Hafen Kiel: Mit Landstrom zu einer besseren Ökobilanz und einer höheren Kundenakzeptanz

Die AIDA cara liegt im Kieler Hafen
Erkennungszeichen Kussmund: Ein Kreuzfahrtschiff der AIDA-Flotte im Kieler Hafen

Ein Landstrom-Anschluss im Kieler Hafen soll die Umweltbilanz der Kreuzfahrtschifffahrt von und nach Schleswig-Holstein verbessern. Spitzenvertreter von Land, Stadt, Hafen und der Reederei Aida Cruises unterzeichneten heute eine entsprechende Absichtserklärung.  Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte, der «ökologische Fußabdruck der Schiffe wird zunehmend auch das Buchungsverhalten der Gäste beeinflussen». Und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ergänzte: «Für die Akzeptanz der Kreuzfahrtschiffe in Kiel ist es wichtig, dass sich auch andere Reedereien noch stärker den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit widmen.»

Die Kosten für die Landstromanlage betragen neun bis zehn Millionen Euro. Die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP will das Projekt unterstützen. «Wir wollen als Land unseren Beitrag leisten», sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Die Regierung habe angesichts der Bedeutung des Kreuzfahrttourismus für den Norden «großes Interesse, dass das Projekt erfolgreich wird».

Nach Ansicht von Buchholz kommt der Reederei Aida-Cruises dabei eine Vorreiterrolle zu. Deren Neubauten wie die «Aidaprima», die im kommenden Jahr auch Kiel anlaufen soll, verfügen bereits über Flüssiggas-betriebene Stromerzeuger.

Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Buchholz weiter (Video starten)

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Bereits im kommenden Jahr sollen die beiden Schiffe «Aidabella» und «Aidaluna» während der Liegezeiten im Kieler Hafen von Land aus mit Strom versorgt werden. Sie erhalten Landstrom-Anschlüsse. «Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Form der Zusammenarbeit auch auf andere Häfen in Deutschland und Europa eine Signalwirkung haben wird», sagte der Chef der Costa Gruppe & Carnival Asia, Michael Thamm, zu der auch die Reederei Aida Cruises gehört. Die Umrüstungskosten bezifferte Thamm mit zwei Millionen Euro pro Schiff. Der Landstrom sei mehr als doppelt so teuer wie die Versorgung mit Hilfe der Schiffsdiesel.

Seehafen-Chef Dirk Claus sagte, «Aida Cruises wird die Landstrom-Anlage in Kiel mit etwa 40 Anläufen im Jahr nutzen». Nach derzeitigem Anmeldestand seien im kommenden Jahr fast 50 Prozent aller Anläufe im Kieler Hafen emissionsfrei (Landstrom) beziehungsweise fast emissionsfrei (Flüssiggas).

In der bereits gestarteten Saison werden 32 verschiedene Kreuzfahrtschiffe den Kieler Hafen 166 mal anfahren und etwa 600 000 Passagiere an Bord haben. Dies wären 17 Prozent mehr als im vergangenen Jahr (514 000). Auch Hamburg setzt auf Landstrom. In Hamburg-Altona arbeitet seit dem vergangenen Jahr eine Landstrom-Anlage im Regelbetrieb.

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Buchholz (links) und Ministerpräsident Daniel Günther (rechts) mit Hafenchef Dirk Claus (Mitte) und Reederei-Chefs bei der Pressekonferenz an Bord der AIDA-luna

LBV-SH packt Projekte für 70 Millionen in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde an

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Verkehrsminister Buchholz mit der Plöner Bundestagsabgeordneten Melanie Bernstein bei der Freigabe eines A-21-Teilstücks im letzten Dezember bei Stolpe

In den kommenden Wochen beginnt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV-SH)  an vielen Stellen in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön mit einem großangelegten Programm der Erhaltungsarbeiten an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Für die anstehenden Bauvorhaben investieren Bund, Land und Kreise allein dieses Jahr rund 59 Millionen Euro in die Sanierung. Weitere gut zwölf Millionen Euro gehen zudem in die Erneuerung der Brückeninfrastruktur in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön.

Das gaben heute in Kiel Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und der zuständige LBV-SH-Niederlassungsleiter Matthias Paraknewitz bekannt. „Anders, als gerade gestern von der SPD vorgeschlagen und jahrelang praktiziert, arbeiten wir nicht mehr nach dem Motto: Statt langfristig zu planen,  investieren wir immer nur dann, wenn zufällig etwas Geld da ist. Sondern wir geben der Bauindustrie Planungssicherheit“, sagte Buchholz.  Durch die vom Land erheblich aufgestockten Sanierungsmittel und Sondervermögen habe die Bauwirtschaft einen verlässlichen Anhaltspunkt, um Kapazitäten aufzubauen. „Das wird sich in den nächsten Jahren durch einen deutlich besseren Zustand des Straßennetzes im Land auch sichtbar auszahlen“, sagte Buchholz.

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Paraknewitz (Mitte) mit Bundes-Staatssekretär Enak Ferlemann

Nach den Worten von Paraknewitz sei deutlich spürbar, dass die Fördermittel des Landes im Straßenbau angekommen seien. „Wir haben nun ein strammes Programm vor uns“, betont der für die beiden Kreise zuständige LBV-Niederlassungsleiter. „Alle Baustellen seien dabei o weit wie möglich zeitlich aufeinander abgestimmt, so dass der verlagerte Verkehr nicht in der nächsten Baustelle lande.  Paraknewitz: „Viele Dinge werden bei der Koordinierung beachtet, etwa die Erreichbarkeit der Grundstücke, Belange der Rettungskräfte, der Wirtschaftsverkehr, die Zeiten der Schulbusse sowie weitere regionale Besonderheiten.“ Dass es da zu Zielkonflikten komme, sei klar, doch jeder müsse Kompromisse machen, damit die Straßen in Schleswig-Holstein wieder inn einen besseren Zustand versetzt werden.

Ein Überblick über die anstehenden Einzelprojekte in den Kreisen Rendsburg-Eckenförde und Plön: hier klicken

Mindestlohn-Debatte erneut im Landtag. Buchholz: „Überflüssige Regelungen abschaffen“

In der Fischfabrik von Larsen Danish Seafood GmbH in Harrislee werden halbierte Makrelen für das Räuchern vorbereitet

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat die von der Jamaika-Koalition geplante Abschaffung des Landesmindestlohns in Schleswig-Holsteins zum Jahresende verteidigt. Es gehe darum, Doppelregelungen zu vermeiden und überflüssige gesetzliche Regelungen abzuschaffen, sagte Buchholz heute in Kiel im Landtag. Schleswig-Holstein wolle durch Entbürokratisierung zum mittelstandsfreundlichsten Bundesland werden, und die Abschaffung des Landesmindestlohns sei dazu ein Einstieg.

Der Minister verwies auf den im Jahr 2015 eingeführten Bundesmindestlohn. Im nächsten Jahr werde der Bundesmindestlohn von 8,84 Euro aller Voraussicht mindestens auf die Höhe des Landesmindeslohn von 9,18 Euro angehoben – erwartet werden 9,19 Euro. Im übrigen habe bereits die SPD-geführte Vorgängerregierung die Abschaffung schon geplant und andere Bundesländer wie Hamburg 2017 hätten den Landesmindestlohn längst abgeschafft.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Auch Redner von SPD und Grünen unterstrichen, der Landesmindestlohn sei überflüssig geworden. Buchholz betonte, niemand wolle eine Debatte über die Sinnhaftigkeit von Mindestlöhnen führen. Er begrüße die Einführung ausdrücklich, auch wenn die FDP dies lange abgelehnt habe.

Nach Auffassung der SPD hat das Land eine Vorbild-Funktion für gute Arbeit. Schleswig-Holstein müsse raus dem Lohnkeller, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Hölck. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner fragte, warum man denn nicht die Anhebung des Bundesmindestlohns zumindest abwarte? Weil das SPD-geführte Bundesarbeitsministerium federführend und die Anhebung sicher sei, konterte der Grünen-Abgeordnete Rasmus Andresen.

Buchholz zum SPD-Vorstoß für eine gesetzlich erzwungene „Insel- und Hallig-Maut“

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Wer sich auf Föhr, Amrum oder Sylt entspannt und dort Strände und Promenaden nutzt, der soll sich auch an den Extra-Kosten der Inselgemeinden für ihre Tourismus-Infrastruktur beteiligen. Allerdings: Die entsprechende Kurabgabe zahlen zurzeit hauptsächlich jene Urlauber, die auf der Insel übernachten. Sie werden im Hotel oder in der Pension abkassiert. Tagesgäste hingegen umgehen oft die Zahlpflicht. Das wollte die SPD heute im Landtag per Gesetzentwurf ändern – stieß allerdings auf wenig Zuspruch im Plenum.

Die Transportunternehmen, etwa die Fährreedereien, könnten die Abgabe für die Inselgemeinden eintreiben, erläuterte die SPD-Landtagsabgeordnete Regina Poersch. Mit einer Änderung des Kommunalabgabengesetzes will sie den Kommunen diese Möglichkeit eröffnen. Sie greife damit einen Vorschlag der Insel- und Halligkonferenz auf, betonte Poersch. In Niedersachsen werde es bereits ähnlich gemacht. Es gehe darum, eine Rechtsgrundlage zu schaffen. „Keiner wird gezwungen“, sagte sie.

Alle anderen Fraktionen äußerten sich allerdings ablehnend zu dem SPD-Vorstoß. Es sei ein erheblicher Aufwand für die Reedereien, „zu differenzieren, wer ist Tagesgast, Urlauber, Familienbesucher oder Geschäftsreisender“, merkte Klaus Jensen (CDU) an. Auch Andreas Tietze (Grüne) ist dagegen, „dass die öffentliche Hand so weit eingreift in die unternehmerische Selbstbestimmung“. Statt einer gesetzlichen Regelung setzte er auf eine „Mediation“ zwischen den Inselgemeinden und den Transportunternehmen, die momentan zerstritten seien.

Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz sagte dazu im Landtag (Audio starten – „im Browser anhören“)

Breites Bündnis für Erhalt des Kieler Flughafens

Anflug auf Kiel-Holtenau

Eine breite Allianz aus regionaler Wirtschaft, Gewerkschaften und vier Fraktionen in der Kieler Ratsversammlung hat sich für den Erhalt des Flughafens Holtenau stark gemacht. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz freute sich IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater heute über den Rückhalt. Hintergrund ist ein Bürgerentscheid am 6. Mai über eine Schließung oder einen Fortbestand des Flughafens, der seit vielen Jahren keine Linienverbindung mehr hat.

Vater sprach von einem wichtigen Bekenntnis zum Flughafen und zum Wirtschaftsstandort Kiel. «Eine abseits der großen Märkte Deutschlands und Europas gelegene Stadt und Region wie die unsrige ist zwingend auf eine direkte, schnelle und zuverlässige Anbindung durch die Luft angewiesen.» Ein Ja zum Flughafen könne dazu beitragen, Arbeitsplätze in den Unternehmen zu erhalten, die den Flughafen als Verkehrsanbindung brauchen, sagte der DGB-Vorsitzende der Region Kiel, Frank Hornschu.

Eine Abkoppelung vom Luftverkehrsnetz wäre ein negatives Standortsignal für zukunftsgerichtete Arbeitsplätze in der Region, meinte der CDU-Kreisvorsitzende Thomas Stritzl. «Schon heute hängen lebenserhaltende Organtransplantationen von Kiel-Holtenau ab.» Die Auffassung, zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum müsse der Flugplatz weichen, sei eine Irreführung, sagte der SPD-Kreisvorsitzende Jürgen Weber. «Wir brauchen beides. Und für beides ist genügend Platz in Kiel.» Auch Vertreter von FDP und SSW unterstützten den Flughafen. Die Grünen sind gegen ihn.

Sind wir die „Mess-Deppen der EU“? Bund will Luftanalysen an Straßen kritisch überprüfen

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Lufmessstation am Theodor-Heuss-Ring in Kiel

„Sind wir beim Thema Diesel-Abgase die Mess-Deppen der EU?“, fragte am Wochenende, gewohnt drastisch, die BILD. Die Verkehrsministerkonferenz der Länder antwortete darauf nur wenige Stunden später – gewohnt verschnörkelt: „Wir begrüßen die Ankündigung des Bundes, die Validität von Standorten von Messstellen gemäß den europäischen Vorgaben zu überprüfen. Die geforderten objektiven Belastungswerte sind entscheidend für die erforderliche Rechtskonformität der Luftreinhaltpläne. Die Verkehrsministerkonferenz bittet, dass die angekündigte Überprüfung in allen betroffenen Ländern nach gleichen Maßstäben durchgeführt wird.“

Im Klartext: Nachdem einige Länder-Verkehrsminister – darunter auch Schleswig-Holsteins Ressortchef Bernd Buchholz – Zweifel an der einheitlichen Methode von Stickoxid-Messungen in der EU haben, versprach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer jetzt eine Überprüfung. Es gelte zu klären, ob möglicherweise bewusst straßennah aufgestellte Luft-Messstationen mehr Grenzwert-Überschreitungen ausweisen als nötig.

Buchholz sagte dazu nach der Konferenz (Video starten)

Laut EU „müssen die Probenahmestellen in verkehrsnahen Zonen mindestens 25 Meter vom Rand verkehrsreicher Kreuzungen und höchstens zehn Meter vom Fahrbahnrand entfernt sein“.

Es gibt innerhalb der EU über 44 000 Luftmessstationen. 9194 sind für Verkehrs-Messungen gedacht. Davon stehen 8185 in Städten. In Deutschland gibt es 1238 solcher Stationen, in Spanien 1226, Italien 885, Frankreich 543, in Polen 112 und in Griechenland 61.

 

Buchholz verleiht LN-Mutmacher-Preis an Verpackungs-Startup „Superseven“

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Buchholz gratuliert Sven Seevers zu dem Mutmacher-Preis

Das in Wentorf im Kreis Herzogtum-Lauenburg ansässige Startup-Unternehmen „Superseven“ hat am Abend den LN-Mutmacherpreis aus den Händen von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz erhalten. Das Unternehmen von Katja und Sven Seevers sowie Hannes Füting setzt auf alternative Folien aus Cellulose und entwickelt daraus individuelle Verpackungen, die kompostierbar sind. Der LN-Innovations- und Mutmacherpreis der „Lübecker Nachrichten“, der von Familie Wintersteller (Juwelier Mahlberg) gestiftet wird, ist mit 3000 Euro dotiert – zudem erhalten die ausgezeichneten Betriebe Gratis-Werbemöglichkeiten.

Buchholz würdigte die junge Firma als herausragendes Beispiel dafür, dass sich Ökologie und Ökonomie wunderbar zu einer Geschäftsidee verschmelzen lassen.

Katja und Sven Seevers sind Produktdesigner. „Der Name meines Mannes wird ständig falsch geschrieben“, sagte Katja Seevers im Gespräch mit LN-Vizechefredakteur Lars Fetköter.  „Selbst in einem seiner Zeugnisse steht statt Sven Seven.“ Da lag der Firmenname nahe, mit dem sich die Produktentwickler im März 2017 selbstständig gemacht haben. „Irgendwann habe ich zuhause gestanden und mir bewusst gemacht, dass wir als dreiköpfige Familie pro Woche einen gelben Sack mit Kunststoffmüll füllen“, erinnert sich Katja Seevers. „Danach habe ich versucht, Ware ohne Verpackung zu kaufen.“ Das reduzierte die Müllmenge um zwei Drittel. „Aber Kosmetik, Klopapier oder Waschmittel bekommt man nur in Kunststoffverpackungen.“

Die Lübecker Nachrichten verleihen den LN-Existenzgründerpreis – in dessen Rahmen auch der Mutmacherpreis ausgelobt wird – seit mittlerweile acht Jahren.

Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde auch ein Preis für eine gelungene Unternehmensnachfolge verliehen. Er wurde – ebenfalls mit 3000 Euro dotiert – an Claudia Brömel und Anja Fromm aus Lübeck verliehen. Die beiden Hörgeräte-Akustikmeisterinnen sind Nachfolgerinnen des Traditionsunternehmens Auris-Akustik.

„Hauptgewinner“ des Abends: Christoph Twesten und Dominik Burziwoda aus Lübeck. Die beiden Wissenschaftler entwickeln mit ihrem Projekt „Perfood/Million Friends“ personalisierte Ernährungsempfehlungen – gestützt auf eine spezielle Software, die per App kinderleicht zu bedienen ist. Sie erhielten von Gregor Wintersteller den mit 5000 Euro dotierten LN-Existenzgründerpreis 2018.

Buchholz und Rohlfs zufrieden mit Struktur der künftigen Autobahngesellschaft

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Rohlfs, 2. v. r., bei einem Ortstermin in der Autobahnmeisterei Lübeck

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, zugleich Amtschef der rund 1400 Beschäftigten des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), sind mit den heute (20. April) bekannt gewordenen Eckpunkten der Autobahn-Reform zufrieden. „Die regionale Aufteilung der Außenstellen – die in Schleswig-Holstein in Rendsburg und Lübeck angesiedelt sein werden – ist vernünftig und regional ausgewogen“, sagte Buchholz im Anschluss an die Verkehrsministerkonferenz in Nürnberg.

Eine neu zu gründende Bundesinfrastrukturgesellschaft soll nach den Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ab 2021 Planung, Bau, Betrieb, Erhalt und Finanzierung der knapp 13000 Kilometer langen Autobahnen in Deutschland übernehmen. Schleswig-Holstein gibt sein knapp 550 Kilometer langes Autobahnnetz in die Obhut der Gesellschaft, behält die Zuständigkeit für das übrige Straßennetz aber selbst.

Neben der Zentrale der Infrastrukturgesellschaft in Berlin soll es zehn Niederlassungen der Infrastrukturgesellschaft mit weiteren Außenstellen geben. Dazu kommt noch die Ebene der Meistereistandorte, der Fernmeldemeistereien und Leitzentralen sowie eventueller Ausbildungsstandorte. Es soll eine Niederlassung „Nord“ in Hamburg geben, die das Autobahnnetz in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen betreut. Dauerhafte Außenstellen dieser Niederlassung werden Rendsburg und Lübeck sein, temporäre Außenstellen sind in Stade und Lüneburg geplant.

„Mit dieser Standort-Festlegung haben unsere rund 1400 Kolleginnen und Kollegen im Landesbetrieb endlich Gewissheit – und es bleibt bei unserer klaren Zusage, dass niemand gegen seinen Willen versetzt werden wird“, sagte Buchholz.

Nach den Worten von Rohlfs will der Bund sein Standortkonzept bis zum Ende des ersten Halbjahres 2018 im Dialog mit den Ländern finalisieren. „Bei der Umstellung der Mischmeistereien in Schleswig-Holstein gehen wir davon aus, dass eine mit dem Land abgestimmte Entscheidung des Bundes zeitnah erfolgen wird“, sagte Rohlfs.

Sturmschäden und Pannen im Bahn-Netz: Verkehrsminister fordern Klarheit vom Bund

Bahnstrecke von Flensburg nach Padborg in Dänemark.
Unzureichender Holz-Einschnitt führte im letzten Winter nach Stürmen wiederholt zu massiven Ausfällen im Bahnnetz – nicht nur in Schleswig-Holstein
Die massiven Zug-Ausfälle zum Jahreswechsel infolge von Stürmen oder Eis, aber auch die anhaltenden aktuellen Probleme im Bahnnetz haben heute einmal mehr die Verkehrsminister der Länder beschäftigt.

Bei ihrer Frühjahrskonferenz in Nürnberg gaben die Ressortchefs am Nachmittag nach den Worten von Staatssekretär Thilo Rohlfs einem Antrag aus Schleswig-Holstein statt. Darin wird der Bund aufgefordert, bis zum Herbst Eckpunkte vorzulegen, mit welchen Maßnahmen die Deutsche Bahn zu mehr Pünktlichkeit, gutem Service, hoher Qualität, mehr Zuverlässigkeit, besserer Information und mehr Innovationen bewegt werden kann.

Verkehrsminister Bernd Buchholz, der heute Abend im Kamingespräch der Konferenz erstmals auf Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer trifft, sagte zum schleswig-holsteinischen Antrag:

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Die Bundesländer wollen außerdem höhere Bußgelder für Raser, Drängler und Falschparker, die mit ihrem Verhalten andere in Gefahr bringen.  Die Länder verlangen von der Bundesregierung, dass entsprechende Verstöße «empfindlich sanktioniert werden», um «die erforderliche abschreckende Wirkung der Sanktionen zu entfalten».

Zu dem Thema berichtet der sh:z in seiner Freitagausgabe:


Über die Ergebnisse der Verkehrsministerkonferenz, die unter Leitung von Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch steht, wird morgen Mittag im Rahmen einer Pressekonferenz in Nürnberg berichtet.

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Verkehrsministerkonferenz am Abend in Nürnberg

Chancen für LNG in Brunsbüttel stehen gut: Günther & Buchholz zuversichtlich

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Buchholz und Günther mit Kees van Seventer, President LNG Vopak (links) und  Ulco Vermeulen, Board Member Gasunie

Aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und Ministerpräsident Daniel Günther stehen die Chancen zur Realisierung eines ersten deutschen Flüssigerdgas (LNG)-Terminals in Brunsbüttel gut: Zum Abschluss ihrer Delegationsreise mit dem  maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft sagte Günther: „Die Reise war ein voller Erfolg mit beeindruckenden Einblicken in die Technologie und sehr guten Gesprächen mit den Verantwortlichen. Wir fahren daher mit der großen Hoffnung zurück, dass wir dieses Projekt in Schleswig-Holstein realisieren können und auch gemeinsam wollen.“

Beide Landespolitiker begrüßten zudem, dass sich inzwischen auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zum LNG-Standort Brunsbüttel  positioniert hat. Seine Bundesnetzagentur plädiert ebenfalls für den Bau eines Importterminals  in Brunsbüttel. In ihrem jetzt vorgelegten Entwurf für den „Netzentwicklungsplan Gas 2018-2028“ führt die Behörde nach eigenen Angaben erstmals ein solches Terminal auf – „an der deutschen Nordseeküste am Standort Brunsbüttel“. Für dessen Anbindung sieht sie laut einem Bericht des sh:z (Ausgabe heute) zudem eine 50 Kilometer lange und 87 Millionen Euro teure Gasleitung von Brunsbüttel nach Hetlingen im Kreis Pinneberg vor.

„Damit trifft auch der Bund eine Vorfestlegung, was aus unserer Sicht sehr hilfreich ist“, sagt Buchholz.

Buchholz sagte im Gespräch mit Teilnehmern der Delegation soeben in Amsterdam (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wie Günther und Buchholz weiter sagten, könnte es die erste Anlage dieser Art in Deutschland sein. Alle zusammen, die Unternehmer aus der Region, der Bürgermeister von Brunsbüttel und die Landesregierung hätten in den Gesprächen sehr deutlich gemacht, dass großes Interesse an einem LNG-Terminal in Brunsbüttel bestehe. In Gesprächen mit Vertretern der Unternehmen Gasunie, Vopak und Oiltanking habe das Land klar gemacht, dass es jegliche Unterstützung anbiete und schon jetzt jährlich 250.000 Euro investiere, um die Planungen auf Landesebene zu bündeln..

„Flüssiggastechnik macht uns auch unabhängiger von russischen Gasimporten. In Bezug auf die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Energie ist das für uns ein sehr wichtiger Punkt für eine mögliche Ansiedlung“, so der Ministerpräsident. Genauso wichtig sei es daher, dass zahlreiche Unternehmen im Industriegebiet Brunsbüttel Abnehmer für Flüssigerdgas sein können. Auch das habe die Delegation bei ihrem Besuch in den Niederlanden eindrucksvoll dargelegt.

Rotterdam
Günther und Buchholz zusammen mit Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdiek (links) und Brunsbüttels Hafenchef Schnabel

Der mitgereiste Chef von Brunsbüttel-Ports und Sprecher der Brunsbütteler Werkleiterrunde, Frank Schnabel, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass Ministerpräsident Günther gemeinsam mit Wirtschaftsminister Buchholz zur Besichtigung des GATE-Terminals nach Rotterdam gereist ist. Dies unterstreicht meines Erachtens deutlich, dass die Planungen für das LNG-Importterminal am Brunsbütteler Elbehafen von Seiten der schleswig-holsteinischen Landesregierung die größtmögliche Unterstützung erfahren.“ Positiv hervorzuheben sei zudem, dass mit Norbert Brackmann auch der Maritime Koordinator der Bundesregierung in Rotterdam dabei war, denn ein LNG-Importterminal in Brunsbüttel habe eine bundespolitische Bedeutung und erfordere somit auch politische Unterstützung aus Berlin, so Schnabel.

Nach Angaben der German LNG Terminal GmbH soll im Jahr 2019 die finale Investitionsentscheidung für das LNG-Projekt in Brunsbüttel gefällt werden. In der derzeit laufenden „Open Season“ weckt die German LNG Terminal GmbH bereits das konkrete Marktinteresse und entwickelt den Kundenbedarf. Unter anderem abhängig vom Ergebnis der Open Season soll mit dem Bau des LNG-Terminals nach der finalen Investitionsentscheidung 2019 begonnen werden, so dass nach einer dreijährigen Bauzeit das Terminal im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden könnte.

Die Nähe zum Hamburger Hafen sowie zu den in der Region ansässigen Industrieunternehmen bietet nach den Worten von Schnabel und Buchholz ein attraktives wirtschaftliches Umfeld. Durch den Nord-Ostsee-Kanal, der in Nachbarschaft des geplanten Terminals verläuft, seien die skandinavischen und baltischen Länder gut erreichbar. Das geplante Terminal eröffnet Möglichkeiten für eine Diversifizierung der Gasversorgungsquellen in Deutschland und erleichtert den Zugang zu LNG als emissionsarmer Treibstoffalternative für Schiffe und Lastkraftwagen.

„Wir befinden uns in einem sehr engen Austausch mit der German LNG Terminal GmbH und werden den potenziellen Investor auch weiterhin bestmöglich bei den Planungen unterstützen“, sagte Schnabel.

In den vergangenen Wochen zeigte sich bereits, dass die Nutzung von LNG in Brunsbüttel schon heute Realität ist. Der Hopperbagger Scheldt River nutzte innerhalb eines Monats den Elbehafen Brunsbüttel zwei Mal für LNG-bunkering. Aufgrund steigender Umweltrichtlinien in der Schifffahrt gilt LNG als Treibstoff der Zukunft, da strengere Abgasgrenzwerte mit LNG als Treibstoff eingehalten werden können. Aufgrund der strategisch günstigen Lage an Elbe / Nord-Ostsee-Kanal ist Brunsbüttel für LNG-bunkering prädestiniert. Durch die Errichtung des LNG-Terminals in Brunsbüttel würde die Versorgung der Schifffahrt mit LNG in gesamt Norddeutschland erheblich vereinfacht werden.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus