Es war eine zweifellos aufgewühlte, aber dennoch sehr sachlich und auf Dialog gerichtete Atmosphäre: Der dritte Bahngipfel in der Niebüller Friedrich Paulsen Schule mit rund 400 Gästen hat zum Beginn der Woche einmal mehr gezeigt – es läuft weiterhin nicht gut auf der Marschbahn-Strecke zwischen Niebüll und Westerland.
Was auch Verkehrsminister Bernd Buchholz frustriert, denn er sagt: Zum Jahresbeginn war die DB-Regio hinsichtlich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit schon einmal deutlich besser. Und: Mindestens 80 Prozent Pünktlichkeit müssen trotz der laufenden Sanierungsarbeiten drin sein. Seine „Meldung der Woche“ – Video starten:
Lübecks IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning (links) und IHK-Präsidentin Friederike C. Kühn (Mitte) führen Buchholz heute durch Betriebe im Osten des Landes – hier bei Niederegger in Lübeck mit Firmenchefin Antonie Strait (3.v.l.) und Seniorchef Holger Strait (3.v.r.)
Ob bei der Herstellung von Pralinen, komplexen Maschinen oder Autoschildern: Die Digitalisierung gibt stets den Takt und am Ende auch einen Teil des Erfolgs vor. Das gilt für Dax-Konzerne ebenso wie für den Mittelstand. Wie die Betriebe sich dabei aufgestellt haben, und wo vielleicht dennoch der Schuh drückt – das ist ein Thema der heutigen Tour durch Betriebe von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz auf Einladung der IHK’en Lübeck und Schwerin.
Neben einem Besuch des Lübecker Familienunternehmens Niederegger kommen der Minister, IHK-Präsidentin Friederike C. Kühn und der Lübecker IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning auch mit den Geschäftsleitungen der Firmen „Nordischer Maschinenbau Rudolf Baader“ sowie der Kroschke-Gruppe in Ahrensburg ins Gespräch.
Frischer Glanz für die Seebrücke Grömitz: Um das 35 Jahre alte Bauwerk der Ostseegemeinde zu erweitern und zu modernisieren, hat Tourismusminister Bernd Buchholz soeben einen Förderbescheid über 1,04 Millionen Euro an Bürgermeister Mark Burmeister übergeben. „Mit diesem Beitrag unterstützt das Land die Gemeinde Grömitz bei ihrer Weiterentwicklung hin zu einer Ganzjahresdestination für Gäste“, sagte Buchholz bei einem Ortstermin. Das Geld stammt aus dem Landesprogramm Wirtschaft.
Auf der 35 Jahre alten Seebrücke v.l.: Grömitz‘ Bürgermeister Mark Burmeister, Bürgervorsteher Heinz Bäker, Buchholz, Janina Kononov und Lars Widder von der Grömitz-Touristik
Hintergrund: Grömitz will seine im Jahr 1984 errichtete, 400 Meter lange Seebrücke erweitern und attraktiver machen. So sollen unter anderem neue Geländer sowie zeitgemäße Stilelemente und zwei zusätzlichen Aufenthalts-Plattformen für mehr Erlebnisqualität sorgen. Zugleich wird ein energiesparendes LED-Beleuchtungssystem eingebaut, das auch im Rahmen von Veranstaltungen wie dem „Lichtermeer“ eingesetzt werden kann.
Buchholz sagte bei der Bescheidübergabe – Audio starten – „im Browser anhören“:
„All diese kleinen Bausteine tragen dazu bei, dass dieser boomende Ort nicht nur in der Sommer-Hochsaison attraktiv bleibt und für eine gute Auslastung des Tourismusgewerbes vor Ort sorgt“, so Buchholz. „Eine modernisierte Brücke wird ein lohnender Ganzjahres-Blickfang.“
Bürgermeister Burmeister erläutert Minister Buchholz die Modernisierungspläne
Grömitz Bürgermeister Burmeister unterstrich: “Unsere Seebrücke gilt als Anlaufpunkt eines jeden Besuchers, ein Spaziergang über der Ostsee ist zu jeder Jahreszeit ,Pflicht‘. Durch die Erweiterungen wird der Besuch der Brücke für Gäste zu einem ganz neuen Erlebnis. Ohne die touristischen Förderungen wären solche Großprojekte für unsere Gemeinde nicht umsetzbar.“ Auch aus Sicht von Janina Kononov und Lars Widder, Betriebsleiter des Tourismus-Service Grömitz, ist das Geld gut angelegt: „Wir arbeiten stetig daran, Grömitz zu einer hochwertigen Ganzjahresdestination weiterzuentwickeln. Die Neuerungen auf der Brücke, insbesondere das neue Beleuchtungssystem, sind hierfür ein wichtiger Beitrag und ermöglichen es uns, das Zentrum der Promenade in den Wintermonaten zu einem echten Besuchermagnet und Fotomotiv zu entwickeln“, so Kononov.
Die geplanten Aufenthalts-Plattformen – eine im Westteil für die Zielgruppe der Ruhesuchenden „Best Ager“, eine im Ostteil für die Zielgruppe „Familien“ – werden laut Widder künftig barrierefrei zugänglich sein und verfügen über drehbare Sitzmöbel, Liegen und Sitzterrassen. Widder: „Ein DLRG-Turm und ein Bootsliegeplatz für die Badeaufsicht, Kletternetze und Spielgeräte für Kinder und Jugendliche runden das Vorhaben ab.“
Laut Bürgermeister Burmeister zählt Grömitz aktuell 1,65 Millionen Übernachtungsgäste, verfügt über 14.500 Gästebetten und erwirtschaftet einen touristischen Bruttoumsatz von 225 Millionen Euro pro Jahr.
Buchholz (2.v.l.) bei seinem Rundgang – hier mit MCN-Chef Wiese (Mitte) am Stand des Maritimen Clusters Norddeutschland
Neue Produkte und Dienstleistungen der maritimen Branche stehen noch bis morgen im Mittelpunkt der Fachmesse «Meer Kontakte» in Kiel. «Die maritime Wirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland», sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. «Ich bin überzeugt, nur mit unternehmerischen Kooperationen und politischen Schulterschlüssen, insbesondere über Ländergrenzen hinweg, wird dieser Wirtschaftssektor auch in Zukunft gut aufgestellt sein.»
Am Ostseekai stellen 81 Firmen, Verbände, Vereine und andere maritime Institutionen aus Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, den Niederlanden, Litauen und Österreich aus. Gastgeber ist das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN).
Zur Messe-Eröffnung sagte Buchholz (Audio starten)
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums beschäftigen die gut 1800 Unternehmen der Branche in Schleswig-Holstein zusammen mehr als 45 000 Menschen. Sie erwirtschaften demnach jährlich rund 9,2 Milliarden Euro. In Norddeutschland arbeiten insgesamt knapp 380 000 Beschäftigte in der maritimen Wirtschaft.
Zulieferbetriebe der Branche seien bundesweit tätig, sagte Buchholz. Dieser Industriezweig werde geprägt durch eine moderne, vielfach auf Hochtechnologie-Produkte spezialisierte Schiffbau- und Schiffbauzulieferindustrie. «Durch Kooperationen und Allianzen können kleine und mittlere Unternehmen in der globalisierten maritimen Wirtschaft ihre Marktposition behaupten und ausbauen.» Die Messe in Kiel sei Chance zur Vernetzung etwa mit internationalen Start-ups.
Buchholz mit Vertretern der NAH.SH und der Deutschen Bahn AG auf dem Podium
Um die nach wie vor prekäre Lage auf der Marschbahn-Strecke zwischen Niebüll und Westerland zu verbessern, hat Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) einen „Bahnfrieden“ zwischen den konkurrierenden Eisenbahn-Unternehmen im Netz West angemahnt. Zugleich forderte er die Deutsche Bahn AG auf, ihren „Sylt-Shuttle-Plus“ einzustellen.
„Wenn die DB auf diesen aus rein markttaktischen Erwägungen eingesetzten Geisterzug zumindest vorübergehend verzichten würde, dann gäbe es deutlich mehr Spielraum, um die angespannte Lage auf der Strecke zumindest ein wenig zu entspannen“, sagte Buchholz am Abend vor rund 400 Gästen des dritten „Bahngipfels“ des Kreises Nordfriesland in Niebüll. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass kein anderes Bahn-Unternehmen – etwa der „blaue Autozug“ von RDC – die entstehende Lücke für ein eigenes Angebot ausnutze. Er bot an, hierüber gemeinsam mit den Vertretern der Bahn-Unternehmen ein Gespräch mit der zuständigen Bundesnetzagentur zu führen.
Bei einer lebhaften Diskussion mit Vertretern der DB-Regio, der Sylter Pendlerinitiative, Sylter Geschäftsleuten und Kommunalpolitikern bot Buchholz der DB AG außerdem an, das vom Land wegen der Schlecht-Leistungen auf der Strecke seit 2018 einbehaltene Geld für Verbesserungen des Angebots einzusetzen. Insgesamt hat das Land mittlerweile 8 Millionen Euro an Maluszahlungen erhoben – rund vier Millionen Euro über reguläre Vertragsstrafen und 3,8 Millionen durch Sondermalus-Zahlungen. Davon wurden bislang 1,8 Millionen Euro an die betroffenen Pendler erstattet.
Sein Unterstützungs-Angebot an die Bahn richtete Buchholz sowohl auf die Beschleunigung der Planungen des zweigleisigen Ausbaus der Strecke als auch auf eine Verbesserung des eingesetzten Zugmaterials. Er erinnerte gleichzeitig daran, dass durch intensive Gespräche mit dem Bund während der letzten zwei Jahre entgegen vieler Befürchtungen die Weichen dafür gestellt wurden, dass der zweigleisige Ausbau der Strecke Niebüll-Klanxbüll in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wurde. „Der Ausbau wird also kommen. Und wir versuchen aktuell einen Weg auszuloten, das Projekt schneller zu verwirklichen als über ein sonst übliches Planfeststellungsverfahren“, sagte der Minister. Er gab außerdem bekannt, dass DB-Vorstandschef Richard Lutz im kommenden Jahr gemeinsam mit ihm die Marschbahn-Strecke besuchen und mit Pendlern ins Gespräch kommen werde.
Mit Blick auf die seit Frühjahr wieder sinkenden Pünktlichkeitswerte – vertraglich vereinbart sind 93 Prozent – machte Buchholz auch klar, dass er erneut nicht zögern werde, wieder Sondermalus-Zahlungen zu verhängen. Aktuell schwankt die Pünktlichkeitsquote auf der Strecke zwischen 68 und 57 Prozent. Der Minister erinnerte aber auch daran, dass gegenüber März 2018, als die Pünktlichkeit bei 49 Prozent lag, eine spürbare Verbesserung eingetreten sei. „Es ist zweifellos viel nach vorn gegangen, aber es ist immer noch deutlich zu viel Luft nach oben“, so der Minister. Darum wäre es „völlig inakzeptabel“, wenn die DB Regio nicht alles an Material einsetze, was zu Verfügung stehe.
Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz direkt nach der Diskussionsrunde (Audio starten – „im Browser anhören“)
Die Kreisverwaltung hielt zum Abschluss der gut dreistündigen Diskussion folgende Fazit-Punkte des Abends fest:
Bauphase
Mobile Tankwagen zur Treibstoffversorgung auf Sylt
Busbestellung Schienenersatzverkehr wird nach tatsächlichem Bedarf geplant
Baustellenfahrpläne nicht mit Busverkehr auf Sylt abgestimmt, hier sollen Gespräche geführt werden, ob die Busfahrplan angepasst werden kann.
Grundsätzlich
Ausreichend Personal wurde mittlerweile rekrutiert
4-er Wagen Parks werden reduziert und dafür vermehrt 6-er Wagen Parks eingesetzt und zwar passgenau nach Fahrgastzahlen
DB Regio verspricht weiterhin alle Reserve-Loks vorzuhalten
In Westerland Ankunft und Abfahrt am gleichen Gleis, damit kein Rangieren mehr nötig
Technisch nun Ein-Mann Betrieb möglich, so dass Betrieb auch ohne Zugbegleiter durchführbar wäre, auch wenn weiterhin mit Zugbegleitern gefahren wird.
Land möchte sich mit allen Beteiligten auch mit Autozug-Betreibern zusammen setzen. Ziel: nach den Baumaßnahmen im November eine Trasse rauszunehmen, um mehr Stabilität zu erreichen (Am Besten den SyltShuttlePlus)
Mit Bundesnetzagentur soll geklärt werden, dass diese Trasse auch nicht mehr belegt wird.
Land setzt sich bei Bund für gesetzliche Änderung ein, damit die Zweigleisigkeit schneller kommt
Land wird im kommenden Jahr einen öffentlichen Termin mit dem DB-Vorstandsvorsitzenden Lutz hier in der Region zur Marschbahn durchführen
Zum Hintergrund des von Buchholz angemahnten Bahnfriedens: „Sylt Shuttle Plus“ heißt ein Zug-Angebot der DB, dessen eigentliches Ziel es ist, Autozüge der Konkurrenz zu blockieren. Seit 2015 pendelt dieser Zusatzzug im Stundentakt zwischen Westerland und Bredstedt, meistens mit nicht mehr als zwei oder drei Fahrgästen. Der Kniff: Die beiden Waggons werden in Niebüll nach kurzem Rangieren an den eigentlichen Sylt Shuttle, den Autozug über den Hindenburgdamm, angekoppelt. So wird aus dem Autozug offiziell ein Personenzug. Personenzüge wiederum haben bei dem bürokratischen Vergabeverfahren, das Zahl und Betreiber der lukrativen Zugverbindungen nach Sylt regelt, Vorrang. Egal, ob jemand ihn nutzt oder nicht. Ergebnis des Rangiermanövers: die Autozüge der DB haben bei der Vergabe der Gleisnutzung einen Vorteil gegenüber dem privaten Autozug-Konkurrenten RDC.
Von der DB: Michael Körber und Torsten Reh – hier zusammen mit Verkehrsminister Buchholz auf dem Podium in Niebüll
In wenigen Minuten live auf Facebook: Ein paar Eindrücke vom 3. Bahngipfel in Niebüll zur aktuellen Situation auf der Marschbahnstrecke Niebüll-Westerland. Der Kreis Nordfriesland hat dazu heute Abend in die Friedrich-Paulsen-Schule eingeladen.
Anlass ist die immer noch unbefriedigende Situation auf der Marschbahn. Trotz erheblicher Anstrengungen der Deutschen Bahn prägten Betriebsstörungen, Fahrzeugausfälle und teilweise erhebliche Verspätungen weiterhin das Bild, schreibt der Kreis in seiner Einladung.
Über die Gründe und mögliche Gegenmaßnahmen diskutieren beim Bahn-Gipfel in Niebüll Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz, Torsten Reh (DB Regio SH), Michael Körber (DB Netz AG), Burkhard Schulze (NAH.SH), Achim Bonnichsen (Pendlerinitiative), Moritz Luft (Sylt Marketing), Karl Max Hellner (Verein Sylter Unternehmer) und Burkhard Jansen vom gastgebenden Kreis Nordfriesland. Die Moderation übernimmt Landrat Florian Lorenzen.
Agenturchef Detmar Karpinski und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz
Die Hamburger Werbeagentur KNSKB+ hat im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung um das Standortmarketing Schleswig-Holstein ihren bisherigen Vertrag verteidigt und den Zuschlag für drei weitere Jahre erhalten. Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP) und Agentur-Geschäftsführer Detmar Karpinski unterzeichneten gestern den Vertrag, dem ein Etat von rund 4,4 Millionen Euro zugrunde liegt.
Die Hamburger Werbeexperten um Karpinski und den ehemaligen „Woche“-Herausgeber Manfred Bissinger verantworten damit auch künftig das Standortmarketing der Landesdachmarke Schleswig-Holstein. Der echte Norden. „Damit werden wir Schleswig-Holstein erstmals auch außerhalb der Landesgrenzen offensiv als dynamischen Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandort positionieren“, sagte Buchholz. Der Auftrag umfasst spezifische Kampagnen, in denen ab Frühjahr 2020 vor allem die drei Hauptzielgruppen Fachkräfte, Gründer und Gründerinnen sowie Unternehmen und Investoren angesprochen werden.
Zentrales Kommunikationsmittel bleibt die Kampagnenwebsite www.der-echte-norden.info auf der künftige Kampagnen weiterhin zusammenlaufen. Die Mediaplanung übernimmt im Unterauftrag von KNSKB+ die Werbeagentur „pilot Hamburg“.
„Die Beteiligung der Agentur KNSKB+hat uns sehr gefreut, denn ihr Engagement und die Leidenschaft für ´den echten Norden´ ist deutlich erkennbar. Wir trauen dem Team den systematischen Werbe-Schritt raus aus Schleswig-Holstein ebenso zu wie die Positionierung unseres Landes als dynamischen, modernen und attraktiven Wirtschaftsstandort“, sagte Buchholz.
Die Hamburger Agentur hält den Vertrag bereits seit 2015. Zuletzt standen in der Kampagne für das Wirtschaftsministerium Auszubildende und Berufsanfänger im Mittelpunkt. Unter dem Hashtag #bleiboben wurde die junge Zielgruppe auf allen Kanälen über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Region informiert, um sie für ein Karriere im „echten Norden“ zu begeistern.
Nach einer monatelangen zermürbenden Hängepartie gibt es eine Lösung für den größten Teil des insolventen Windanlagen-Bauers Senvion. Für fast 900 Beschäftigte in Deutschland geht es allerdings wohl erst einmal in Beschäftigungsgesellschaften weiter.
Der Verkauf von Teilen des insolventen Windanlagenbauers Senvion an den deutsch-spanischen Konkurrenten Siemens Gamesa ist perfekt. Der Vertrag zur Übernahme wesentlicher Teile des europäischen Dienstleistungsgeschäfts für Windanlagen an Land sowie die Rotorblattfertigung im portugiesischen Vagos wurde unterzeichnet, wie die Unternehmen heute mitteilten. Durch den Verkauf würden rund 2000 Arbeitsplätze gesichert, was 60 Prozent der Stellen bedeute, erklärte Senvion. In Deutschland fallen fast 900 der noch verbliebenen rund 1400 Arbeitsplätze weg.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister bezeichnete den Verkauf zwar als „nach wie vor bittere Pille“ für den Windenergiestandort Schleswig-Holstein, doch immerhin hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun Sicherheit – auch wenn noch nicht alles restlos in trockenen Tüchern sei.
Buchholz sagte weiter – Audio starten („im Browser anhören“)
Die IG Metall Küste begrüßte den Abschluss der Verhandlungen, der eigentlich bereits vor mehr als drei Wochen erwartet worden war. «Mit der Übernahme des Service-Geschäfts durch Siemens Gamesa zeichnet sich immerhin für etwa 500 Beschäftige in Deutschland eine langfristige Perspektive ab», sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Die tariflichen Arbeitsbedingungen blieben erhalten. «Trotzdem ist es schmerzhaft zu sehen, wie mit Senvion ein Pionier der Windkraftbranche mit eigener Produktion und Konstruktion in Deutschland vom Markt verschwindet und hunderte Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren.»
Bereits zum 1. Oktober sind 270 Senvion-Mitarbeiter in Transfergesellschaften gewechselt. Die Gewerkschaft erwartet, dass diese Lösung auch für etwa 600 weitere Beschäftigte ermöglicht wird, die in den nächsten Monaten von Kündigung bedroht sind. Das steht noch unter Finanzierungsvorbehalt. Sie werden mit Mitteln der Arbeitsagentur und des Unternehmens für neue Aufgaben in anderen Betrieben qualifiziert. Mit den Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Kiel laufen Gespräche über mögliche weitere Mittel, damit die Transfergesellschaften länger als vier Monate arbeiten können.
Eine grundsätzliche Vereinbarung war bereits Mitte September getroffen worden, der Gläubigerausschuss von Senvion stimmte vor einigen Tagen zu. Für einige Geschäftsbereiche, etwa für die Aktivitäten in Indien und das außereuropäische Service-Geschäft, laufen weitere Verhandlungen mit potenziellen Investoren.
Den Preis bezifferte Siemens Gamesa auf 200 Millionen Euro. Durch die Übernahme einer Serviceflotte mit 8,9 Gigawatt erhöhe sich die von Siemens Gamesa gewartete Turbinenleistung an Land auf insgesamt nahezu 69 Gigawatt, teilte die Siemens-Tochter mit. Siemens Gamesa will die Transaktion in der ersten Hälfte des neuen Geschäftsjahres 2019/20 abschließen, die bis Ende März 2020 läuft.
Auch wenn er sich zweifellos gewünscht hätte, dass im echten Norden möglichst schnell wasserstoffgetriebene Züge zum Einsatz kommen, so ist es für Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) trotzdem ein riesiger Schritt in Richtung Verkehrswende: Zusammen mit Vertretern der Schweizer Firma Stadler unterzeichnete er am Montag einen Vertrag über 55 akkubetriebene Triebzüge. Der Auftragswert beträgt 600 Millionen Euro. Das Unternehmen soll die Züge ab Ende 2022 liefern – und sie dann 30 Jahre instand halten. Für Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten…
Die Tourismusbranche in Schleswig-Holstein wächst weiter: Mit mehr als 5,5 Millionen Übernachtungen und mehr als 1,1 Millionen Gäste im August 2019 setzte die Branche ihren Wachstumskurs fort. „Schleswig-Holstein als Sommerurlaubsziel wird immer beliebter. Es ist großartig, dass immer mehr Urlauber ihre wichtigsten Wochen des Jahres hier bei uns verbringen. Dabei wird auch das Binnenland zunehmend entdeckt, was mich besonders freut“, sagte Minister Dr. Buchholz. Im August hat die Steigerung der Ankunfts- und Übernachtungszahlen die Werte der Region Nordsee übertroffen. „Das Binnenland hat großes Potenzial, was verstärkt wahrgenommen wird. Das entspricht den von uns verfolgten Zielen.“
Nach den heute veröffentlichten Daten des Statistikamts Nord stieg im August 2019 in den Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten die Zahl der gebuchten Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,2 Prozent. Das Gästeaufkommen in Schleswig-Holstein stieg um 5,5 Prozent. Zum Vergleich: Die Bundesstatistik weist einen Zuwachs von 3,4 % bei den Übernachtungszahlen für August 2019 auf.
„Das positive Ergebnis für den Schleswig-Holstein-Tourismus im August ist sehr erfreulich, gerade weil dieser Hochsommermonat stets zu den besucherstärksten gehört und sehr wichtig für das Geschäft insgesamt ist „, erläuterte Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TA.SH). Die Ferienzeit der für den echten Norden wichtigen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg fiel nahezu komplett in den August. Und trotz des eher unbeständigen nordischen Sommerwetters haben die meisten Gäste ihre Reise auch angetreten.“
Laut Deutschem Wetterdienst war Schleswig-Holstein im August ein verhältnismäßig nasses Bundesland mit fast 70 l/m² Regen und neben Bayern das kühlste mit nur 18,3 °C. „Es bleibt abzuwarten, wie sich die Buchungen für den Rest des Jahres sowie für 2020 entwickeln. Wir dürfen in unseren Anstrengungen, ganz Schleswig-Holstein im gesamten Jahr als attraktiven Urlaubs- und Tagungsstandort gemeinsam zu vermarkten, nicht nachlassen“, warnte Bunge abschließend
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus