Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger folge der Einladung ihres Parteikollegen Buchholz in die Handwerkskammer Lübeck
Auch wenn der Knoten noch nicht durchschlagen ist – eine große Lösung für den geplanten «Trave-Campus» in der Trägerschaft der Handwerkskammer Lübeck ist seit heute ein kleines Stück näher gerückt. Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger persönlich machte sich auf Einladung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz am Abend nach der Kultusministerkonferenz ein Bild von den Plänen. Ihr Fazit nach dem zweistündigen Treffen in der Lübecker Fischergrube: Eine Verwirklichung der Lehrlings-Ausbildungsstätte in der bisher geplanten Form eines interdisziplinären Campus sei sinnvoll und wünschenswert. Nun wollen Fachleute aus dem Bundesministerium zusammen mit dem Land und der Kammer bis zum Sommer einen «kreativen Lösungsvorschlag» erarbeiten.
Skizze des Trave-Campus in seiner ursprünglichen Fassung
Das Problem: Der seit 2017 in Planung befindliche Neubau kostet anstelle der ursprünglich veranschlagten 91 Millionen Euro aufgrund von Preissteigerungen inzwischen doppelt so viel. Eine Summe, die die Handwerkskammer Lübeck trotz Zuschüssen vom Land finanziell überfordert. Ziel war bislang, in dem geplanten Neubau – für den bereits ein Fünf-Hektar-Areal erworben wurde – drei Einrichtungen unter einem Dach zu vereinen: die Berufsbildungsstätte Travemünde, sechs Landesberufsschulen in Trägerschaft der Handwerkskammer Lübeck (Augenoptiker, Bootsbauer, Glaser, KFZ-Mechatroniker Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik, Orthopädieschuhmacher / Maßschuhmacher, Segelmacher) und das Fortbildungszentrum der Handwerkskammer. Der Campus soll Wohn- und Lernort für rund 700 junge Menschen sein.
Hier ein Ausschnitt aus den heutigen Presse-Statements von Stark-Watzinger, Buchholz und Handwerkskammer-Präsident Stamer:
Stark-Watzinger erinnerte bei ihrem Besuch daran, dass es das Ziel der neuen Bundesregierung sei, die berufliche und akademische Ausbildung gleich zu behandeln. Der Bund plane deshalb auch eine Exzellenz-Initiative für das Handwerk. Der Trave-Campus sei dabei ein „Leuchtturm-Projekt“, sagte sie.
Nach den Worten von Buchholz – seit einem Jahr für die berufsbildenden Schulen im Land zuständig – seien verschiedene Lösungsansätze diskutiert worden. Eine Variante: Der Trave-Campus wird nicht von der Handwerkskammer gebaut, sondern von einem privaten Investor. Bund, Land und Handwerkskammer mieten den Campus. «Dabei», so Buchholz, «darf das Ganze aber nicht teurer werden». Zweite Variante: Es werden einzelne Berufe aus dem Trave-Campus heraus genommen und anders organisiert. So könnte eine maritime Ausbildungsstätte auf dem Priwall in Travemünde entstehen. Die Seemannsschule, an der Schiffsmechaniker ausgebildet werden, ist dort bereits angesiedelt. Die Bootsbauer aus der Handwerkskammer könnten dort ebenfalls dort unterrichtet werden.
Stamer
Eine «Task-Force» im Bundesministerium soll das gesamte Projekt Trave-Campus jetzt unter die Lupe nehmen und spätestens im September ein Ergebnis präsentieren. Handwerkskammer-Präsident Ralf Stamer zeigte sich begeistert: «Wir bedürfen der Hilfe von Land und Bund und nach dem heutigen Treffen habe ich das Gefühl, dass wir auf einem guten Weg sind.»
Der Lübecker Hafen – seit fast sieben Jahren unterhielt eine Tochter der Hafengesellschaft Beziehungen zu Sankt Petersburg
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat heute im Wirtschaftsausschuss des Kieler Landtags die Entscheidung der Lübecker „European Cargo Logistics“ (ECL) begrüßt, ihr Russland-Geschäft vorerst auf Eis zu legen. Die Tochtergesellschaft der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) hatte zuvor bekannt gegeben, ihre Dependence in Sankt Petersburg mit sofortiger Wirkung zu schließen. Ein Mitarbeiter werde sich aus dem Home-Office nur noch um Restarbeiten kümmern, hieß es aus dem Unternehmen.
„Ich halte diesen Schritt – auch wenn er für den Hafen zweifellos schmerzhaft ist – für das richtige Signal. Denn nur auf diese Weise kann auch die Wirtschaft daran mitwirken, die Isolation Russlands nach dem Angriff auf die Ukraine voranzutreiben“, sagte Buchholz.
Im Jahr 2015 hatte ECL das Büro in der russischen Hafenstadt eröffnet, um das eigene speditionelle Geschäft zwischen Russland und ganz Europa zu vermarkten und zu stärken.
Mit Blick auf die Häfen und das Logistik-Gewerbe erinnerte Buchholz heute vor den Abgeordneten des Landtags weiter daran, dass unter anderem durch den Ausfall hunderter ukrainischer Lkw-Fahrer derzeit die Lieferketten Richtung Osteuropa erheblich stocken. Auch wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen von Krieg und Sanktionen derzeit vor allem noch an den Zapfsäulen und Öl- oder Getreidepreisen ablesbar seien: „Klar ist, dass auch die Wirtschaft in Schleswig-Holstein mittel- und langfristig einen erheblichen Preis für die berechtigte Isolation Russlands mitbezahlen muss“, so Buchholz.
Hier sein Bericht an die Abgeordneten in nahezu voller Länge. Audio starten (Listen in browser“) …
Erst die Corona-Pandemie, nun die absehbare Welle von flüchtenden Menschen aus der Ukraine: Trotz stabiler Verfassung steht der Arbeitsmarkt vor massiven Herausforderungen. Um einerseits Arbeitslosen mit Kindern und andererseits Menschen mit Migrationshintergrund den Weg in eine auskömmliche Beschäftigung zu bahnen, fördert das Arbeitsministerium für die kommenden sechs Jahre landesweit 14 Hilfsprojekte mit insgesamt 6,3 Millionen Euro. Die Projekte sind Ergebnis eines Ideenwettbewerbs.
Thilo Rohlfs
„In den letzten sieben Jahren gab es bereits 85 ähnliche Arbeitsmarkt-Projekte, mit denen wir 4.900 Menschen gecoacht, begleitet, qualifiziert und so größtenteils in eine sichere Beschäftigung gebracht haben“, sagte Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs am Wochenende in Kiel. Zuvor hatte er an die Verantwortlichen aller 14 Projektträger Förderbescheide überreicht.
Cebel Kücükkaraca
Eine Förderung in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro erhält die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein mit ihren Standorten in Kiel, Neumünster und Pinneberg. In ihrem Projekt „JobSteps“ werden nach den Worten ihres Vorsitzenden Cebel Kücükkaraca arbeitslose und langzeitarbeitslose Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund schrittweise und unter Berücksichtigung ihrer Potenziale in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Ein besonderer Fokus wird laut Rohlfs hierbei auf langzeitarbeitslose Frauen oder Eltern mit erziehungspflichtigen Kindern gelegt. Wichtige Schlüsselkompetenzen erlangen die Teilnehmenden durch Deutschkurse und Digitalisierungs-, Bewerbungs- sowie Motivationscoachings.
Meier-Ahrens
Einen Bescheid über zusammen rund 1,14 Millionen Euro nahmen Projektleiter Thomas Meier-Ahrens und Dr. Dagmar Bez für die „AWO Bildung und Arbeit gGmbH“ mit ihren Standorten Elmshorn, Pinneberg, Uetersen, Itzehoe und Plön entgegen. Kern ihres Projekts „Ich schaffe das!“ ist ein begleitendes, individuelles und regelmäßiges Einzelcoaching unter Einbeziehung der familiären und sozialen Strukturen.
Dagmar Bez
Das Angebot umfasst eine sozialpädagogische Unterstützung der jeweiligen Bedarfsgemeinschaft und verschiedene Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Zusätzlich können sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Tagesmutter oder zum Tagesvater qualifizieren. In einer so genannten Aktivierungs- und Stabilisierungsphase werden die Frauen und Männer direkt in Betrieben eingesetzt, um sich dort passgenau zu qualifizieren.
Henseleit
Einen Bescheid über 643.000 Euro wurden stellvertretend von Michael Henseleit für die „Fortbildungsakademie der Wirtschaft“ in Lübeck angenommen. Das Projekt „Familienexpress-Reiseziel: Job!“ der Fortbildungsakademie der Wirtschaft richtet sich insbesondere an Eltern mit Migrationshintergrund, die wegen notwendiger Kinderbetreuung dem Arbeitsmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Rohlfs: „Hier werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Schritten über 12 bis 24 Monate qualifiziert und für einen Job fit gemacht.“
Nißen
Die „Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe“ erhielt einen Bescheid über 433.000 € für das Projekt „PedAL“ in Lübeck, dass sich an arbeitslose Eltern wendet. Nach den Worten von Geschäftsführerin Annette Nißen bieten die Betreuerinnen und Betreuer eine pädagogische, ganzheitliche Betreuung im Rahmen von Einzel- und Gruppencoaching. Dabei geht es unter anderem um digitale Kompetenzen, aber auch um Förderung von Mobilität und Gesundheit.
Rund 782.000 Euro gehen für zwei Projekte an die „Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Flensburg“. Ihr Förderprojekt „DABEI“ zielt auf die Teilhabe von Migrantinnen am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Dabei geht es neben psychosozialer Begleitung und eine berufsbezogene Sprachförderung unter anderem um die Förderung der Mobilität der Teilnehmerinnen.
Christoph Fels von „DABEI“ und Friederike Schultz von „LISA“
Das Projekt „LISA“ betreut in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Arbeitslose unter Einbeziehung aller Familienmitglieder. Bestandteil ist unter anderem ein Online-Lernportal sowie der Abschluss von Zielvereinbarungen und deren Überprüfung als Grundlage einer Integrationsstrategie für alle Mitglieder der jeweiligen Bedarfsgemeinschaft.
Natalie Kohlmorgen von der Dithmarscher „hoelp gGmbH“ aus Meldorf freute sich ebenfalls über einen Förderbesceid
Knapp über 571.000 Euro gehen an die „hoelp gGmbH“ in Meldorf und Heide mit ihrem Projekt „Ich schaffe das!“. Es handelt sich um ein begleitendes, individuelles und regelmäßiges Einzelcoaching von Arbeitslosen mit oder ohne Migrationshintergrund. Dabei werden die familiären und sozialen Strukturen der Betroffenen eng einbezogen. Das Angebot umfasst eine sozialpädagogische Unterstützung der Bedarfsgemeinschaft und verschiedene Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Auch hier sollen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Tagesmutter oder zum Tagesvater qualifiziert werden. Die Teilnehmenden sollen zudem direkt in Betrieben eingesetzt werden.
Asmussen
Einen Förderbescheid über knapp 500.000 Euro übergab Rohlfs an Ole Asmussen für das Rendsburger Projekt „O.Hana – Familie, Arbeit“ der Fortbildungsakademie der Wirtschaft. „O.Hana“ richtet sich an Erziehende und junge Familien und soll mit Hilfe innovativer Selbstmotivationsansätze zu einer Verbesserung der Familiensituationen der Betroffenen führen und zugleich das Thema Arbeit wieder in den Fokus rücken. Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Bewerbungs- sowie Qualifizierungscoaching. Zudem geht es um das schrittweise Erlernen der Vereinbarkeit von Familie, Beruf oder Ausbildung.
Das Hilfsangebot „KAKADU“ der Neumünsteraner „AWO Service GmbH“ wurd mit knapp 443.000 Euro gefördert. Es richtet sich an Arbeitslose mit oder ohne Migrationshintergrund und gliedert sich in drei Phasen: Nach Ermittlung des Unterstützungsbedarfs – insbesondere mit Blick auf eine mögliche Kinderbetreuung – werden im Rahmen einer Kompetenzanalyse fachliche und überfachliche Fähigkeiten ermittelt. Die AWO Service GmbH unterhält dazu eine Kreativwerkstatt. Die dritte Phase beinhaltet die Teilnahme an verschiedenen arbeits- und lebensweltbezogenen Bausteinen. Darunter ein Mobilitätsworkshop, die Erprobung und Teilqualifizierung in den Bereichen Metall, Bau, Lager, Handel und Hauswirtschaft. Über die betriebliche Erprobung werden sogenannte „Klebeeffekte“ erwartet, die im Idealfall mit einer Integration in den Arbeitsmarkt enden.
An die „Frauen-Initiative e.V.“ im Kreis Herzogtum-Lauenburg gehen für das Projekt „Los geht’s“ rund 254.000 Euro. Hier erden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Einzel- und Gruppencoaching, Beratung und vielseitiger Bildung an drei Standorten im Kreis Herzogtum Lauenburg gefördert.
Rohlfs mit Jennifer Guhl von der Fraueninitiative in Lauenburg
„Dabei sollen etablierte Abwehrmechanismen und Komfortzonen aufgebrochen werden“, erläutert Rohlfs. Das Projekt umfasse Aktivitäten in den Bereichen Bewegung, Sport, Gesundheit, Ernährung und Hygiene sowie Veranstaltungen, Betriebsbesichtigungen und Praktika in unterschiedlichen Branchen. Über die Angebote sollen eigene Interessen der Frauen und Männer gefördert werden sowie neue Gruppen und Freundschaften entstehen, die soziale Kompetenz und gegenseitige Anerkennung stärken.
Laut Rohlfs liegt die Langzeitarbeitslosigkeit mit 31.108 Menschen in Schleswig-Holstein derzeit weit über dem Stand vor der Pandemie (25.000) „Wir müssen also weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um Arbeitssuchende und den hohen Bedarf an Fachkräften im Land klug zusammen zu bringen. Dazu ist die Förderung aller 14 Einzelprojekte in den kommenden Jahren sehr gut angelegtes Geld“, sagte er. Über die 6,3 Millionen Euro für die aktuellen Projekte hinaus, stehen bis 2026 weitere 24 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln zur Verfügung, um andere innovative Vorhaben für Wege in Beschäftigung zu fördern.
Das geplante LNG-Importterminal in Brunsbüttel befindet sich unter dem Druck des Kriegs in der Ukarine wieder klar im Vorwärtsgang: Wie das Konsortium „German LNG“ heute mitteilte, hat die Bundesregierung gestern über ihre Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusammen mit der niederländischen Gesellschaft Gasunie und dem deutschen Energiekonzern RWE die Absicht bekundet, nun gemeinsam ein Terminal für den Import von Flüssigerdgas (LNG) am Standort Brunsbüttel zu errichten. Die KfW wird über eine finanzielle Einlage für die Bundesregierung einen Anteil von 50 Prozent am LNG-Terminal übernehmen. Betreiberin des Terminals wird Gasunie.
Buchholz sagte dazu weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz begrüßten diesen Durchbruch: «Damit kann unser weit fortgeschrittenes Planfeststellungverfahren für das 500-Millionen-Projekt an der Westküste ungebremst weitergeführt werden – und ich bin zuversichtlich, dass diese Anlage dann in den kommenden vier bis fünf Jahren auch fertiggestellt werden kann“, sagte Buchholz. Für eine schnelle Realisierung des Terminals sei dieser Schritt «zwingend nötig» gewesen – und auch die Staatsbeteiligung sei in dieser geopolitischen Ausnahmesituation dabei eindeutig der richtige Weg.
Auch nach den Worten von Ministerpräsident Daniel Günther müsse das Ziel sein, das Terminal «im Interesse einer stabilen und sicheren Energieversorgung mit Gas in Deutschland zügig fertigzustellen». Die Landesregierung und ihre Planungsbehörden würden alles unternehmen, um das Projekt mit Hochdruck voranzutreiben und zum Erfolg zu führen.
Nach Angaben des Betreiber-Konsortiums German LNG seien die bisherigen Gesellschafter zudem einvernehmlich zu dem Ergebnis gekommen, dass Gasunie der beste Partner für die Bundesregierung sei. Die Vopak LNG Holding B.V. sowie die Oiltanking GmbH, ein Tochterunternehmen der Marquard & Bahls AG, werden nach gemeinsamer Aufbauarbeit spätestens bis Mai 2022 aus dem Gesellschafterkreis ausscheiden.
Die geplante Anlage in Brunsbüttel
Dazu sagte Kees van Seventer, Präsident von Vopak LNG: «Die staatliche Beteiligung und die Führung von Gasunie ermöglichen die notwendige beschleunigte Realisierung des Terminals. Dies ist im Interesse einer gesicherten Energieversorgung Nordwesteuropas. Die Rahmenbedingungen einschließlich der kommerziellen Bedingungen dieser staatlichen Beteiligung und einer privaten Eigentümerschaft sind jedoch unterschiedlich, so dass Vopak und Oiltanking beschlossen haben, sich nicht weiter an der Umsetzung des Projekts zu beteiligen. Wir wünschen dem Projekt den größtmöglichen Erfolg.»
Kleemiß
Geschäftsführer bleibt Dr. Michael Kleemiß. Der 54-Jährige verfügt über fast 25 Jahre Erfahrung im Erdgasgeschäft, sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden. Kleemiß versprach, das Terminalprojekt zügig voranzubringen. Das im Vorjahr begonnene Planfeststellungsverfahren werde mit Hochdruck weiter vorangetrieben. Außerdem werde das Konsortium des Generalübernehmers (EPC) Cobra/Sener beauftragt, umgehend mit den vorbereitenden Arbeiten zu beginnen.
Schnabel
Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH sowie Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel sagte: „Wir fühlen uns bestätigt in unserer langjährigen Forderung für den Aufbau einer alternativen Importinfrastruktur zur Diversifizierung der deutschen Erdgasbezugsquellen. Wir freuen uns sehr, dass Gasunie, mit denen wir bereits seit 2014 hinsichtlich der Entwicklung des LNG-Terminalprojektes in einem engen Austausch stehen, nun das Projekt gemeinsam mit dem Bund und RWE als weiteren Projektpartner umsetzen will. Damit wurden die Fakten geschaffen, mit denen der Bau des LNG-Terminals am Standort Brunsbüttel zeitnah realisiert werden kann, um unter anderem die Abhängigkeit vom russischen Erdgas zu verringern. Für den Industrie- und Hafenstrandort Brunsbüttel sind das herausragende Neuigkeiten und das Projekt, dass wir vor über zehn Jahren begonnen haben biegt nun auf die Zielgerade ein.“
Gegenstand des Brunsbütteler Projekts ist unter anderem ein Schiffsanleger mit zwei Anlegemöglichkeiten für Schiffe bis zur so genannten QMax-Größe sowie Anlagen zur Verteilung des LNG per Tankkraftwagen, Eisenbahnkesselwagen und kleineren Schiffen. Die eingereichten Unterlagen dienen auch der Feststellung der Zulässigkeit des geplanten Terminals am Standort. Das geplante Terminal in Brunsbüttel wird für den Import und die Weiterverteilung von LNG errichtet. Es wird über zwei LNG-Tanks mit einer Kapazität von jeweils 165.000 Kubikmetern sowie eine LNG-Regasifizierungsanlage verfügen. Das Terminal wird damit eine Kapazität haben, um bis zu acht Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr in das Netz einzuspeisen.
Der Krieg nach dem Überfall auf die Ukraine spielte sich von der ersten Sekunde an nicht nur innerhalb der Landesgrenzen ab. Auch im virtuellen Raum des Internets werden seither Schlachten geschlagen – und zwar weltweit.
Das zeigte sich zuletzt an der Cyber-Attacke auf einen amerikanischen Satelliten, der europaweit Windenergieanlagen steuert. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz mahnt deshalb alle Unternehmen zur Achtsamkeit – seine Meldung der Woche. Video starten…
Feierliches Ende einer sechsjährigen Hängepartie: Die weltweit bekannte Schwebefähre pendelt seit heute wieder unter der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke von Ufer zu Ufer des Nord Nord-Ostsee-Kanals. Der Neubau, der dem über 100 Jahre alten Orginal täuschend ähnlich sieht, kostete 13,5 Millionen Euro.
Der feierliche Moment, heute – kurz vor 13 Uhr – wurde die Fähre für den Verkehr freigegeben
Wasserfontänen und Hupkonzert der Feuerwehr, ein Shanty-Chor und auch ein Karussell – mit einem kleinen Volksfest feierten die Rendsburger und Osterrönfelder heute die Rückkehr eines Wahrzeichens. Sechs Jahre nach einer folgenschweren Kollision mit einem Frachter setzte sich das Stahl-Vehikel mit prominenten Gästen sowie vielen Fans und Anwohnern von Osterrönfeld aus in Bewegung und erreichte in weniger als zwei Minuten die Rendsburger Seite.
«Ich wünsche der Fähre stets die nötigen drei Meter Luft unter dem Kiel», sagte Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP). Und seine Parteifreundin Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatssekretärin aus dem Bundesverkehrsministerium, ergänzte: «Auf der ganzen Welt gibt es nur acht solcher Fähren und im Neubau ist allerneueste Technik verbaut, so dass die Schwebefähre nun erneut möglichst 100 Jahre ihre Arbeit verrichten kann». Für die Bundesregierung habe nach der Havarie schnell festgestanden, alles zu veranlassen, «dass dieses historische und für die Region wichtige Verkehrsmittel in seinem filigranen Erscheinungsbild ersetzt wird», so Kluckert.
Ein paar Impressionen der heutigen Feier:
Die 1913 in Dienst gestellte Schwebefähre war am 8. Januar 2016 bei schlechter Sicht mit dem Frachter «Evert Prahm» zusammengestoßen. Sie wurde durch die Kollision völlig zerstört. Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung kam später zu dem Ergebnis, dass Nachlässigkeit sowohl beim Führer der Fähre als auch auf der Brücke der «Evert Prahm» zu dem Unglück führten. Bei der Kollision wurden zwei Menschen verletzt, einer davon schwer.
Bürgermeisterin Sönnichsen, Staatssekretärin Kluckert und Staatssekretär Thilo Rohlfs an der Reling der Fähre vor dem Steuerhaus
Rendsburgs Bürgermeisterin Janet Sönnichsen bezeichnete die Schwebefähre als einzigartiges Baudenkmal. «Es tat weh, die Fähre nicht an der Brücke zu sehen.» Das Herz der Menschen der Region hänge an ihr. Sie wolle weiter dafür kämpfen, dass die Fähre den Status erhält, den sie verdient. Nach dem Willen der Stadt soll die Fähre als Unesco-Weltkulturerbe anerkannt werden.
Osterrönfelds Bürgermeister Hans-Georg Volquardts sagte, auch ohne den Titel bleibe die Fähre eine Attraktion. Rein optisch komme sie dem Original nahe und werde von den Menschen ebenso viel Wertschätzung erfahren. Und auch für Staatssekretär Rohlfs ist klar: «Weltkulturerbe hin oder her, die Schwebefähre ist ein Wahrzeichen für die ganze Region.»
Die neue Fähre hängt an über 30 Meter langen Stahlseilen und kann vier Autos sowie 100 Menschen befördern. Sie überquert den Kanal auf ihrer rund 125 Meter langen Strecke in drei Metern Höhe über dem Wasser. Die Überfahrt dauert nur 90 Sekunden.
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister und Tourismusminister Bernd Buchholz sieht in der Fähre auch einen Anziehungspunkt für viele Touristen aus dem Binnenland. Seit Jahrzehnten sei das Unikum für Urlauber ein beliebtes Ausflugsziel, sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb dürfe der Blick nicht allein auf die Kosten gerichtet werden.
«Die neue Schwebefähre ist ein technisches Glanzstück, das mit umfangreichem und detailliertem Expertenwissen und mit viel Herzblut gebaut wurde», erläuterte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte. Nach Behördenangaben nutzten die Schwebefähre bis 2016 täglich rund 1700 Radfahrer und Fußgänger. Sie mussten in den vergangenen Jahren einen anderen Weg nehmen, beispielsweise den nur 1500 Meter entfernt gelegenen Fußgängertunnel nutzen. Außerdem fuhren früher täglich rund 350 Autos mit der Schwebefähre. Die Eisenbahnhochbrücke und die Schwebefähre stehen seit 1988 unter Denkmalschutz.
Schichtwechsel an der Spitze der Life Science Nord Management GmbH (LSN): Ab 1. Juni übernimmt Dr. Jürgen Walkenhorst das Steuer der länderübergreifenden Clusteragentur von Hamburg und Schleswig-Holstein. Damit tritt er die Nachfolge von Dr. Hinrich Habeck an, der zur Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) wechseln wird.
„Mit der Entscheidung für Dr. Walkenhorst haben das Land Schleswig-Holstein, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie der Förderverein Life Science Nord e.V. als Gesellschafter der GmbH die Weichen gestellt, um die sehr erfolgreiche Arbeit von Life Science Nord der vergangenen Jahre auch in Zukunft weiterzuführen“, betont Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs. Er ist zugleich LSN-Aufsichtsrat.
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Dr. Jürgen Walkenhorst nicht nur einen fachlich hochkompetenten Mann für die Spitze der Life Science Nord Management GmbH gewinnen konnten, sondern auch, dass ein erfahrener Manager aus dem Umfeld des Life-Science-Technologietransfers mit jahrelanger Erfahrung an unterschiedlichen Schnittstellen zwischen Forschung und Wirtschaft das Steuer hier bei uns im Norden übernimmt“, sagt Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Innovation in Hamburg und Aufsichtsratsvorsitzender der Life Science Nord Management GmbH.
Kieler Ostuferhafen: lange Zeit ein Umschlagplatz fuer Holz aus Russland.
Die Auswirkungen des russischen Überfalls auf die Ukraine dominierten heute die vorerst letzte Sitzung des vor fünf Jahren gegründeten Mittelstands-Beirats von Regierung und Wirtschaft. Während sich die Experten beider Seiten einig sind, dass Schleswig-Holstein durch den Krieg ökonomisch bisher noch nicht nennenswert betroffen ist, soll der Schutz der Unternehmen vor Cyber-Angriffen aber dringend forciert werden. Wirtschaftsminister und Gastgeber Bernd Buchholz rief die Betriebe auf, ihre IT-Sicherheit zu überprüfen. Es sei zu befürchten, dass die kritische Infrastruktur des Landes und die von Unternehmen auf digitalem Weg angegriffen werden.
Von dem Konflikt sind nach Angaben von IHK und Buchholz rund 250 schleswig-holsteinische Unternehmen betroffen. Viele stünden vor der Frage, inwieweit sich die Sanktionen gegen Russland unmittelbar auf sie auswirken und Exportverbote für sie gelten. Dies herauszufinden, sei für kleine und mittlere Unternehmen nicht leicht.
Über die Auswirkungen des bisherigen Kriegsverlaufs auf den Mittelstand mit seinen rund 123.000 Betrieben sagte Buchholz weiter – Video starten
Schleswig-Holsteins Handelsvolumen mit Russland lang im vergangenen Jahr bei 674 Millionen Euro. Das sind 1,33 Prozent vom Gesamtvolumen und Platz 19 in der Länderliste. 260 Millionen Euro entfielen auf Einfuhren und 414 Millionen auf Ausfuhren.
Der Präsident der Unternehmensverbände Nord, Philipp Murmann, erinnerte daran, dass «gerade in Krisen die Abstimmung zwischen Wirtschaft und Politik wichtig ist». Als akute Themen hob er die hohen Energiepreise, die angestrebte Klimaneutralität und Fachkräftemangel hervor. Die Folgen des Ukraine-Konflikts für die hiesige Wirtschaft würde er angesichts des geringen Handelsvolumens mit Russland nach heutigem Stand «nicht dramatisieren».
Der Mittelstandsbeirat war 2017 zum Start der Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein gebildet worden. Außer dem Minister gehören ihm Experten und Praktiker aus Industrie, Handel, Handwerk, Wirtschaftsförderung, Freien Berufen und Wissenschaft an. Buchholz kündigte an, die Einrichtung im Falle einer FDP-Beteiligung an der künftigen Landesregierung nach der Landtagswahl im Mai auf jeden Fall fortbestehen zu lassen.
Mit der niedrigsten Zahl an Jobsuchenden in einem Februar seit 41 Jahren zeigt sich der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein weiter in Bestform: „Angesichts zweier Pandemie-Jahre in Folge ist das schon eine beeindruckende Zahl“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz zu den heute veröffentlichen Daten der Bundesagentur für Arbeit. So sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,9 Prozent. Gegenwärtig sind 83.077 Menschen in Schleswig-Holstein arbeitslos. Damit wurde Vor-Corona Niveau von 85.100 Arbeitslosen im Februar 2020 unterschritten. Selbst im „Rekord-Februar“ 1981 war die Zahl geringfügig höher.
Weiter sagte der Minister zu den Februar-Zahlen des SH-Arbeitsmarktes – Audio starten, Pfeil klicken…
Eine Prognose ist laut Buchholz angesichts der politischen wie wirtschaftlichen Gesamtlage allerdings schwierig. „Wir schauen mit größter Sorge auf die menschlichen Tragödien des Krieges in die Ukraine und es ist klar, dass alles natürlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein haben wird. Andererseits können wir optimistisch sein, weil die weitere Rücknahme der Corona-Beschränkungen sich positiv auswirken wird.“
Buchholz appellierte vor diesem Hintergrund eindringlich an die Unternehmen, die Öffnungsschritte dazu zu nutzen, wieder mehr Betriebspraktika anzubieten: „Die vor uns liegenden Monate sind die Zeit der beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schülern. Berufliche Orientierung bedeutet eigene Stärken, Talente und Interessen sowie Arbeitsfelder in der Praxis kennenzulernen. Praxisnahe Berufsorientierung ist der erfolgreichste Weg zu einer individuellen Berufswahlentscheidung.“ Betriebspraktika seien durch die Corona-Einschränkungen in den letzten Jahren selten möglich gewesen. Es sei deshalb jetzt wichtig, dass Betriebe sich bei den jungen Menschen vorstellen und sie für eine duale Ausbildung – noch für dieses Jahr – begeistern. „Gut ausgebildete junge Menschen sind die Fachkräfte von morgen, die wir dringend brauchen“, so Buchholz
Mit Spitzenvertretern von Wirtschaft und Gewerkschaften haben Ministerpräsident Daniel Günther, Finanzministerin Monika Heinold und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute mögliche Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine für Schleswig-Holstein erörtert.
Minister Buchholz und UV-Präsident Murmann
Zu den zentralen Punkten des Gedankenaustauschs gehörten vor allem die Auswirkungen der gegen Russland beschlossenen Sanktionen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft sowie ökonomische und soziale Folgen der massiv steigenden Energiepreise. Einig war die Runde nach Angaben des Regierungssprechers hinsichtlich der Unausweichlichkeit von Wirtschaftssanktionen gegen Russland.
Laura Pooth (DGB) und Ministerpräsident Günther
Nach Einschätzung von UV-Nord-Präsident Philip Murmann und Minister Buchholz sei Schleswig-Holstein ökonomisch von dem Krieg derzeit noch nicht sehr stark betroffen, auch wenn knapp 300 Betriebe enge Beziehungen zu Russland unterhielten. Die Auswirkungen auf die süddeutsche Automobilbranche hingegen seien erheblich. So beziehen die meisten Produzenten vor allem Kabel und Kabelstränge aus der Ukraine. Durch den Verlust ukrainischer Fahrer gerieten zudem polnische Spediteure in erhebliche Schwierigkeiten. Als Haupt-Risikofaktoren machten Buchholz und Murmann neben den Energiepreisen vor allem mögliche Cyberattacken und überlastete Transportwege aus. Auch die Maritime Wirtschaft gerate zunehmend unter Druck.
Einhellig begrüßt wurde in der Runde die Ankündigung der Bundesregierung, die Verteidigungsausgaben um 100 Milliarden Euro zu steigern. Hiervon werde die Rüstungsindustrie in Schleswig-Holstein erheblich profitieren.
«Wir haben eine starke wehrtechnische Industrie mit qualifizierten Arbeitsplätzen, die dafür einen hervorragenden Beitrag leisten kann», sagte Buchholz.
Für die Leistungsfähigkeit der Wehrtechniksei es wichtig, die Fähigkeiten der Unternehmen in die Programme der Bundesregierung einzubringen. Es passe auch nicht in die Zeit, Investitionen in Wehr- und Rüstungstechnik als nicht nachhaltig zu kritisieren. Buchholz sagte weiter – Audio starten…
Im Norden dominiert der Marineschiffbau. So werden in Kiel U-Boote und Korvetten gebaut, aber auch wichtige Zulieferprodukte kommen von hier. Zum Arbeitskreis Wehrtechnik im Land gehören nach Angaben seines Vorsitzenden Dieter Hanel 30 Unternehmen mit 7300 Beschäftigten, 16 davon aus dem Marineschiffbau. Im Land werden auch gepanzerte Fahrzeuge gebaut und Entwicklungsleistungen für solche erledigt. Die Produkte gehen sowohl an die Bundeswehr als auch in den Export in zahlreiche Länder. Das jährliche Umsatzvolumen der Branche im Land liegt Hanel zufolge zwischen einer und zwei Milliarden Euro. Die jeweilige Summe hängt auch davon ab, wann ein Großauftrag abgerechnet wird, zum Beispiel über ein U-Boot.
Günther bekräftigte unterdessen noch einmal die Entschlossenheit der Landesregierung, den Bau eines LNG-Terminals für verflüssigtes Erdgas in Brunsbüttel mit Hochdruck voranzutreiben. «LNG ist eine Alternative zu russischem Gas, und perspektivisch soll dieses Terminal auch für die Aufnahme von grünem Wasserstoff geeignet sein», erklärte er. Der Bund müsse das Planungs- und Genehmigungsrecht zügig beschleunigen.
Ministerin Heinold
«Angesichts des Klimawandels und der sicherheitspolitischen Relevanz muss es bei der Energiewende jetzt in Rekordtempo vorangehen», äußerte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). «Wir brauchen einen Pakt für energiepolitische Unabhängigkeit.» Dafür müssten Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen.
«Wir dürfen keine Zeit verlieren, um unsere Energieversorgung zu diversifizieren», erklärte UV Nord-Präsident Murmann. Industrie und Wirtschaft seien auf eine wettbewerbsfähige und zuverlässige Energieversorgung angewiesen. Ungehemmt steigende Energiepreise würden den dringend benötigen Aufschwung nach der Pandemie abwürgen.
IHK-Chef Hansen
Die direkten Belastungen der EU-Sanktionen gegen Russland seien für die meisten Unternehmen im Land beherrschbar, sagte IHK-Vizepräsident Knud Hansen. Gleichwohl sei die Betroffenheit in Einzelfällen hoch, etwa wegen ausstehender Zahlungseingänge oder logistischer Hindernisse für Warentransporte. So fehlten plötzlich Zehntausende ukrainische Lastwagenfahrer in Diensten polnischer Spediteure auch für Fahrten in Westeuropa. Die Ausschläge an den Rohstoff-, Energie- und Getreidebörsen träfen alle Gewerbetreibenden und Verbraucher. Zu befürchten sei auch, dass das Russlandgeschäft hiesiger Unternehmen vorübergehend zum Erliegen komme.
«Um die Rohstoffabhängigkeit zu minimieren, steht die schnelle Umsetzung der Energiewende ganz oben auf der Tagesordnung», sagte die Vorsitzende des DGB Nord, Laura Pooth. Energie-, Heiz- und Mobilitätskosten müssten auch für Haushalte mit niedrigem Einkommen bezahlbar bleiben. Es drohten Mehrkosten von monatlich 100 Euro pro Familie. Zusätzliche Belastungen müsse die Politik abfedern. So würde ein vorübergehender Gaspreisdeckel entlastend wirken.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus