir brauchen in Schleswig-Holstein nicht nur im Handwerk Existenzgründerinnen und –gründer, aber wir brauchen mindestens genauso dringend junge Menschen, die Betriebe übernehmen.“

Dr. Michael Schack, Weiterbildungsleiter der IHK Schleswig-Holstein, betonte die Potenziale des neuen AFBG für die Rekrutierung zukünftiger Fachkräfte in der Region: „Natürlich ist es für uns eine sehr willkommene Öffnung des AFBG, wenn zum Beispiel Studienabbrecher nach drei Semestern eine geförderte Aufstiegsfortbildung zum Handelsfachwirt machen können, denn das gibt den Unternehmen ein Instrument, solche Talente in der Region zu binden und ihnen neue, berufliche Karrierewege zu eröffnen.“ Auch die Förderfähigkeit von Bachelor-Absolventen und die Wechselmöglichkeit zwischen AFBG und BAföG seien willkommene Neuerungen.

Wirtschaftsminister Meyer wies zudem auf eine Besonderheit im „echten Norden“ hin: „Besonders stolz sind wir hier in Schleswig-Holstein darauf, Berufe in der Seefahrt ausbilden und fördern zu können“, denn auch in der maritimen Wirtschaft gebe es Fachkräftebedarfe: „Wer zum Beispiel an der Fachschule für Seefahrt in Flensburg die Ausbildung zum Technischen Wachoffizier bzw. zum Nautischen Wachoffizier absolviert, hat gute Karrierechancen.“

An der Handwerkskammer Flensburg werden Elektroniker an einer Anlage für Steuerungstechnik ausgebildet

Bürokratieabbau für das Logistik-Gewerbe: Land strafft Erlasse zum Sonntagsfahrverbot für Lkw

Land und Logistikwirtschaft einigen sich auf schlankere Handhabung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für Lkw

Fehmarn

Das Verkehrsministerium Schleswig-Holstein hat im Schulterschluss mit der Logistikbranche die bisherigen Regelungen zum Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw entrümpelt und sich auf einen neuen Kompromiss verständigt. Die bislang neun bestehenden Erlasse zu diesem Thema wurden zu einem zusammengefasst, zugleich verständigten sich der Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein (UVL) und die Logistik Initiative Schleswig-Holstein (LogISH) auf klare Maßgaben für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen.

Reinhard_MeyerVerkehrsminister Reinhard Meyer sagte dazu heute  in Lübeck im Gespräch mit Journalisten

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„Wir folgen damit einem Wunsch des Transportgewerbes, das sich über zu komplizierte Regelungen und eine uneinheitliche Anwendungspraxis im Land beklagt hatte“, so Meyer weiter. Unter anderem profitiere der Fährhafen von Lübeck-Travemünde besonders von der neuen Regelung. Der Kompromiss sei ein gelungenes Beispiel für Verwaltungs-Entbürokratisierung in Schleswig-Holstein.

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Schulterschluss: UVL-Präsident Peter Boyens, Meyer, Lübecks Hafenchef Prof. Jürgens und Holger Matzen von der Logistik-Initiative SH heute am Skandikai in Travemünde

Die neue Regelung sieht unter anderem vor, dass Lkw, die während des Fahrverbotes oder am Vorabend mit einer Fähre eintreffen, künftig eine unmittelbare Weiterfahrt genehmigt bekommen können. Auch für andere Transporte können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden, wenn dies dringend geboten ist und keine alternativen Transportmöglichkeiten bestehen. Neben Ausnahmen für einzelne Fahrten sind unter bestimmten Voraussetzungen auch längerfristige Ausnahmen möglich.

Wie Meyer weiter sagte, komme das Land mit dem neuen Erlass der Logistikbranche maximal entgegen, ohne dabei das Sonntagsfahrverbot auszuhebeln: „Damit haben wir eine unbürokratische und faire Regelung im Sinne aller Beteiligten gefunden.“ Gründe für Ausnahmegenehmigungen können die Beförderung von verderblichen Lebensmitteln, von lebenden Tieren und Pflanzen oder auch von dringend benötigten Rohstoffen oder Bauteilen sein, die bei verzögertem Eintreffen zum Stillstand ganzer Produktionsanlagen führen können. Schleswig-Holstein ist aufgrund der Fahrverbindungen nach Skandinavien besonders betroffen – für viele Lkw war an Wochenenden bislang nach der ohnehin zeitraubenden Fährfahrt in Lübeck oder in Kiel Endstation.

Einen Rahmen für Ausnahmegenehmigungen hatten die Verkehrsminister der Länder bereits 2007 in einem so genannten Handlungskonzept vorgegeben. Dieses enthält beispielsweise Lockerungen für Seehafen-Anschlussverkehre. Schleswig-Holstein hatte dieses Konzept 2008 übernommen. Im Laufe der Jahre folgten dann mehrere Einzelfallregelungen und Konkretisierungen, so dass es zuletzt neun verschiedene Landes-Erlasse zum Sonntagsfahrverbot gab.

BoyensDies bestätigte auch der Unternehmensverband Logistik (UVL), der die Erlassänderung mit angestoßen hatte und sich intensiv in das Verfahren eingebracht hat. UVL-Präsident Peter Boyens sagte: „Mit der Zusammenlegung der verschiedenen Erlasse haben wir jetzt ein stückweit Planungs- und Rechtsicherheit gewonnen. Bedingt durch die Randlage Schleswig-Holsteins hatten nicht nur wir, sondern auch die gesamte Wirtschaft des Landes,  bürokratische Hürden zu überwinden, um die wichtigen Zentren wie Rhein- Main, Stuttgart oder München termingerecht zu erreichen. Das wird jetzt durch den neuen Erlass erleichtert.“

MatzenHolger Matzen, Vorstandsvorsitzender der Logistik Initiative Schleswig-Holstein, die sich ebenfalls intensiv in das Verfahren eingebracht hatte, attestiert: „Durch die gemeinsame, zielgerichtete Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten Lösungen im Interesse der gesamten Logistik-Wirtschaft gefunden werden, die zugleich den Schutz und die Interessen aller anderen Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Wir – und damit schließe ich als Vorsitzender des Arbeitskreises Logistik der IHK Schleswig-Holstein auch die Kammern mit ein – freuen uns, wenn dieser partnerschaftliche Weg gemeinsam fortgesetzt wird.“

 

Meyer und Logistikwirtschaft stellen heute neuen Erlass zum Sonntagsfahrverbot vor

10 Uhr Hafenhaus am Lübecker Skandikai: Meyer stellt neuen Erlass zum Sonntagsfahrverbot vor

Gemeinsam mit der Logistikwirtschaft hat das Land Schleswig-Holstein die Regelungen des Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen für Lastwagen überarbeitet. Künftig soll es einfacher werden, Ausnahmegenehmigungen für dringende Transporte etwa von frischen Lebensmitteln zu beantragen. 

Durch eine bessere Ausnutzung der bestehenden rechtlichen Möglichkeiten sollten nach Angaben des die Abläufe vereinfacht und verschlankt werden. Heute (10.00 Uhr) wollen Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) und Vertreter des Unternehmensverbandes Logistik in Lübeck den neuen Erlass vorstellen.

Breite Skepsis im Norden gegenüber dem Wassertourismuskonzept von Dobrindt

Dobrindts Pläne zur Einführung einer Skipper-Maut stoßen in SH auf breite Ablehnung

ohne Ueberschrift
Sportboot auf der Krückau bei Kronsnest im Kreis Pinneberg

Vor knapp zwei Jahren hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Pläne für eine Sportboot-Maut öffentlich versenkt, nun sind sie in einem neuen Gewand wieder aufgetaucht: Der CSU-Politiker plant nach einem heutigen Bericht des sh:z grundlegende Änderungen für alle kleineren Wasserstraßen in Deutschland: Sämtliche Flüsse und Kanäle, auf denen nur vorwiegend Sportboote fahren, sollen aus der bundeseigenen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) ausgegliedert und in eine neue Organisation überführt werden, an der sich auch Länder, Kommunen oder Private beteiligen können. Das „Wassertourismuskonzept“ sieht auch vor, dass die neue Einrichtung von Freizeitskippern ab 2019 Gebühren für das Befahren der Gewässer erhebt.

FokkenWirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer sagte dazu
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Insgesamt will der Bund rund 2800 Kilometer Wasserstraßen aus der WSV herauslösen – in Schleswig-Holstein sind das die Eider samt Gieselau-Kanal, die Stör im Kreis Steinburg sowie die Pinnau und Krückau im Kreis Pinneberg. Ausgegliedert werden mit den betroffenen Gewässern auch bundesweit 140 Schleusen und 120 Wehre, die laut Dobrindt alle überaltert und teuer im Unterhalt sind. Anlagen, die sehr wenig genutzt werden, will er daher sogar abreißen und renaturieren.

Vertreter nahezu aller im Landtag von Schleswig-Holstein vertretenen Parteien lehnten Dobrindts Vorstoß gestern eingellig ab.

Zwar beteuert Dobrindt, dass die jährlich zum Betrieb und Erhalt der auszugliedernden Nebenwasserstraßen nötigen 65 Millionen Euro „auch künftig überwiegend über den Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt werden“. Doch die Nutzer sollen ebenfalls zahlen. So seien künftig „von der Freizeitschifffahrt individuelle und grundsätzlich kostendeckende Befahrungsgebühren zu erheben“, so das Konzept. Konkrete Beträge werden bisher nicht genannt. Bisher zahlen die Sportbootverbände an den Bund nur eine Jahrespauschale von 77.000 Euro. Für Ruder-, Paddel-, Tret- oder kleine Segelboote soll auch künftig keine Maut fällig werden.

Auswärtsspiel an der Westküste: Landeskabinett tagt bis morgen auf Helgoland

Westküste erneut im Mittelpunkt der Landesregierung: Kabinett tagt heute und morgen auf Helgoland

Inmitten der Nordsee kommt das Landeskabinett von Ministerpräsident Torsten Albig heute zu seiner wöchentlichen Sitzung zusammen. Auf Helgoland beraten die Minister und Staatssekretäre zunächst über Vorhaben, die Deutschlands einzige Hochsee-Insel sowie Sylt, Amrum und Föhr betreffen. Geplant sind auch der Besuch eines Windparks und ein Grillabend mit Bürgern. Das Thema Energiewende und Klimaschutz steht dann am Dienstag auf der Tagesordnung. Es geht auch um die Schulpolitik. Das Land plant einen finanziellen Zuschuss für Helgoländer Schüler, die auf dem Festland das Gymnasium besuchen wollen.
Albig hob vor der Kabinettssitzung die Bedeutung der Hochsee-Insel für das Land hervor. «Helgoland ist ein ganz besonderes Kleinod und Wahrzeichen des Landes», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Als Hochsee-Insel mit einer wundervollen Natur und seiner friesisch geprägten Inselkultur ist es deutschlandweit ein Sinnbild des echten Nordens.» Sowohl als beliebtes Tourismusziel als auch als Ausgangspunkt für Offshoreaktivitäten habe Helgoland wirtschaftliche Bedeutung für Schleswig-Holstein, sagte Albig. «Das Land hat ein großes Interesse daran, dass die Menschen gut und gern auf der Insel leben.» Der Besuch des Kabinetts drücke Wertschätzung und Anerkennung für die Inselbewohner aus.

Unternehmerinnen und Unternehmer für die lange Nacht der Industrie gesucht

Meyer appelliert an Unternehmen: „Lange Nacht der Industrie“ für Fachkräfte-Nachwuchs nutzen

Stapellauf bei der FSG

Auch in diesem Jahr heißt es wieder: „Rein in die Busse, und auf zur LANGEN NACHT DER INDUSTRIE!“ Bereits zum fünften Mal findet im nördlichsten Bundesland die LANGE NACHT DER INDUSTRIE statt – in diesem Jahr erstmals landesweit! Unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer wird sie nicht mehr nur allein durch die Industrie- und Handelskammern sondern auch durch Unternehmensverbände, Wirtschaftsförderer, Gewerkschaften und Landesregierung getragen bzw. unterstützt.

Reinhard_MeyerWirtschaftsminister Reinhard Meyer sagte dazu heute im Gespräch mit Welle-Nord-Reporterin Rebecca Merholz (Audiopfeil klicken)

„Besonders solchen Unternehmen, die aufgrund ihres Geschäftsfeldes weniger im Fokus der Öffentlichkeit stehen, bietet die LANGE NACHT DER INDUSTRIE eine Erfolg versprechende Möglichkeit, um die eigene Bekanntheit zu erhöhen und sich als interessanter und attraktiver Nachbar und Arbeitgeber zu präsentieren“, erklärt Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein. „Deshalb appelliere ich an die Unternehmerinnen und Unternehmer sich möglichst zahlreich an der LANGEN NACHT DER INDUSTRIE 2016 zu beteiligen“, so Meyer weiter.

OrlemannKiels IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann sagte dazu
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Die Träger der diesjährigen Veranstaltung möchten die Wirtschaftskraft der Region bekannter machen und demonstrieren, wie viel Karriere- und Entwicklungspotenzial sie für Schüler, Studenten und Arbeitnehmer bietet. Immerhin beschränkt sich die Wirtschaft im Norden nicht nur auf Landwirtschaft, Fischerei und Schiffbau, sondern bietet eine Vielzahl spannender und zukunftsfähiger Branchen und Betriebe. Diese freuen sich über die Möglichkeit, ihre Geschäftsfelder, die Produkte und Besonderheiten gemeinsam mit den Mitarbeitern heute präsentieren zu können.

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Kiels IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater und Staatssekretär Dr. Frank Nägele bei der letzten langen Nacht der Industrie

Gedacht ist die LANGE NACHT DER INDUSTRIE für Menschen jeden Alters: Wer mehr über ein Unternehmen in der Nachbarschaft erfahren möchte, ist ebenso dabei wie Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildung. Besonders für Schüler und Studierende sind die Touren spannend, um zukünftige Arbeitsumfelder und Arbeitgeber kennenzulernen. Ansprechpartner aus Produktions- und Personalabteilungen stehen für Gespräche zur Verfügung.

Am frühen Abend des 17. November 2016 ist es dann wieder soweit: An verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein werden zeitgleich die Busse mit den „Nachtschwärmern“ starten. Die Passagiere werden zu jeweils zwei Unternehmen pro gebuchter Tour fahren. Die Touren sind auch diesmal wieder ab 14 Jahren möglich und für die Teilnehmer kostenfrei. In zweimal 100 Minuten werden dabei neue und immer spannende Einblicke gewährt. Vom Mittelständler bis zum Weltkonzern, von der bekannten Marke bis zum „Hidden Champion“: Jeder kann mitmachen! Was gezeigt wird und womit sich das Unternehmen präsentiert, ist dabei jedem freigestellt. Seit 2012 haben über 1.800 Teilnehmer an rund 90 Betriebsbesichtigungen teilgenommen und so einen Blick hinter die Kulissen der schleswig-holsteinischen Industrie werfen können.

Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein weiter stark im Aufwind

SH-Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand in einem Juni seit 1993

Landesgartenschau

«Der Arbeitsmarkt profitiert primär von der ausgesprochen guten konjunkturellen Lage und dem positiven Konjunkturklima», sagte heute die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann, bei der Vorstellung des aktuellen Arbeitsmarktberichts.

Ende Juni waren im nördlichsten Bundesland 90 500 Menschen ohne festen Job und damit 3,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang zum Mai des laufenden Jahres beläuft sich auf 3,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 6,0 Prozent, nach 6,2 Prozent vor einem Jahr. Unter den Kreisen ist die Quote in Stormarn mit 3,5 Prozent am niedrigsten und in Dithmarschen mit 6,6 Prozent am höchsten. Bei den kreisfreien Städten steht Flensburg mit 8,6 Prozent am besten da und Kiel mit 9,4 Prozent am schlechtesten.

Wegen der gestiegenen Zahl von Asylbewerbern nahm die Ausländerarbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich deutlich zu. Derzeit sind 15 000 Ausländer arbeitslos gemeldet und damit 2200 mehr als im Juni vergangenen Jahres. Die Ausländerarbeitslosenquote beträgt gegenwärtig 18,4 Prozent.

«Eines der zentralen Themen auf dem Arbeitsmarkt bleibt die Integration von Flüchtlingen mit gesicherter Bleiberechtsperspektive», sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. «Wir haben großes Interesse an der Eingliederung der vor Krieg und Terror geflüchteten Menschen und bieten ihnen über Qualifikationsmaßnahmen eine Perspektive in Schleswig-Holstein.» Dafür stellen Bundesagentur und Landesregierung für 1500 bis 1600 Teilnehmerplätze in diesem Jahr bis zu sechs Millionen Euro bereit.

Wie Meyer weiter sagte, hätten Land und Bundesagentur  das Programm Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung (BÜFAA.SH) aufgelegt. In der ersten Förderrunde dieses Jaahres würden dafür für 1.500 bis 1.600 Teilnehmerplätze bis zu sechs Millionen Euro bereit gestellt, um Asylbewerber und Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge auf eine Einstiegsqualifizierung, eine Berufsausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorzubereiten.

Insgesamt positiv hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften entwickelt. Seit Jahresbeginn wurden 37 500 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gemeldet und damit 7,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 2,8 Prozent auf 935 600. Besonders im Gesundheits- und Sozialwesen, bei unternehmensnahen Dienstleistungen, im Handel, auf dem Bau und im Gastgewerbe entstanden neue Jobs. Zurückgegangen ist auch die Langzeitarbeitslosigkeit, von der aber immer noch 35 000 Menschen betroffen sind.

Auch der DGB Nord freute sich über die robuste Verfassung des Arbeitsmarktes. Die gute Konjunktur werde zu zwei Dritteln von der Binnennachfrage getragen, was auch auf den gesetzlichen Mindestlohn zurückzuführen sei, sagte der Landesvorsitzende Uwe Polkaehn. «Insgesamt haben 128 000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein etwas vom Mindestlohn.» Die bisherigen Untersuchungen zeigten, dass der Mindestlohn keine negativen Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen habe.

Über 400 Gäste bei der Einweihung des Teilchenbeschleunigers XFEL in Schenefeld

Perle der Teilchen-Forschung: European XFEL weiht Hauptgebäude in Schenefeld ein

Massimo Altarelli leitet das feierliche Durchschneiden des roten Bandes zur Einweihung des Hauptgebäudes von European XFEL in SchenefeldMassimo Altarelli leads the ribbon cutting for the headquarters building at the European XFEL research campus in Schene
Durchschneiden des roten Bandes zur Einweihung des Hauptgebäudes. Von links: Christiane Küchenhof, Reinhard Meyer, Katharina Fegebank, Prof. Dr. Massimo Altarelli, Prof. Dr. Ludmila Ogorodova, Prof. Dr. Martin Meedom Nielsen, and Dr. Beatrix Vierkorn-Rudolph

European XFEL – eine internationale Röntgenlaseranlage, die 2017 in Betrieb gehen wird – erreichte gestern einen wichtigen Meilenstein: die Einweihung des neuen Hauptgebäudes in Schenefeld. Rund 400 Gäste, aus Politik, Verwaltung und diplomatischem Korps, dem European XFEL Council sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von European XFEL und DESY, dem größten Gesellschafter und engen Kooperationspartner von European XFEL, feierten das Ereignis auf dem neuen Forschungscampus.

Mit der Einweihung des Hauptgebäudes sind die Bauarbeiten auf dem Campus der neuen Forschungsanlage zum großen Teil abgeschlossen. Das Gebäude bietet Arbeitsplätze für etwa 300 Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Verwaltungsangestellte von European XFEL sowie für die Gäste des Forschungszentrums, ebenso wie verschiedene Labors, unter anderem zur Probenvorbereitung. Ab 2017 werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Schenefeld reisen, um mit den intensiven, ultrakurzen Röntgenblitzen des European XFEL extrem schnelle Prozesse, winzige Strukturen und extreme Materiezustände zu erforschen.

Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein während der Einweihung des European XFEL-Hauptgebäudes
Reinhard Meyer, Minister of Economic Affairs, Employment, Transport, and Technology of the State oWirtschafts- und Technologieminister Reinhard Meyer sagte: „Für unser Land eröffnet sich mit der heutigen Einweihung des Hauptgebäudes eine Riesenchance. Europäische Spitzenforschung hat hier in Norddeutschland, in Hamburg und Schleswig-Holstein, ein neues Zuhause gefunden. Wir freuen uns auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die hier nun einzigartige neue Arbeitsmöglichkeiten vorfinden werden. Wir hoffen, dass diese Anlage nicht nur die Grenze zwischen zwei Bundesländern überwindet, sondern zu einem Ort wird, an dem Wissenschaft als eine völkerverbindende, weltweite Gemeinschaft gelebt wird.“

Hier ein Bericht aus dem „Hamburger Abendblatt“zum Artikel

Ende der Bettensteuer in Flensburg – ab 2017 kommt die Tourismusabgabe 

Flensburg führt ab Januar 2017 Tourismusabgabe ein – Bettensteuer fällt weg

Flensburg verlangt vom 1. Januar 2017 an eine Tourismusabgabe von den Unternehmern in der Stadt. «Wir haben Fehlbeträge von 60 Millionen Euro und müssen uns Gedanken machen, wie wir Belastungen gerecht verteilen können», sagte Finanzbürgermeister Henning Brüggemann. Mit der Abgabe sollen diejenigen, die vom Tourismus profitieren, sich stärker an den Kosten etwa für städtische Museen beteiligen. Im kommenden Jahr will der zuvor von der Landesregierung anerkannte Tourismusort Flensburg so rund 850 000 Euro einnehmen. Die seit 2013 bestehende Bettensteuer mit einem Umfang von rund 300 000 Euro fällt dafür weg.

Für die Erhebung der Tourismusabgabe hat die Verwaltung nun einen Fragebogen für sämtliche rund 6500 Betriebe erarbeitet. Damit will die Stadt den Umsatz der Firmen abfragen und anschließend die Abgabensätze festlegen.

Wie teuer die Abgabe die einzelnen Unternehmer zu stehen kommt, ist noch offen: Außer auf den nun abgefragten Umsatz der Unternehmen kommt es in einem von der Stadt noch nicht abschließend festgelegten Vorteilssatz auch darauf an, wie sehr ein Betrieb von Touristen profitiert – eine Eisdiele am Hafen wird mehr zahlen müssen als ein Zahnarzt in einem Wohngebiet. «Je gerechter wir das System machen, desto komplexer und undurchsichtiger ist es», räumte Brüggemann ein.

Kritik an der Tourismusabgabe, mit der die Landesregierung 2014 die bis dahin gültige Fremdenverkehrsabgabe ablöste und auch für Städte wie Kiel, Lübeck oder Flensburg öffnete, kommt von Flensburger Händlern. Der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Flensburger Gilde, Jens Drews, fürchtet etwa «erhebliche Belastungen für die Kaufmannschaft», die häufig eh schon eine hohe Pacht zu zahlen habe.

Bei der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg sieht man die etwa auch in Lübeck geplante Abgabe gelassener: «Anders als die Bettensteuer ist sie ausdifferenzierter und zweckgebunden», sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Dirk Nicolaisen.